Zungenabszess

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. November 2017
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Ein Zungenabszess ist eine entzündliche Erkrankung im Bereich der Zunge bzw. des Zungenansatzes. Sie wird meist verursacht durch Keime, die durch eine Wunde in der Schleimhaut den Abszess hervorrufen. Oftmals muss dieser operativ behandelt werden, wenn er medikamentös nicht adäquat erreicht werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Zungenabszess?

Bei einem Zungenabszess handelt es sich um eine Entzündung im Mundraum, die durch Bakterien verursacht wird. Betroffen ist, wie der Name bereits andeutet, die Zunge bzw. der Zungenansatz; unter Umständen kann sich der Abszess aber auch im Mundboden unterhalb der Zunge ausbilden.

Meist entsteht er durch eine Wunde in der Mundschleimhaut, in die Keime etwa beim Aufnehmen von Nahrung gelangen. Die Infektion führt in der Folge zu dem unangenehmen Zungenabszess. Die Erkrankung äußert sich durch eine gerötete Schleimhaut, Schluckbeschwerden und Fieber. Später können Atembeschwerden hinzukommen, wenn der Abszess eine bestimmte Größe erreicht.

Ein Zungenabszess wird meist zunächst medikamentös behandelt; anschließend muss allerdings oftmals auch ein operativer Eingriff stattfinden. Grundsätzlich ist die Erkrankung harmlos, sie kann aber durch ein unbehandeltes Fortschreiten und/oder auftretende Komplikationen unter Umständen lebensbedrohlich werden.

Ursachen

Die Ursachen für einen Zungenabszess liegen in Bakterien, welche in die Mundschleimhaut eindringen und dort eine Infektion hervorrufen. Dies geschieht beispielsweise dann, wenn sich eine kleine Wunde in der Mundschleimhaut befindet.

Bei der Nahrungsaufnahme können Keime in diese Wunde gelangen und sich dort vermehren, was zu einer Entzündung und schließlich zur Bildung eines Zungenabszesses führen kann. Bestehen bereits Erkrankungen im Mundraum oder in umliegenden Bereichen, können dort ansässige Keime ebenfalls den Auslöser für einen Abszess darstellen.

Entzündete Zahnwurzeln oder anderweitig erkrankte Zähne sind nicht selten für einen Zungenabszess verantwortlich, ebenso wie entzündete Lymphknoten im Halsbereich. Auch eine Entzündung der Unterkieferspeicheldrüsen kommt als Verursachen für einen Zungenabszess infrage.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Besteht der Verdacht auf einen Zungenabszess, wird der behandelnde Arzt den Hals- und Rachenraum zunächst in Augenschein nehmen, um zu sehen, ob sich dort ein Abszess befindet und wenn ja, wo dieser genau lokalisiert ist.

Dazu wird ein Spiegel eingesetzt. Ist auf diese Weise nicht alles genau erkennbar, kann der Mediziner ein Endoskop verwenden, mit dem er auch in schwieriger zu erreichende Gegenden vordringen kann. Ein Abstrich der entzündeten Schleimhaut gibt Auskunft über den genauen Erreger.

Zusätzlich kann eine Blutuntersuchung stattfinden, um andere Erkrankungen wie etwa einen Tumor auszuschließen. Bleibt ein Zungenabszess unbehandelt, sorgt er für zahlreiche unangenehme Symptome. Erreicht er eine bestimmte Größe, kann es zu Atembeschwerden und als Folge im schlimmsten Fall zum Tod durch Ersticken kommen.

Komplikationen

Bleibt ein Zungenabszess über einen längeren Zeitraum unbehandelt, kann es unter anderem zu Atembeschwerden und Problemen bei der Nahrungsaufnahme kommen. Im Extremfall erstickt der Patient infolge der mangelnden Sauerstoffzufuhr. Der Zungenabszess selbst ruft gelegentlich Entzündungen im Mundraum hervor, aus denen sich weitere Abszesse bilden können.

Gelangen die Erreger in die Lunge, kann eine Lungenentzündung auftreten. Eine Übertragung ins Blut ruft womöglich eine Blutvergiftung hervor, die bei fehlender Behandlung tödlich verläuft. Des Weiteren führt ein Abszess zu Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl, dass den Betroffenen in seiner Lebensqualität stark einschränkt. Da Sprechen kaum noch möglich ist, können alltägliche Aufgaben und die soziale Interaktion mit anderen kaum noch bewältigt werden.

Vor allem bei chronischen Abszessen kann dies zu Problemen führen, da der Betroffene sich dann häufig zurückzieht und unter Umständen eine seelische Erkrankung entwickelt. Die Behandlung eines Zungenabszesses mittels Antibiotika birgt das Risiko von Neben- und Wechselwirkungen, zum Beispiel Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen oder Hautirritationen. Ein operativer Eingriff kann Verletzungen, Infektionen, Wundheilstörungen und andere Komplikationen hervorrufen. Zumeist verläuft die Behandlung jedoch ohne größere Probleme.

Behandlung & Therapie

Wurde eindeutig ein Zungenabszess diagnostiziert, wird der behandelnde Arzt eine angemessene Therapie einleiten. Da es sich um eine durch Bakterien hervorgerufene Infektion handelt, wird diese üblicherweise mithilfe von Antibiotika behandelt.

In vielen Fällen schlägt diese Therapie aber nicht oder nur unzureichend an, sodass ein operativer Eingriff erfolgen muss. Dies ist besonders dann der Fall, wenn sich die Infektion so im Gewebe festsetzt, dass sie nicht medikamentös beseitigt werden kann. Bei der Operation wird das entzündete Gewebe rund um den Zungenabszess großzügig entfernt, um zu verhindern, dass die Infektion ein weiteres Mal ausbrechen kann.

Anschließend werden erneut Antibiotika verabreicht, um den Heilungsprozess zu unterstützen und ebenfalls einem Wiederaufkeimen der Entzündung entgegenzuwirken. Findet eine solche Kombination aus medikamentöser und chirurgischer Behandlung statt, ist ein Zungenabszess meist sehr gut heilbar.

Eine schnelle Heilung hängt unter anderem auch von dem Stadium des Abszesses ab, in dem die Therapie begonnen wird. Es ist daher ratsam, einen Arzt aufzusuchen, sobald die ersten Symptome auftreten.

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Vorbeugung

Einem Zungenabszess kann in gewissem Maße durch angemessene Mundhygiene vorgebeugt werden. Auch regelmäßige Kontrollen und/oder Behandlungen beim Zahnarzt können verhindern, dass kranke Zähne Keime in die Mundschleimhaut einbringen. Zeigen sich dennoch Symptome, die eventuell auf einen Zungenabszess hindeuten könnten, sollte rechtzeitig ein Arzt hinzugezogen werden.

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Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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