Endoskop

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. Dezember 2016
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Endoskope dienen der unmittelbaren Darstellung von menschlichen Hohlorganen und Hohlkörpern, die in verschiedenen medizinischen Fachbereichen zu diagnostischen und/oder therapeutischen Zwecken erforderlich werden kann. Durch Endoskope werden minimal-invasive Eingriffe ermöglicht, die mit geringeren Belastungen für die Betroffenen einhergehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Endoskop?

Ein Endoskop ist ein spezielles dünnes (bis höchstens 14 mm Durchmesser) und röhrenförmiges Instrument, mit dessen Hilfe Hohlorgane des menschlichen Organismus, insbesondere der Magen- und Darmbereich, im Vorfeld eines chirurgischen Eingriffs genauer untersucht und gegebenenfalls therapiert werden können.

Während Endoskope früher in erster Linie zu diagnostischen Zwecken eingesetzt wurden (Endoskopie bzw. auch Spiegelung), werden sie heute zunehmend im Rahmen minimal-invasiver Eingriffe, die mit bedeutend weniger Belastungen für den Betroffenen einhergehen, verwendet (endoskopische Operation).

Formen, Typen & Arten

In Abhängigkeit vom spezifischen Einsatzgebiet kommen verschiedene Endoskope unterschiedlichen Aufbaus und mit unterschiedlichen optischen Systemen zum Einsatz.

So weisen beispielsweise starre Endoskope ein optisches System auf, das aus aufeinander folgenden Linsen und Prismen aufgebaut ist. Starre Endoskope werden unter anderem als Laparoskop (Endoskopie des Bauchraums), Rektoskop (Endoskopie des Mastdarms), Bronchoskop (Endoskopie der Bronchien) oder Hysteroskop (Endoskopie des Uterus) eingesetzt. Können die zu untersuchenden Strukturen mit einem starren Endoskop nicht erreicht werden, wird ein flexibles Endoskop, ein sogenanntes Fiberendoskop, dessen optisches System über Glasfaserbündel operiert, die eine höhere Helligkeit gewährleisten, eingesetzt.

Fiberendoskope kommen insbesondere bei Endoskopien des Uterus, der Harnwege, Eileiter und Blutgefäße zum Einsatz. Mit Hilfe eines Videoendoskops (elektronisches Endoskop)werden die im Rahmen einer Endoskopie erhaltenen Bilder auf einem Monitor wiedergegeben. Zudem besteht die Möglichkeit, die erforderlichen Bilder über eine kleine, mit einer Kamera ausgerüstete Kapsel während ihrer Passage durch den gastrointestinalen Trakt, insbesondere den Dünndarm, zu gewinnen (Videokapselendoskopie).

Aufbau, Funktion & Wirkungsweise

Durch Endoskope werden minimal-invasive Eingriffe ermöglicht, die mit geringeren Belastungen für die Betroffenen einhergehen.

Zum Aufbau eines Endoskops gehören vor allem ein optisches System (i.d.R. Kamera) sowie eine Beleuchtungseinrichtung an der Spitze des Instruments, die mit Kaltlicht operiert, um wärme- oder hitzebedingte Schäden an den zu untersuchenden oder operierenden Strukturen zu vermeiden.

Daneben weisen konventionelle Endoskope Absaug- und Spülsysteme sowie Einführungskanäle für spezielle Instrumente (u.a. Zangen zur Gewebeentnahme, Ultraschallsonden für eine Endosonographie) auf. Mit Hilfe des optischen Systems, das das Licht vom Beleuchtungssystem ans andere Ende des Endoskops bzw. an einen Monitor leitet, werden die untersuchten Strukturen sichtbar gemacht. In Abhängigkeit vom spezifischen Einsatzgebiet werden in aller Regel entweder starre (festes Rohr) oder flexible Endoskope (biegsamer Schlauch), die eine Länge von bis zu 2 m aufweisen können, eingesetzt.

Darüber hinaus können mit Hilfe eines Chromoendoskops, das die zu untersuchenden Schleimhautareale (u.a. von Speiseröhre, Darm) mit einem Farbstoff markiert, pathologische Veränderungen besser dargestellt werden. Dieser Effekt kann zusätzlich durch ein Zoomendoskop, durch welches die zu bewertenden Bilder stark (bis zu 100-fach) vergrößert werden können, verstärkt werden. Bei der Videokapselendoskopie wird eine Kapsel verschluckt, die den gastrointestinalen Trakt passiert und dabei Daten auf ein externes Speichergerät zur Auswertung sendet und abschließend einfach über den Stuhl ausgeschieden wird.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Endoskope werden vor allem für diagnostische Zwecke eingesetzt und weisen neben ihrer geringen Komplikationsrate eine hohe Aussagekraft aus. Insbesondere in der inneren Medizin (Laparoskopie, Gastroskopie), Gynäkologie (Endoskopie des Uterus, der Eileiter, Milchgänge), Urologie (Urethroskopie, Zystoskopie), Orthopädie (Arthroskopie) sowie im HNO-Bereich (Panendoskopie) werden endoskopische Diagnoseverfahren eingesetzt.

Zudem kann im Rahmen einer Endoskopie mit Hilfe einer Zange oder einer Zytologiebürste eine Biopsie zum histologischen Nachweis pathologischer Veränderungen aus den zu untersuchenden Gewebestrukturen genommen werden. Bei einer Bronchoskopie kann gegebenenfalls unmittelbar eine Bronchiallavage (Spülung mit Kochsalz- oder Ringerlösung) durchgeführt werden. Daneben kommen Endoskope zunehmend im Rahmen therapeutischer Maßnahmen verwendet. Dazu werden die jeweils erforderlichen Instrumente über Einführungskanäle in den zu operierenden Bereich geführt, wobei bei komplexeren Eingriffen mehrere Endoskope zum Einsatz gebracht werden können.

So können beispielsweise Ösophagusstenosen (Verengungen der Speiseröhre) mit Hilfe eines Endoskops aufgeweitet werden. Ferner können Stents (Kunststoff-, Metallröhrchen) zur Erweiterung von Engstellen in den Gängen der Bachspeicheldrüse oder Galle im Rahmen eines endoskopischen Eingriffs eingebracht werden. Ebenso können mit einem Endoskop kleinere Polypen (u.a. im Dickdarm) abgetragen oder Gallen- und Blasensteine entfernt sowie blutende Magengeschwüre durch einen Laser gestillt werden. Minimal-invasiv lassen sich mit Hilfe eines Endoskops ebenfalls die Gallenblase entfernen, Kniearthrosen oder ein Leistenbruch behandeln.

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