Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. November 2017
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Vitiligo oder auch Weißfleckenkrankheit genannt ist eine Hauterkrankung, bei der sich die Haut an unterschiedlichen Stellen des Körpers weiß verfärbt. Dieser vollständige Farbverlust wird bei Vitiligo durch die Funktionsstörung der für die Pigmentbildung zuständigen Zellen verursacht.

Inhaltsverzeichnis

Definition Vitiligo

Vitiligo bezeichnet eine Hauterkrankung, die bei dunkelhäutigen Patienten besonders auffällig ist. Die natürliche Pigmentierung erfolgt durch die Pigmentbildung in speziell dafür geeigneten Zellen. Der Farbstoff Melanin wird bei Vitiligo nicht mehr in ausreichender Menge in diesen Melanozyten gebildet.

Es entstehen auf der Haut weiße Flecken, die keine Pigmentierung aufweisen. Vitiligo ist eine chronische, nicht ansteckende Erkrankung mit bislang ungeklärter Ursache. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Personen mit Autoimmunerkrankungen und Vorkommen von Weißfleckenkrankheit in der Familie.

Unter den Hautkrankheiten gilt Vitiligo als harmlos und nicht muss nicht notwendigerweise behandelt werden. Mangels der schützenden Hauptpigmentierung ist bei erhöhter Sonneneinstrahlung das Risiko für Sonnenbrand und Hautkrebs durch Vitiligo allerdings erhöht.

Ursachen

Vitiligo entsteht, wenn die für die Pigmentbildung verantwortlichen Zellen der Haut nicht mehr genug Farbstoff bilden können. In diesen Melanozyten ist der Wasserstoffperoxidgehalt erhöht, weshalb kein Melanin erzeugt werden kann.

Allerdings ist nicht bekannt, aus welchen Gründen es zu dieser feststellbaren Erhöhung des Wasserstoffperoxidgehalts kommt. Der Auslöser für Vitiligo ist damit ungeklärt. Es wird vermutet, dass es sich ähnlich wie Rheuma um eine Autoimmunerkrankung handelt. Danach reagiert der Körper aufgrund einer Fehleinschätzung des Immunsystems auf die eigenen Zellen mit Abwehrreaktionen und löst den zerstörerischen Prozess aus.

Eine andere Theorie vermutet bei Vitiligo einen angeborenen Gendefekt, ohne dass die dazugehörigen Gene bislang identifiziert werden konnten. Diskutiert werden als Ursachen für Vitiligo auch isolierte Ereignisse wie ein Sonnenbrand als besonderer Auslöser oder psychische Belastungen.

Typische Symptome & Anzeichen

  • scharf begrenzte, weiße Hautflecken
  • Flecken sind besonder lichtempfindlich

Diagnose & Verlauf

Typisch für die Weißfleckenkrankheit sind Pigmentstörungen in Form weißer, pigmentfreier Hautflecken. Klicken, um zu vergrößern.

Besonderes Merkmal für Vitiligo sind weiße Flecken in den Bereichen der Haut, die besonders der Sonne ausgesetzt sind. Bei der Diagnose erfolgt durch den Hautarzt eine umfangreiche Hautuntersuchung. Dazu ist die Befragung des Patienten wichtig, die eine familiäre Neigung zu Vitiligo ergeben kann.

Zur Patientenbefragung bei Vitiligo gehören Ermittlungen, ob vor dem erstmaligen Auftreten der Weißfleckenkrankheit ein Ereignis wie ein schwerer Sonnenbrand stattgefunden hat. Sofern mit dieser Anamnese die Diagnose durch den Arzt noch nicht gesichert möglich ist, erfolgen eine Biopsie und Blutuntersuchungen.

Vitiligo kann sich so ausbreiten, dass ein zuvor dunkelhäutiger Mensch durch die ineinander verschmelzenden Weißflecken für Außenstehende scheinbar eine Änderung der Hautfarbe durchmacht. In einigen Fällen bleiben die weißen Flecken bei Vitiligo über Jahre hinweg unverändert. Möglich ist ebenfalls, dass nach einiger Zeit die Produktion von Melanin in den Melanozyten wieder einsetzt und Vitiligo durch eine Selbstheilung verschwindet.

Komplikationen

Vitilgo ist harmlos und muss, aus rein medizinischer Sicht, nicht einmal behandelt werden. Komplikationen stellen sich aber oftmals in Form starker seelischer Belastungen ein. Viele, insbesondere noch junge, Patienten fühlen sich durch die Krankheit entstellt.

Dies gilt insbesondere dann, wenn diese im Gesicht stark ausgeprägt ist und Therapieversuche nicht zu einer sichtbaren Besserung führen. Die Betroffenen verlieren dann im Umgang mit anderen sehr häufig ihr Selbstbewusstsein und beginnen sich zu isolieren. In Folge kann es zu ernsthaften psychischen Störungen, insbesondere zu therapiebedürftigen Depressionen kommen.

Körperliche Komplikationen resultieren in der Regel ausschließlich daraus, dass die depigmentierten Hautstellen äußerst empfindlich auf UV-Licht reagieren und deshalb keinesfalls ungeschützt der Sonne oder dem Solarium ausgesetzt werden dürfen. Hier kann es sehr schnell zu schmerzhaften und juckenden Verbrennungen kommen. Für die Betroffenen ist es gerade zu Beginn der Krankheit belastend, sich nicht mehr ohne Sonnenschutz aus dem Haus wagen zu dürfen.

Dieser wird anfänglich oft einfach vergessen. Da sich die Folgen nicht unverzüglich, sondern meist erst mehrere Stunden später bemerkbar machen, leiden die Betroffenen oft unter Schmerzen und Juckreiz. Wird die ohnehin schon stark gereizte Haut in dieser Situation dann noch durch ständiges Kratzen zusätzlich irritiert, kann es zu Entzündungen kommen, die nach dem Abheilen Narben hinterlassen. Darüber hinaus steigt das Risiko an Hautkrebs zu erkranken.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Vitiligo besteht in der Anregung der betroffenen Zellen zur erneuten Melaninproduktion, der Verhinderung von Schäden durch den mangelnden Schutz bei Sonnenlicht und der Linderung psychischer Folgen der Weißfleckenkrankheit.

Vitiligo ist keine Krankheit, die mit Schmerzen oder nachhaltigen Funktionsbeeinträchtigungen verbunden ist. Die Folgen für einen Patienten sind dennoch erheblich, da die Weißfleckenkrankheit zumeist sichtbare Bereiche des Körpers betrifft. Als psychische Belastung, die Vitiligo noch verstärken kann, wird diese unfreiwillige Zurschaustellung der Hauterkrankung Teil der Behandlung.

Durch kosmetische Hilfsmittel wird der Unterschied der unpigmentierten und normal pigmentierten Hautbereiche angeglichen. UV-Bestrahlungen können die Melaninproduktion anregen, sind aber nur für eine begrenzte Zeit ratsam.

Kleinere Flecken bei Vitiligo lassen sich durch im Wege der Eigenhauttransplantation behandeln. Eine Tätowierung ist als Alternative angeraten, wenn die von Vitiligo betroffene Hautstelle nicht zu groß ist. Die Behandlung hängt von der individuellen Ausprägung der Vitiligo ab und dem Leidensdruck, den Patienten durch die Weißfleckenkrankheit erleben.

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Vorbeugung

Eine Vorbeugung bei Vitiligo ist nicht möglich. Gesunde Ernährung und die Vermeidung von übermäßiger Sonneneinstrahlung empfehlen sich, um Risikofaktoren bei Vitiligo auszuschließen. Da Stress ein Auslöser sein kann, helfen regelmäßige Ruhephasen bei erblich vorbelasteten Personen zur Verringerung des Risikos, an Vitiligo zu erkranken.

Bücher über Hautkrankheiten

Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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