Schiefe Zähne

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. November 2017
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Unerwartet viele Zähne und Gebisse von Kindern (aber auch noch bei vielen Erwachsenen), das ergaben neueste Untersuchungen der Zahnmedizin, sind schief oder schlecht gebildet, so dass sie dringend einer kieferorthopädischen Behandlung bedürfen. Wenn die Behandlung rechtzeitig einsetzt, gelingt es fast immer mit einfachen Mitteln, das gestörte Wachstum in normale Bahnen zu lenken. Eine solche Behandlung tut nicht weh.

Inhaltsverzeichnis

Behandlung durch Zahnspange & Brackets

Aber auch im Erwachsenenalter können schiefe Zähne mit Brackets gerichtet werden, auch wenn hier die Krankenkasse häufig nichts mehr dazu zahlt und der Erwachsene selbst für schöne und gerade Zähne aufkommen muss. Doch das Ergebnis ist sein Geld in jedem Fall wert. Gerade und schöne Zähne erhöhen dann nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern gewähren auch wieder ein schönes und ehrlichen Lachen, ohne die Hand vor die schiefen und krummen Zähne halten zu müssen.

Bei der kieferorthopädischen Behandlung wird zunächst mit einem Abdrucklöffel und Gips ein Gripsabdruck der Zähne genommen, um alle Fehlstellung genau und eine individuelle Behandlung einleiten zu können. Der gefürchtete Bohrer bzw. das Bohren der Zähne kommt in der Regel nicht zum Einsatz, sodass auch keine Angst vor Schmerzen nötig sind. Eine solche kieferorthopädische Behandlung kann zwar für Kinder oft mehrere Jahre (oftmals zwei Jahre) dauern. Monatlich oder anfangs auch vierzehntägig muss, auf Grund der im Kiefer fast unmerklich stattfindenden Veränderungen, die kleine Spange oder Brackets neu eingestellt werden.

Wenn jedoch dem Zahnarzt die Gesundheit seiner kleinen und großen Patienten am Herzen liegt, und die Patienten selbst den Willen haben diese Brackets oder Spangen zu tragen, dann freuen sich am Ende nicht nur die Patienten sondern auch Eltern, Freunde und Verwandte über ein tadellos gebildetes ebenmäßiges Gebiss bzw. Zähne, die das ganze Leben über wenig Sorgen bereiten.

Komplikationen

Bei Patienten mit schiefen Zähnen können verschiedene Komplikationen auftreten. In den meisten Fällen verwachsen die schiefen Zähnen in eine flache Richtung. Dies resultiert darin, dass sie gegen andere, möglicherweise gesunde Zähne drücken und diese dann ebenfalls verschieben. Hier kann der Patient Schmerzen haben, die Zähne stehen schief, was zu einer verminderten Ästhetik führt.

In den meisten Fällen können schiefe Zähne allerdings auch behandelt werden, sodass keine besonderen Komplikationen auftreten. Die Behandlung findet mit einer Zahnspange statt. Diese wird dem Patienten meist im jungen Alter angebracht. Hier empfinden die meisten Patienten zu Anfang starke Schmerzen und ein unangenehmes Gefühl an den Zähnen.

Mit der Zeit werden die Zähne gerade, da sie durch die Kraft der Zahnspange wieder zusammengerückt werden. Hier treten keine Komplikationen auf. Bei einer Nicht-Behandlung kann es später im Erwachsenenalter durchaus sein, dass manche der Zähne entfernt werden müssen, da sie gegen die anderen sehr stark drücken, was zu starken Schmerzen führt.

In diesem Alter ist es nicht mehr möglich, die Zähne wieder in eine gerade Position zu stellen und sie müssen dem Patienten entfernt werden. An die Stelle des entfernten Zahnes kann dann ein Implantat eingesetzt werden. Dies ist in der Regel mit relativ hohen Kosten verbunden.

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Wann sollte man zum Arzt gehen?

In der Regel stellen die schiefen Zähne keine medizinische Komplikation dar, die unbedingt behandelt werden muss. Falls die schiefen Zähne den Patienten nicht stören und sonst zu keinen weiteren Beschwerden führen, muss ein Arzt nicht aufgesucht werden. Der Besuch beim Arzt ist dann notwendig, wenn der Patient sich mit den schiefen Zähnen unwohl fühlt und es dadurch zu Minderwertigkeitskomplexen oder zu einem verringerten Selbstbewusstsein kommt.

In diesen Fällen können operative Eingriffe durchgeführt werden, die das Problem korrigieren und die Fehlstellung der Zähne beheben. Eine ärztliche Untersuchung ist dann notwendig, wenn es zu Schmerzen an den Zähnen oder am Zahnfleisch kommt. Dabei müssen nicht unbedingt die Zähne schmerzen, die schief stehen. In vielen Fällen sind auch die benachbarten Zähne stark betroffen, sodass der Patient an starken Ruheschmerzen oder an Schmerzen beim Essen und Trinken leidet. In der Regel verschwinden diese Schmerzen nicht von selbst und müssen von einem Zahnarzt behandelt werden. Der Zahnarzt ist in diesen Fällen immer der erste Ansprechpartner.

Zudem ist ein Arztbesuch notwendig, wenn die schiefen Zähne Auswirkungen auf den Bewegungsapparat haben und zu Haltungsschäden führen. In diesem Fall sollte der Rat bzw. die Behandlung eines Kieferorthopäden eingeholt werden.

Schiefe Zähne ohne Behandlung sorgen für Karies & Entzündungen

Bleiben schiefe und krumme Zähne jedoch unbehandelt, sei es auch nur ein einzelner schiefer Zahn, so ist nicht nur der Gesichtsausdruck und das Lächeln oftmals unschön. Schiefe Zähne verursachen auch oftmals mehr Karies und Mundfäule, da der Betroffene die nicht so gründliche die Zähne putzen kann, wie bei geraden und ebenmäßigen Zähnen. Speisereste und Zahnbelag bleiben so in Ecken und Furchen länger liegen und bilden neben der besagten Karies oftmals auch einen unangenehmen Mundgeruch.

Weiterhin können schiefe Zähne auch für weitere Missbildungen in der Zukunft sorgen, da nachwachsende Zähne in bestehende Lücken hineindrängen können, ohne auf Widerstand zu treffen. An Hand eines Falles möchte ich ihnen einige Hinweise geben, worauf man achten sollte. Wenn sie wissen wollen, ob sie ein gut gewachsenes Gebiss bzw. Zähne haben, mit dem sie gut kauen können, so achten sie doch einmal darauf, wie die Schneidezähne zueinander stehen.

Wenn die oberen Schneidezähne die unteren nur ein wenig überdecken, dann können sie ziemlich sicher sein, dass meistens alles andere auch in Ordnung ist. Wenn die oberen Frontzähne jedoch die unteren zum großen Teil überdecken, und wenn sich zwischen beiden Zahnreihen womöglich noch ein größerer Zwischenraum befindet, dann müssen sie damit rechnen, dass auch alle anderen Kiefermaße nicht stimmen.

Wenn eine kieferorthopädische Behandlung rechtzeitig einsetzt, gelingt es fast immer mit einfachen Mitteln, das gestörte Wachstum der Zähne in normale Bahnen zu lenken.

Leider setzt mit dieser Erkenntnis nicht sehr oft die dringend notwendige Behandlung ein. Dann wird auch nicht weiter verwundern, wenn sich z.B. in der Folge schiefer Zähne das Zahnfleisch entzündet. Nun werden einige sagen, dass ein einziger schiefer Zahn keiner Behandlung bedarf. Aber er steht nicht nur ein bisschen falsch, sondern er berührt den Zahnfleischsaum des Unterkiefers. Alle anderen oberen Frontzähne bilden mit den unteren eine ganz erhebliche waagerechte Stufe.

Die unteren Frontzähne beißen beim Zubiss in den vorderen Gaumenabhang des Oberkiefers hinein. Folge: Zahnfleischentzündung, Hochwachsen der unteren Frontzähne und damit verbundene Zahnlockerungen. Weitere Folgen: völlige Blockierung der Kaufunktion. Der Unterkiefer ist durch den gaumenwärts verdrängten Schneidezahn im ganzen um eine volle Zahnbreite rückwärts ins Kiefergelenk gestaucht worden.

Dadurch ist die normale Kaubewegung unmöglich geworden, es können nur unvollkommene Hackbewegungen ausgeführt werden. Das Gebiss war infolge mangelnder Selbstreinigung und durch Speisereste, die sich immer in den Nischen festsetzen, stark von Karies befallen. Solch ein fall kann man auch im Erwachsenenalter durch erhaltende und kieferorthopädische Maßnahmen bessern. Vielen Patienten reicht unter diesen Umständen eine Füllung oder Zähneziehen, um diesen Missstand zu beseitigen. Jedoch sei erwähnt, dass dies nur die Symptome für kurze Zeit lindert, die Ursache eines schiefen Kiefers bleibt jedoch auch weiterhin bestehen und weitere Zähne können im Laufe der Zeit schief werden, sodass das gleiche Leiden erneut beginnt.

Natürlich können nicht alle Schäden mit einer orthopädischen Behandlung behoben werden. Die moderne Nahrungsmittelindustrie nimmt uns leider den größten Teil der Kautätigkeit ab, und ohne intensive Kauarbeit muss jedes Kauorgan verkümmern. Immer noch gibt es den Schnuller, der den weichen kindlichen Kiefer verbiegt und, was noch schlimmer ist, den Lutschfinger oder Daumenlutscher.

Aber was haben schiefe Zähne nun konkret mit der Zahnfäule, dem Mundgeruch und der Karies zu tun? Bakterien und Säuren, die Karies bewirken, können doch auch das geradlinigste Gebiss angreifen. Ohne Zweifel, ja, doch darf man durchaus behaupten, dass ein wohlgestaltetes Gebiss, das die ihm von der Natur zugedachten Aufgaben erfüllen kann und dessen natürliche Selbstreinigung nicht durch Missbildungen behindert wird, im Kampf mit den auf die Zähne einstürmenden Gewalten viel weniger leicht unterliegt als ein fehlgebildetes.

Diese Erkenntnisse sind durchaus nicht neu. Von diesem Wissen aber bis zum Aufbau einer notwendigen orthopädischen prophylaktischen Behandlung ist es manchmal ein langer Weg. Die Einsicht, dass Krankheiten vorzubeugen besser und leichter ist als Krankheiten zu heilen, wurde zur Grundlage unserer modernen Zahnmedizin.

Aussicht & Prognose

Schiefe Zähne können in den meisten Fällen relativ gut behandelt werden. Bei der Behandlung selbst kommt es nur selten zu Komplikationen. Die schiefen Zähne sollten allerdings schon im jungen Alter behandelt werden. Hier kann der Arzt die Zähne noch mit einer Zahnspange richten und damit schiefen Zähne im höheren Alter vermeiden.

Auch bei Erwachsenen kann eine Zahnspange verwendet werden, allerdings führt diese nicht zu einem so leichten Erfolg, wie bei jüngeren Menschen. Bei der Behandlung mit der Zahnspange kommt es zu keinen weiteren Komplikationen. Es können allerdings Schmerzen nach dem Aufsetzen der Spange und nach dem Abnehmen auftreten.

Schiefe Zähne bei Erwachsenen können mit Hilfe einer Operation behandelt oder komplett entfernt werden. Oft werden diese Zähne dann durch Prothesen oder Implantate ersetzt, damit kein Loch im Mundraum entsteht.

Falls die schiefen Zähne nicht behandelt werden, können sie zu Schmerzen oder Entzündungen führen, falls sie beim Wachsen auf andere Zähne drücken, die sich daneben befinden. In solchen Fällen muss der Arzt die schiefen Zähne operativ richten oder komplett entfernen. Bei einer frühzeitigen Behandlung kommt es allerdings zu keinen weiteren Problemen.

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Das können Sie selbst tun

In den meisten Fällen ist es nicht möglich, schiefe Zähne nur mit Hilfe von Hausmitteln zu behandeln. Meistens ist dafür das Tragen einer Zahnspange oder ein operativer Eingriff notwendig. Allerdings können die schiefen Zähne allgemein vermieden werden. Der Patient sollte es vermeiden, auf dem Bauch zu schlafen. Auch sollte das Gesicht der Betroffenen nicht auf den Händen abgestürzt werden, da sich dadurch die schiefen Zähne ebenso verstärken. Vor allem bei Kindern ist es wichtig, das Nuckeln und Lutschen des Daumens und anderer Gegenstände abzugewöhnen.

Auf jeden Fall sollte sich der Patient die Weisheitszähne entfernen lassen, wenn diese im Mundraum stören. Dafür sind regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt notwendig. Dieser kann den richtigen Zeitpunkt feststellen und damit die Ausbildung der schiefen Zähne verhindern. Für eine allgemeine Gesundheit der Zähne ist die tägliche Pflege wichtig. Hierzu gehören das Zähneputzen und Benutzung von Zahnseide und Mundspülung. Damit können Symptome vermieden werden, die zu den schiefen Zähnen führen können.

Eine Zahnspange kann sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen eingesetzt werden. Um schiefe Zähne zu vermeiden sollten Kinder schon im jungen Alter eine Zahnspange erhalten, wenn die Notwendigkeit dafür besteht. Hier müssen vor allem die Eltern auf regelmäßige Besuche beim Zahnarzt achten.

Bücher über Schiefe Zähne, Kieferorthopädie & Zahnspangen

Quellen

  • Kahl-Nieke, B.: Einführung in die Kieferorthopädie. Deutscher Zahnärzte Verlag, Köln 2010
  • Stelzenmüller, W., Wiesner, J.: Therapie von Kiefergelenkschmerzen. Thieme, Stuttgart 2010
  • Weber, T.: Memorix Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2010

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