Schiefe Zähne
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)Unerwartet viele Zähne und Gebisse von Kindern (aber auch noch bei vielen Erwachsenen), das ergaben neueste Untersuchungen der Zahnmedizin, sind schief oder schlecht gebildet, so dass sie dringend einer kieferorthopädischen Behandlung bedürfen. Wenn die Behandlung rechtzeitig einsetzt, gelingt es fast immer mit einfachen Mitteln, das gestörte Wachstum in normale Bahnen zu lenken. Eine solche Behandlung tut nicht weh.
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Schiefe Zähne behandeln durch Zahnspange und Brackets
Bei der kieferorthopädischen Behandlung wird zunächst mit einem Abdrucklöffel und Gips ein Gripsabdruck der Zähne genommen, um alle Fehlstellung genau und eine individuelle Behandlung einleiten zu können. Der gefürchtete Bohrer bzw. das Bohren der Zähne kommt in der Regel nicht zum Einsatz, sodass auch keine Angst vor Schmerzen nötig sind. Eine solche kieferorthopädische Behandlung kann zwar für Kinder oft mehrere Jahre (oftmals zwei Jahre) dauern. Monatlich oder anfangs auch vierzehntägig muss, auf Grund der im Kiefer fast unmerklich stattfindenden Veränderungen, die kleine Spange oder Brackets neu eingestellt werden.
Wenn jedoch dem Zahnarzt die Gesundheit seiner kleinen und großen Patienten am Herzen liegt, und die Patienten selbst den Willen haben diese Brackets oder Spangen zu tragen, dann freuen sich am Ende nicht nur die Patienten sondern auch Eltern, Freunde und Verwandte über ein tadellos gebildetes ebenmäßiges Gebiss bzw. Zähne, die das ganze Leben über wenig Sorgen bereiten.
Schiefe Zähne ohne Behandlung sorgen für Karies und Entzündungen
Weiterhin können schiefe Zähne auch für weitere Missbildungen in der Zukunft sorgen, da nachwachsende Zähne in bestehende Lücken hineindrängen können, ohne auf Widerstand zu treffen. An Hand eines Falles möchte ich ihnen einige Hinweise geben, worauf man achten sollte. Wenn sie wissen wollen, ob sie ein gut gewachsenes Gebiss bzw. Zähne haben, mit dem sie gut kauen können, so achten sie doch einmal darauf, wie die Schneidezähne zueinander stehen.
Wenn die oberen Schneidezähne die unteren nur ein wenig überdecken, dann können sie ziemlich sicher sein, dass meistens alles andere auch in Ordnung ist. Wenn die oberen Frontzähne jedoch die unteren zum großen Teil überdecken, und wenn sich zwischen beiden Zahnreihen womöglich noch ein größerer Zwischenraum befindet, dann müssen sie damit rechnen, dass auch alle anderen Kiefermaße nicht stimmen.
Leider setzt mit dieser Erkenntnis nicht sehr oft die dringend notwendige Behandlung ein. Dann wird auch nicht weiter verwundern, wenn sich z.B. in der Folge schiefer Zähne das Zahnfleisch entzündet. Nun werden einige sagen, dass ein einziger schiefer Zahn keiner Behandlung bedarf. Aber er steht nicht nur ein bisschen falsch, sondern er berührt den Zahnfleischsaum des Unterkiefers. Alle anderen oberen Frontzähne bilden mit den unteren eine ganz erhebliche waagerechte Stufe.
Die unteren Frontzähne beißen beim Zubiss in den vorderen Gaumenabhang des Oberkiefers hinein. Folge: Zahnfleischentzündung, Hochwachsen der unteren Frontzähne und damit verbundene Zahnlockerungen. Weitere Folgen: völlige Blockierung der Kaufunktion. Der Unterkiefer ist durch den gaumenwärts verdrängten Schneidezahn im ganzen um eine volle Zahnbreite rückwärts ins Kiefergelenk gestaucht worden.
Dadurch ist die normale Kaubewegung unmöglich geworden, es können nur unvollkommene Hackbewegungen ausgeführt werden. Das Gebiss war infolge mangelnder Selbstreinigung und durch Speisereste, die sich immer in den Nischen festsetzen, stark von Karies befallen. Solch ein fall kann man auch im Erwachsenenalter durch erhaltende und kieferorthopädische Maßnahmen bessern. Vielen Patienten reicht unter diesen Umständen eine Füllung oder Zähneziehen, um diesen Missstand zu beseitigen. Jedoch sei erwähnt, dass dies nur die Symptome für kurze Zeit lindert, die Ursache eines schiefen Kiefers bleibt jedoch auch weiterhin bestehen und weitere Zähne können im Laufe der Zeit schief werden, sodass das gleiche Leiden erneut beginnt.
Natürlich können nicht alle Schäden mit einer orthopädischen Behandlung behoben werden. Die moderne Nahrungsmittelindustrie nimmt uns leider den größten Teil der Kautätigkeit ab, und ohne intensive Kauarbeit muss jedes Kauorgan verkümmern. Immer noch gibt es den Schnuller, der den weichen kindlichen Kiefer verbiegt und, was noch schlimmer ist, den Lutschfinger oder Daumenlutscher.
Diese Erkenntnisse sind durchaus nicht neu. Von diesem Wissen aber bis zum Aufbau einer notwendigen orthopädischen prophylaktischen Behandlung ist es manchmal ein langer Weg. Die Einsicht, dass Krankheiten vorzubeugen besser und leichter ist als Krankheiten zu heilen, wurde zur Grundlage unserer modernen Zahnmedizin.
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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern
mausezahn kommentierte am 12.08.2011 um 10:45 Uhr
Ich kann nur allen Eltern raten, wenn der Zahnarzt ihrem Kind zur Spange rät, das Kind zu zwingen. Denn ich wurde nicht gezwungen und habe nun den Salat - schiefe Zähne, Knirschen, Schmerzen.
Ich kann mir eine Behandlung nicht leisten, aber ich wäre dankbar, wenn mein viel zu enger Kiefer korrigiert worden wäre. Allein die Optik, wenn sich Schneidezähne überlagern, ist lästig, aber viel schlimmer sind die Schmerzen und das Knirschen und die Karies.
