Phlebitis migrans

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 13. Juni 2017
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Bei einer Phlebitis migrans handelt es sich um eine spezielle Form der Thrombophlebitis. Eine Thrombophlebitis ist eine akut auftretende Thrombose an den hautnahen Venen, die gemeinsam mit einer Entzündung auftritt. Auf der anderen Seite wird eine Thrombose in den tiefen Venen als Phlebothrombose bezeichnet. Die Phlebitis migrans ist eine Thrombophlebitis, die an wechselnden Stellen am Körper vorkommt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Phlebitis migrans?

Es existieren zahlreiche Synonyme für den Begriff Phlebitis migrans, zum Beispiel Phlebitis saltans, Thrombophlebitis migrans oder Thrombophlebitis saltans. Kennzeichnend für eine Phlebitis migrans ist, dass die Vene nicht als Krampfader erscheint. Die Erkrankung ereignet sich in zeitlicher Abfolge und tritt an wechselnden Orten auf.

Grundsätzlich handelt es sich also um eine Thrombophlebitis, die ihre Lokalisation verändert. Die Thrombophlebitis hat in diesem speziellen Fall die Eigenschaften, oberflächlich, migratorisch und vor allem unerwartet zu erscheinen. Zugleich gilt sie mitunter als ein frühes Symptom eines sogenannten viszeralen okkulten Tumors.

Aus diesem Grund wird die Erkrankung auch als fakultatives paraneoplastisches Syndrom bezeichnet. Bei der Phlebitis migrans als 'wandernder' Entzündung der Venen geht die Entzündung von bereits erkrankten Venenbereichen aus. Die Entzündung kann sich sowohl in Fließrichtung des Blutes oder entgegengesetzt dazu ausbreiten.

Die Erkrankung betrifft stets die oberflächlichen Venen nahe der Haut. Dabei ist die Entzündung an der Wand der Vene lokalisiert. In der Folge kann sich ein Blutgerinnsel beziehungsweise ein Thrombus bilden, was jedoch nicht in jedem Fall erfolgt.

Ursachen

Prinzipiell kann eine Phlebitis migrans ein Hinweis auf ernstzunehmende Grunderkrankungen sein. So kann sie etwa im Rahmen eines paraneoplastischen Syndroms auftreten, etwa bei einem Pankreaskarzinom, einem Bronchialkarzinom oder auch bei einer Leukämie. Darüber hinaus kann die Phlebitis migrans als begleitendes Symptom im Zusammenhang mit bakteriellen und viralen Infektionen vorkommen.

In vielen Fällen ist es jedoch nicht möglich, die genaue Ursache der Phlebitis migrans festzustellen. Am häufigsten tritt die Phlebitis migrans in Kombination mit der Thrombangiitis obliterans auf. Beobachtungen weisen darauf hin, dass bis zu 62 Prozent der betroffenen Personen auch an einer Phlebitis migrans leiden.


Mitunter kommt die Phlebitis migrans auch bei Vaskulitiden, etwa Lupus erythematodes, der Wegener-Granulomatose oder einer Riesenzellarteriitis bei Vorliegen einer Polymyalgia rheumatica vor. Grund für die Entstehung ist vermutlich eine thrombotische, allergisch-hyperergische Reaktion der Gefäße. Derartige Reaktionen können zum Beispiel durch chronische, bakterielle Herdinfektionen ausgelöst werden.

Doch auch Morbus Behçet, Karzinome an Lunge, Pankreas und Prostata sowie Leukosen und bösartige Lymphogranulomatosen können die Auslöser sein. Tumoren sind in der Lage, Cystein-Proteinasen freizusetzen. Dadurch wird ein noch nicht vollständig erforschter Mechanismus in Gang gesetzt, der die Produktion des Stoffes Thrombin steigert.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Phlebitis migrans ruft bei den betroffenen Personen diverse typische Symptome und Beschwerden hervor. In vielen Fällen finden sich die betroffenen Stellen an den Außenseiten der Beine. Weitaus seltener kommt die Phlebitis migrans am Stamm oder am Arm vor. Charakteristisch für die Erkrankung sind Rötungen auf der Haut, die eine geringe Fläche einnehmen und schmerzen.

Zur gleichen Zeit zeigen sich in manchen Fällen auch kleine Ödeme. Diese Art von Venenentzündung heilt in der Regel unverhofft ab, so dass meistens keine behandlungstechnischen Maßnahmen erforderlich sind. Im überwiegenden Teil der Fälle sind Männer von der Phlebitis migrans betroffen. Die Erkrankung verläuft meist in Schüben und erstreckt sich über verschiedene Abschnitte der Venen.

Dabei zeigt sich eine akute und schmerzhafte, strangförmige und leicht tastbare Thrombophlebitis. Die Symptome klingen in der Regel nach zwei bis drei Wochen wieder ab, wobei meist eine schwache Hyperpigmentierung zurückbleibt. Dabei gelangen Riesenzellen und Histiozyten in die Vene. Eine Phlebitis migrans kann auch Hinweise auf das Vorliegen anderer Krankheiten geben.

So steht die Erkrankung gehäuft in Zusammenhang mit malignen Tumoren, dem Bürger-Syndrom, diversen Autoimmunerkrankungen oder Tuberkulose. Aus diesem Grund ist eine Abklärung anderer Grunderkrankungen dringend erforderlich.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose von Phlebitis migrans muss in jedem Fall von einem Facharzt durchgeführt werden. Zunächst erörtert dieser gemeinsam mit dem Patienten dessen Krankengeschichte (Anamnese), wobei auch die genaue Symptomatik abgeklärt wird. Um den Verdacht auf Phlebitis migrans zu erhärten, kommen in den meisten Fällen bildgebende Verfahren zum Einsatz.

Mit deren Hilfe werden die Gefäße der Extremitäten analysiert. Darüber hinaus ist eine Probebiopsie in Betracht zu ziehen. Im Rahmen der Differentialdiagnose muss zum Beispiel das Vorliegen einer Pannikulitis untersucht werden.

Behandlung & Therapie

Die Therapie von Phlebitis migrans richtet sich in erster Linie nach den Ursachen, die jedoch nicht in jedem Fall eindeutig feststellbar sind. Raucher werden dazu angehalten, die Sucht aufzugeben. Außerdem wird verstärkt nach Tumoren gesucht.

Als externe Therapiemethode von Phlebitis migrans werden oft Heparinsalben und Kompressionsverbände verwendet. Im Rahmen einer internen Therapie kommen meist Antiphlogistika oder auch Kortikoide zum Einsatz. Nachdem die Schübe abgeheilt sind, bleibt meist eine Hyperpigmentierung zurück.

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Vorbeugung

Konkrete Maßnahmen zur Prävention einer Phlebitis migrans existieren nach derzeitigem Stand der Forschung nicht. Ein gesunder Lebensstil und insbesondere der Verzicht auf das Rauchen verringern womöglich die Wahrscheinlichkeit, an einer Phlebitis migrans zu erkranken.

Bücher über Venenentzündung

Quellen

  • Encke, A., Breddin, H. K.: Die venöse Thrombose. Prophylaxe und Therapie. Schattauer, Stuttgart 2000
  • Luther, B. (Hrsg.): Kompaktwissen Gefäßchirurgie. Springer, Berlin 2011
  • Plewig, G. et al.: Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer, Heidelberg 2012

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