Parakeratose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 25. Oktober 2016
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Die Parakeratose ist eine Verhornungsstörung der Haut, die meist mit Hauterkrankungen wie der Schuppenflechte, dem Ekzem oder dem Morbus Bowen vergesellschaftet ist. Die primäre Ursache für die Parakeratose kann in einer Beschleunigung der Verhornungsprozesse oder einer Störung der Keratinozytenreifung liegen. Die Behandlung hängt von der primären Ursache und den zusätzlich vorliegenden Hauterkrankungen ab.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Parakeratose?

Bei der Verhornung oder Keratinisierung bilden sich Epithelzellen zu hornbildenden Keratinozyten um und werden zu Hornzellen, sogenannten Korneozyten. Bei den Keratinozyten oder hornbildenden Zellen handelt es sich um Zellen der Epidermis oder Oberhaut, die 90 Prozent dieser Hautschicht ausmachen. Der Zelltyp ist zur Produktion von Keratin in der Lage und differenziert so während der Verhornung.

Verhornungsprozesse finden physiologischer Weise innerhalb der Oberhaut statt und können außerdem in verschiedenen Schleimhäuten auftreten. Durch die Verhornung erhöht sich die mechanische Stabilität der Hautoberflächen. Durch unterschiedliche Erkrankungen kann der Verhornungsprozess gestört werden. Eine davon ist die Parakeratose.

Diese Form der Dyskeratose ist durch Zellkerne oder Zellkernreste gekennzeichnet, die in der Hornschicht verbleiben. In vielen Fällen verdickt sich zur selben Zeit die Hornschicht. Dieses Phänomen wird auch als parakeratotische Hyperkeratose bezeichnet. Treten Parakeratose und verstärkten Verhornung im Sinne der Hyperkeratose gemeinsam auf, so ist die Rede von einer Hyperparakeratose.

Ursachen

Eine Parakeratose kann unterschiedliche Ursachen haben. Neben einem beschleunigten Ablauf der Verhornungsprozesse kann eine Reifungsstörung der Keratinozyten für das Phänomen verantwortlich sein. Beide Phänomene können auf hormonelle Zusammenhänge zurückzuführen sein.

Typischerweise ist eine Parakeratose beim Menschen mit Erkrankungen wie der Schuppenflechte, einem Ekzem oder dem Morbus Bowen vergesellschaftet. Die Hautveränderungen des Morbus Bowen hängen häufig mit der Exposition gegenüber Sonnenlicht, chemischen Stoffen wie Arsen oder bestimmten Viren wie HPV zusammen. Männer sind häufiger von dem Phänomen betroffen als Frauen.

Für die Schuppenflechte wird eine multifaktorielle Genese angenommen. Neben genetischen Dispositionen werden in diesem Zusammenhang immunologische Fehlfunktionen diskutiert. Die immunologische Fehlfunktion entspricht in diesem Kontext einer autoimmunologischen Reaktion, bei der sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe richtet.

Der Auslöser für immunologische Fehlprogrammierungen ist bislang für keine Autoimmunerkrankung abschließend geklärt. Zur Diskussion stehen beispielsweise vorausgegangene Infektionen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Patienten mit Parakeratose leiden an einer Verhornungsstörung, bei der Zellkernreste in der Hornhaut zurückbleiben. Eine zusätzlich stattfindende Verdickung der betroffenen Hautschichten wird häufig beobachtet. Begleitsymptomatisch zur Parakeratose liegen häufig Erkrankungen wie die Schuppenflechte vor.

Typischer Weise manifestiert sich die Schuppenflechte in Form von monomorphen, rötlichen, meist rundlich und inselförmig ausfallenden Herden mit scharfer Begrenzung und leichter Erhabenheit. Statt einer Schuppenflechte kann die Parakeratose auch mit den Hautveränderungen des Morbus Bowen vergesellschaftet sein. Auf der Haut tritt der Morbus Bowen in Form von vereinzelten und unregelmäßig geformten Hautveränderungen mit scharfer Begrenzung in Erscheinung.

Die Läsionen wirken breit und tragen rot-schuppige Gestalt. Die Größe der Läsionen variiert zwischen einigen Millimetern bis hin zu Dezimetern. Anders als bei der Schuppenflechte tritt beim Morbus Bowen in der Regel nur ein alleiniger Herd auf. Außerdem kommt die Kombination aus Parakeratose und Ekzemen häufig vor.

Bei Ekzemen handelt es sich um entzündlicher Läsionen mit nicht-infektiöser Genese, die gemeinsam mit Hautrötungen, Bläschenbildung sowie nässenden und krustenbildenden oder schuppenden Stellen auftreten. Bei einer Parakeratose können neben Schuppenflechte, Ekzemen und Morbus Bowen auch schmerzende Stellen und Hauttrockenheit auftreten.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose einer Parakeratose wird durch den Dermatologen gestellt. In den meisten Fällen reicht der blickdiagnostische Eindruck nach der Anamnese zur Diagnosestellung aus. Möglicherweise werden Instrumente zur Vergrößerung beigezogen, um die zurückgebliebenen Zellkerne besser identifizieren zu können. Der Nachweis der typischerweise auftretenden Zellkerne innerhalb der Hornhaut reicht zur Diagnosesicherung aus.

Die Prognose hängt für Patienten mit Parakeratose von der primären Ursache ab. Auch die Natur der Begleitsymptome kann für die Prognose eine entscheidende Rolle spielen. Schuppenflechte gilt bislang zum Beispiel als unheilbare Erkrankung der Haut.

Behandlung & Therapie

Eine ursächliche Therapie ist bei der Parakeratose nur unter gewissen Umständen denkbar. Eine Verlangsamung der Verhornungsprozesse kann in der Regel nicht hinzureichend stattfinden. Reifungsstörungen der Keratinozyten sind dagegen bis zu einem gewissen Grad beeinflussbar.

Zur symptomatischen Therapie stehen gegen Hauttrockenheit vor allem konservativ medikamentöse Therapieoptionen zur Verfügung. Meist handelt es sich dabei um Salbenbehandlungen, die die erforderlichen Wirkstoffe enthalten. Falls die Parakeratose im Rahmen einer anderen Hauterkrankung auftritt, muss eine weiterführende Therapie erfolgen.

Die Behandlung von Ekzemen erfolgt äußerlich mit Salben, deren Konsistenz in Abhängigkeit vom Hautzustand gewählt wird. Ein akut nässendes Ekzem erfordert eine Behandlung mit relativ wässrigen Salben. Falls Krusten oder Schuppen vorliegen, ist eine fettige Salbengrundlage zu wählen. Unter Umständen kommen die Salben auch in Form eines Umschlags zur Anwendung.

Sämtliche Entzündungsreaktionen der Haut werden mit Glukokortikoid-Umschlägen unterdrück. Hautirritierende Stoffe müssen Patienten mit Parakeratose für die nächste Zeit meiden. Falls zusätzlich eine Schuppenflechte vorliegt, reichen die Behandlungsansätze von Ernährungsumstellung über Elektrobehandlung und Bade- sowie Lichttherapie bis hin zu medikamentösen Ansätzen wie Kortikoiden.

Bei zusätzlich auftretendem Morbus Bowen findet entweder eine Exzision der betroffenen Hautstellen oder eine photodynamische Therapie statt. Bei der Exzision ist eine nachträgliche Schnittrandanalyse durchzuführen, die gegebenenfalls Anstoß für eine Nach-Exzision gibt.




Vorbeugung

Der Parakeratose lässt sich bislang nicht erfolgsversprechend vorbeugen.

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