Konus-Syndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 23. Oktober 2016
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Das Konus-Syndrom ist ein Querschnittssyndrom, das durch Druckschädigungen des unteren Rückenmarks auf Höhe des Conus medullaris hervorgerufen wird und mit Miktionsstörungen einhergeht. Am häufigsten tritt die Erscheinung im Rahmen eines Bandscheibenvorfalls ein. Das Syndrom ist ein medizinischer Notfall und stellt eine sofortige Indikation auf operative Dekompression, um irreversible Schädigungen zu vermeiden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Konus-Syndrom?

Gehirn und Rückenmark bilden das zentrale Nervensystem. Über das hier angesiedelte Nervengewebe wird jegliche Motorik gesteuert. Vor allem das Rückenmark übernimmt eine wesentliche Rolle bei der Bewegungssteuerung.

Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang die Pyramidenbahnen, von denen aus über efferente Nervenbahnen sämtliche Willkür- und Reflexbewegungsbefehle zu den Muskelerfolgsorganen transportiert werden. Schädigungen des Rückenmarks haben entsprechend schwerwiegende Konsequenzen. Läsionen im Bereich des gesamten Rückenmarkdurchmessers werden beispielsweise als Querschnittssyndrom bezeichnet.

Alle Querschnittssyndrome gehen mit Lähmungen einher. Abhängig von der Art der Rückenmarksschädigung handelt es sich bei den Lähmungserscheinungen entweder um schlaffe oder spastische Lähmungen. Beim sogenannten Konus-Syndrom handelt es sich um ein Querschnittssyndrom mit Schädigungslokation auf Höhe des Conus medullaris, wodurch die Rückenmarkssegmente S3 bis S5 betroffen sind. Leitsymptome des Syndroms sind Inkontinenz und Störungen der Sexualfunktion.

Ursachen

Die Ursache des Konus-Syndroms ist eine Kompression des unteren Rückenmarks. Durch Druck auf den Conus medullaris am Ende des kaudalen Rückenmarks entstehen die mit dem Syndrom assoziierten Störungen. Genauer gesagt, sind vorwiegend die sakralen Rückenmarkssegmente von S3 bis S5 von der assoziierten Kompression betroffen.

Auch das kokzygeale Rückenmark auf Ebene der Lumbalwirbelkörper kann mit betroffen sein. In den meisten Fällen ist das Konus-Syndrom die Folge eines medialen Bandscheibenvorfalls. Seltener sind Durchblutungsstörungen oder sogar Tumore für die Kompression der entsprechenden Rückenmarkssegmente verantwortlich.

Von dem Syndrom wurde außerdem in Fällen berichtet, in denen der Conus medullaris angeborener Weise an seinen Umgebungsstrukturen haftet. In einem solchen Fall ist allerdings eher von einem Tethered-cord- als einem Konus-Syndrom die Rede, das den Conus medullaris während des Wachstums schädigt. In nahezu allen Fällen ist das Konus-Syndrom mit dem sogenannten Kauda-Syndrom vergesellschaftet und wird in diesem Zusammenhang zuweilen als Konus-Kauda-Syndrom bezeichnet.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Wie alle anderen Querschnittssyndrome ist das Konus-Syndrom vorwiegend mit Bewegungsstörungen assoziiert. Im Falle des Konus-Syndroms handelt es sich hierbei vor allem um Bewegungsstörungen der Blasen- und Anus-Schließmuskeln. Stuhl kann von den Patienten oft nicht mehr gehalten werden. Dasselbe gilt für Urin.

Miktionsstörungen wie permanent träufelnder Urin sind ein Leitsymptom des Syndroms. Als Miktionsstörung kommt auch eine Überlaufinkontinenz in Frage, bei der die Blase der Patienten ständig voll, aber willkürlich nicht zu leeren ist. In den meisten Fällen liegen im frühen Verlauf noch keinerlei Bewegungsstörungen vor.

Zu Anfang manifestiert sich das Konus-Syndrom meist in einer sogenannten Reithosenanästhesie, die durch symmetrische Gefühlsstörungen an der hinteren Innenseite beider Oberschenkel gekennzeichnet ist. Dieser Hautbereich wird von den Nerven der Segmente S1 bis S3 versorgt. Vor allem der Mann leidet in späteren Stadien des Konus-Syndroms häufig an Errektions- oder Ejakulationsstörungen.

Im Regelfall treten durch die Kompression zumindest leichte Schmerzen im Hüftbereich auf, da auch sensible Nerven von dem Druckzustand auf das untere Rückenmark geschädigt werden. Lähmungen der Beine treten meist nicht auf.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Arzt stellt die Diagnose auf das Konus-Syndrom mittels Anamnese und Bildgebung. Der Anus der Patienten ist im Wesentlichen schlaff, da der Sphinktermuskel nicht ausreichend arbeitet. Im Rahmen der Diagnostik kann ein ausgefallener Anal- oder Bulbokavernosusreflex Hinweise auf das Konus-Syndrom geben. Patellar- und Achillessehnenreflex sind bei isoliertem Konus-Syndrom erhalten.

Als diagnosesichernde und ursachenklärende Bildgebungen kommen CT oder MRT in Frage. In der Bildgebung kann sich zum Beispiel ein ursächlicher Bandscheibenvorfall zeigen. Für Patienten mit Konus-Syndrom hängt die Prognose wesentlich von dem Zeitpunkt der Diagnose ab. Bleibt die Kompression zu lange bestehen, so sterben die betroffenen Nerven irreversibel ab.

Behandlung & Therapie

Beim Konus-Syndrom handelt es sich immer um einen medizinischen Notfall, der eine sofortige Intervention erfordert. Je länger der Druck auf das untere Rückenmark bestehen bleibt, desto wahrscheinlicher sind bleibende Schädigungen der Nerven. Nach der Diagnosestellung wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine operative Dekompression vorgenommen.

Konservativ medikamentöse Maßnahmen eignen sich nicht zur Behandlung. Die Ursache für die vorliegenden Störungen muss beseitigt werden, in diesem Fall also der rückenmarksnahe Druckzustand. In Einzelfällen kommt eine sogenannte Nukleoplastie zur Entlastung des unteren Rückenmarks zum Einsatz. Bei diesem Verfahren handelt es sich um eine minimal-invasive Behandlung zur Therapie von Bandscheibenvorfällen.

Die Intervention findet in diesem Fall unter Lokalanästhesie statt. Der Operateur arbeitet während des Eingriffs mit einer Spezialsonde, die ins Rückenmark eingeführt wird. Unter gewissen Umständen ist für die Patienten nach dem Eingriff gezielte Physiotherapie erforderlich. Die durch die Kompression eingetretenen Symptome bessern sich in der Regel zwar, sobald das Rückenmark entlastet wird.

Allerdings wird durch die Entlastung der physiologische Ausgangszustand meist nicht voll und ganz wiederhergestellt. Besonders wichtig sind die physiotherapeutischen Maßnahmen bei einem Konus-Syndrom, das erst spät erkannt und korrigiert wurde.

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Vorbeugung

Da der Bandscheibenvorfall die häufigste Ursache des Konus-Syndroms ist, gelten zur Prophylaxe des Syndroms weitestgehend dieselben Vorbeugemaßnahmen wie für Bandscheibenvorfälle. Rückentraining oder regelmäßige Besuche in einer Rückenschule haben sich beispielsweise als effektive Vorbeugemaßnahme in Zusammenhang mit Bandscheibenvorfällen erwiesen.

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