Lokalanästhesie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. November 2016
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Die Lokalanästhesie kommt vor allem zum Einsatz, wenn es sich nur um eine kleinflächige Betäubung der Haut (beispielsweise bei einem Zahnarztbesuch) handeln soll. Man unterscheidet dabei grundlegend die Oberflächenanästhesie und die Infiltrationsanästhesie und einige weitere Unterformen. Ziel ist es immer, den Schmerz an einem spezifischen Körperteil für eine gewisse Zeit auszuschalten, wobei Bewusstsein und Motorik im Gegensatz zur Vollnarkose erhalten bleiben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Lokalanästhesie?

Bei der Lokalanästhesie (auch örtliche Betäubung genannt) handelt es sich um eine Betäubung, bei der das Schmerzempfinden in einem genau definierten Gebiet der Haut vorübergehend ausgeschaltet wird. Die dabei verwendeten Mittel werden Lokalanästhetika genannt. Diese zeitigen ihre Wirkung an den Aufzweigungen der Nervenenden direkt in der Unterhaut und vermeiden das Weiterleiten von Schmerzimpulsen an das Gehirn.

Diese Nervenhemmungen sind dabei reversibel und klingen nach einiger Zeit wieder ab. Dadurch können medizinische Eingriffe ohne Schmerzen erfolgen, während die Bewegungsfähigkeit und das Bewusstsein nicht ausgeschaltet werden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Lokalanästhesie ist ein Zweig der Regionalanästhesie, wobei man zwei grundlegende Formen unterscheidet: die Infiltrationsanästhesie und die Oberflächenanästhesie.

Bei der Oberflächenanästhesie werden die entsprechenden Wirkstoffe direkt in die Haut des Gebiets gespritzt, in dem die Operation erfolgen soll. Typische Beispiele sind hierbei die Zahnbehandlung oder die Entfernung eines Muttermals. Bei der Infiltrationsanästhesie ist es möglich, dass Sprays oder Tropfen mit Wattetupfern auf die Hornhaut, die Schleimhäute oder Bindehaut aufgetragen werden.

Typisch für diese Verfahren sind Magenspiegelungen, Wachintubationen (das Einführen eines Beatmungsschlauchs in Mund und Rachen) und Untersuchungen am Auge. Des Weiteren unterscheidet man auch die Leitungsanästhesie, wobei ganze, durch spezifische Nerven versorgte Körperregionen umfasst werden. Es gibt ferner die intravenöse Regionalanästhesie, bei der mithilfe einer Manschette eine Extremität gestaut wird und das Anästhetikum dann in eine Vene gespritzt wird.

Außerdem existieren die zentrale Leitungsanästhesien (Spinalanästhesie und Periduralanästhesie), die auf solche Weise funktionieren, dass rückenmarksnah Spinalnerven blockiert werden und damit mehrere Teile des Körpers für eine gewisse Zeit schmerzfrei gemacht werden.

Die Lokalanästhesie kommt vor allem zum Einsatz, wenn es sich nur um eine kleinflächige Betäubung der Haut (beispielsweise bei einem Zahnarztbesuch) handeln soll.

Dabei gibt es kürzer oder länger wirkende Lokalanästhetika. Möglich ist es, dem Betäubungsmittel Adrenalin hinzuzufügen, um die Wirkdauer zu verlängern. Denn das Adrenalin verengt die Gefäße, drosselt damit die Durchblutung des Gewebes, so dass die Lokalanästhetika länger wirksam sind. Dabei ist zu berücksichtigen, dass an Zehen oder Fingern beispielsweise kein Adrenalin eingesetzt werden darf, weil es sonst zum Absterben des Gewebes kommen kann.

Durch den Einsatz von Lokalanästhetika können Behandlungen schmerzfrei durchgeführt werden, die ansonsten für den Patienten mit sehr unangenehmen Begleiterscheinungen einhergehen würden. Der Vorteil ist, dass Bewusstsein und Motorik erhalten bleiben, der Patient also alles „voll mitbekommt“. Lokalanästhetika sind aus diesem Grunde auch weniger risikobehaftet als Anästhetika, bei denen das Bewusstsein und die Motorik ausgeschaltet werden.

Im Gegensatz zu der Allgemeinanästhesie werden bei der Lokalanästhesie Hirn- und Lungenfunktion, der Säuren-Basen-Haushalt und der Stoffwechsel kaum beeinträchtigt. Dies erlaubt eine Behandlung mit Lokalanästhetika auch dann, wenn sich der Patient in einem schlechten allgemeinen Zustand befindet und eine Vollnarkose zu risikobehaftet ist. Wenn es möglich ist, wird daher vorwiegend auf Lokalanästhetika zurückgegriffen, während man die Vollnarkose nur dann anwendet, wenn es die Behandlung anders nicht ausführbar ist.

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Risiken & Gefahren

Allerdings kann es als Nebenwirkung von Lokalanästhetika zu verschiedenen allergischen Reaktionen kommen. Diese stellen auch die häufigsten unerwünschten Begleiterscheinungen dieser Betäubungsverfahren dar. Theoretisch kann es in gut durchblutetem Gewebe, in dem das Lokalanästhetikum schnell abtransportiert wird, auch zu Vergiftungen (Intoxikationen) kommen.

Damit einher gehen Nervosität, Schwindel und Krampfanfälle. Auch Blutdruckabfall und Herzrhythmusstörungen können die Folge sein. Die zuletzt genannten Begleiterscheinungen sind allerdings sehr selten, da meist nur sehr kleine Bereiche der Haut betäubt werden. Dadurch sind nicht die Mengen an Lokalanästhetika erforderlich, die eine Vergiftung auslösen könnten.

Generell kann man aber sagen, dass Lokalanästhetika bei weitem weniger risikobehaftet sind als die Vollnarkose, so dass im Zweifelsfall eher auf diese Verfahren zurückgegriffen wird.

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