Japanische Enzephalitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. November 2017
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Die Japanische Enzephalitis ist eine Infektionskrankheit, die durch Viren ausgelöst wird. Sie kommt am häufigsten in Südostasien, China und Indien vor und kann unbehandelt tödlich verlaufen. Es gibt jedoch eine Schutzimpfung gegen diese Tropenkrankheit, die jedem Reisenden nach Asien vom Tropeninstitut empfohlen wird. Vor allem kleine Kinder und ältere Menschen sind gefährdet schwere Komplikationen durch die Japanische Enzephalitis zu bekommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Japanische Enzephalitis?

Die Japanische Enzephalitis ist eine Tropenkrankheit, die vor allem in Ost- und Südasien vorkommt. Stark betroffen sind unter anderem der Großteil Indiens sowie der südliche Teil der VR China. Es handelt sich dabei um eine Virenerkrankung, die in vielen Fällen sehr milde Symptome verursacht oder auch beschwerdefrei bleiben kann, da sie gar nicht ausbricht.

Einer von 250 Personen erkrankt dennoch schwer daran und entwickelt eine Enzephalitis, also eine Entzündung der Hirnhaut. Sie geht einher mit Symptomen wie einer Bewusstseinsstörung, hohem Fieber, Muskelschmerzen und starken Kopfschmerzen. Charakteristisch für Kinder sind außerdem Durchfälle und Erbrechen. Wenn die Japanische Enzephalitis nicht tödlich endet, hinterlässt sie oftmals bleibende Schäden.

Ursachen

Auslöser der Japanischen Enzephalitis sind Viren, die in Nutztieren leben. Wild lebende Vögel und Schweine kommen dabei besonders in Frage, sie tragen die meisten Viren. Gelegentlich findet man sie auch in Pferden oder Fledermäusen. Übertragen werden sie schließlich durch Mücken, die das Virus vom Nutztier aufnehmen und es durch ihren Stich in den Menschen einsetzen.

Die Inkubationszeit des Japanischen Enzephalitis-Virus beträgt 5-15 Tage, danach kann es zum Ausbruch der Japanischen Enzephalitis kommen. Das Infektionsrisiko für Touristen ist sehr gering, vorrangig betroffen ist die Landbevölkerung in den gefährdeten Gebieten. Die Rate der Neuinfektionen mit Japanischer Enzephalitis hängt auch mit dem Lebenszyklus der Mücken zusammen sowie mit den Regenzeiten, die in dieser Zone der Erde entscheidend sind für das Überleben und Sterben von Überträgertieren.

Typische Symptome & Anzeichen

Erwachsene Menschen weisen bei der Japanische Enzephalitis oftmals keine klaren Symptome und Beschwerden auf. Die Infektions wird daher als inapparent bezeichnet. Nur selten leiden die Betroffenen unter leichtem Fieber und geringen Kopfschmerzen.

Lediglich kleine Kinder und ältere Menschen können starke Beschwerden bekommen. Die Japanische Enzephalitis kann bei diesen Menschen einen schweren Verlauf nehmen und führt nicht selten unbehandelt zum Tod. Überlebt der Patient die Krankheit, bleiben meist lebenslange Schäden zurück.

Typische Symptome sind also: Kopfschmerzen, Fieber, ein steifer Nacken, Lähmungen, Benommenheit, Bewusstseinsstörungen und anderere neurologische Störungen.

Krankheitsverlauf

Im Anschluss an eine Infektion wird das Japanische Enzephalitis-Virus in den meisten Fällen vom körpereigenen Immunsystem abgetötet. Es kommt nicht zur Ausbildung der Krankheit und der Mensch trägt keine bleibenden Schäden davon. Nach der Inkubationszeit von 5-15 Tagen kann es auch nur zu sehr leichten Symptomen kommen, die sich von einer schweren Grippe kaum unterscheiden würden. Sie verschwinden nach einigen Tagen und Wochen wieder von alleine und hinterlassen ebenfalls keine Schäden.

Bedenklich sind die Fälle, in denen sich die Symptome schwer ausprägen und mit hohem Fieber, Kopfschmerzen und Schmerzen der Muskeln beginnen. Innerhalb einiger Stunden und Tage nach den ersten Krankheitssymptomen treten Störungen des Bewusstseins auf, die auf die Beteiligung der Hirnhaut hindeuten. Es kann auch zur Ausprägung weiterer neurologischer Symptome kommen.

Wenn die Japanische Enzephalitis nicht behandelt wird, kann sie tödlich enden. Auch mit einer Behandlung kann dies manchmal der Fall sein. Bestenfalls übersteht der Patient die Japanische Enzephalitis und trägt lediglich einige bleibende Schäden davon.

Komplikationen

Bei dieser Enzephalitis handelt es sich um eine sehr schwerwiegende Krankheit. Sollte es nicht zu einer Behandlung kommen, so kann der Patient an dieser Krankheit im schlimmsten Falle versterben. Ebenso sind irreversibel Folgeschäden möglich. Um mögliche Beschwerden und Komplikationen zu vermeiden, sollte vor einer Reise stets eine Impfung durchgeführt werden.

Die Betroffenen leiden dabei an einem starken Fieber und an Kopfschmerzen. Diese können sich auch in andere Regionen des Körpers ausbreiten und dort zu Schmerzen führen. Weiterhin kommt es ohne Behandlung zu starken Lähmungen am ganzen Körper und zu einem steifen Nacken. Es kann auch eine vollständige Bewusstlosigkeit eintreten und der Betroffene leiden an einem steifen Nacken.

Die Lebensqualität wird durch die japanische Enzephalitis deutlich verringert und der Alltag wird eingeschränkt. Auch die Belastbarkeit des Betroffenen sinkt durch diese Krankheit erheblich ab. Die japanische Enzephalitis kann nicht direkt behandelt werden. Es werden ausschließlich die Beschwerden eingeschränkt.

Dabei treten keine besonderen Komplikationen auf. Allerdings kann die Dauer dieser Infektion nicht vorausgesagt werden. Ebenso ist es möglich, dass der Betroffene auch nach einer erfolgreichen Behandlung nochmals infiziert wird. Falls die Behandlung frühzeitig eingeleitet wird, kommt es in der Regel nicht zu einer verringerten Lebenserwartung.

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Behandlung & Therapie

Derzeit kann die Japanische Enzephalitis nicht spezifisch behandelt werden. Da es sich um Viren handelt, wird auch die Erforschung eines Wirkstoffs erschwert, da es sich nicht um Bakterien handelt und klassische Methoden (z.B. Antibiotika) daher kaum anschlagen. Bei der Japanischen Enzephalitis wird vor allem symptomatisch in den Krankheitsverlauf eingegriffen. Es ist beispielsweise möglich, das Fieber des Patienten medikamentös zu senken, um zu verhindern, dass dadurch dauerhafte Schäden entstehen oder der Patient daran stirbt.

Ferner werden Atmung und Kreislauf unterstützt, die durch die Beteiligung des Gehirns beeinträchtigt sein können. Außerdem kann es sinnvoll sein, eine Sekundärinfektion durch die Isolierung des Patienten zu verhindern, da eine solche tödlich enden könnte.

Das können Sie selbst tun

Zwar gibt es noch immer keine wirksamen Arzneimittel für die Behandlung von Japanischer Enzephalitis, doch Erkrankte sollten auf keinen Fall versuchen, den Krankheitsverlauf zu Hause selbst zu überwachen. Eine professionelle ärztliche Therapie und Betreuung sind unerlässlich, um adäquat auf potentielle schwerwiegende Komplikationen zu reagieren. So begeben sich Patienten mit Japanischer Enzephalitis in stationäre Betreuung und folgen den Anweisungen der Ärzte und des Personals. Mangels geeigneter Medikamente überwacht das Pflegepersonal lediglich die Lebensfunktionen des Körpers wie zum Beispiel den Kreislauf, die Herzfrequenz sowie die Atmung des Patienten.

Der Betroffene verbringt den stationären Aufenthalt überwiegend in einer Ruheposition und achtet durch hygienische und Quarantänemaßnahmen darauf, sich nicht mit sekundären Infektionen anzustecken. Kontakt zu anderen Personen ist nur möglich, wenn sich diese einer gründlichen Desinfektion unterzogen haben und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen Anwendung finden.

Während der stationären Behandlung hat der Patient darauf zu achten, dass er sich durch seine Ernährung ausreichend Energie und Nährstoffe zuführt. Falls eine ausreichende Nahrungsaufnahme bedingt durch körperliche Schwäche oder andere Gründe nicht möglich ist, erhält der Patient intravenös Flüssignahrung. Über jede Änderung seiner Befindlichkeit hat der Erkrankte das ärztliche Personal zu informieren, um Komplikationen der Japanischen Enzephalitis zu vermeiden.

Bücher über Japanische Enzephalitis

Quellen

  • Diesfeld, H.J., Krause, G., Teichmann, D.: Praktische Tropen- und Reisemedizin. Thieme, Stuttgart 2003
  • Kretschmer, H., Kusch, G., Scherbaum, H. (Hrsg.): Reisemedizin. Beratung in der ärztlichen Praxis. Urban & Fischer, München 2005
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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