Japanische Enzephalitis

Letzte Aktualisierung am 5. April 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
Startseite » Krankheiten » Japanische Enzephalitis

Die Japanische Enzephalitis ist eine Infektionskrankheit, die durch Viren ausgelöst wird. Sie kommt am häufigsten in Südostasien, China und Indien vor und kann unbehandelt tödlich verlaufen. Es gibt jedoch eine Schutzimpfung gegen diese Tropenkrankheit, die jedem Reisenden nach Asien vom Tropeninstitut empfohlen wird. Vor allem kleine Kinder und ältere Menschen sind gefährdet schwere Komplikationen durch die Japanische Enzephalitis zu bekommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Japanische Enzephalitis?

Die Japanische Enzephalitis ist eine Tropenkrankheit, die vor allem in Ost- und Südasien vorkommt. Stark betroffen sind unter anderem der Großteil Indiens sowie der südliche Teil der VR China. Es handelt sich dabei um eine Virenerkrankung, die in vielen Fällen sehr milde Symptome verursacht oder auch beschwerdefrei bleiben kann, da sie gar nicht ausbricht.

Einer von 250 Personen erkrankt dennoch schwer daran und entwickelt eine Enzephalitis, also eine Entzündung der Hirnhaut. Sie geht einher mit Symptomen wie einer Bewusstseinsstörung, hohem Fieber, Muskelschmerzen und starken Kopfschmerzen. Charakteristisch für Kinder sind außerdem Durchfälle und Erbrechen. Wenn die Japanische Enzephalitis nicht tödlich endet, hinterlässt sie oftmals bleibende Schäden.

Ursachen

Auslöser der Japanischen Enzephalitis sind Viren, die in Nutztieren leben. Wild lebende Vögel und Schweine kommen dabei besonders in Frage, sie tragen die meisten Viren. Gelegentlich findet man sie auch in Pferden oder Fledermäusen. Übertragen werden sie schließlich durch Mücken, die das Virus vom Nutztier aufnehmen und es durch ihren Stich in den Menschen einsetzen.

Die Inkubationszeit des Japanischen Enzephalitis-Virus beträgt 5-15 Tage, danach kann es zum Ausbruch der Japanischen Enzephalitis kommen. Das Infektionsrisiko für Touristen ist sehr gering, vorrangig betroffen ist die Landbevölkerung in den gefährdeten Gebieten. Die Rate der Neuinfektionen mit Japanischer Enzephalitis hängt auch mit dem Lebenszyklus der Mücken zusammen sowie mit den Regenzeiten, die in dieser Zone der Erde entscheidend sind für das Überleben und Sterben von Überträgertieren.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die japanische Enzephalitis verläuft meist milde oder ruft wenige oder gar keine Beschwerden hervor. In zwei von 250 Fällen entwickeln die Infizierten jedoch starke gesundheitliche Probleme, die in knapp 30 Prozent der Fälle tödlich verlaufen. Viele Überlebende leiden nach der Genesung an bleibenden neurologischen Schäden.

Im Allgemeinen ruft die japanische Enzephalitis grippeartige Symptome mit Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen hervor. Bei einem schweren Verlauf stellt sich eine Hirnhautentzündung ein, die neben Fieber auch Kopf-, Muskel- und Nackenschmerzen, Nackensteifigkeit und Abgeschlagenheit hervorruft. Typisch sind auch Magen-Darm-Beschwerden sowie eine gesteigerte Licht- und Lärmempfindlichkeit.

Kommt es zusätzlich zu einer Gehirnentzündung, folgen auf das anfänglich hohe Fieber Ausfallerscheinungen des Nervensystems. Viele Patienten leiden an Verwirrtheit, Bewusstseinstrübungen und Veränderungen im Verhalten. Körperlich äußert sich eine Gehirnentzündung durch Krampfanfälle, Lähmungen, Reflexstörungen und Muskelzittern.

Im weiteren Verlauf fällt der Patient in ein Koma. Die Symptome der schweren japanischen Enzephalitis treten innerhalb kurzer Zeit auf und werden im Zeitraum von wenigen Tagen stärker. Das Fieber nimmt im Normalfall erst nach sieben bis zehn Krankheitstagen wieder ab. Bei einem schweren Verlauf können die einzelnen Symptome zum Tod des Patienten führen.

Krankheitsverlauf

Im Anschluss an eine Infektion wird das Japanische Enzephalitis-Virus in den meisten Fällen vom körpereigenen Immunsystem abgetötet. Es kommt nicht zur Ausbildung der Krankheit und der Mensch trägt keine bleibenden Schäden davon. Nach der Inkubationszeit von 5-15 Tagen kann es auch nur zu sehr leichten Symptomen kommen, die sich von einer schweren Grippe kaum unterscheiden würden. Sie verschwinden nach einigen Tagen und Wochen wieder von alleine und hinterlassen ebenfalls keine Schäden.

Bedenklich sind die Fälle, in denen sich die Symptome schwer ausprägen und mit hohem Fieber, Kopfschmerzen und Schmerzen der Muskeln beginnen. Innerhalb einiger Stunden und Tage nach den ersten Krankheitssymptomen treten Störungen des Bewusstseins auf, die auf die Beteiligung der Hirnhaut hindeuten. Es kann auch zur Ausprägung weiterer neurologischer Symptome kommen.

Wenn die Japanische Enzephalitis nicht behandelt wird, kann sie tödlich enden. Auch mit einer Behandlung kann dies manchmal der Fall sein. Bestenfalls übersteht der Patient die Japanische Enzephalitis und trägt lediglich einige bleibende Schäden davon.

Komplikationen

Bei dieser Enzephalitis handelt es sich um eine sehr schwerwiegende Krankheit. Sollte es nicht zu einer Behandlung kommen, so kann der Patient an dieser Krankheit im schlimmsten Falle versterben. Ebenso sind irreversibel Folgeschäden möglich. Um mögliche Beschwerden und Komplikationen zu vermeiden, sollte vor einer Reise stets eine Impfung durchgeführt werden.

Die Betroffenen leiden dabei an einem starken Fieber und an Kopfschmerzen. Diese können sich auch in andere Regionen des Körpers ausbreiten und dort zu Schmerzen führen. Weiterhin kommt es ohne Behandlung zu starken Lähmungen am ganzen Körper und zu einem steifen Nacken. Es kann auch eine vollständige Bewusstlosigkeit eintreten und der Betroffene leiden an einem steifen Nacken.

Die Lebensqualität wird durch die japanische Enzephalitis deutlich verringert und der Alltag wird eingeschränkt. Auch die Belastbarkeit des Betroffenen sinkt durch diese Krankheit erheblich ab. Die japanische Enzephalitis kann nicht direkt behandelt werden. Es werden ausschließlich die Beschwerden eingeschränkt.

Dabei treten keine besonderen Komplikationen auf. Allerdings kann die Dauer dieser Infektion nicht vorausgesagt werden. Ebenso ist es möglich, dass der Betroffene auch nach einer erfolgreichen Behandlung nochmals infiziert wird. Falls die Behandlung frühzeitig eingeleitet wird, kommt es in der Regel nicht zu einer verringerten Lebenserwartung.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Werden einige Tage nach dem Erhalt eines Mückenstichs Auffälligkeiten und Veränderungen des gesundheitlichen Empfindens bemerkt, sollte ein Arzt konsultiert werden. Bei Hautveränderungen, einer ungewöhnlichen Wundbildung oder Besonderheiten der Lymphe besteht Anlass zur Besorgnis. Ein Arzt sollte aufgesucht werden, sobald Unwohlsein, eine innere Schwäche oder ein Krankheitsgefühl eintreten. Werden Symptome ähnlich denen einer Grippe wahrgenommen, sollten diese beobachtet werden.

Bei Kopfschmerzen, einem erhöhten Schlafbedürfnis, Fieber oder Schweißausbrüchen, ist ein Arzt aufzusuchen. Abgeschlagenheit und eine Konzentrationsschwäche sowie Appetitverlust sind untersuchen und behandeln zu lassen. Kommt es kurze Zeit später zu neurologischen Auffälligkeiten, muss unverzüglich eine ärztliche Versorgung eingeleitet werden. Bei Gangunsicherheiten, Gedächtnisproblemen oder Funktionsstörungen benötigt der Betroffene medizinische Hilfe. Ein Arztbesuch ist zwingend erforderlich, da es zu dauerhaften Beeinträchtigungen und einer verminderten Lebensqualität kommen kann.

Zitternde Gliedmaßen, Muskelschwäche, eine Steifheit des Körpers oder eine allgemeine Leistungsschwäche sind untersuchen und behandeln zu lassen. Lähmungen und Krämpfe deuten bereits auf einen starken Fortschritt der Erkrankung hin. Zur Vermeidung von Langzeitschäden ist ein Arztbesuch nötig. In schweren Fällen kann es ohne eine medizinische Behandlung zu einem frühzeitigen Ableben des Betroffenen kommen. In akuten Fällen muss ein Rettungsdienst alarmiert werden. Bis zu dessen Eintreffen sind Erste Hilfe Maßnahmen einzuleiten.

Behandlung & Therapie

Derzeit kann die Japanische Enzephalitis nicht spezifisch behandelt werden. Da es sich um Viren handelt, wird auch die Erforschung eines Wirkstoffs erschwert, da es sich nicht um Bakterien handelt und klassische Methoden (z.B. Antibiotika) daher kaum anschlagen. Bei der Japanischen Enzephalitis wird vor allem symptomatisch in den Krankheitsverlauf eingegriffen. Es ist beispielsweise möglich, das Fieber des Patienten medikamentös zu senken, um zu verhindern, dass dadurch dauerhafte Schäden entstehen oder der Patient daran stirbt.

Ferner werden Atmung und Kreislauf unterstützt, die durch die Beteiligung des Gehirns beeinträchtigt sein können. Außerdem kann es sinnvoll sein, eine Sekundärinfektion durch die Isolierung des Patienten zu verhindern, da eine solche tödlich enden könnte.

Das können Sie selbst tun

Zwar gibt es noch immer keine wirksamen Arzneimittel für die Behandlung von Japanischer Enzephalitis, doch Erkrankte sollten auf keinen Fall versuchen, den Krankheitsverlauf zu Hause selbst zu überwachen. Eine professionelle ärztliche Therapie und Betreuung sind unerlässlich, um adäquat auf potentielle schwerwiegende Komplikationen zu reagieren. So begeben sich Patienten mit Japanischer Enzephalitis in stationäre Betreuung und folgen den Anweisungen der Ärzte und des Personals. Mangels geeigneter Medikamente überwacht das Pflegepersonal lediglich die Lebensfunktionen des Körpers wie zum Beispiel den Kreislauf, die Herzfrequenz sowie die Atmung des Patienten.

Der Betroffene verbringt den stationären Aufenthalt überwiegend in einer Ruheposition und achtet durch hygienische und Quarantänemaßnahmen darauf, sich nicht mit sekundären Infektionen anzustecken. Kontakt zu anderen Personen ist nur möglich, wenn sich diese einer gründlichen Desinfektion unterzogen haben und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen Anwendung finden.

Während der stationären Behandlung hat der Patient darauf zu achten, dass er sich durch seine Ernährung ausreichend Energie und Nährstoffe zuführt. Falls eine ausreichende Nahrungsaufnahme bedingt durch körperliche Schwäche oder andere Gründe nicht möglich ist, erhält der Patient intravenös Flüssignahrung. Über jede Änderung seiner Befindlichkeit hat der Erkrankte das ärztliche Personal zu informieren, um Komplikationen der Japanischen Enzephalitis zu vermeiden.

Quellen

  • Diesfeld, H.J., Krause, G., Teichmann, D.: Praktische Tropen- und Reisemedizin. Thieme, Stuttgart 2003
  • Kretschmer, H., Kusch, G., Scherbaum, H. (Hrsg.): Reisemedizin. Beratung in der ärztlichen Praxis. Urban & Fischer, München 2005
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

Das könnte Sie auch interessieren: