Blasen an den Füßen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. November 2017
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Sie sind schmerzhaft und lästig: Blasen an den Füßen können eine Wanderung oder Partynacht zur reinen Qual machen. Wer jedoch die Ursachen kennt, kann die Entstehung von Blasen an den Füßen vermeiden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Blasen an den Füßen?

Blasen an den Füßen sind kleine Hauterhebungen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Je nach Dicke, Durchblutung und Feuchtigkeitsgrad der betroffenen Hautstelle können sie hell erscheinen oder stark gerötet sein.

Blasen an den Füßen entstehen vorzugsweise an Stellen, die starker Reibung ausgesetzt und nur unzureichend durch eine natürliche Hornschicht geschützt sind. Häufig sind die Fersen, Zehen oder Ballen betroffen: Die Hautschichten trennen sich voneinander, zwischen ihnen entstehen Hohlräume, die sich mit Gewebswasser füllen.

Eine Sonderform stellt die Blutblase dar, ein oberflächlicher Bluterguss, der durch Stoßverletzungen entsteht. Da die Nervenzellen der Lederhaut bis in die Oberhaut reichen, können Blasen an den Füßen extrem schmerzhaft sein.

Ursachen

Die Hauptursache für Blasen an den Füßen sind zu enge oder schlecht sitzende Schuhe. Auch schlechte Verarbeitung des Materials kann Scheuerstellen begünstigen. Beschleunigt wird die Bildung von Blasen an den Füßen durch ein feucht-warmes Klima im Schuh, das die Haut aufquellen lässt und sie weich und empfindlich macht.

In manchen Fällen trägt auch die zu gründliche Pediküre dazu bei, Blasen an den Füßen entstehen zu lassen: Wer die Hornhaut im Fersenbereich zu stark abfeilt, verliert einen natürlichen Schutz gegen Blasen an den Füßen.

Im Einzelfall kann es aber auch eine zu dicke Hornhaut sein, die zur Bildung von Blasen an den Füßen führt: Wird die Hornschicht spröde, hebt sie sich unter Belastung von der Lederhaut ab und eine Blase entsteht.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Blasen an den Füßen treten meist in drei unterschiedlichen Ausprägungen auf. So kann unterschiedenn werden zwischen der mit Wasser gefüllten Blase, der mit Blut gefüllten Blase und der offenen Blase. Wenn Blasen entstehen, kann dies bereits im Frühstadium anhand des typischen auftretenden Druck- oder Reibungsschmerzes wahrgenommen werden.

Die optische Kontrolle im Frühstadium zeigt hier meist bereits eine gerötete Hautstelle. Um das Ausbreiten der Blase zu verhindern, sollte der Druckauslöser - meist ein zu enger Schuh oder eine Falte im Strumpf - entfernt werden. Im fortgeschrittenen Stadium füllt sich die Blase meist zuerst mit Wasser.

Sie zeigt sich dann als deutlich sichtbare, weiche Ausbuchtung. Der Druck- und Reibungsschmerz nimmt jetzt zu und wird oft als unerträglich empfunden. Der Betroffene versucht nun meist, mit einer Schonhaltung beim Gehen den Druck auf die Blase zu verhindern. Sind tiefere Schichten betroffen, kann sich nun auch Blut in die Blasenflüssigkeit mischen, so dass die Blase optisch blutgefüllt erscheint. Diese Form der Blasen sind nicht schmerzhafter als wassergefüllte Blasen.

Werden Reibung und Druck nicht vermieden, füllt sich die Blase weiterhin mit Flüssigkeit, bis die dünne Haut an ihrer Oberfläche aufplatzt und Wasser und Blut abfließen. Das darunter liegende Gewebe ist jetzt offen wie bei einer Wunde. Der Wundschmerz wird als stark brennend empfunden.

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose Blasen an den Füßen stellt der Betroffene im Idealfall schon sehr früh, nämlich dann, wenn eine schmerzhafte Rötung am Fuß anzeigt, dass eine Blase in der Entstehung begriffen ist. Eine sofortige und konsequente Behandlung kann manchmal das Schlimmste verhindern. Wer ein schmerzhaft-brennendes Gefühl am Fuß zu lange ignoriert und wartet, bis die Blasen an den Füßen voll ausgebildet sind, kann nur noch den Heilungsprozess abwarten.

Dieser dauert einige Tage und beginnt damit, dass die Blasen an den Füßen platzen und die Flüssigkeit austritt. Die abgestorbene Oberhaut trocknet ein und löst sich ab. Darunter wird eine Wunde sichtbar, ehe sich neue Haut bildet. Der Heilungsprozess verläuft normalerweise unkompliziert, Diabetiker jedoch sollten bei Blasen an den Füßen vorsichtshalber einen Arzt konsultieren.

Komplikationen

Blasen an den Füßen führen meistens zu Schmerzen und Hautrötungen in der betroffenen Region. Bei einem ungünstigen Verlauf kann es zu weiteren Komplikationen kommen. So können sich aus den Wasserblasen Eiterblasen bilden, wodurch das Risiko für Infektionen und die Bildung größerer Zysten steigt.

Werden erwähnte Eiterblasen unzureichend oder unsachgemäß behandelt, können Fisteln und Abszesse entstehen. Brechen die Blasen nach innen auf, kann es außerdem zu Organabszessen und schweren Bakterinfektionen, in seltenen Fällen auch zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung kommen. Blasen an den Füßen führen außerdem oftmals zu Fehlstellungen, die nach dem Abklingen der Beschwerden nicht immer vollständig zurückgehen.

Durch die Fehlstellungen können sich außerdem weitere Blasen und Hautverletzungen bilden. Bei unsachgemäßer Behandlung kann zudem das Gewebe vernarben, oft einhergehend mit Empfindungsstörungen und Phantomschmerzen. Daneben führt vor allem ein unhygienischer Umgang mit den Blasen zu Komplikationen, da hierbei Erreger in den Abszess eindringen können.

Weitere Komplikationen: Nachblutungen nach dem Öffnen der Blase, Bewegungsschmerzen und die Entstehung von Fistelgängen und Narbengewebe. Die meisten Komplikationen können durch eine frühzeitige und professionelle Behandlung durch den Hausarzt zuverlässig vermieden werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Sind Blasen an den Füßen, ist in den meisten Fällen kein Gang zum Arzt notwendig. Wird die Blase richtig versorgt, bildet sie sich nach einiger Zeit von allein zurück und bedarf auch keiner Nachsorge mehr.

Dennoch gibt es ein paar Situationen, die einen Besuch beim Arzt erforderlich machen können. Wird aus der Blase eine offene Wunde am Fuß, sollte ein Arzt besucht werden, besonders dann, wenn unklar ist, ob eine Tetanusimpfung noch aktiv ist. Der Hausarzt reicht als Ansprechpartner.

Auch dann, wenn eine Blase in eine Entzündung übergeht (häufig durch falsche Pflege der Blase oder weiterhin erfolgende Mehrbelastung der kaputten Haut), sollte ärztlich eingegriffen werden. Schließlich kann eine Entzündung zwischen den Hautschichten im Fußbereich einen schweren Verlauf nehmen. Die Hygiene und die Versorgungsmöglichkeiten sind, gerade an der Fußsohle und zwischen den Zehen, schlechter als anderswo auf der Haut. Eine entzündete Wunde benötigt demnach die Aufmerksamkeit eines Hautarztes oder Allgemeinarztes.

Auch dann, wenn die Blase zwar keine negative Entwicklung zeigt, sich aber auch nicht mehr zurückbildet, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Zumeist muss die Blase am Fuß nur richtig versorgt werden, damit sie sich zurückbilden kann.

Behandlung

Die Behandlung von Blasen an den Füßen sollte bereits beginnen, wenn sich erste Rötungen zeigen: Ein Päckchen Blasenpflaster gehört in jeden Wanderrucksack. Ein modernes Blasenpflaster bildet ein schützendes Polster über der gefährdeten Stelle und entlastet die gereizte Haut. Am besten ist es, auch die Socken zu wechseln, um die Hautfeuchtigkeit zu reduzieren.

Wanderer sollten außerdem darauf achten, dass der Fuß frei von Sandkörnchen ist. Sind die Blasen an den Füßen schon voll ausgebildet, dann sollten sie geöffnet werden, um eine Druckentlastung zu erreichen. Hierfür genügen eine Nadel und ein Desinfektionsmittel. Ist die Gewebsflüssigkeit aus den Blasen an den Füßen abgelaufen, sollten sie sorgfältig mit Blasenpflaster verschlossen werden, um Infektionen vorzubeugen.

Soll die Wanderung anschließend fortgesetzt werden, muss das Pflaster faltenfrei angebracht werden, da sich sonst neue Druckstellen bilden, die zu weiteren Blasen an den Füßen führen. Sind Blasen an den Füßen schon mehrere Tage alt, werden sie trocken und rissig und können mit etwas Zinksalbe behandelt werden.

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Aussicht & Prognose

Mit Blasen an den Füßen haben Betroffene sehr gute Heilungsaussichten. Die Blasen können je nach Größe selbst oder durch eine medizinische Hilfe geöffnet werden. Wichtig ist dabei, dass sie steril geöffnet werden und demzufolge keine Verunreinigung der offenen Wunde erfolgt. Nach Öffnung der Blase heilt sie in den kommenden Tagen ab. Innerhalb einer Woche sollte im Normalfall die Blase vollständig und dauerhaft verheilt sein. Wird die Blase nicht geöffnet, kommt es ebenfalls zu einer vollständigen Heilung. Der Zeitraum bis zur Beschwerdefreiheit ist in den meisten Fällen innerhalb der nächsten zehn Tage. In Ausnahmefällen benötigt der Organismus zwei Wochen. Die Flüssigkeit in der Blase wird durch den Körper selbst abtransportiert und sie trocknet langsam aus.

Platzt die Blase besteht das größte Risiko einer Infektion. Kommt es zu Verunreinigungen kann sich durch einen Entzündungsprozess Eiter entwickeln. Die Entzündung sollte ärztlich versorgt werden, um keine weiteren Komplikationen zu verursachen. Innerhalb der kommenden ein bis zwei Wochen ist die betroffene Stelle im Normalfall verheilt.

Entstehen die Blasen durch das Tragen von engem oder ungesunden Schuhwerk, kommt es zu einer Wiederkehr der Beschwerden. Zur Vermeidung von Neubildungen der Blasen, sollten die Schuhe gewechselt werden. Alternativ lassen sich die Füße durch das Tragen von Strumpfwaren schützen.

Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen Blasen an den Füßen ist es, hochwertige Schuhe zu wählen und diese vor einer längeren Wanderung gut einzulaufen. Schon auf kurzen Spaziergängen zeigen Rötungen, welche Stellen durch Blasen an den Füßen gefährdet sein könnten. Hochwertige Baumwollsocken schützen den Fuß vor Feuchtigkeit, während grobe Wollsocken schnell zu Blasen an den Füßen führen können. Wer Blasen an den Füßen sicher vermeiden möchte, sollte vorbeugend Blasenpflaster verwenden.

Das können Sie selbst tun

Auf keinen Fall sollten kleine Blasen geöffnet werden. Das Blasendach besteht aus intakter Haut und bietet besten Infektionsschutz. Ein gepolstertes Pflaster bietet Schutz und mindert den Druck.

Größere oberflächliche Blasen, die unter Spannung stehen, können aufgestochen werden. Dafür muss die Nadel mit Alkohol gründlich desinfiziert werden. Sonst kann sich die Blase entzünden. Dann muss die Flüssigkeit abfließen und die Haut antrocknen. Abschließend mit einem Pflaster, dass über die Blase hinausreicht, abdecken. Vorher kann die geöffnete Blase zur Sicherheit noch desinfiziert werden. Weil Luft den Heilungsprozess fördert, kann das Pflaster für die Nacht entfernt werden. Wichtig ist, dass die Haut über einer Blase niemals abgeschnitten wird, weil das zu Entzündungen führen kann. Manche Mediziner raten auch dazu, den Tetanusschutz zu überprüfen und unter Umständen auffrischen zu lassen.

In der Homöopathie wird eine homöopathische Mischung (Brei) aus Ferrum phosphoricum Nr.3 20 und Natrium chloratum Nr.8 30 empfohlen, welche die Abheilung beschleunigt. Andere bevorzugen Cantharis als Einmalgabe in einer hohen Potenz, die vom Arzt verschrieben werden muss. In der Potenz D12 ist Cantharis frei verkäuflich. Die Einnahme darf hierbei nur so lange erfolgen, bis die Blase abgeheilt ist. Dann sofort absetzen. Auch ein Fußbad in Kaisernatron (kein anderes Natron) hilft. Hinterher die Füße mit Olivenöl einreiben.

Diabetiker und jene, die bereits unter einem diabetischen Fuß leiden, sollten zur Vorsicht lieber direkt einen Arzt aufsuchen, weil es sonst zu Komplikationen kommen kann.

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Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Paus, R.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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