Yersiniose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. November 2017
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Die Yersiniose ist eine Infektionskrankheit mit starkem Durchfall, Schmerzen und Krämpfen im Bauchbereich sowie Fieberschüben. Ausgelöst wird sie durch Bakterien namens Yersinia. Als ansteckende Krankheit ist die Yersiniose meldepflichtig.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Yersiniose?

Die Yersiniose tritt auf der ganzen Welt in Erscheinung, in Deutschland laut Statistik am häufigsten in den neuen Bundesländern Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen.

Die Gründe dafür sind bislang unbekannt. Betroffen können sowohl Tiere als auch Menschen sein. Die auslösenden Bakterien namens Yersinia wurden erstmalig von dem Schweizer Bakteriologen Jean Yersin in Honkong enteckt. In der ärztlichen Praxis wird eine Yersiniose nicht selten mit einer Blinddarmentzündung oder einer harmlosen Erkrankung im Magen-Darm-Trakt verwechselt, was zu einer falschen Behandlung und weiteren Ansteckungen führen kann.

Wegen der hohen Ansteckungsgefahr ist die Krankheit meldepflichtig und wurde in der Schweiz in die Liste der Tierseuchen aufgenommen.

Ursachen

Die die Krankheit auslösenden Bakterien mit dem Namen Yersinia nisten sich meist in tierischem Gewebe ein. Daher kommt eine Yersiniose sehr häufig nach direktem Kontakt durch die Nahrungsaufnahme von rohen tierischen Fasern zum Ausbruch.

Mangelnde Hygiene beim Umgang mit rohen Lebensmitteln tierischen Ursprungs ist der häufigste Auslöser für die Krankheit. Die Bakterien können durch rohe nicht pasteurisierte Milch direkt aus dem Kuheuter ebenso übertragen werden wie durch mit Hühnerkot verunreinigte Eier oder mit Bakterien verseuchtes rohes Fleisch, etwa Tartar.

Sehr häufig entsteht die Krankheit durch mangelnde Hygiene bei der Zubereitung von Speisen. So kann das Schneiden von rohem Fleisch auf einem Holzbrett, auf dem anschließend Salat zubereitet und roh verzehrt wird, zur Infektion führen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Magenkrämpfe sind bei Yersiniose.

Die Diagnose lässt sich eindeutig erst nach der Untersuchung von Blut und Stuhl im Labor treffen. Nach der Ansteckung vergehen mehrere Tage, bis es zu ersten Symptomen der Krankheit kommt.

Die eine Yersiniose auslösenden Bakterien setzen sich im Darm fest und lösen eine Entzündung aus. Diese äußert sich durch schwere Durchfälle, krampfartige Leibschmerzen und starke Übelkeit. Die Krankheit kann von mehreren Tagen bis zu zwei Monaten dauern. In der Regel klingt sie von selber wieder ab.

In einigen Fällen kann die Yersiniose zu chronischen Entzündungen im Dünndarm, zu schmerzhaft entzündlicher Knötchenbildung unter der Haut und zu entzündlich geschwollenen Gelenken führen. Diese Spätfolgen treten meist einige Tage bis Wochen nach Abklingen der eigentlichen Erkrankung auf.

Komplikationen

Im schlimmsten Fall kann die Yersiniose zum Tod des Betroffenen führen. Sie muss aus diesem Grund immer medizinisch behandelt werden. In der Regel leiden die Betroffenen bei dieser Erkrankung an einem sehr starken Durchfall und an Übelkeit. Aufgrunddessen verliert der Patient viel Flüssigkeit und wichtige Nährstoffe und Vitamine, sodass es zu einer Dehydration und zu Mangelerscheinungen kommen kann.

Auch starke Krämpfe im Bereich des Magens und Bauchschmerzen treten bei der Yersiniose auf und wirken sich sehr negativ auf die Lebensqualität des Betroffenen aus. Es kommt weiterhin zu Fieber und zu einer Müdigkeit und Abgeschlagenheit beim Patienten. Ebenso kann die Erkrankung zu einer Entzündung am Darm führen, eine Selbstheilung tritt bei der Erkrankung nicht auf. Die Behandlung der Yersiniose erfolgt ohne Komplikationen mit Hilfe von Medikamenten.

Eine weitere Behandlung ist in der Regel nicht notwendig. In einigen Fällen sind die Betroffenen auf Ergänzungsmittel angewiesen, um den Nährstoffverlust auszugleichen. Es kommt dabei stets zu einem positiven Krankheitsverlauf. Auch die Lebenserwartung des Betroffenen wird davon nicht negativ beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Bei einer ansonsten guten körperlichen Verfassung empfehlen Mediziner, auf eine Behandlung mit Medikamenten zu verzichten und die Yersiniose durch Selbstheilung des Körpers von selber abklingen zu lassen.

Sie gehen davon aus, dass der Organismus von gesunden Patienten mit einem nicht vorgeschädigten Immunsystem von sich aus mit den Bakterien fertig wird und sie abtötet. Stärker gefährdet sind wegen des schwächeren Immunsystems Kleinkinder, Senioren und durch Vorerkrankungen immungeschwächte Betroffene.

Sie sollten unbedingt unter ärztlicher Aufsicht eventuell mit Krankenhausaufenthalt stehen. Wegen der starken Durchfälle und der damit verbundenen drohenden Austrocknung ist reichlich Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser oder ungesüßtem Kräutertee zu empfehlen. Um die Ausschwemmung von lebenswichtigen Mineralsalzen wie Kalium und Natrium auszugleichen, kann eine Elektrolylösung mit diesen Salzen aus der Apotheke gereicht werden.

Keinesfalls sollte der Durchfall mit Medikamenten gestoppt werden, denn er treibt die Giftstoffe aus dem Körper. Nur wenn der Durchfall stärker wird und in einen wässrigen Zustand übergeht, ist mit Medikamenten einzugreifen. Beim Abklingen der Symptome kann eine Schonkost wie Gemüsesuppe, gekochte Karotten mit geriebenem Apfel oder zerdrückte Bananen gereicht werden. In äußerst hartnäckigen Fällen verschreiben Ärzte Antibiotika um die Yersiniose in den Griff zu bekommen.

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Vorbeugung

Peinliche Sauberkeit und Hygiene beim Umgang mit rohen tierischen Lebensmitteln hilft am zuverlässigsten als Vorbeugung gegen die Infektionskrankheit Yersiniose. Wer auf Nummer sicher gehen will, meidet vor allem rohes Fleisch wie Tartar oder Hackepeter und verzehrt keine rohen Eiern oder nicht pasteurisierte Milch. Regelmäßiges Händewaschen und Verzicht auf zu engen Körperkontakt mit Haustieren hilft ebenfalls vorbeugend.

Bücher über Durchfall

Quellen

  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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