Rauchvergiftung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. Oktober 2017
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Nicht nur Brände können eine Rauchvergiftung verursachen. Ist medizinische Hilfe frühzeitig zur Stelle, verlaufen Rauchvergiftungen meist günstig.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Rauchvergiftung?

Eine Rauchvergiftung entsteht meist durch eingeatmete Gifte, die in Brandrauch vorzufinden sind. Bei der Mehrzahl der Menschen, die eine Rauchvergiftung erleiden, geschieht die Vergiftung meist während des Schlafens.

Ein Grund hierfür ist der, dass verschiedene Atemgifte im Brandrauch für den Menschen geruchlos sind und den Betroffenen daher nicht zum Aufwachen veranlassen. Die meisten Todesopfer nach Bränden sterben nicht etwa durch Verbrennungen, sondern aufgrund einer starken Rauchvergiftung.

Zu den typischen Symptomen einer Rauchvergiftung zählen beispielsweise eine starke Atemnot und das Auftreten von Schwindelgefühlen. Häufig geht die starke Atemnot bei Betroffenen mit einem Gefühl einher, ersticken zu müssen. Auch Kopfschmerzen zählen zu den häufigen Symptomen einer Rauchvergiftung. Gelegentlich treten bei Betroffenen darüber hinaus Krampfanfälle und/oder Herzrasen auf.

Ursachen

Eine Rauchvergiftung wird meistens verursacht durch Gebäudebrände. Da aber nicht der Rauch an sich zu einer Rauchvergiftung führt, sondern die im Rauch enthaltenen Atemgifte, wie etwa Kohlenmonoxid (eine alternative Bezeichnung für Rauchvergiftung lautet in der Medizin daher auch Rauchgasvergiftung), können auch verschiedene weitere Faktoren für die Vergiftung verantwortlich sein.

So sind einige Rauchvergiftungen etwa die Folge eines Einatmens großer Mengen von Auspuffgasen. Auch defekte Boiler oder Öfen können die Ursache einer Rauchvergiftung sein.

Schwere Folgen einer Rauchvergiftung wie etwa Bewusstlosigkeit, die zum Versterben eines Betroffenen führen kann, werden bei Bränden beispielsweise durch das Atemgift Cyanid verursacht. Dieses Atemgift entsteht unter anderem durch die verschiedenen brennenden Gegenstände.

Eingeatmetes Cyanid blockiert die Funktionsfähigkeit von Körperzellen, sodass es in den Zellen zu Sauerstoffmangel kommt. In der Folge tritt häufig ein inneres Ersticken ein.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Da Patienten mit einer akut behandlungsbedürftigen Rauchvergiftung häufig bewusstlos sind, muss eine Notfalldiagnose in der Regel aufgrund des beobachtbaren Zustandes eines Patienten erfolgen. Mobilen Notärzten ist es nicht möglich, eine Cyanidkonzentration im Blut nachzuweisen, sodass eine rasch notwendige Behandlung bei Rauchvergiftung oft auf Grundlage der Verdachtsdiagnose erfolgt.

Der Verlauf einer Rauchvergiftung ist interindividuell verschieden und hängt unter anderem vom Grad der Vergiftung und von den auftretenden Symptomen ab. Vor allem ein rasches medizinisches Eingreifen beeinflusst den Verlauf einer Rauchvergiftung positiv:

Kann eine entsprechende Vergiftung frühzeitig behandelt werden, geht sie in der Regel mit einer guten Prognose einher. Ist allerdings medizinische Hilfe nicht frühzeitig vor Ort, kann eine Rauchvergiftung tödlich verlaufen.

Komplikationen

Abhängig vom eingeatmeten Schadstoff, kann eine Rauchvergiftung verschiedene Komplikationen hervorrufen. Im Allgemeinen treten akute Komplikationen wie Krampfanfälle, Herzrasen und Bewusstlosigkeit. Im weiteren Verlauf bilden sich Lungenödeme, die unbehandelt zu einer Lungenentzündung und im Extremfall zum Tod des Patienten führen können. Auch Spätfolgen können in Folge schwerer Vergiftungen auftreten.

Sind die Schleimhäute geschädigt, begünstigt dies Infektionen und Erkrankungen des Immunsystems. Eine Vernarbung des Lungengewebes beeinträchtigt die Blutzirkulation und kann unter anderem Atemnot und eine Schädigung des Herzens hervorrufen. Bei schwerer Schädigung kommt es bereits im Ruhezustand zu Atemnot. Die Kurzatmigkeit führt bei dem Betroffenen oftmals zu Panikattacken und langfristig auch zu psychischen Beschwerden. Bei der Behandlung einer Rauchvergiftung kann es etwa durch verordnete Medikamente zu Beschwerden kommen.

Eine Herz-Lungen-Massage kann zu Rippen- oder Brustbeinfrakturen und zu Leber- und Milzverletzungen führen. Zudem können Luft oder Blut in den Bereich zwischen Brustfell und Lungenfell eindringen und Erbrechen und Aspiration verursachen. Gelangt Blut in den Herzbeutel, kann dies einen Herzanfall zur Folge haben. Bei der Beatmung besteht ein geringes Risiko von Verletzungen und Infektionen des Nasenrachenraumes.

Behandlung & Therapie

Besonders rasch behandlungsbedürftig ist eine Rauchvergiftung, wenn das Atemgift Cyanid beteiligt ist, denn Cyanid wirkt sich vergleichsweise zügig auf die Körperzellen aus.

Da allerdings eine Cyanidbeteiligung in der Notfallsituation nicht nachgewiesen werden kann, erfolgen vor Ort in der Regel zunächst allgemeine notfallmedizinische Maßnahmen: Bei Vorliegen einer Rauchvergiftung werden beispielsweise zunächst die Atemwege des Patienten frei gehalten. Auch die Stabilisierung von Herz und Kreislauf zählen zu den wichtigen Sofortmaßnahmen.

Parallel wird ein Patient darüber hinaus mit ausreichend Sauerstoff und Flüssigkeit versorgt. Treten im Rahmen einer Rauchvergiftung Krampfanfälle auf, so werden auch diese notfallmedizinisch behandelt.

Besteht beispielsweise aufgrund verschiedener Charakteristika des Unfallortes der starke Verdacht, dass beim Betroffenen eine Rauchvergiftung mit der Beteiligung von Cyanid vorliegt, kann von Medizinern ein Gegengift verabreicht werden. Ein solches Gegengift führt dazu, dass bereits in die Körperzellen vorgedrungenes Cyanid neutralisiert wird. Somit kann der Erstickungstod eines Betroffenen verhindert werden. Die Verabreichung von Gegengift bei Rauchvergiftung erfolgt meist mithilfe einer Infusion.

Hat eine Rauchvergiftung bereits zu Kreislauf- und/oder Atemstillstand geführt, so werden Wiederbelebungsmaßnahmen über eine Herz-Lungen-Massage oder eine Atemspende notwendig. Häufig erfolgt im Anschluss eine künstliche Beatmung.

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Vorbeugung

Da die meisten Rauchvergiftungen während der Nacht auftreten, liegt eine effektive Methode des Vorbeugens in einer ausreichenden Ausstattung des eigenen Wohnsitzes mit Brandmeldern. Entsprechende Brandmelder lösen im Brandfall frühzeitigen Alarm aus. So können medizinische Helfer rasch vor Ort sein, wodurch schweren Folgen der Rauchvergiftung oft vorzubeugen ist.

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Quellen

  • Bungeroth, U.: BASICS Pneumologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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