Phlebotomus-Fieber

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. August 2017
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Wer Urlaub im Mittelmeerraum oder im Mittleren Osten macht und mit einer Grippe heimkehrt, könnte am Phlebotomus- oder Sandmücken-Fieber erkrankt sein. Mückenschutz ist in den Verbreitungsgebieten enorm wichtig.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Phlebotomus-Fieber?

Das Phlebotomus-Fieber ist eine virale Infektionskrankheit, die im gesamten Miitelmeerraum, in Nordafrika, dem Mittleren Osten und den Golfstaaten vorkommt. Teilweise sind Ausbreitungen bis zum Himalaya hin bekannt.

Auch in den tropischen und subtropischen Gebieten Asiens und Amerikas ist die Krankheit zu finden. Die Erreger sind Phleboviren aus der Familie der Bunya-Viren und werden von Sandmücken übertragen, die auch Schmetterlingsmücken genannt werden und der Gattung Phlebotomus angehören. Daher leitet sich der Name Phlebotomus-Fieber ab. Synonyme Bezeichnungen sind Sandmückenfieber, Pappataci-, Dalmatien-, Toskana-, Pick-, Karimabad- und Chitral-Fieber.

Das Phlebovirus wird in vier verschiedene Untergattungen eingeteilt, das Toskana-, das Karimabad- und das Teheran-Virus sowie das Phlebotomus-Fiebervirus Sabin. Weltweit am häufigsten verbreitet ist das Toskana-Virus. Die anderen Untergattungen tauchen nur in bestimmten Regionen auf.

Ursachen

Das Phlebotomus-Fieber wird über Sandmücken übertragen. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Das Phlebovirus lebt normalerweise in Fledermäusen und Nagetieren, manchmal auch in Rindern, Ziegen und Schafen.

Sticht eine Sandmücke ein Tier, das den Virus in sich trägt, steckt sich die Mücke an. Auch Eier und Larven der Mücken können bereits mit dem Virus infiziert werden. Nach etwa sechs Tagen hat sich dieses soweit vermehrt, das es auch auf den Menschen übertragen werden kann. Dies geschieht durch die Blutmahlzeit einer infizierten Sandmücke an einem Menschen.

Im späten Frühjahr und im Sommer tritt das Phlebotomus-Fieber gehäuft auf, da sich zu dieser Zeit die Sandmücken verstärkt vermehren. Im Herbst und im Winter droht so gut wie keine Infektionsgefahr. Typisch für das Phlebotomus-Fieber ist ebenfalls, dass in einem Jahr besonders viele Infektionen auftreten, in den darauffolgenden Jahren die Erkrankungshäufigkeit wieder sinkt.

In den Gebieten, in denen das Virus vorkommt, sind die meisten erwachsenen Einwohner durch mehrmalige, symptomlose Infektionen dagegen immun geworden. Vor allem kleine Kinder und ausländische Touristen können am Phlebotomus-Fieber erkranken.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Das Phlebotomus-Fieber wird durch einen Antikörper-Nachweis diagnostiziert. Das Immunsystem beginnt nämlich direkt nach der Infektion mit der Bildung von Antikörpern, die genau auf die angreifenden Viren abgestimmt sind. Auch über die Symptome, dem letzten Urlaubs- oder Geschäftsziel im Ausland und der Krankheitsvorgeschichte kann der Arzt die Krankheit erkennen.

Der Verlauf der Erkrankung ähnelt dem einer Grippe: Fieber, Gelenk-, Muskel- und Kopfschmerzen sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl folgen etwa drei bis sechs Tage nach der Infektion. Besonders typisch sind extrem heftige Schmerzen bei Bewegung der Augen. Meist verschwinden die Symptome nach drei bis vier Tagen wieder, es kann aber mehrere Wochen bis zur endgültigen Heilung dauern.

In schwereren Fällen kann es zu einem erneuten Fieberanstieg, einem Exanthem (Hautausschlag) oder einer Bindehautentzündung kommen. Das Toskana-Virus kann eine Hirnhautentzündung auslösen. Eventuell können Bewusstseinsstörungen und Lähmungserscheinungen auftreten, die in den meisten Fällen aber wieder vollständig zurückgehen.

Komplikationen

Das West-Nil-Fieber ist zwar eine ernst zu nehmende Krankheit, die unbedingt ärztlich begleitet werden sollte, sie geht bei gesunden Erwachsenen aber selten mit bedrohlichen Komplikationen einher.

Die grippeähnlichen Beschwerden, die die Patienten entwickeln, können bei einem schweren Verlauf extrem belastend werden. So kann sich sehr hohes Fieber einstellen oder die Kopf- und Gliederschmerzen werden so stark, dass eine medikamentöse Behandlung erforderlich wird. Leidet ein Patient an schwerem Durchfall und Erbrechen, besteht die Gefahr, dass er dehydriert und einen Kreislaufzusammenbruch erleidet.

In seltenen Fällen kann es zu gefährlichen Folgeerkrankungen kommen. Bei einigen Patienten befallen die Krankheitserreger das Gehirn und führen zu einer schweren Enzephalitis (Hirnentzündung) oder einer Meningitis (Hirnhautentzündung). In diesen Fällen besteht das Risiko, dass der Patient Langzeitschäden aufgrund einer Beeinträchtigung des Gehirns davon trägt.

Akute Lähmungserscheinungen, die sich nicht oder nicht vollständig zurückbilden, werden vereinzelt an erkrankten Personen beobachtet. Darüber hinaus ist sowohl eine Enzephalitis als auch eine Meningitis potentiell lebensgefährlich. Gelegentlich befällt das Virus auch andere Organe wie die Bauchspeicheldrüse, das Herz oder die Augen. Diese schweren Komplikationen treffen aber nahezu ausschließlich Kinder und Senioren sowie Personen, die an einem geschwächten Immunsystem leiden. Ein besonderes hohes Risiko für schwere Folgeerkrankungen haben Personen, die an AIDS leiden.

Behandlung & Therapie

Da bisher keine Therapiemöglichkeit gegen das Virus selbst besteht, werden lediglich die Symptome des Phlebotomus-Fiebers behandelt. Beispielsweise werden fiebersenkende und schmerzstillende Mittel verabreicht. Meist reichen diese Therapiemethoden auch aus, die Prognosen einer vollständigen Heilung sind allgemein sehr gut, auch in den schwereren Fällen. Komplikationen sind insgesamt eher selten.

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Vorbeugung

Bisher gibt es keine Impfung gegen das Phlebotomus-Fieber. In den Verbreitungsgebieten werden die infizierten Mückenpopulationen bekämpft, um der Krankheit vorzubeugen. Moskitonetze und Anti-Mückensprays sind ebenfalls gute Vorsichtsmaßnahmen.

Die Maschengröße des Netzes sollte dabei kleiner als zwei Millimeter sein, da die Sandmücken sehr klein sind. Vor allem nachts sollte man sich ausreichend vor Mückenstichen schützen, da die Insekten dann besonders aktiv sind.

Auch lange Hosen und Ärmel schützen den Körper vor Mückenstichen. Körperöle aus Eukalyptus, Zedernholz oder Zitrusfrüchten können die lästigen Blutsauger ebenfalls abschrecken, allerdings muss jeder Mensch individuell ausprobieren, welches Körperöl bei ihm am besten wirkt.

Bücher über Reisekrankheiten in den Tropen

Quellen

  • Diesfeld, H.J., Krause, G., Teichmann, D.: Praktische Tropen- und Reisemedizin. Thieme, Stuttgart 2003
  • Kretschmer, H., Kusch, G., Scherbaum, H. (Hrsg.): Reisemedizin. Beratung in der ärztlichen Praxis. Urban & Fischer, München 2005
  • Nixdorff, U.: Check-Up-Medizin. Thieme, Stuttgart 2009

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