Melanom (schwarzer Hautkrebs)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Oktober 2017
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Die Zahl der Hautkrebserkrankungen in Form von einem Melanom, also dem schwarzen Hautkrebs, nimmt ständig zu. Inzwischen verdoppelt sich diese Zahl sogar annähernd alle sieben Jahre. Dabei sind bei der Erkrankung an einem Melanom jedoch deutliche regionale Unterschiede festzustellen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Melanom (schwarzer Hautkrebs)

Die Bezeichnung „malignes Melanom“ stammt aus dem Griechischen, wobei das Wort „maligne“ für „schwarz“ steht. Daher wird es auch schwarzer Hautkrebs genannt.

Es handelt sich hierbei um eine besonders bösartige Tumorerkrankung der Pigmentzellen. Die Aggressivität von einem Melanom wird dabei durch frühe Bildung von Metastasen, welche sich sowohl über die Blut- als auch über die Lymphbahnen im ganzen Körper ausbreiten, verstärkt.

Der schwarze Hautkrebs kann dabei nicht nur die Haut befallen, sondern auch die Augen, Schleimhäute, innere Organe oder das zentrale Nervensystem. Die Anzahl der Erkrankungen an einem Melanom nimmt nur weltweit ständig zu, sondern sie ist auch die Krankheit, die am häufigsten zum Tode führt.

Ursachen

Die Hauptursache für ein Melanom ist starke UV-Strahlung der Sonne. Ein Grund der zunehmenden schwarzen Hautkrebserkrankungen ist jedoch nicht nur die steigende UV-Strahlung aufgrund der abnehmenden Ozonschicht, sondern auch die veränderten Freizeitaktivitäten.

Urlaubsreisen hellhäutiger Hauttypen in wärmere Länder, exzessives Sonnenbaden und Sportarten, die in praller Sonne durchgeführt werden, setzen Personen mit empfindlicher Haut zunehmend der aggressiven Sonneneinstrahlung aus. Das Schönheitsideal der braungebrannten Haut, die gleichgesetzt wird mit Gesundheit und Vitalität, führt dazu, dass Aufklärungskampagnen nicht den gewünschten Erfolg haben.

Bestimmte Risikofaktoren können jedoch die Wahrscheinlichkeit eines Melanoms erhöhen. Besonders zu nennen wären hier starke Sonnenbrände in der Kindheit, Hellhäutigkeit, Sommersprossen, Neigung zu Sonnenbränden, Störungen der DNA, Erkrankungen an schwarzem Hautkrebs in der Familie oder ein früheres Melanom.

Typische Symptome

Diagnose & Verlauf

Hinweise auf ein Melanom können vergrößerte, farblich veränderte oder juckende Leberflecken sein. Aber auch farbliche Veränderungen von ganzen Hautpartien können ein Hinweis auf schwarzen Hautkrebs sein. Dabei treten bei sehr dunkelhäutigen Personen Melanome eher an den hellhäutigen Hautstellen, wie beispielsweise an den Handinnenflächen oder auf den Schleimhäuten, auf.

Eine regelmäßige selbstständige Untersuchung von auffälligen Hautstellen kann zur Früherkennung beitragen. Bei Auffälligkeiten erfolgt die genaue Diagnostik beim Hautarzt mit Hilfe von mikroskopischen Aufnahmen.

Es gibt fünf Kriterien, die auf ein Melanom hindeuten können. Dies sind: eine asymmetrische Form, eine unscharfe oder unregelmäßige Begrenzung, Mehrfarbigkeit, großer Durchmesser (mehr als 5mm) und eine Erhabenheit der Hautstelle.

Der Verlauf eines Melanoms beginnt zunächst mit einer Vergrößerung an der betroffenen Stelle. Es folgt eine Streuung in andere Körperbereiche, auch in die Organe.

Das maligne Melanom oder schwarzer Hautkrebs ist ein hochgradig bösartiger Tumor der Pigmentzellen (Melanozyten).
Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau der Haut mit Schwarzem Hautkrebs. Klicken, um zu vergrößern.

Komplikationen

Metastasen in den verschiedensten Organen sind die häufigsten Komplikationen von schwarzem Hautkrebs. Während ein Melanom im Frühstadium noch gut behandelbar ist, steigt die Wahrscheinlichkeit von Tochtergeschwülsten mit zunehmendem Wachstum stetig an. Insbesondere Leber- und Hirnmetastasen sind schwer zu therapieren und senken die Lebenserwartung, auch bösartige Herztumoren gehen häufig von einem malignen Melanom aus.

Lymphknoten, Skelett und Lunge können ebenfalls von Metastasen betroffen sein, die sich unter anderem durch Kopfschmerzen, schnelle Ermüdbarkeit, Krampfanfälle, eine Neigung zu Knochenbrüchen und Atemnot bei geringer Belastung bemerkbar machen. Ohne Behandlung führen von schwarzem Hautkrebs ausgehende Tochtergeschwülste in der Regel innerhalb weniger Jahre zum Tod.

Die einzige Chance auf Heilung bietet eine frühzeitige operative Entfernung des ursächlichen Hauttumors, diese kann in seltenen Fällen ebenfalls mit Komplikationen verbunden sein: Die Operation einer bereits weit ins Gewebe vorgedrungenen Geschwulst kann Funktionseinschränkungen im betroffenen Bereich nach sich ziehen, auch Nachblutungen, Wundheilungsstörungen und überschießende Narbenbildung sind mögliche Folgen.

Werden Nerven verletzt, treten nicht selten Lähmungserscheinungen und Empfindungsstörungen auf, die sich wieder zurückbilden, aber auch dauerhaft bestehen können. In Einzelfällen ist zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung nach der Operation eine Strahlen-, Chemo- oder Immuntherapie notwendig, die das Immunsystem schwächen und das Allgemeinbefinden stark beeinträchtigen kann.

Behandlung & Therapie

Bei der Behandlung von einem Melanom ist eine möglichst frühzeitige Diagnostizierung wichtig. Wird dieses bereist im Frühstadium vollständig entfernt, sind die Chancen einer vollständigen Heilung sehr hoch.

Die wichtigste Behandlungsform ist der chirurgische Eingriff. Hierbei wird das Melanom möglichst vollständige entfernt. Dies bedeutet, dass ein Sicherheitsabstand von ca. 1 bis 2 cm, abhängig von der Größe des Hautkrebses, eingehalten wird. Auch muss das Melanom in der Tiefe möglichst bis zum Muskel abgetragen werden. Eine Probenentnahme für eine Biopsie wird nicht vorgenommen, um eine Streuung des schwarzen Hautkrebses zu vermeiden.

Bei einem Melanom im Gesicht kann der Sicherheitsabstand auch durch ein, unter dem Mikroskop kontrolliertes, Schnittverfahren ersetzt werden. Dieses verhindert eine Verunstaltung des Gesichtes.

Hat das Melanom bereits Metastasen gebildet, sind die Heilungschancen jedoch sehr gering. Es werden unterschiedliche Therapieverfahren, wie Chemo-, Immun-, Impf- oder Strahlentherapie, eingesetzt. Diese führen jedoch meistens nur zu einer kurzzeitigen Verbesserung des Gesundheitszustandes.

Auch können weitere chirurgische Eingriffe zur Entfernung neu entstandener Tumorzellen des Melanoms vorgenommen werden.

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Vorbeugung

Um die Entstehung von einem Melanom zu verhindern, sollte intensive UV-Bestrahlung auf die Haut vermieden werden. Dies betrifft sowohl natürliche Sonneneinstrahlung wie auch künstliche UV-Strahlung im Solarium.

Zum Schutz vor intensiver UV-Strahlung sollte auf Sonnenschutzkleidung, Hüte und Sonnenbrillen zurückgegriffen werden. Weiterhin empfiehlt sich natürlich der Einsatz von Sonnencremes mit hohen Lichtschutzfaktor. Dies gilt insbesondere für Kinder. Um Hautveränderungen frühzeitig zu erkennen ist eine regelmäßige Selbstuntersuchung hilfreich. Diese ersetzt jedoch nicht den regelmäßigen Besuch bei einem Hautarzt.

Das können Sie selbst tun

Melanome, welche auch als schwarzer Hautkrebs bezeichnet werden, müssen durch einen Arzt behandelt werden. Es ist im Alltag ratsam, dass Menschen auf Veränderungen ihrer Haut achten. Vor allem Veränderungen von Muttermalen und eine sich verändernde Pigmentierung der Haut sollten aufmerksam beobachtet werden und von einem Arzt untersucht werden. Als generelle Vorsichtsmaßnahme sollte die Haut vor einer starken Sonneneinstrahlung geschützt werden, da die UV-Strahlung das Auftreten von Melanomen begünstigt. Diese Maßnahme ist wichtig zur Vorbeugung von Melanomen, aber sie sollte auch eingehalten werden, wenn der Betroffene bereits an Melanomen leidet.

Wie bei den meisten Krebserkrankungen ist nicht nur der Köper von der Erkrankung betroffen, sondern auch das seelische Wohlbefinden kann dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden. Wichtig für die Betroffenen ist ein funktionierendes soziales Umfeld. Freunde und Familie spielen eine wesentliche Rolle während des Heilungsprozesses. Zusätzlich können die Betroffenen psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Diese Hilfe kann in Form einer psychologischen Betreuung oder durch Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe mit anderen Betroffenen erfolgen.

Bücher über Hautkrebs

Quellen

  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Plötz, G., Ring, J., Hein, R.: Häufige Hauttumoren in der Praxis. Springer, Berlin 2012
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

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