Kryptosporidiose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 11. September 2017
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Als Kryptosporidiose wird eine Durchfallerkrankung bezeichnet. Sie entsteht durch Kryptosporidien.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kryptosporidiose?

Die Kryptosporidiose zählt zu den Durchfallkrankheiten und wird von dem Parasiten Cryptosporidium hervorgerufen. Die Kryptosporidien zählen zu den einzelligen Parasiten und kommen bei rund 40 Wirbeltierarten vor. Dazu gehören unter anderem Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde, aber auch Katzen, Hunde und Vögel.

Beim Menschen tritt nur selten eine Kryptosporidiose auf. Als gefährdet gelten jedoch Personen, die unter einer zellulären Immunschwächeerkrankung wie AIDS leiden. Die Kryptosporidien sind auf der ganzen Welt anzutreffen. Mitunter infizieren sie auch gesunde Menschen, die jedoch keine Symptome zeigen. Ausgeschieden werden die Parasiten mit dem Stuhl.

So ließen sich bei 1 bis 4 Prozent aller nichterkrankten Personen Kryptosporidien im Kot finden. Ein höheres Auftreten der Kryptosporidiose als in Industriestaaten lässt sich in Entwicklungsländern verzeichnen. Zu den gefährdeten Personen, die an einer Kryptosporidiose erkranken können, gehören neben AIDS-Patienten auch Menschen, die sich einer Immunsuppression aufgrund einer Organtransplantation unterziehen müssen.

Aber auch bei kleineren Kindern bis zu 24 Monaten besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. In Deutschland unterliegt die Kryptosporidiose der ärztlichen Meldepflicht.

Ursachen

Verursacht wird die Kryptosporidiose von den Kryptosporidiengattungen Cryptosporidium parvum und Cryptosporidium hominis, die zu den parasitären Protozoen zählen. Dagegen rufen andere Kryptosporidien wie Cryptosporidium felis oder Cryptosporidium canis die Infektion nur selten hervor.

Die Ausscheidung der Krankheitserreger aus dem Körper von Tieren findet durch Oozysten statt. Dabei handelt es sich um eiartige Fortpflanzungsstadien der Kryptosporidien. Der Mensch infiziert sich in den meisten Fällen durch verunreinigtes Wasser mit den Parasiten. Auch Trinkwasser oder Badewasser kann von den Keimen befallen sein.

Zudem besteht die Gefahr, dass Obst und Gemüse, dessen Reinigung mit kontaminiertem Wasser erfolgt, ebenfalls verunreinigt wird. Eine weitere Infektionsquelle stellt mit Kryptosporidien befallenes Fleisch dar. Darüber hinaus ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch oder von Tier zu Mensch durch Schmierinfektionen möglich.

Gelangen die Oozysten in den Körper des Menschen, dringen sie bis in den Dünndarm vor. Dort kommt es zur Freisetzung von infektiösen Sporozoiten. Durch Fortpflanzung können sich diese vermehren und im weiteren Verlauf weitere Oozysten bilden, die wiederum mit dem Kot ausgeschieden werden. Durch sie besteht etwa zwei Jahre lang ein Infektionsrisiko.

Weil dünnwandige Oozysten häufig im Darm aufplatzen, besteht die Gefahr einer Autoinfektion, was besonders für Menschen mit Immunschwäche gilt. Die Inkubationszeit der Kryptosporidiose liegt zwischen ein und zwölf Tagen. In den meisten Fällen tritt die Erkrankung sieben bis zehn Tage nach Infektionsbeginn auf. Auch nach dem Abklingen der Symptome besteht noch mehrere Wochen ein Ansteckungsrisiko.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Bemerkbar macht sich die Kryptosporidiose durch ausgeprägten wässrigen Durchfall. Dadurch droht ein erheblicher Verlust von Flüssigkeit. Des Weiteren können Beschwerden wie Fieber, Übelkeit, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust einsetzen. Verfügt der Mensch über ein intaktes Immunsystem, bilden sich die Beschwerden nach einer Woche wieder zurück.

Im Falle einer Immunschwäche oder bei Babys drohen jedoch Komplikationen. Dazu gehört vor allem eine Dehydratation (Abnahme der Körperflüssigkeit). Normalerweise beschränken sich die Symptome bei einer Kryptosporidiose auf die Darmregion. Leidet der Patient jedoch unter AIDS, sind auch Besiedelungen der Parasiten in anderen Körperregionen im Bereich des Möglichen. Dazu zählen in erster Linie die Leber sowie die Gallengänge.

Komplikationen

Aufgrund der Kryptosporidiose leiden die Betroffenen an einem sehr starken Durchfall. Dadurch wird auch die Lebensqualität des Betroffenen erheblich eingeschränkt und verringert, sodass es auch zu Einschränkungen im Alltag des Patienten kommt. Durch den dauerhaften Durchfall tritt auch ein sehr hoher Verlust an Flüssigkeit beim Patienten auf, sodass diese auch an einem vermehrten Durst leiden.

Weiterhin kann auch das Immunsystem aufgrund der Kryptosporidiose geschwächt sein, sodass die Patienten öfter an Infekten oder an Entzündungen erkranken. Komplikationen können dann auftreten, wenn die Betroffenen schon an einem geschwächten Immunsystem leiden und zum Beispiel auch an AIDS erkrankt sind. Auch die Leber und die Gallenblase können durch diese Krankheit erheblich geschädigt werden.

Die Behandlung der Kryptosporidiose richtet sich in der Regel nach der Ursache der Krankheit. In den meisten Fällen verschwinden die Beschwerden allerdings wieder nach einigen Tagen, sodass es nicht zu besonderen Komplikationen oder Einschränkungen kommt. In anderen Fällen muss eine Behandlung mit Hilfe von Medikamenten stattfinden, damit die Beschwerden eingeschränkt werden können. Ohne Behandlung kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen. Falls der Betroffene auch an AIDS erkrankt ist, kann die Krankheit auch zum Tode führen, wenn sie nicht behandelt wird.

Behandlung & Therapie

Um eine Kryptosporidiose diagnostizieren zu können, bedarf es eines mikroskopischen Nachweises der Parasiten im Stuhl des Patienten. Zu diesem Zweck müssen mehrere Stuhlproben abgegeben werden. Die Proben werden an unterschiedlichen Tagen unter dem Mikroskop analysiert.

Darüber hinaus lassen sich auch Antigene der Kryptosporidien nachweisen, was jedoch weniger Aussagekraft hat. So ist dadurch nur eine Bestimmung auf Gattungsebene durchführbar. Eine histologische Diagnose lässt sich aus Gewebeproben, die mithilfe eines Endoskops aus dem Dünndarm gewonnen werden, vornehmen.

Verlauf und Dauer einer Kryptosporidiose richten sich danach, ob eine Immunschwäche vorliegt und wie groß deren Ausmaß ist. Bei den meisten Menschen verschwindet die Erkrankung nach ein bis zwei Wochen wieder und es besteht für den Rest des Lebens eine Immunität gegen die Parasiten.

Im Falle einer Immunschwäche wie AIDS nimmt die Krankheit jedoch oft einen chronischen Verlauf, sodass die Beschwerden weiterhin anhalten. Bei einer schweren Schwächung des Abwehrsystems besteht sogar die Gefahr eines tödlichen Krankheitsverlaufs.

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Vorbeugung

Bislang war es noch nicht möglich, eine spezifische Behandlung gegen die Kryptosporidiose zu entwickeln. Aus diesem Grund beschränkt sich die Therapie auf das Bekämpfen der Symptome. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören der Ausgleich von Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust.

Leidet der Patient unter AIDS, gilt eine hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) als wirkungsvoll. Eine klinische Verbesserung lässt sich zudem durch die Gabe des Breitbandspektrum-Antibiotikums Nitrazoxanid erreichen. Weitere hilfreiche Medikamente sind die Antibiotika Azithromycin und Paromomycin. Bei akuten Schüben der Kryptosporidiose erfolgt nicht selten eine Kombination aus Azithromycin und Nitrazoxanid.

Die Oozysten der Kryptosporidien sind gegen sämtliche Desinfektionsmittel widerstandsfähig. Um ihnen vorzubeugen, sollte Wasser abgekocht werden. So tötet heißes Wasser, das mindestens 30 Minuten auf 60 Grad Celsius erhitzt wird, die Parasiten sicher ab. Einer Ansteckung lässt sich durch sorgfältige Hygiene wie regelmäßiges Händewaschen im Anschluss an den Toilettengang oder vor dem Zubereiten von Nahrungsmitteln entgegenwirken. Wichtig ist, dass infizierte Personen auf Besuche in der Sauna oder im Schwimmbad verzichten.

Bücher über Kryptosporidiose & Durchfall

Quellen

  • Groß, U.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Thieme, Stuttgart 2009
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013

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