Klumpfuß

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. November 2017
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Der Klumpfuß ist eine angeborene Fehlbildung des Fußes, bestehend aus Spitz-, Sichel- und Hohlfuß und O-Beinen. Der Klumpfuß ist direkt bei der Geburt deutlich erkennbar und sollte von Anfang an behandelt werden. In den meisten Fällen lässt sich der Klumpfuß durch geeignete Therapien gut ausgleichen und die Kinder können ohne Verzögerung im richtigen Alter das Laufen lernen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Klumpfuß

Als Klumpfuß bezeichnet man das gemeinsame Auftreten von Spitz-, Sichel- und Hohlfuß. Dabei ist der Fuß nach innen gedreht, so dass die Fußsohle nicht nach unten, sondern zum anderen Fuß hin zeigt.

Zusätzlich ist der Fuß im Sprunggelenk übermäßig gestreckt und in der Fußsohle stark gewölbt. Der Klumpfuß tritt bei Jungen häufiger auf als bei Mädchen und kann sowohl einseitig als auch beidseitig vorkommen. Es sind verschieden starke Ausprägungen möglich. Meist haben Kinder mit Klumpfuß zusätzlich starke O-Beine und eine verkümmerte Wadenmuskulatur am betroffenen Bein.

Ursachen

Die Ursachen für die Bildung des Klumpfußes sind noch nicht ganz erforscht. In der Regel ist der Klumpfuß angeboren. Man vermutet, dass seine Entstehung genetisch festgelegt ist. Die Tatsache, dass es eine familiäre Häufung gibt, erhärtet den Verdacht auf genetische Ursachen.

Eine Theorie für die Entstehung des Klumpfußes ist, dass sich Bindegewebe und Muskeln während der Schwangerschaft nicht im richtigen Verhältnis entwickeln und das Wachstum der Knochen beeinträchtigt wird. Man hält es auch für möglich, dass das Knochenwachstum zu früh stoppt, die Füße dadurch in der embryonalen Haltung bleiben und sich nicht weiterentwickeln.

Weiterhin wird angenommen, dass bei genetischer Veranlagung der Klumpfuß häufiger auftritt, wenn die Mutter während der Schwangerschaft raucht. Auch andere Umstände können das Auftreten eines Klumpfußes begünstigen, wie beispielsweise ein Mangel an Fruchtwasser oder eine ungünstige Lage des Kindes in der Gebärmutter.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Fehlbildung bei einem Klumpfuß ist schon bei der Geburt deutlich zu erkennen. Mit verschiedenen Tests kann der Arzt feststellen, ob ein echter Klumpfuß vorliegt oder ob es sich um eine andere Fehlstellung handelt.

Wichtige Kriterien sind beispielsweise wie stark der Fuß nach innen gedreht ist, wie gut einzelne Gelenke beweglich sind, welches Verhältnis zwischen Fuß- und Wadenlänge besteht, wie stark die Wadenmuskulatur atrophiert (verkümmert) ist oder ob die Durchblutung und die Sensibilität (die Fähigkeit zu fühlen) des Beins und des Fußes von der Norm abweichen.

Komplikationen

Wird ein Klumpfuß nicht behandelt, so versteifen sich die Füßchen in der Fehlstellung. Dies führt dazu, dass die Kinder statt auf der Fußsohle auf der Außenkante des Fußes laufen. Ein unbehandelter Klumpfuß wirkt sich auf den ganzen Körper aus und verursacht weitere Fehlstellungen in der Hüfte, der Wirbelsäule und den Schultern. Der Klumpfuß würde mit der Zeit vollständig versteifen und starke Schmerzen verursachen.

Bei einem Klumpfuß ist eine frühzeitige Behandlung sinnvoll. Dadurch können spätere Komplikationen oder Verschlimmerungen der Fehlstellungen minimiert und die Symptome des Klumpfußes fachgerecht behandelt werden. Oftmals sind operative Eingriffe notwendig, um dem Klumpfuß eine möglichst gute Funktionsfähigkeit zu verleihen. Je früher die Behandlung eines Klumpfußes einsetzt, desto eher sind gute Ergebnisse zu erwarten.

Komplikationen treten häufig postoperativ auf. Der Klumpfuß kann bleibende Schäden davontragen. Die Bildung von Narbengewebe ist eine häufige Operationsfolge. Außerdem können Nachblutungen, Blutergüsse oder Verletzungen an umliegenden Nervensträngen vorkommen. In der Folge kann es im Operationsgebiet zu Wundheilungsstörungen, mangelnder Sensibilität oder Lähmungserscheinungen kommen.

Eine Blutstauungsmanschette kann Nervenstränge oder Gefäße abdrücken. Eine weitere Komplikation betrifft das Zusammenwachsen der Knochen. Bei Klumpfüßen kann es passieren, dass die Knochen nach der Operation nicht richtig zusammenwachsen. Dadurch kann es zu vorzeitigem Gelenkverschleiß kommen. Die betroffenen Gelenke können mit der Zeit versteifen. Die Anfertigung orthopädischer Schuhe ist für Klumpfuß-Patienten unumgänglich.

Das allerdings macht einen Klumpfuß deutlich auffälliger. Damit ist eine psychische Belastung möglich. Gerade junge Menschen mit Klumpfüßen leiden oft unter mangelnder Anerkennung, Komplexen oder Depressionen. Die Entwicklung eines Sudeck-Syndroms stellt eine weitere mögliche Komplikation dar. Die Knochenmasse kann dabei zunehmend abgebaut werden. Entzündliche Prozesse im Umfeld des Klumpfußes bedeuten starke Schmerzen.

Behandlung & Therapie

Ein Klumpfuß ist heute gut zu therapieren. Wichtig ist vor allem direkt nach der Geburt mit der Behandlung zu beginnen und sie konsequent durchzuhalten. Die Therapie besteht darin, zunächst den Fuß in die richtige Stellung zu bringen und ihn dort zu halten. Dies geschieht einerseits manuell, das heißt ein Physiotherapeut bewegt das Füßchen des Säuglings regelmäßig in die normale Stellung.

Zusätzlich wird eine Gipsschiene angelegt, welche den Klumpfuß in der gewünschten Haltung festhält. Wenn das Kind älter ist, kommen Nachtschienen und Einlagen zum Einsatz. Besonders bekannt ist die Therapie des Klumpfußes nach Ponseti. Der Arzt hatte ein Konzept entwickelt, mit dem der Klumpfuß durch Gipsverbände und Schienen innerhalb der ersten vier Lebensjahre behandelt wird.

Ist die Fehlstellung durch Schienen nicht zu korrigieren, kann der Klumpfuß durch bestimmte Operationen behoben werden. Es besteht die Möglichkeit, die Achillessehne zu verlängern und damit einen extremen Spitzfuß zu korrigieren. Auch die Stellung und Lage der Knochen können operativ verändert werden.

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Vorbeugung

Da der Klumpfuß genetisch bedingt ist und man andere Ursachen noch nicht kennt, kann man keine vorbeugenden Maßnahmen treffen. Wichtig ist, den Klumpfuß sofort nach der Geburt zu behandeln und die Therapie konsequent weiterzuführen.

Das können Sie selbst tun

Ein Klumpfuß ist eine Fehlstellung, die angeboren ist oder sich im späteren Leben entwickeln kann. Betroffene Personen können zu Maßnahmen der Selbsthilfe greifen, die zu einer Besserung der auftretenden Beschwerden führen.

Eine Verschlimmerung oder auch weitere Folgeschäden können vermieden werden, wenn frühzeitig ein entsprechender Schuh-Orthopäde aufsucht wird. Nur mit geeignetem Schuhwerk kann der vorliegenden Fehlstellung entgegengewirkt werden. Wenn allerdings auf individuell angepasstes Schuhwerk verzichtet wird, müssen Betroffene mit einer erheblichen Verschlechterung rechnen. Der frühzeitige Gang zum Physiotherapeuten ist ebenfalls ratsam, da so eventuellen Durchblutungsstörungen entgegengewirkt werden kann. Regelmäßige Massagen und Belastungen können die Durchblutung fördern und verbessern. Weitere Maßnahmen die selbst ergriffen werden können und gleichzeitig zu einer deutlichen Besserung führen, gibt es nicht.

Regelmäßige Besuche beim Arzt sind allerdings sehr bedeutsam und sollten somit zwingend eingehalten werden. Durch regelmäßige Untersuchungen und explizite Übungen kann bei einem bestehenden Klumpfuß eine deutliche Besserung eintreten. Zudem können eventuelle Komplikationen vermieden werden, sodass mit einem deutlich angenehmeren Krankheitsverlauf zu rechnen ist. Eigene Maßnahmen sind daher nur begrenzt möglich. Allerdings sollten die genannten keineswegs vernachlässigt werden.

Bücher über Klumpfuß

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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