Janeway-Läsion

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Oktober 2017
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Als Janeway-Läsionen werden kleine, meist nur wenige Millimeter große Flecken oder Knoten auf der Haut bezeichnet. Sie sind schmerzlos und treten meist an den Extremitäten auf. Manche Quellen führen Theodore Caldwell Janeway als ihren Entdecker auf, sie wurden jedoch tatsächlich von seinem Vater, dem amerikanischen Klinikarzt und Pathologen Edward G. Janeway (1841 – 1911) zuerst entdeckt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist sind Janeway-Läsionen?

Janeway-Läsionen sind erythematöse (gerötete) oder hämorrhagische (zu Blutungen führende) Hautveränderungen, die sowohl flach als auch erhaben sein können. Sie sind schmerzlos, meist zwischen 1 und 5 Millimeter groß, von rötlich-braunem Colorit und sind an Handinnenflächen, Fingern, Fußsohlen und Zehen zu finden. In der Regel entstehen sie durch eine Mikroembolie, also dem Verschluss kleinster Blutgefäße durch ein Blutgerinnsel.

Pathologisch werden sie als Mikroabszesse der Dermis, also der Lederhaut, beschrieben. Entzündungsherde dringen in das Zellgewebe ein und verursachen eine Nekrose, das bedeutet, das Zellgewebe zerfällt. Die Epidermis, also die obere Hautschicht, ist nicht von den Janeway-Läsionen betroffen. Die Läsionen haben ihren Ursprung meist in einer septischen Embolie, die Bakterien in den Blutgefäßen ablagern und so die Mikroabszesse hervorrufen.

Ursachen

Die Janeway-Läsion ist ein Hinweis auf eine bakterielle Endokarditis, also eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokard). Meist wird sie durch Staphylokokken oder Streptokokken verursacht. Die Infektionsmöglichkeiten sind vielfältig.

Wunden, unter anderem auch verursacht durch invasive ärztliche Maßnahmen, können eine Ursache sein. Bakterien können jedoch auch durch Verletzungen der Mundhöhle oder fieberhafte Erkrankungen, wie zum Beispiel Harnwegsinfekte, Lungen- oder Mandelentzündung, Bronchitis, ins Blut gelangen und so die Basis für eine Endokarditis bilden. Bei Menschen mit gesundem Herzen werden diese Bakterien meist durch die Fresszellen rechtzeitig abgefangen.

Bei Patienten mit Herzkrankheiten oder Herzklappenersatz besteht jedoch ein erhöhtes Risiko, an einer Entzündung der Herzinnenhaut zu erkranken. Unbehandelt verläuft eine Endokarditis meist tödlich, sie kann jedoch durch die Gabe von Antibiotika gut behandelt werden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Janeway-Läsionen sind Hautveränderungen, die in der Regel an Händen und Füßen auftreten. Sie werden als rötlich-braune Flecken oder Knoten sichtbar, die meistens zwischen ein und fünf Millimeter groß sind. Häufig sind die Läsionen schmerzlos, sie können jedoch ulzerieren, also Geschwüre bilden. Sie stellen sechs bis zehn Prozent der Symptome der bakteriellen Endokarditis dar.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Da die Hautveränderungen selbst meist keine Beschwerden verursachen, werden sie häufig nebenbefundlich entdeckt. Das bedeutet, der Patient ist auf Grund einer anderen Erkrankung in ärztlicher Behandlung. In der Regel werden die Janeway-Läsionen vom Arzt als solche erkannt. Es erfolgt jedoch sehr oft eine Biopsie des betroffenen Gewebes notwendig, um eine sichere Diagnose zu stellen.

Eine Behandlung der Janeway-Läsionen selbst ist nicht möglich. Sie verschwinden wieder, nachdem die zugrunde liegende Erkrankung, also die Endokarditis, behandelt wurde. Zur Linderung können jedoch Salben verschrieben werden. Eine Behandlung der Läsionen geht also immer einher mit einer Behandlung der ursächlichen Erkrankung, der Endokarditis. Da dies eine lebensbedrohliche Erkrankung ist, muss die Behandlung im Krankenhaus erfolgen.

Dort werden dem Patienten Antibiotika als intravenöse Infusionen verabreicht. Die Wahl des geeigneten Antibiotikums hängt von der Art des Erregers ab. Wenn sich der Patient in einem lebensbedrohlichen Zustand befindet, bleibt dem Arzt keine Zeit, das Ergebnis der Blutkultur abzuwarten. Dann muss sofort mit der Antibiotika-Gabe begonnen werden.

In weniger akuten Fällen kann das Resultat der Blutuntersuchung abgewartet werden, so kann das Antibiotikum noch besser auf den Erreger abgestimmt werden. Die Dauer der Behandlung erstreckt sich üblicherweise über vier bis sechs Wochen und hat das Ziel, die Bakterien vollständig aus dem betroffenen Gewebe zu entfernen. Sollte diese Therapie nicht den gewünschten Erfolg bringen, muss ein herzchirurgischer Eingriff sehr zeitnah erfolgen.

Dies verbessert die Überlebenschancen des Patienten und beugt zudem einer Embolie vor. Um solche drastischen Maßnahmen zu vermeiden, wird deshalb schon bei Verdacht auf eine Endokarditis mit der antibiotischen Therapie begonnen. Es ist so nicht immer möglich, eine Ersterkrankung zu verhindern, doch können die Folgeschäden dadurch gut kontrolliert und eingedämmt werden.

Komplikationen

Die Janeway-Läsion führt in den meisten Fällen zu Flecken auf der Haut. Diese Flecken sind rot und in den meisten Fällen nur relativ klein. Sie können allerdings zu ästhetischen Beschwerden führen, sodass sich die Betroffenen mit den Flecken nicht wohl fühlen und es zu Minderwertigkeitskomplexen oder zu einem verringerten Selbstwertgefühl kommt. Diese Flecken sind allerdings schmerzlos und führen nicht zu weiteren Beschwerden.

Allerdings können sich auf den Flecken selbst auch Geschwüre ausbilden. Nicht selten ziehen sich die Patienten aufgrund der Janeway-Läsion aus dem sozialen Leben zurück und leiden daher auch an psychischen Beschwerden oder an Depressionen. In der Regel tritt die Janeway-Läsion als Folge einer anderen Erkrankung auf, die auf jeden Fall behandelt werden muss.

Sollten Herzfehler die Ursache für die Janeway-Läsion sein, müssen diese durch einen Arzt behandelt werden. Ohne Behandlung kann es dabei zum Herztod kommen. In einigen Fällen ist allerdings eine Transplantation des Herzens notwendig, um die Beschwerden einzuschränken. Dabei kann es zu einer Verringerung der Lebenserwartung kommen. Ob es bei der Behandlung zu einem positiven Krankheitsverlauf kommt, kann in den meisten Fällen nicht allgemein vorausgesagt werden.

Behandlung & Therapie

Grundsätzlich haben Menschen mit Herzfehlern ein höheres Risiko, an Endokarditis zu erkranken. Gemäß den Richtlinien der American Heart Association (AHA) von 2007, denen sich auch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) angeschlossen hat, sind prophylaktische Maßnahmen vor allem erforderlich für Patienten mit Herzklappenersatz, nach überstandener Endokarditis, mit angeborenen Herzfehlern und überstandener Herztransplantation.

Bei dieser Risikogruppe ist eine antibiotische Behandlung vor jeder Operation, auch zahnärztlichen Eingriffen, dringend erforderlich. Die Patienten bekommen einen Herzpass ausgestellt, der zu jeder Operation und Untersuchung mitgeführt werden muss.

Außerdem sollten sie bei den geringsten Anzeichen einer Infektionskrankheit umgehend den Arzt aufsuchen, so dass eine antibiotische Therapie so schnell wie möglich eingeleitet werden kann. Bei einer vorliegenden Allergie gegen Penicillin kann auf die orale Gabe von Lincosamide zurückgegriffen werden.

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Vorbeugung

Die oben genannten Risikogruppen sollten also die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen unbedingt wahrnehmen sowie bei den kleinsten Anzeichen einer Infektion sofort zum Arzt gehen. Auch sollten sie immer ihren Herzpass bei sich haben. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßiger körperlicher Aktivität trägt auch dazu bei, das Immunsystem zu stärken und so Krankheiten wie zum Beispiel Endokarditis und die damit verbundene Janeway-Läsion zu vermeiden.

Das können Sie selbst tun

Die Janeway-Läsion muss zunächst ärztlich diagnostiziert und behandelt werden. Die Betroffenen können aber auch selbst einiges tun, um die Symptome zu lindern und einen schweren Verlauf zu vermeiden.

Zunächst muss ein Herzpass beantragt werden, der zu jeder Untersuchung und ärztlichen Behandlung mitgeführt werden sollte. Die zugrunde liegende Herzkrankheit sollte nach den Vorgaben eines Facharztes unterstützend behandelt werden. Abhängig von der Art des Leidens, empfehlen sich Maßnahmen, die das Herz, die anderen Organe und das Immunsystem stärken. Sportliche Betätigung ist in einem gewissen Rahmen ebenso zu empfehlen wie ein stressfreier Lebensstil. Zudem muss die Ernährung umgestellt werden, um eine weitere Belastung des Herzens zu vermeiden. Sollten sich Anzeichen einer Infektionskrankheit einstellen, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Die Janeway-Läsion selbst kann nicht mit Hausmitteln und Selbstmaßnahmen behandelt werden. Nach der ärztlichen Behandlung sind verstärke Hygienemaßnahmen angezeigt. Die betroffenen Hautstellen müssen mit einem medizinischen Präparat gepflegt werden und sollten keinen weiteren Reizungen ausgesetzt werden. Zuletzt sollte der Betroffene sich für einige Tage schonen und begleitend dazu weitere Kontrolluntersuchungen beim zuständigen Arzt vereinbaren.

Bücher über Hautkrankheiten

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Paus, R.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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