Hohlfuß

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. Dezember 2017
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Der Hohlfuß (lat. Pes excavatus) ist eine angeborene oder erworbene Fußdeformation. Erkennbar ist der Hohlfuß, durch einen erhöhten Fußrücken, was ihm zum genauen Gegenteil des Plattfußes macht.

Inhaltsverzeichnis

Definition Hohlfuß

Durch eine Erhöhung des Längsgewölbes des Fußes wird der beim Gehen und Stehen entstehende Druck nicht gleichmäßig am Fuß verteilt. Je nachdem, ob die Körperlast durch den Hohlfuß eher am Ballen oder auf der Ferse liegt, unterscheidet man den Ballenhohlfuß und den Hackenhohlfuß, wobei der Hackenhohlfuß weitaus seltener auftritt.

Infolgedessen entstehen Druckstellen an Fußrücken, Ballen und Zehen, welche sich für die Betroffenen als Fußschmerzen äußern. Durch diese Fußschmerzen im Hohlfuß kommt es zu Einschränkungen in der Bewegung des Fußes und zu Problemen während des Gehens. Daraus ergibt sich ein erhöhtes Sturz- und Verstauchungsrisiko.

Durch die Deformation fühlt sich der Fuß eher steif und ungelenkig an, ebenso wie die Zehen, die zusätzlich noch gekrümmt erscheinen. Ein weiteres Problem für Personen, die unter einem Hohlfuß leiden, ist die durch die Fußstellung beeinflusste frühzeitige Abnutzung der Schuhe.

Ursachen

Es gibt mehrere mögliche Ursachen, die ausschlaggebend für einen Hohlfuß sein können. Erste Möglichkeit und zugleich die am häufigsten auftretende, ist ein angeborener Hohlfuß, welcher schon bei der Geburt festzustellen ist.

Die Fußfehlstellung kann aber ebenfalls in Folge einer Erkrankung auftreten. Mögliche Ursachen sind Lähmungen (vor allem in der kleinen Fußmuskulatur), Erkrankungen des Nervensystems, andere Nervenschäden, Muskelschwäche, Bänderschwäche oder Rückenmarkstumore. Durch diese Erkrankungen kommt es zu einer überhöhten Längswölbung des Fußes, welche den Fuß auf unnatürliche Weise belastet.

Eine weitere Ursache, vor allem bei schwächer ausgeprägten Hohlfüßen, ist das Tragen von engen Schuhen mit zu hohen Absätzen. Es kann aber ebenfalls vorkommen, dass der Grund für die Formveränderung des Fußes nicht festgestellt werden kann. In diesem Fall spricht man von einem idiopathischen Hohlfuß (idiopathisch = ohne erkennbare Ursache).

Typische Symptome

Schematische Darstellung zur Anatomie des Fußes im Vergleich von einem normalen Fuß, Senkfuß und Hohlfuß.

Symptomatisch ist der Hohlfuß das genaue Gegenteil vom Plattfuß. Der Fuß ist also statt flach, rund und gekrümmt. Typische Symptome sind weiterhin folgende Beschwerden:

Diagnose & Verlauf

Der Hohlfuß wird meist bei einer körperlichen Untersuchung entdeckt, da er in ausgeprägter Form bereits mit dem bloßen Auge erkennbar ist. Sicher festzustellen ist er aber anhand des Fußabdrucks. Die Ausprägung eines Hohlfußes wird von Ärzten in der Regel mit Röntgenaufnahmen ermittelt.

Merkmale zum Erkennen einer Fußdeformation sind zum Beispiel, ein unsicherer Gang, leichteres umknicken, vermehrte Stürze, Verstauchungen oder Hühneraugen an den Zehen. Durch die höhere Belastung am Vorderfuß und Fersenbereich, welche durch langes Stehen und Gehen entsteht, kann es bei gleichzeitig bestehendem Spreizfuß ebenfalls zu Schmerzen im Mittelfuß kommen. Ein weiteres Indiz können auch Schmerzen an der Ferse sein. Diese kommen meist von Entzünden, welche durch die deformierte Stellung des Hohlfußes entstehen können.

Komplikationen

Durch den Hohlfuß kommt es beim Patienten zu verschiedenen Beschwerden und Einschränkungen, die das Laufen und Gehen betreffen. In den meisten Fällen leiden die Betroffenen an einem sogenannten Hammerzeh und an Hühneraugen. Diese Beschwerden führen in der Regel zu starken Schmerzen, die vor allem beim Gehen auftreten.

Durch diese Schmerzen kommt es zu erheblichen Bewegungseinschränkungen, die den Alltag zusätzlich erschweren. Die gesamte Fußmuskulatur ist durch den Hohlfuß eingeschränkt und gelähmt, sodass für den Patienten auch keine sportlichen Betätigungen möglich sind. Durch die dauerhafte Fehlbelastung beim Hohlfuß kommt es zu starken Schmerzen, die ebenso in Form von Ruheschmerzen auftreten können.

Die Ruheschmerzen können dabei nachts zu Schlafbeschwerden führen und Depressionen auslösen. Die Diagnose des Hohlfußes ist in der Regel relativ einfach, sodass auch eine frühzeitige Behandlung eingeleitet werden kann. In den meisten Fällen findet die Behandlung mit Hilfe von Einlagen und Therapien statt. Damit können die meisten Beschwerden gelindert werden und es kommt nicht zu weiteren Komplikationen. In schwerwiegenden Fällen können auch operative Eingriffe durchgeführt werden. Die Lebenserwartung wird durch den Hohlfuß nicht beeinflusst.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein leichter Hohlfuß muss nicht unbedingt behandelt werden, so lange er noch keine Beschwerden verursacht. Wenn begleitend zur Fehlstellung aber Druckstellen, Schwielen oder Hühneraugen zu sehen sind und der Fuß regelmäßig schmerzt, sollte man am besten einen Orthopäden aufsuchen. Ein Hinweis auf einen Hohlfuß kann eine schwach entwickelte oder geschwächte Fußmuskulatur sein. Bei einem stark ausgeprägten Hohlfuß empfiehlt sich immer eine Untersuchung durch einen Fachmann, am besten durch einen Orthopäden, weil dieser am besten entscheiden kann, welche therapeutischen Maßnahmen zur Korrektur erforderlich sind und wie sich die Beschwerden durch die Fehlstellung am sinnvollsten lindern lassen.

Bei einer fortgeschrittenen Deformationen wie Hammer- und Krallenzehen sind in der Regel physiotherapeutische Maßnahmen erforderlich, meistens in Form von Dehnübungen, damit sich die Deformation nicht weiter verschlimmert. Unbehandelt wird ein Hohlfuß mit den Jahren meistens schlimmer und es stellen sich peu à peu Beschwerden ein, die zunehmend das Tragen von Schuhen erschweren. Spätestens zu diesem Zeitpunkt lässt sich meistens der Gang zum Orthopäden wegen des Leidensdrucks nicht mehr vermeiden. Besser ist es jedoch, schon vorher einen Arzt aufzusuchen, damit es gar nicht erst zu derartigen Beschwerden kommt.

Behandlung & Therapie

Je nach Grad der Deformation gibt es verschiedene Arten der Behandlung für Patienten mit einem Hohlfuß. Wie stark der Hohlfuß bereits ausgeprägt ist, wird im Normalfall anhand von Röntgenaufnahmen ermittelt. Bei leichteren Fällen reichen meist modellierte Schuheinlagen, welche den Fuß stützen.

Dadurch wird der Druck verteilt und die stark beanspruchten Zonen, wie Ballen und Ferse, werden entlastet. Zusätzlich ist es ratsam eine sogenannte Nachtschiene zu tragen, die den Fuß während der Nacht fixiert und stabilisiert. Um weitere Stabilität zu erhalten und das Umknickrisiko zu verringern, wird empfohlen Schuhe mit hohem Schaft zu tragen. Oft ist es auch nötig, dass Personen mit Hohlfuß spezielle für sie angefertigte orthopädische Schuhe benötigen.

Bei bereits fortgeschrittener Deformation des Fußes ist es nötig, sich in physiotherapeutische Behandlung zu begeben. Durch Bewegungs- und Dehnübungen unter Anleitung wird der Verlauf der Fußfehlstellung oft positiv beeinflusst. Mit Gymnastik und entsprechenden Übungen lässt sich eine orthopädische Behandlung perfekt ergänzen. Bei Patienten mit weit fortgeschrittenem Hohlfuß besteht zusätzlich die Option, sich den Fuß operativ richten zu lassen.

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Vorbeugung

Da ein Hohlfuß entweder angeboren oder Folge einer andern Erkrankung ist, gibt es keine Möglichkeit einer Vorbeugung. Bei frühzeitiger Diagnose und rechtzeitiger Behandlung kann der Verlauf der Deformation allerdings positiv beeinflusst werden.

Das können Sie selbst tun

Ein Hohlfuß sollte auch dann, wenn er noch keine Beschwerden verursacht, unbedingt einem Facharzt, am besten einem Orthopäden, vorgestellt werden. Der Patient kann aber auch selbst dazu beitragen, einem Hohlfuß vorzubeugen oder das Fortschreiten des Leidens aufzuhalten.

In leichtern Fällen hilft es bereits, wenn der Betroffene konsequent Spezialeinlagen trägt, die den Fuß stützen und entlasten. Die Einlagen verteilen den Druck über den gesamten Fuß, so dass sonst übermäßig beanspruchte Partien wie Ballen und Fersen entlastet werden. Eine Schlafschiene, die den Fuß während der Nacht stabilisiert, kann den positiven Effekt der Einlagen noch steigern. Betroffene, die aufgrund des Hohlfußes zum Umknicken neigen, können dieses Risiko vermindern, indem sie Stiefel oder halbhohe Schuhe mit Schaft tragen. Wer sehr häufig umknickt, sollte auch über orthopädische Spezialschuhe nachdenken, die dem individuellen Grad der Störung angepasst werden und diesem Problem so vorbeugen können.

Durch eine rechtzeitig begonnene physiotherapeutische Behandlung kann darüber hinaus das Fortschreiten der Deformation verhindert oder zumindest verzögert werden. Die speziellen krankengymnastischen Übungen können in vielen Fällen sogar dazu beitragen, dass sich die Fehlstellung wieder zurückbildet. Dazu ist allerdings regelmäßiges Training unter Anleitung eines Physiotherapeuten erforderlich, der Erfahrung mit der Therapie der Störung hat.

Blasen, Druckstellen, Schrunden und andere Läsionen sollten zeitnah behandelt werden, das sie sonst zusätzliche Fußschmerzen auslösen können.

Bücher über Gesunde Füße

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Niethardt, F.U.: Kinderorthopädie. Thieme, Stuttgart 2009

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