Spreizfuß

Letzte Aktualisierung am 28. Februar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Der Spreizfuß oder Pes transversoplanus ist eine vermeidbare Auseinanderspreizung des Vorderfußes, der häufig durch Übergewicht und falsches Schuhwerk verursacht wird.

Inhaltsverzeichnis

Definition Spreizfuß

Unter einem Spreizfuß versteht man eine sichtbare und messbare Verformung des gesamten Vorderfußes. Sie entsteht durch die Absenkung des vorderen Gewölbes im Fuß.

In Folge der Absenkung spreizen sich die Zehenknochen sichtbar auseinander. Es kommt zu einer chronischen Überlastung der Zehengelenke am kleinen und am großen Zeh und zu einer charakteristischen Schwielenbildung.

In Folge weiterer Belastung entwickelt sich der Spreizfuß zu einem schmerzenden Fuß, dem typische Fehlstellungen und Überlastungssymptome der Zehen folgen.

Ursachen

Zu den Ursachen, die zur Entwicklung von Spreizfuß führen, sind Übergewicht, ungeeignetes Schuhwerk ohne ausreichende Stützung des Fußgewölbes, ein Faible für hohe Absätze oder erbliche Bindegewebsschwächen zu zählen. Auch bestimmte Knochenbrüche im Vorderfußbereich können einen Spreizfuß begünstigen.

Hier ist vor allem die so genannte „Marschfraktur“ zu nennen. Es handelt sich dabei um einen Ermüdungsbruch an den Mittelfußknochen. Er kann bei Überlastung oder ungewohnten Belastungen wie langen Fußmärschen entstehen. Bei Frauen diagnostiziert man ungefähr viermal häufiger einen Spreizfuß als bei Männern. Der Grund ist, dass Frauen häufiger ungeeignetes Schuhwerk mit hohen Absätzen tragen.

In Folge dessen wird der Vorderfuß über das normale Maß hinaus belastet. Enge Schuhe können - ebenso wie zu weit geschnittene Schuhe - einen Spreizfuß auf Dauer nicht verhindern, wenn eine Unerstützung des Fußgewölbes nicht stattfindet. Oft bleibt der Spreizfuß in den ersten Jahren beschwerdefrei.

Als Folge des Auseinanderspreizens des Vorderfußes können aber veränderte Ganggewohnheiten und dadurch bedingte neuerliche Fehlbelastungen entstehen. Es kann durch den zunehmenden Spreizvorgang zu Fehlstellungen an den Zehen oder Gelenkerkrankungen am Fuß kommen. Der berühmte Hallux Valgus, die so genannte Hammerzehe, Arthrose der Zehengelenke, Hühneraugen oder das Morton Neurom werden auf den Spreizfuß zurückgeführt.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein Spreizfuß ist zunächst an der charakteristischen Fehlbildung eines oder beider Füße zu erkennen. Typischerweise ist der Vorderfuß verbreitert und abgesenkt, während die Großzehen sich nach außen verschieben. Die Schmerzen treten vor allem beim Gehen und Stehen auf. In Ruhe kommt es nicht zu Beschwerden, insofern sich noch keine Folgebeschwerden eingestellt haben.

Allerdings kann die veränderte Stellung des Fußes zur Entstehung von Krallenzehen oder Hammerzehen führen. Im Verlauf kann ein Spreizfuß zu Schmerzen sowie Schwielen an der Fußsohle führen. Normales Laufen ist meist nicht mehr möglich, woraus bei den Betroffenen ein Vermeidungsverhalten und weitere Fehlstellungen resultieren können. Ein Spreizfuß ist an der ungewöhnlichen Abrollbewegung der Sohle zu erkennen, bei der die Betroffenen den Fuß über den Außenfuß abrollen.

Dementsprechend treten vor allem an der Außenseite des Fußes Schwellungen und Hornhautbildung auf. Wenn ein Spreizfuß frühzeitig operiert wird, können die Beschwerden gänzlich behoben werden. Bei zu später Behandlung haben sich unter Umständen bereits bleibende Schäden am Fuß eingestellt. Mögliche Folgesymptome sind Gelenkverschleiß, Knochenschäden, Hautveränderungen oder Gehstörungen. Insbesondere bei einem angeborenen Spreizfuß kann sich im Laufe der Kindheit ein Fehlgang entwickeln, welcher die Körperhaltung beeinträchtigt.

Komplikationen

Ein Spreizfuß kann zu einer Überdehnung von Muskeln und Bändern führen. Daraus kann eine chronische Fehlbelastung der betroffenen Knochen und Gelenke resultieren. Unter der Sohlenhaut bilden sich oftmals dicke, schmerzende Schwielen. Eine typische Komplikation ist auch die sogenannte Morton-Neuralgie, eine Dauerreizung der Nerven, die langfristig zu Nervenknoten führt.

Diese knotenartigen Verdickungen verursachen starke Schmerzen und sind oftmals auch mit Bewegungseinschränkungen und Sensibilitätsstörungen verbunden. Ein Spreizfuß begünstigt außerdem die Bildung von Zehendeformitäten wie Hallus valgus, Mallet-Zehe oder Krallenzehe. Einmal entstanden, können weitere Deformierungen zu weitreichenden Komplikationen und chronischen Bewegungseinschränkungen führen, die unter Umständen auch psychische Leiden wie depressive Verstimmungen oder Minderwertigkeitskomplexe zur Folge haben.

Auch bei der Behandlung gibt es Risiken. Schlecht eingestellte Hilfsmittel können den Spreizfuß unter Umständen noch verstärken und weitere Schmerzen verursachen. Ein chirurgischer Eingriff birgt die üblichen Risiken: Blutungen, Nachblutungen, Nervenverletzungen, Narbenbildung und Entzündungen. Verordnete Medikamente können Nebenwirkungen mit sich bringen und Allergien auslösen.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden, Ödeme und Blutgerinnungsstörungen. Selten können Magengeschwüre und Nierenerkrankungen auftreten. Auch eine Unverträglichkeit auf die verschriebenen Schmerzmittel und Entzündungshemmer ist nicht auszuschließen.

Behandlung & Vorbeugung

Operativ kann man einen Spreizfuß nicht behandeln. Aber einige der Folgeerkrankungen – wie den Hallux Valgus – kann man operativ richten. Zur Behandlung des Hauptproblems muss der Spreizfuß frühzeitig unterstützt werden. Die strittige Frage ist aber, mit welcher Art von Gesundheitsschuh, Pelotte oder Einlage dies geschieht.

Manche so genannten Gesundheitsschuhe fördern nach Ansicht von Orthopäden die Entstehung des Spreizfußes durch ihre zu große Breite im Vorderfußbereich. Auch mit einem Fußbett kann in solchen Schuhen der Vorderfuß zu weit auseinander getrieben werden - beispielsweise bei Übergewicht oder stehenden Berufen. Bei Kindern kann man durch Barfußlaufen dafür sorgen, dass sich das Fußgewölbe kräftigt.

Erwachsenen mit Spreizfuß rät man zunächst zur Gewichtsreduktion, zu orthopädischen Einlagen, Barfußlaufen und Fußgymnastik. Gibt es bereits entzündliche Prozesse im Zehenbereich, ist eine Ruhigstellung des Fußes hilfreich. Der Wechsel des Schuhwerks ist beim Spreizfuß sinnvoll.

Gegen die Schwielenbildung kann man mit warmen Fußbädern und Hornhautraspeln vorgehen. Sinnvoller ist aber, durch geeignetes Schuhwerk der Schwielenbildung am Spreizfuß Einhalt zu gebieten. Flaches Schuhwerk mit genügend Platz für die Zehen ist beim Spreizfuß anzuraten.

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Bücher über Spreizfuß

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethardt, F.U.: Kinderorthopädie. Thieme, Stuttgart 2009
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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