Hühnerauge

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 1. September 2017
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Das harte oder weiche Hühnerauge bzw. Krähenauge ist ein vermeidbares Fußleiden. Zu enges Schuhwerk, ständige Reibung oder chronischer Druck verursachen es. Man könnte das Hühnerauge als Volkskrankheit bezeichnen. Es ist aber keine Erkrankung im eigentlichen Sinne. Der Hang zu orthopädisch ungeeignetem Schuhwerk ist der eigentliche Grund, warum ein Hühnerauge entsteht.

Inhaltsverzeichnis

Definition Hühnerauge (Krähenauge)

Ein Hühnerauge entsteht als Hornhautschwiele auf der Zehenoberfläche, an den Seiten der Zehen oder gelegentlich am Ballen. Die schmerzhafte Hornhautschwiele wird durch wiederholten Druck auf die Hautpartien am Fuß ausgelöst.

Sitzt das Hühnerauge zwischen den Zehen, spricht man vom Zwischenzehen-Hühnerauge.

Man kennt zwei Arten von Hühnerauge:

Das harte und das weiche. Im Schmerzgrad und in den Ursachen unterscheiden sie sich nicht voneinander. Die Behandlung des harten oder weichen Hühnerauges kann unterschiedlich sein.

Ursachen

Ein Hühnerauge wird durch zu enges Schuhwerk begünstigt. Durch ständige Reibung der Zehen in einem zu eng geschnittenen Schuh entstehen die Zwischenzehen-Hühneraugen. Auch das Scheuern der Zehenoberflächen am Schuhmaterial kann ein Hühnerauge verursachen – im schlimmsten Falle auf jedem Zeh eines. Die eigentliche Ursache für das Hühnerauge ist eine Quetschung der Haut. Ein Hühnerauge oder mehrere davon diagnostiziert man deutlich häufiger bei Frauen, die bevorzugt spitze oder enge Schuhe tragen.

Symptome & Krankheitsverlauf

Das harte Hühnerauge tritt meist dort auf, wo zu enge Schuhe am Häufigsten am Fuß Reibung auslösen. Es findet sich auf den Oberflächen der Zehen, manchmal auch an den Zehenspitzen oder an der Seite der Zehen. Man kann ein hartes Hühnerauge aber auch am Ballen entwickeln, wo der Schuh drückt.

Es hat etwa die Größe einer Erbse, kann gerötet sein und glänzt. Beim Tasten fällt die Härte des Hühnerauges auf. Seine Farbe ist gelblich. Unter der Lupe erkennt man einen nach innen gewachsenen Kern. Der Druck auf den Kern verursacht den bekannten, stechenden Schmerz.

Bei der Fußpflege, auch Pediküre genannt, werden die Fußnägel gekürzt und Hornhaut entfernt (auch Hühneraugen). Hingegen umfasst die medizinische Fußpflege oder Podologie auch direkte Behandlungen der Füße.

Das weiche Hühnerauge fühlt sich deutlich anders an. Es entsteht aus den gleichen Gründen und vorzugsweise zwischen den aneinander reibenden Zehen. Bei diesem Hühnerauge ist die Oberfläche eher weich, der harte Kern fehlt. Der Schmerzgrad ist aber bei beiden Hühneraugenarten derselbe.

Er verstärkt sich bei Reibung und Schwitzen am Fuß. Menschen, die Senk- oder Spreizfüße haben, ungeeignetes Schuhwerk tragen oder an Arthrose der Gelenke leiden, haben eher ein Hühnerauge als Menschen mit einem gesunden Fuß.

Zu unterscheiden ist das Hühnerauge von einer durch Viren ausgelösten Warze an denselben Stellen. Gefährlich kann ein Hühnerauge bei Diabetes werden. Hier bemerkt man durch den diabetischen Fuß Reibung und Schmerz nicht so. In Kombination mit der Zuckerkrankheit kann sich das Hühnerauge entzünden und zu schweren Folgeschäden führen.

Komplikationen

Ein Hühnerauge entsteht durch starke Belastungen an einer bestimmten Stelle, sodass die Haut vor weiteren Verletzungen geschützt wird. Natürlich kann ein solches Hühnerauge auch verschiedene Komplikationen hervorrufen, die eventuell auch von einem Arzt behandelt werden sollten. In vielen Fällen ruft ein Hühnerauge eine Infektion hervor, die in der Regel immer medikamentös versorgt werden sollte.

Wird die betroffene Stelle nämlich weiterhin belastet, kann sich eine offene Wunde entwickeln. Bei einem entzündeten Hühnerauge besteht immer die Gefahr einer Entzündung, da sich Bakterien und Viren in der offenen Wunde einnisten können. Aus diesem Grund sollte bei ersten Anzeichen einer Entzündung ein entsprechender Arzt aufgesucht werden. Wird an dieser Stelle auf einen Besuch beim Arzt verzichtet, setzt sich die Person einer großen Gefahr aus.

Die vorliegende Komplikation kann sich erheblich verschlimmern, sodass es sogar zur Bildung von Eiterflüssigkeit kommen kann. Eine weitere mögliche Komplikation ist die Bildung einer Schrunde. Unter einer Schrunde versteht man einen tiefen Hautriss, der leider nicht mehr selbstständig zusammenwachsen kann. Auch bei dieser Komplikation ist ein Besuch beim Arzt unumgänglich.

Andernfalls kann es wiederholt zu einer Entzündung kommen, die eine Ansammlung von Eiterflüssigkeit aufweisen kann. Wer jedoch frühzeitig die oben genannten Komplikationen medikamentös versorgt, hat sehr gute Chancen auf eine vollständige Genesung.

Behandlung & Therapie

Man kann das harte Hühnerauge durchaus selbst behandeln, in dem man eine Salicylsäure-Lösung aufträgt. Damit wird die hornartig verhärtete Oberfläche aufgeweicht. Nach mehrfacher Behandlung kann man das Hühnerauge dann in warmem Wasser vorsichtig ablösen. Als Alternative zur Flüssiglösung kann man in der Apotheke oder im Drogeriemarkt Hühneraugenpflaster kaufen.

Bei einem weichen Hühnerauge wird diese Behandlung aber nicht empfohlen. Auch Diabetiker und Patienten mit Durchblutungsstörungen dürfen Salicylsäure-Präparate nicht anwenden. Der Gang zum Fußpfleger, Orthopäden, Hautarzt oder Podologen kann hier hilfreich sein. Zu diesen Instanzen geht man auch, wenn das Hühnerauge immer weder entsteht.

Bei sehr schmerzhaften, harten Hühneraugen mit tief nach innen reichendem Kern kann eine Operation nötig sein. Zur Vermeidung einer Neuentstehung kann ein Druckschutz- oder Zwischenzehen-Pflaster sinnvoll sein. Ein neues Hühnerauge wird damit verhindert.

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Vorbeugung

Zur Vorbeugung gegen ein Hühnerauge ist gut sitzendes Schuhwerk unerlässlich. Es darf weder reiben noch drücken. Bemerkt man eine Druckstelle im Zehenbereich, kann man den entsprechenden Zeh vorbeugend abpolstern. Besser wäre aber, den Schuh auszuwechseln oder weiten zu lassen. Manchmal helfen orthopädische Einlagen oder spezielles Schuhwerk für Diabetiker. Neben dem klassischen Reibungsproblem können nämlich auch Fehlstellungen der Zehen, Fußleiden oder eine nicht sinnvolle Gangart zu einem Hühnerauge führen.

Das können Sie selbst tun

Ein hartes oder weiches Hühnerauge ist gut selbst behandelbar. Der umgehende Besuch eines Facharztes wird ausschließlich Diabetikern empfohlen.

In der Regel kann das Hühnerauge mit Hilfe einer Salicylsäure-Lösung aufgeweicht werden. Die Lösung ist in Apotheken frei verkäuflich zu erwerben. Betroffene sollten mehrfach Fußbäder mit dieser Lösung vornehmen und anschließend versuchen die aufgeweichte Haut abzulösen. Mit einem Bimsstein oder einer feinporigen Fußreibe kann die Haut ebenfalls vorsichtig bearbeitet werden. Jedoch ist darauf zu achten nicht zu viel Haut zu entfernen. Beginnt die Stelle zu bluten bietet sie Bakterien und Viren Einlass und die Basis für Entzündungen. Diabetiker und Patienten mit bekannten Durchblutungsstörungen sollten Salicylsäure nicht anwenden.

Alternativ sind in Drogeriemärkten und Apotheken auch spezielle Pflaster erhältlich, welche auf die betroffene Stelle aufgeklebt werden können. Der wichtigste Punkt in der Selbstbehandlung stellt jedoch das geeignete Schuhwerk dar. Zu enge Schuhe oder Materialien in denen es zu einer starken Schweißbildung kommt, wirken sich förderlich auf die Entstehung eines Hühnerauges aus. Betroffene sollten natürliche, atmungsaktive Materialien mit einer bequemen Fußweite bevorzugen. Auch spezielle Druckschutzpflaster – wie sie in Schuhgeschäften, Drogeriemärkten und Apotheken angeboten werden – beugen der erneuten Entstehung eines Hühnerauges vor.

In der Naturheilkunde werden Hühneraugen mit Zitrone, Teebaumöl und Zwiebeln behandelt. Diese Substanzen wirken ebenso antientzündlich und lösen die verhornte Hautstelle.

Bücher über das Hühnerauge

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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