Östliche Pferdeenzephalomyelitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. August 2017
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Bei der Östlichen Pferdeenzephalomyelitis handelt es sich um eine Zoonose. Diese Entzündung betrifft sowohl Rückenmark als auch Gehirn. Erreger sind Viren, die an der Ostküste Kanadas und den USA vorkommen und durch Mücken übertragen werden. Einzelne Fälle wurden ebenfalls in Thailand und auf den Philippinen bekannt. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle bei Menschen ist gering.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Östlichen Pferdeenzephalomyelitis?

Der Fachbegriff für eine östlichen Pferdeenzephalomyelitis lautet Eastern Equine Encephalomyelitis, kurz EEE. Das heißt, dass sie vom Tier - in dem Fall dem Pferd - zum Menschen übertragbar ist. Unbehandelt führt die Viruserkrankung auch beim Menschen zum Tod. Laut Tierseuchenverordnung besteht die Pflicht zur Anzeige bei der zuständigen Tierseuchenbehörde und dem Gesundheitsamt. Überträger der Krankheit sind Gnitzen oder Stechmücken.

Ausgewachsene Insekten ernähren sich von Pflanzensäften, die Zucker enthalten. Damit die Eier reifen können, benötigen weibliche Gnitzen Blut. Durch ihre stechend- saugenden Mundwerkzeuge sind sie in der Lage, das für ihren Nachwuchs lebensnotwendige Blut aufzunehmen. Sie passen sich den Umweltbedingungen an und so trägt unter anderem der Klimawandel dazu bei, dass sich ihr Vorkommen auch auf Gebiete außerhalb Kanadas und den USA ausbreitet.

Ursachen

Es ist nur ein kaum merklicher Stich und Pferd oder Mensch sind infiziert. Mückenplagen gibt es vor allen Dingen in Jahren, die für das Schlüpfen der Eier besonders günstig sind. Von den vielen Arten sind es nur etwa 50, die bisher so weit erforscht sind, dass sie als Überträger von Krankheitserregern in Betracht kommen. Es gibt etwa 60 Viren, die in den Stechmücken vorkommen und hauptsächlich in der Veterinärmedizin von Bedeutung sind.

Einige dieser Viren können auch auf den Menschen übertragen werden. Dazu zählt das Eastern Equine Encephalitis Virus, welches durch die Gnitze Culiseta melanura übertragen wird. Dabei kommen nicht nur Stechmücken als Überträger in Betracht. Auch Wildvögel und Nager gelten als Wirte. Obwohl bisher nur Fälle im Osten Kanadas und den USA bekannt wurden, ist eine Verbreitung der Krankheit auch in Europa möglich. Wer sich bei einer Reise in die betroffenen Gebiete infiziert, kann bei seiner Rückkehr weitere Menschen anstecken.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Als inapparente oder stumme Infektion wird sie von dem Erkrankten nicht bemerkt. Er ist dann zwar beschwerdefrei, die Symptome können sich aber durch Stress oder geschwächtem Immunsystem noch Jahre nach der Infektion zeigen. Beim Ausbruch der Krankheit gehören Bindehautentzündung, Kopfschmerzen und Fieber mit Muskelschmerzen und Gliederschmerzen zu den Symptomen.

Weitere Anzeichen sind allgemeine Übelkeit, schwallartiges Erbrechen und Delirium. Kommt es zur Hirnhautentzündung, fallen Patienten nicht selten ins Koma und sterben. Die Todesrate beim Menschen liegt etwa zwischen 30 und 50 Prozent. Nach einem plötzlichen Ausbruch der Krankheit kommt es zur kurzen Verbesserung des Allgemeinzustands. Dieser hält nur wenige Tage an und es zeigen sich Krämpfe, Nackensteifigkeit und Lähmungserscheinungen in den Extremitäten. Die Symptome sind teilweise identisch mit der Meningitis und weiterer Hirnhautentzündungen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Im Labor wird eine virologische Diagnostik durchgeführt. Zu dem Zweck wird das Virus auf einem geeigneten Träger gezüchtet. Wesentlich schneller kommt es zur richtigen Diagnose, wenn ein direkter Virusnachweis erbracht wird. Das geschieht durch die serologische Untersuchung des Blutes. Auch die Untersuchung des Liquors kann zum Nachweis und zur Bestimmung der Viren eingesetzt werden.

Pferdebesitzer sollten ebenfalls auf die Untersuchung ihrer Tiere achten. Die Östliche Pferdeenzephalomyelitis kommt zwar hauptsächlich in Übersee vor, es gibt aber keine Garantie dafür, dass sie nicht auch in Europa auftritt. Jedem Verdachtsmoment muss nachgegangen werden und es darf mit den Tieren kein ungeschützter Kontakt stattfinden.

Wichtig ist, dass die richtige Diagnose gestellt wird. Es gibt zwei weitere ähnliche Enzephalomyeliten, deren Symptome und Krankheitsverlauf der Östlichen ähnlich sind. Da sie durch andere Erreger hervorgerufen werden, ist auch deren Existenz zu belegen. Diese Viren müssen völlig anders behandelt werden.

Behandlung & Therapie

Die Therapie zielt auf die Behandlung der Symptome ab. Wichtig ist, dass das Fieber gesenkt und bei Krampfanfällen ein Antiepileptikum gegeben wird. Spasmen sind durch muskelentkrampfende Mittel zu reduzieren. Treten Hirnödeme auf, drücken diese auf wichtige Bereiche des Gehirns und eine Entlastung ist zwingend erforderlich. Mögliche Eingriffe sind der Einbau einer Shuntanlage oder die Trepanation.

Beide Maßnahmen dienen dem raschen Abfallen des Hirndrucks durch Abfließen des Hirnwassers. Sie sind aber nur dann möglich, wenn es der Allgemeinzustand der Patienten zulässt. Die Shuntanlage belastet ihn weniger als die Trepanation. Sie wird schon bei Säuglingen mit Hydrocephalus (Wasserkopf) eingesetzt. Der Liquorshunt leitet permanent das Hirnwasser vom Kopf zur Bauchhöhle ab.

Dazu wird ein kleiner Katheder implantiert, der über ein Ventilsystem steuerbar ist. Nach dem Abklingen der Symptome ist die Entfernung unproblematisch und Betroffene können ohne den Liquorshunt leben. Patienten müssen stets intensivmedizinisch betreut werden.

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Vorbeugung

In Risikogebieten ist eine Impfung der Pferde möglich. Sie werden mit einem Totimpfstoff behandelt. Für sie ist das Infektrisiko dann nur noch äußerst gering. Bei Überseereisen in die betroffenen Gebiete steht ebenfalls ein Impfstoff für Menschen zur Verfügung. Die Viren der Östlichen Pferdeenzephalomyelitis gehören laut Experten zu den biologischen Waffen von Terroristen und Diktatoren.

Es ist also von elementarer Bedeutung, dass Impfstoffe entwickelt werden, die flächendeckend einsetzbar sind. Bisher existieren nur Seren, die viele Nebenwirkungen haben. Das sollte aber kein Grund sein, auf eine Immunisierung zu verzichten, wenn eine Reise in die Risikogebiete ansteht.

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Quellen

  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004
  • Thomas, C. (Hrsg.): Atlas der Infektionskrankheiten. Schattauer, Stuttgart 2010

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