Xanthom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. November 2017
Startseite » Krankheiten » Xanthom

Xanthome sind meist gelbliche, cholesterinreiche Ablagerungen in Sehnen oder anderen Körperteilen. In unterschiedlichen Ausformungen können sich diese Fettgewebe unter der Hautoberfläche bilden und festsetzen. Xanthome stehen meist in Verbindung mit Hyperlipoproteinämie (erhöhtes Cholesterin im Blut).

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Xanthom?

Der Begriff Xanthom wird dem Terminus Xanthelasma untergeordnet und bezeichnet fettreiche, Ablagerungen unter der Haut, die eine markante Größe ausgebildet haben.

Auch wenn sie meist eine gelbliche Färbung haben, können die Ablagerungen ebenso bräunlich, rötlich, beige- oder cremefarben sein. Xanthome variieren stark in Größe und Gestalt. Möglich sind sowohl stecknadelkopfgroße Punkte, die nicht selten gehäuft auftreten, stark hervortretende Knoten, runde gleichmäßige Flächen, oder ungleichmäßige Schwämme. Auch wenn die Ablagerungen an der Haut am markantesten sind, können sie ebenfalls auf Knochen, Blutbahnen und Organen auftreten.

Xanthome selbst sind nicht gefährlich, treten aber meist in Verbindung mit Fettstoffwechselkrankheiten auf. Wenn sie ausgelöst werden durch einen zu hohen Cholesterinspiegel im Blut, können sie sich auch wieder auflösen, wenn dieser unter Kontrolle gebracht wurde.

Ursachen

Es gibt eine Vielzahl von Ursachen, die in Verbindung stehen mit der Fettstoffwechselstörung, welche die Xanthome auslösen. Lipide verbinden sich im Blut mit Proteinen. Diese Lipoproteine transportieren Cholesterin und andere Fette zu verschiedenen Stellen im Körper.

Wenn dieser Vorgang Schwankungen und Unregelmäßigkeiten unterworfen ist, lagen sich Xanthome ab. Der Grund dafür können genetische Dispositionen sein, aber auch andere Erkrankungen, die nicht selten mit dem gesundheitlichen Lebenswandel in Verbindung stehen. Zum ersten zählen Diabetes mellitus, aber auch Medikamente können diese Störungen hervorrufen. Wenn Xanthome im Rahmen einer sekundären Hyperlipoproteinämie auftreten, können sie folglich zahlreiche Ursachen haben.

Dazu zählen, Alkoholismus, Überernährung, Fehlernährung, Panktreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung), Lebererkrankungen, Cholestase (Gallenstauung), Hyperurikämie (erhöhter Harnsäurespiegel im Blut), Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse), Akromegalie (Vergrößerung von Körperendgliedern), Glykogenosen (gestörter Abbau von Glykose), Hyperkalzämie (erhöhter Calcium-Spiegel im Blut).

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Xanthome können an vielen Stellen des Körpers auftreten: An Knöcheln und Gelenken (Xanthoma tuberosum); an Händen, Füßen oder der Achillessehne in Form von Knoten (Xanthoma tendinosum), gelblich-orange Knoten überall am Körper (eruptive Xanthoma); Verstreute Punkte über große Flächen der Haut (Xanthoma planum); an den Fingern (palmar Xanthoma); rote Knoten, die entzündet aussehen (tuberoeruptive Xanthoma).

Je nach Ort und Art des Auftretens können sie Indikatoren für verschiedene Erkrankungen sein, müssen es aber nicht zwangsläufig, daher ist die Diagnose der dahinterliegenden Störung nicht immer leicht. Xanthome können sowohl dauerhaft bleiben, als sporadisch an bestimmten Regionen auftauchen und wieder verschwinden. Meist lösen sie sich auf, wenn die zugrundeliegende Erkrankung geheilt wurde, oder die Ursachen für die Erkrankung unter Kontrolle gebracht wurde.

Komplikationen

Bei einem Xanthom leiden die Betroffenen in erster Linie an einem sehr hohen Gehalt an Cholesterin im Blut. Dieser hohe Gehalt wirkt sich im Allgemeinen sehr negativ auf die Gesundheit des Patienten aus und kann dabei auch die Lebenserwartung deutlich einschränken. Weiterhin kommt es durch das Xanthom zu Ablagerungen unter der Haut und auch in der Haut.

Dabei lagert sich Fett in Form von kleinen Knoten ab. Viele Betroffene fühlen sich mit diesen Beschwerden unwohl und leiden dabei an Minderwertigkeitskomplexen oder an einem deutlich verringerten Selbstwertgefühl. Vor allem bei Kindern können diese ästhetischen Beschwerden zu Mobbing oder zu Hänseleien führen und damit auch Depressionen und andere psychische Verstimmungen verursachen.

Aufgrund des hohen Anteils an Cholesterin steigt auch das Risiko eines Herzinfarktes. Hierbei kann es auch zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse kommen. In der Regel kann die Erkrankung mit Hilfe von Medikamenten behandelt werden. Die Betroffenen müssen allerdings auch ihren Lebensstil ändern und eine gesunde Ernährung verfolgen. Besondere Komplikationen treten dabei nicht auf. Ein Xanthom kann auch mit Hilfe eines operativen Eingriffs entfernt werden.

Behandlung & Therapie

Die grundlegende Behandlung von Xanthomen steht in direkter Verbindung zur dahinter liegenden Grunderkrankung. Wenn diese identifiziert ist, sollte sie gezielt behandelt werden. In vielen Fällen werden durch diese Behandlung auch die Xanthome zurückgehen.

Zusätzlich wird eine Behandlung von zu hohen Cholesterinwerten im Blut zu einer Verringerung des Herzinfarktrisikos und Risikos zur Entzündung der Bauchspeicheldrüse führen. Eine gezielte Diät und eine Umstellung der Lebensführung wird mit oder ohne medikamentöse Begleitung zur Verbesserung der Fettstoffwechselstörung führen. Bei der Ernährung ist darauf zu achten, dass die meisten Gerichte aus frischem Gemüse, Salat, Getreide und Fisch zubereitet werden.

Es sollten gesättigte Fette reduziert werden, die vor allem in Fleisch, Butter und anderen Milchprodukten vorhanden sind. Speisen und Getränke, die viel Raffinadezucker enthalten sind deutlich zu reduzieren. Dazu zählen Limonaden, Süßigkeiten, Kuchen etc. Bei Übergewicht sollte langsam die Kalorienzufuhr verringert werden, um ein gesundes Körpergewicht anzunehmen. Xanthome, die sich nicht nach Behandlung auflösen, können auch operativ entfernt werden.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Um Xanthome und die damit verbundenen Erkrankungen vorzubeugen, sollten vor allem ab Erreichen eines gewissen Alters, regelmäßig die Cholesterinwerte im Blut und der Blutdruck kontrolliert werden. Unabdingbare Prophylaxe ist natürlich eine gesunde Lebensführung mit viel Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und dem maßvollen Genuss von alkoholischen Getränken.

Bücher über Cholesterin

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: