Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)

Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Pankreatitis kann als akute oder chronische Form auftreten. Es kommt dabei zu einer Entzündung der Gallenwege, wie sie auch bei Gallensteinen auftreten kann. Oftmals ist aber auch ein krankhafter oder übermäßiger Alkoholkonsum für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung verantwortlich. Da es zu lebensbedrohlichen Komplikationen bei dieser Erkrankung kommen kann, sollte bei Verdacht schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.

Inhaltsverzeichnis

Definition Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)

Die Bauchspeicheldrüse ist ein etwa 15 Zentimeter langes Organ im Oberbauch, welches Hormone sowie Verdauungssäfte und -enzyme produziert. Ist dieses Organ durch bestimmte Faktoren entzündet, spricht man von einer Bauchspeicheldrüsenentzündung. Die Bauchspeicheldrüsenentzündung, in der medizinischen Fachsprache auch als Pankreatitis bezeichnet, ist eine relativ seltene Erkrankung, die entweder plötzlich auftaucht oder auch chronisch werden kann. Bei letztgenannter Form dieser Krankheit spielt nicht selten Alkohol eine Rolle.

Die Bauchspeicheldrüsenentzündung äußerst sich durch verschiedene Symptome. Die meisten der Patienten klagen über Schmerzen im Oberbauch und auch Übelkeit und Erbrechen sind keine seltenen Begleiterscheinungen der Bauchspeicheldrüsenentzündung. Die Bauchschmerzen können dabei bis in den Rücken oder den Brustkorb ausstrahlen. Bei Patienten kann man häufig einen gekrümmten Rücken in Liegeposition feststellen, da dies die Schmerzen etwas lindert.

Auch ein weicher Bauch, der sogenannte "Gummibauch", ist typisch für die Bauchspeicheldrüsenentzündung. Auf Druck wiederum reagiert der Bauch sehr empfindlich. Wird die Krankheit chronisch, können weitere Symptome wie eine Gewichtsabnahme und Verdauungsprobleme hinzukommen. Gelbsucht, Blähungen und auch Fieber sind ebenfalls Symptome, die im Rahmen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung auftreten können.

Ursachen für Bauchspeicheldrüsenentzündung

Erkrankungen der Gallenwege wie beispielsweise Gallensteine sind häufig eine Ursache der Bauchspeicheldrüsenentzündung. Doch auch Alkohol zählt nicht selten zu den Auslösern dieser Erkrankung. Laut Statistik ist der Alkoholmissbrauch bei Männern zwischen 30 und 50 Jahren der Hauptauslöser für die Bauchspeicheldrüsenentzündung, während bei Frauen Gallensteine als Ursache häufiger sind.

Etwa 1 von 100 Patienten mit Gallensteinen entwickeln auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung. Dies geschieht dann, wenn sich ein Gallenstein vor den Ausgang der Bauchspeicheldrüse legt und diesen versperrt. Nun können die Verdauungssäfte nicht mehr aus der Bauchspeicheldrüse in den Darm austreten - eine Bauchspeicheldrüsenentzündung ist die Folge.

Neben Alkohol und Gallensteinen als Hauptauslöser dieser Erkrankung können jedoch auch noch andere Faktoren eine Bauchspeicheldrüsenentzündung bedingen. Fettreiche Ernährung gehört zu diesen Auslösern ebenso wie erhöhte Kalziumwerte im Blut oder die Einnahme bestimmter Medikamente. In den seltensten Fällen ist Bauchspeicheldrüsenkrebs schuld an einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Ist die Erkrankung genetisch bedingt, nennt man sie auch hereditäre Pankreatitis.

Symptome

Krankheitsverlauf Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)

Bauchspeicheldrüsenentzündung

Bei neun von zehn Patienten verläuft die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung problemlos und ohne weitere Komplikationen - wichtig ist natürlich, dass diese richtig behandelt wird.

Erkrankt man jedoch innerhalb kurzer Zeit wiederholt an einer Bauchspeicheldrüsenentzündung, können weitere Erkrankungen wie etwa Diabetes die unschöne Folge sein.

Die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung wiederum kann Bauchspeicheldrüsenkrebs hervorrufen.

Nach einer überstandenen Bauchspeicheldrüsenentzündung müssen die Patienten genau auf ihre Ernährung achten: vor allem Alkohol, Kaffee und Fett sind strengstens verboten.

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Behandlung von Bauchspeicheldrüsenentzündung

Der behandelnde Arzt wird zunächst eine sogenannte Anamnese durchführen, das heißt die bisherige Krankheitsgeschichte des Patienten genau untersuchen. Mehrere Untersuchungen wie Ultraschall, endoskopische Untersuchungen und Blutuntersuchungen werden herausfinden, ob es sich tatsächlich um eine Bauchspeicheldrüsenentzündung handelt. Der Wert des Enzyms Lipase ist bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung oft deutlich erhöht - eine Analyse des Blutes wird dies schnell feststellen.

Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung muss meist im Krankenhaus behandelt werden. Diese Therapie erfolgt meist auf der Intensivstation, jedoch konservativ - das heißt ohne operativen Eingriff. Der betroffene Patient darf meist so lange nichts essen, bis die Schmerzen völlig verschwunden sind. Flüssigkeit und Nährstoffe werden dem Körper während dieser Zeit über Infusionen zugeführt. Danach erfolgt ein langsamer Kostaufbau. Sind Gallensteine die Ursache für die Bauchspeicheldrüsenentzündung, werden diese meist im Rahmen einer Endoskopie entfernt.

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