Trockene Lippen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. November 2017
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Trockene, spröde Lippen sind eine sehr unangenehme Erscheinung, die vor allem im Winter eintritt. Manch einer ist von dem Problem "Trockene, spröde Lippen" so betroffen, dass die Haut an seinen Lippen tief einreißt und sogar zu bluten beginnt. Wem trockene, spröde Lippen zu schaffen machen, sollte die folgenden Ratschläge beachten, die geeignet sind zur Behandlung des Problems "trockene, spröde Lippen".

Inhaltsverzeichnis

Was sind trockene, spröde Lippen?

Trockene, spröde Lippen betreffen vor allem die zarte und sehr empfindliche Haut in diesem Bereich. Im ersten Stadium sind die Lippen nur trocken. Trocknen sie weiter aus, führen trockene, spröde Lippen zu Verletzungen, da die Haut einreißt.

Vor allem in den Mundwinkeln kann dies zu deutlich sichtbaren Wunden führen. In manchen Fällen treten auch Entzündungen auf, die verursacht werden durch trockene, spröde Lippen.

Ursachen

Trockene und spröde Lippen werden in erster Linie durch zu trockene Luft verursacht. Durch diese Luft entstehen trockene, spröde Lippen deshalb, weil die Haut nicht mehr von außen mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt werden kann.

Zusätzlich praktizieren es viele Menschen, schon entstandene trockene, spröde Lippen viele Male am Tag mit der Zunge zu befeuchten. Der so entstandene Speichelfilm führt allerdings nicht zur Besserung des Symptoms "trockene, spröde Lippen". Ganz im Gegenteil trocknet er die Lippen noch weiter aus.

Eine weitere Ursache für trockene, spröde Lippen ist die falsche Pflege. Viele Menschen, die von der Tatsache trockenen Lippen betroffen sind, benutzen herkömmliche Creme auch für die Lippen. Dabei tragen insbesondere Feuchtigkeitscremes mit Konservierungsstoffen dazu bei, dass sich spröde und trockene Lippen noch weiter verschlimmern.

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Verlauf

Wer nur geringe Probleme mit trockenen Lippen hat, kommt mit einem herkömmlichen Pflegestift für die Lippen sehr gut zurecht.

Trockene, spröde Lippen sollten behandelt werden, da es verschiedene Stadien bei spröden Lippen gibt. In den fortgeschrittenen Stadien können trockene, spröde Lippen äußerst unangenehm werden und die Lebensqualität spürbar beeinträchtigen. In den Anfängen sind trockene Lippen nur wenig spürbar. Die Haut an den Lippen fühlt sich nur etwas trocken an und die Lippen spannen vor allem beim Lächeln. Werden sich so bemerkbar machende Lippen nicht mit geeigneten Maßnahmen behandelt, kann das Problem weiter wachsen.

Im nächsten Stadium sind trockenen Lippen bereits für andere Menschen sichtbar. Die Lippen bilden dann kleine Schüppchen, die vor allem erkennbar sind bei Frauen, die Lippenstift benutzen. Die Farbe des Lippenstifts bleibt an den Hautschüppchen haften, sodass sie sich besonders deutlich abzeichnen. Trocknen die Lippen noch weiter aus, entstehen teilweise tiefe Einrisse, die sogar bluten können. Aber auch die abgekratzten Hautschüppchen führen zu Blutungen; ein häufiges Symptom bei trockenen bzw. spröden Lippen.

Komplikationen

Trockene Lippen entstehen in Folge verschiedener Erkrankungen und führen meistens nicht zu größeren Komplikationen. Probleme können auftreten, wenn die trockenen Lippen über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben. Dann kann es Hautreizungen, Entzündungen und Schmerzen bei der Nahrungsaufnahme kommen.

Reißen die Lippen in Folgen der Austrocknung auf, kann dies zu Infektionen und der Bildung von schmerzhaften Zysten in den Mundwinkeln führen. Daneben begünstigen chronisch trockene Lippen Erkrankungen wie zum Beispiel Herpes oder bestehende Entzündungen im Bereich des Mundes. Bei einer ungeeigneten Behandlung durch bestimmte Hausmittel oder medizinische Pflegeprodukte können trockene Lippen weiter gereizt werden und in der Folge vernarben.

Bei Säuglingen und Kleinkindern mit trockenen Lippen besteht die Gefahr, dass diese die aufgetragene Creme teilweise verschlucken, was zu Übelkeit und Erbrechen, je nach Pflegeprodukt jedoch auch zu allergischen Reaktionen und weiteren Komplikationen führen kann. Trockene Lippen können außerdem ein Hinweis auf zugrunde liegende Probleme wie eine allgemeine Austrocknung oder eine Allergie sein, welche ihrerseits verschiedene Risiken bergen. Aufgrund der möglichen Komplikation müssen trockene Lippen in jedem Fall mit dem Hausarzt besprochen werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Trockene Lippen benötigen im Normalfall keine ärztliche oder medikamentöse Behandlung. In der Regel entstehen trockene Lippen durch zu trockene und spröde Haut ausgelöst. Um diesem Erscheinungsbild entgegenzuwirken, kann die betroffene Person auf feuchtigkeitsspendende Cremes oder Salben zurückgreifen. In den meisten Fällen ist bereits nach zwei bis vier Tagen eine deutliche Besserung zu erkennen. Allerdings helfen solche frei erhältlichen Mittel nicht immer.

Es kann durchaus vorkommen, dass auch nach längerer Anwendung keine deutliche Besserung eintritt. Nicht selten reißen auch die Mundwinkel ein, sodass das Ganze zu einer schmerzhaften Angelegenheit werden kann. In einem solchen Fall sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Falls eine Infektion hinter den trockenen Lippen steckt, so ist ein Besuch beim Arzt ebenfalls zu empfehlen. Unter Umständen breiten sich Viren und Bakterien im gesamten Körper aus, sodass es zu einem grippalen Infekt kommen kann.

Wer diese Komplikationen vermeiden möchte, der sollte sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben. Durch entsprechende Medikamente kann innerhalb kurzer Zeit eine Besserung herbeigeführt werden. Wer also dauerhaft unter trockenen Lippen leidet, der darf einen Besuch beim Arzt nicht zu lange hinauszögern. Falls sich dahinter nämlich eine ernsthafte Grunderkrankung verbirgt, ist eine frühzeitige Behandlung von großer Wichtigkeit.

Behandlung & Therapie

Trockene, spröde Lippen können allerdings, obwohl sie sehr unangenehm sind und in manchen Fällen auch zu schmerzhaften Komplikationen bei der Wundheilung führen, erfolgreich behandelt werden. Die Behandlungsmethoden setzen zum einen an der Veränderung der äußeren Umgebung und zum anderen an der Pflege der Lippen an.

Da die Luftfeuchtigkeit der Umgebung entscheidend an diesem Problem beteiligt ist, lohnt es sich, sie in den Innenräumen zu verändern. Es gibt spezielle Geräte, die die Feuchtigkeit im Raum erhöhen können. Auf diese Weise lässt sich die trockene Haut an den Lippen deutlich spürbar bessern.

Neben dieser Maßnahme spielt aber auch die richtige Pflege der Lippen eine gewichtige Rolle. Hierbei hängt die Wahl der Pflege von der Schwere des Symptoms ab. Wer nur geringe Probleme hat, kommt mit einem herkömmlichen Pflegestift für die Lippen sehr gut zurecht. In schlimmeren Fällen kann ein Pflegeprodukt gewählt werden, das zusätzlich wundheilende Wirkstoffe hat und so sehr gut wirkt gegen trockene oder spröde Lippen.

Aussicht & Prognose

Insgesamt ist die Prognose für rissige Lippen in den meisten Fällen sehr günstig. Trockene Lippen sind nicht in jedem Fall ein Anzeichen für eine Krankheit. Wenn die Lippen nur im Winter rissig werden, weil sie den Wechsel zwischen Heizungsluft und Kälte nicht gut vertragen, ist die Aussicht sehr günstig. Die Probleme verschwinden in der Regel mit dem Ende der Kälteperiode ohne Behandlung. Mit Cremes, Lippenbalsam oder anderen Pflegemitteln lassen sich die trockenen Lippen oft auch vorher beseitigen.

Wenn die trockenen Lippen auf einen Vitamin- oder Mineralstoffmangel zurückgehen, ist eine entsprechende Intervention erforderlich. Ohne ausreichende Nährstoffversorgung bleiben die Lippen in der Regel rissig.

Geringe Flüssigkeitsaufnahme führt oft ebenfalls zu trockenen Lippen. Die Lippen werden in diesem Fall jedoch oft schon innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder geschmeidig, wenn der Körper genügend Wasser erhält. In den nachfolgenden Tagen und Wochen regeneriert sich die Haut der Lippen, wenn weiterhin genügend getrunken wird und auch andere Faktoren wie Ernährung gut aussehen.

Die Prognose ist ungünstiger, wenn die trockenen Lippen als Symptom einer ernsten Erkrankung auftreten. Auch dann tritt jedoch für gewöhnlich eine deutliche Besserung ein, sobald die Behandlung der Grunderkrankung Fortschritte macht. Darüber hinaus ist auch in diesem Fall häufig eine symptomatische Behandlung der trockenen Lippen möglich, die zumindest Linderung bringen kann.

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Vorbeugung

Trockene, spröde Lippen können aber auch mit vorbeugenden Maßnahmen bekämpft werden. Auch hier geht es um die Luftfeuchtigkeit und um die richtige Pflege. Experten warnen allerdings vor dem zu eifrigen Einsatz eines Lippenpflegestiftes gegen spröde Lippen. Wird dieser zu häufig benutzt, kann er langfristig gesehen sogar beitragen zu der Entstehung des Problems trockener Lippen.

Das können Sie selbst tun

Trockene Lippen sind häufig ein Hinweis auf Flüssigkeitsmangel im Körper. Daher empfiehlt es sich ausreichend zu Trinken. Im besten Fall wird der Flüssigkeitsbedarf durch Kräutertees oder Wasser gedeckt. Geeignet sind zwei bis drei Liter täglich.

Ein altes Hausmittel gegen spröde Lippen ist Olivenöl. Es wirkt nicht nur feuchtigkeitsspendend sondern pflegt und beansprucht trockene Lippen zudem. Besonders wirksam ist das Olivenöl in Kombination mit Eigelb. Dazu werden die Zutaten vermischt und eine dünne Schicht auf die Lippen aufgetragen. Notfalls kann dies täglich angewendet werden. Auch eine Quarkmaske für die Lippen spendet zusätzlich Feuchtigkeit. Wichtig ist zudem die richtige Pflege der Lippen. Viele Pflegestifte spenden nur kurzzeitig Feuchtigkeit und trocknen die Lippen langfristig aus. Für einen schönen Glanz und lang anhaltende Feuchtigkeit sorgen Melkfette wie Vaseline.

Im Sommer ist es wichtig nicht nur die Gesichtshaut, sondern auch die Lippen vor UV-Strahlen zu schützen. In der Apotheke oder der Drogerie gibt es Lippenpflegestifte mit UV-Lichtschutzfaktor. Ein Sonnenbrand auf den Lippen sollte vermieden werden, da dieser die empfindliche spröde Haut zusätzlich austrocknet. Im Winter ist eher die trockene Raumluft ein Problem. Es empfiehlt sich regelmäßig zu lüften um für ein gutes Raumklima zu sorgen. Weiterhin können Pflanzen im Zimmer und Luftbefeuchter die Verhältnisse verbessern.

Bücher über Trockene Lippen

Quellen

  • Grüne, S., Schölmerich, J.: Anamnese, Untersuchung, Diagnose. Springer, Heidelberg 2007
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Paus, R.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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