Skelettmuskulatur

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. November 2016
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Mit der Skelettmuskulatur bezeichnet man alle Muskeln, die für willkürliche Bewegungen zuständig sind. Dies umfasst nicht nur Muskeln, die direkt an das Skelett angrenzen. Beispielsweise fallen auch die Arm-, Bein und Schultermuskeln unter den Oberbregriff.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Skelettmuskulatur?

Muskeln, die eine aktive Bewegung des Körpers ermöglichen, gehören zur Skelettmuskulatur. Als ein bekanntes Beispiel gelten die Zunge, der Kehlkopf und das Zwerchfell. Wichtig ist stets, dass es sich um Muskeln handelt, bei denen eine willkürliche Steuerung möglich ist. Dabei ist der Aufgabenbereich des jeweiligen Muskels irrelevant. So muss es sich nicht zwangsläufig um einen Muskel handeln, der für die Bewegung des Skeletts verantwortlich ist.

Relevant ist in erster Linie, ob eine bewusste Steuerung möglich ist. Nicht teil der Skelettmuskulatur ist demnach die Herzmuskulatur. Im Gegensatz zur Zunge oder zum Kehlkopf ist eine willkürliche Steuerung nicht möglich. Dennoch haben alle Skelettmuskeln gemeinsam, dass sie über Sehnen oder Faszien mit dem Skelett verbunden sind. Eine unmittelbare Verbindung ist aber nicht notwendig. Der Ansatz kann über mehrere Sehnen und Faszien verlaufen.

Anatomie & Aufbau

Abhängig von der Art des Muskels können sich Anatomie und Aufbau unterscheiden. Generell besteht ein Skelettmuskel aus Muskelfasern die eine Länge von bis zu 15 Zentimetern erreichen können. Außen sind die Fasern von Bindegewebe, der sogenannten Faszie, umgeben. Auch in seiner Gesamtheit wird ein Skelettmuskel von Bindegewebe umhüllt.

Vom Bindegewebe führen Septen nach innen und fassen einzelne Muskelfasern zu einem Bündel zusammen. Eine Muskelfaser kann selbst in eine Vielzahl an Fäden unterteilt werden. Hierbei handelt es sich um Myofibrillen. Sie verlaufen parallel entlang einer Muskelfaser und bestehen selbst aus kleinen Einheiten. Bei den Einheiten handelt es sich um Myofilamente.

Dies sind Eiweißstrukturen, die eine Muskelkontraktion durch gegenseitige Interaktion ermöglichen. Hierbei spielt die Anordnung der Myofilamente eine wichtige Rolle. Darüber hinaus durchlaufen Nerven und Blutgefäße durch den Skelettmuskel. Hinzu kommen Sehnen und angrenzende Knochen.

Funktion & Aufgaben

Die Skelettmuskulatur kann in eine rote und weiße Unterkategorie gegliedert werden. Bei der Ersteren handelt es sich um Muskeln mit einer charakteristischen Rotfärbung. Sie weisen einen erhöhten Gehalt an Muskelfasern auf, wodurch die oxidative Energiegewinnung gefördert wird. In der Folge können Bewegungen mit einer höheren Ausdauer ausgeübt werden. Diese Art der Muskulatur spielt insbesondere bei Ausdauersportlern eine wichtige Rolle.

Bei der weißen Skelettmuskulatur fällt der Anteil an Muskelfasern gering aus. Damit können Muskeln schneller kontrahieren, was die Intensität einer Bewegung erhöht. Entsprechend wird der weißen Skelettmuskulatur im Bereich des Kraftsports ein hoher Stellenwert zugeschrieben.

Konkret sind Skelettmuskeln für die Statik und Motorik des Körpers zuständig. Dabei erfolgt die Steuerung über motorische Nerven, die an das Gehirn oder das Rückenmark anknüpfen. Über die Ausschüttung von elektrischen Signalen findet eine ununterbrochene Kommunikation zwischen den Muskeln und dem zentralen Nervensystem statt. Abhängig von der Lage und der Ausprägung des Muskels kann sich sein Aufgabenbereich stark unterscheiden.

Im Großen und Ganzen hat die Skelettmuskulatur den Zweck, den Körper aufrecht zu halten und für eine kontinuierliche Anspannung zu sorgen. Hinzu kommt die kontrollierte Energieversorgung des Körpers. Konkret soll die optimale Körpertemperatur durch die Ausübung von Muskelarbeit gehalten werden.

Muss die Körpertemperatur schnell ansteigen, beginnt die Skelettmuskulatur, kurz zu kontrahieren und sich anschließend zu entspannen. Der Vorgang wiederholt sich mehrmals in der Sekunde. Von außen wird dies als unwillkürliches Zittern wahrgenommen. Dabei ist zu beachten, dass nur die Hälfte der so erzeugten Wärme genutzt wird. Der Rest ist für die Erhaltung der Muskeln selbst verantwortlich.

Ferner haben Skelettmuskeln die Aufgabe, das persönliche Wohlbefinden zu beeinflussen. So haben Untersuchungen ergeben, dass ein Skelettmuskel mithilfe von Botenstoffen einen Einfluss auf das Immunsystem und den Fettstoffwechsel haben kann.

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Krankheiten & Beschwerden

Im Laufe des Lebens kann in Bezug auf die Skelettmuskulatur eine Reihe an Erkrankungen und Beschwerden auftreten. Diese können in entzündliche und nicht-entzündliche Formen unterteilt werden. Bei der ersteren Form handelt es sich um Beschwerden mit starken Schmerzpegeln. Entzündungen der Skelettmuskulatur treten vor allem in den Extremitäten auf. Der Schmerzcharakter kann mit einem Muskelkater verglichen werden.

Allerdings nehmen die Beschwerden zu und können über einen Zeitraum von mehreren Wochen anhalten. Als Ursache kann eine Muskelverletzung herangezogen werden, die nicht vollständig ausgeheilt ist. Ein bakterieller Erreger verursacht schließlich eine Entzündung. Facettenreicher sind die nicht-entzündlichen Erkrankungen.

Verbreitet ist insbesondere die Muskeldystrophie. Aufgrund einer Mutation des Erbguts kommt es zum Einbau defekter Proteine. In der Konsequenz schwindet die Muskelmasse, was eine Funktionseinschränkung nach sich zieht. Folgenschwer ist auch die mitochondriale Myopathie. Hierbei kommt es zu einer Schädigung der Mitochondrien. Dies sind Elemente einer Zelle, die für die Aufrechterhaltung der Energiegewinnung zuständig sind. Bei einer mitochondrialen Myopathie kann für die Energiebereitstellung in den Skelettmuskelzellen nicht mehr gesorgt werden. Da der Energiebedarf der Muskelzelle nicht gedeckt werden kann, wird sie geschädigt und damit auch der ganze Skelettmuskel.

Darüber hinaus kann die Skelettmuskulatur durch Knochenerkrankungen geschädigt werden. Ein bekanntes Beispiel ist die Osteoporose. In der Folge des Knochenschwundes verändern sich die Belastungsverhältnisse innerhalb des Körpers. Starke Muskelschmerzen sind die Konsequenz eines gestörten Gleichgewichtes. Die Schmerzen nehmen erst mit dem Abbau der Muskulatur und der verbundenen Sehnen sowie Faszien ab.

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