Rippenbruch

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Oktober 2017
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Bei einem Rippenbruch liegt eine Fraktur einer oder mehreren Rippen vor, die in den meisten Fällen auf externe Gewalteinwirkung zurückzuführen ist. Rippenfrakturen weisen in der Regel einen guten Verlauf aus und verheilen komplikationslos.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Rippenbruch?

Ein Rippenbruch ist eine Fraktur einer der zwölf Rippen des menschlichen Skelettes. Rippen verfügen über einen knöchernen und einen knorpeligen Bereich, wobei auch bei einer Fraktur des knorpeligen Anteils von einem Rippenbruch gesprochen wird.

Sind hingegen mehr als zwei benachbarte Rippen gebrochen, wird von einem Rippenserienbruch gesprochen. Weist eine einzelne Rippe zwei Frakturen auf, so dass ein Teil der Rippe aus dem Rippenverbund herausgebrochen ist, wird von einem Rippenstückbruch gesprochen. Daneben wird zwischen verschobenen und unverschobenen Rippenbrüchen differenziert. Ein Rippenbruch manifestiert sich anhand lokaler Schmerzen im Brustkorbbereich, die sich durch Atembewegungen, insbesondere tiefes Einatmen, sowie Husten verstärken.

In Abhängigkeit von der Art des Rippenbruches kann es zu verschiedenen Formen der Beeinträchtigung der Atmung kommen. Darüber hinaus besteht bei einem Rippenbruch ein erhöhtes Risiko für Schädigungen von in der Nähe befindlichen Organen wie Herz, Milz oder Aorta (Hauptschlagader).

Ursachen

In den meisten Fällen wird ein Rippenbruch durch externe Gewalteinwirkung infolge eines Sturzes auf den Brustkorbbereich bzw. Unfalls verursacht. Eine extreme Gewalteinwirkung wie beispielsweise bei Verkehrs-, Reit- oder Fahrradunfällen führt in vielen Fällen zu Rippenserienbrüchen und/oder Rippenstückbrüchen.

Werden durch den Rippenbruch bedingt umliegende Organe, insbesondere die Aorta, verletzt, kann es zu sehr starken Blutungen in die Lunge (Hämatothorax) oder dem Kollabieren eines Lungenflügels (Pneumothorax) kommen. Schmerzbedingt kann die Atmung in Abhängigkeit von der Form und Ausprägung des Rippenbruchs stark beeinträchtigt sein.

So kann beispielsweise ein Rippenserienbruch eine Atemhemmung bewirken oder zu einer inversen Atmung führen, bei welcher sich der Brustkorb, anders als bei einer normalen Atmung, beim Einatmen nach innen zieht und beim Ausatmen wieder nach außen ausdehnt. Liegt eine Osteoporose (Knochenschwund) vor, kann ein Rippenbruch darüber hinaus bereits durch einen starken Husten verursacht werden.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Ein Rippenbruch wird im Rahmen einer Röntgenuntersuchung, bei welcher der Thorax in zwei Ebenen aufgenommen wird, diagnostiziert. Liegen konkrete Hinweise in Bezug auf die Lokalisierung des Rippenbruchs vor, kann eine Röntgenzielaufnahme durchgeführt werden. Aufgrund des bestehenden Risikos eines Pneumothorax sollte eine Röntgenaufnahme in In- (Einatmen) und Exspiration (Ausatmen) angefertigt werden.

Liegt ein Verdacht auf eine unverschobenen Rippenbruch vor, ist eine Kontrollaufnahme angezeigt, wenn die Beschwerden nicht abklingen. Anhand einer Sonographie (Ultraschalluntersuchung) können Verletzungen der umliegenden Organe festgestellt werden. Darüber hinaus gibt ein EKG Aufschluss über eine mögliche Beteiligung des Herzens.

Bei Vorliegen eines Rippenserienbruchs kann ein CT (Computertomographie) ein umfassenden Überblick zu Ausprägung und Lokalisierung liefern. In der Regel weisen Rippenbrüche (auch Rippenserien- und Rippenstückbrüche) einen guten Verlauf auf und verheilen ohne Komplikationen.

Komplikationen

In der Regel heilen Rippenbrüche gut ab. Manchmal gelangt in Folge der Rippenfraktur Luft in die Lunge (Pneumothorax) oder es kommt dort oder im Brustkorb zu Einblutungen. Begleitend dazu kann ein Hautemphysem auftreten. Auch eine Verletzung der Milz ist nicht auszuschließen. Bei schweren Frakturen kommt es unter Umständen zu einer eigenständigen Milzruptur.

Auch ein instabiler Brustkorb mit paradoxer Atmung kann auftreten – Atemnot und weitere Komplikationen sind die Folge. Wenn in Folge der verminderten Atembewegung die Belüftung der Lunge reduziert ist, kann daraus eine Lungenentzündung resultieren. Bei der operativen Behandlung eines Rippenbruchs können sich ebenfalls unerwünschte Ereignisse einstellen. Relativ häufig treten Schwellungen im Bereich des Eingriffs auf, bedingt von Blutergüssen oder Flüssigkeitsansammlungen.

Auch Nervenschmerzen oder Gefühlsstörungen können auftreten und bisweilen lange bestehen bleiben. Seltener kommt es zum Wiederauftreten des Bruches. Auch Verhärtungen und Wundheilungsstörungen treten eher selten auf, sind jedoch nicht auszuschließen. Darüber hinaus können die verordneten Schmerzmittel und Entzündungshemmer mit Neben- und Wechselwirkungen verbunden sein. Bei bestehenden Vorerkrankungen oder Allergien können sich hier unter Umständen weitere Komplikationen ergeben.

Behandlung & Therapie

Unverschobene Rippenbrüche werden in der Regel konservativ durch schmerzlindernde Medikamente wie Ibuprofen, Novalgin oder Tramadol therapiert. Bei gleichzeitig vorliegendem Reizhusten kommen zusätzlich schleimlösende Hustenmittel wie Paracodin N-Tropfen zur Reduzierung des Hustens zum Einsatz.

Liegt infolge des Rippenbruches eine Schonatmung vor, sollte der Betroffene regelmäßig auf Infektionen kontrolliert werden, um eine Pneumonie (Lungenentzündung) zu vermeiden bzw. rechtzeitig therapieren zu können. Bei einem Mantelpneumothorax (kollabierter Lungenflügel geringer Ausprägung) sollten zur Überprüfung der Verbesserung der Lungenflügelfunktion in regelmäßigen Abständen Röntgenkontrollaufnahmen durchgeführt werden. Bei einem Pneumothorax muss hingegen durch eine Thoraxdrainage der kollabierte Lungenflügel zur erneuten Entfaltung gebracht werden.

Hierzu wird im Rahmen eines minimalinvasiven Eingriffs ein Schlauch in den Pleuraspalt (Spalt im Rippenfell) gelegt, durch welchen die sich im Rippenfell befindliche Luft durch den Unterdruck abgesaugt, der betroffene Lungenflügel entlastet wird, so dass sich dieser wieder entfalten kann. Bei älteren von einem Rippenbruch Betroffenen werden in vielen Fällen atemtherapeutische Maßnahmen empfohlen, da bei diesen das Risiko einer Hypoventilation (eingeschränkte Belüftung der Lungen) oder Atelektase (kollabierte Abschnitte der Lungenflügel) infolge der schmerzbedingten Schonatmung besteht.

Darüber hinaus können durch einen Rippenbruch schmerzhafte Schädigungen von Nerven im Zwischenrippenbereich vorliegen (Intercostalneuralgie), die entsprechend therapiert (z.B. durch nichtsteroidale Antirheumatika) werden müssen.

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Vorbeugung

Eine einem Rippenbruch vorbeugende Maßnahme ist beispielsweise das Tragen von Schutzkleidung bei sogenannten Kontaktsportarten wie Football oder Kampfsport zur Vermeidung von Verletzungen des Brustkorbs. Ältere Menschen, die osteoporosebedingt ein erhöhtes Risiko für Verletzungen des Skelettes aufweisen, sollten bei unsicherem Gang Gehhilfen (Rollatoren) benutzen, um Stürze und somit Rippenbrüche zu vermeiden.

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Quellen

  • Grifka, J., Krämer, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Heidelberg 2013
  • Wirth, C.J. et al.: Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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