Intercostalneuralgie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. März 2016
Symptomat.deKrankheiten Intercostalneuralgie

Eine Intercostalneuralgie führt zu starken Schmerzen im Bereich des Brustkorbs und des Rückens. Nicht selten handelt es sich bei der Ursache der Nervenschmerzen um eine Infektion mit Herpes Zoster (Gürtelrose). Die Behandlung erfolgt meist medikamentös und richtet sich nach der Grunderkrankung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Intercostalneuralgie?

Betroffene von einer Intercostalneuralgie leiden unter Nervenschmerzen, die ihren Ursprung zwischen den Rippen bzw. entlang der Brustwand haben. Die Brusthöhle wird von der aus Knochen und Gewebe bestehenden Brustwand umgeben.

Die Zwischenrippennerven verlaufen längs der Brustwand und sind für die Neuralgie verantwortlich. Wo genau der Schmerz lokalisiert ist, unterscheidet sich von Fall zu Fall. Die Schmerzintensität ist ebenso bei jedem Patienten verschieden. Typischerweise sind die Schmerzen lang anhaltend und ziehend.

Betroffene berichten, dass der Schmerz zunimmt, wenn sie husten bzw. niesen. Auch tiefe Atemzüge gehen meist mit einer erhöhten Schmerzintensität einher. So kann die Intercostalneuralgie von Herzschmerzen unterschieden werden, da hier bei tiefem Einatmen keine Schmerzzunahme festzustellen ist.

Ursachen

Bei der Intercostalneuralgie handelt es sich um keine eigenständige Krankheit, sondern um ein Symptom der Grunderkrankung. Es gibt verschiedene Ursachen, weswegen eine Neuralgie im Zwischenrippenraum auftritt. Alle möglichen Ursachen gehen mit einer mechanischen Schädigung der Nerven zwischen den Rippen einher.

So kann eine Intercostalneuralgie durch Rippenbrüche hervorgerufen werden, bei der Teile des Knochens auf einen Nerv drücken. Überdies kann eine starke Abnützung der Wirbelkörper der Wirbelsäule Nerven einklemmen, wodurch eine Neuralgie entsteht. Besonders häufig tritt eine Intercostalneuralgie in Zusammenhang mit Herpes Zoster, auch als Gürtelrose bezeichnet, auf. Diese Viruserkrankung führt zu einer Entzündung der Nerven, von der auch die Intercostalnerven betroffen sein können.

Bei dieser Viruserkrankung kommt es zu einer Entzündung der Nerven, von der auch die Intercostalnerven betroffen sein können. Weiters kann eine Intercostalneuralgie durch Tuberkulose oder Tumore in der Lunge hervorgerufen werden. In manchen Fällen tritt nach einem chirurgischen Eingriff, bei dem der Brustkorb des Patienten eröffnet wurde, das Postthorakotomie-Syndrom auf, bei dem Betroffene unter einer Neuralgie der Zwischenrippennerven leiden.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Infogramm zu den Schmerzregionen, Verlauf und Entstehung von Schmerzen sowie die Intensitätsgrade beim Schmerzempfinden. Bild anklicken, um zu vergrößern.

Bei einer Intercostalneuralgie ist eine rasche Diagnose wichtig, um zu verhindern, dass die Schmerzen chronisch werden. Allgemein wird erst nach etwa drei Tagen mit Nervenschmerzen von einer Neuralgie gesprochen.

Gehen die Symptome bis dahin nicht von selbst weg, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Der behandelnde Arzt erhebt zuerst eine ausführliche Anamnese. Dabei fragt er besonders nach der Art der Schmerzen und deren Lokalisation. Danach erfolgt eine Tastuntersuchung, um festzustellen, wo genau der Schmerz lokalisiert ist. Reagiert der Patient bei bestimmten Stellen, an denen Intercostalnerven verlaufen, schmerzempfindlich, kann eine Intercostalneuralgie diagnostiziert werden.

Dies ist allerdings lediglich die Feststellung eines der Symptome der Grunderkrankung. Im weiteren Verlauf der Diagnosestellung muss die zugrunde liegende Krankheit eruiert werden. So ordnet der Arzt in manchen Fällen eine Myelografie, also ein Kontrastmittelröntgen des Wirbelkanals, an. Auch Thoraxröntgen bzw. Ultraschalluntersuchungen können zur Diagnose eingesetzt werden. Wie eine Intercostalneuralgie verläuft, hängt von der Grunderkrankung ab. Meist ist der Verlauf jedoch als positiv einzuschätzen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung einer Intercostalneuralgie ist von der zugrunde liegenden Erkrankung abhängig. Grundsätzlich gibt es eine Reihe von Behandlungsoptionen, für die sich der Arzt zusammen mit dem Patienten im individuellen Fall entscheiden kann.

Bei starken Schmerzen werden zuerst Schmerzmittel verabreicht. Dies ist keine ursächliche Therapie, bringt dem Betroffenen im Akutfall jedoch Erleichterung. Besonders geeignet zur Schmerzbehandlung bei einer Intercostalneuralgie sind nichtsteroidale Antirheumatika. Diese Art von Schmerzmitteln wirkt bei Neuralgien besonders gut, da sie ihre Wirkung in der Körperperipherie verbreiten. Um eventuelle Verspannungen der Muskulatur zu lösen, kommen häufig auch Muskelrelaxantien zum Einsatz.

Manchmal leiden Betroffene unter extremen Schmerzen, bei denen herkömmliche Schmerzmittel keine Wirkung zeigen. In diesen Fällen verabreicht der behandelnde Arzt starke Schmerzmittel, die auf das Zentralnervensystem wirken. Besonders häufig wird Morphin verabreicht, ein Opioid. Weiters besteht die Möglichkeit einer Lokalanästhesie, welche für einen begrenzten Zeitraum Schmerzfreiheit garantiert. Für viele Ärzte ist eine Lokalanästhesie der Gabe von Opioiden vorzuziehen, da starke Schmerzmittel den Körper belasten und nicht ohne Nebenwirkungen verabreicht werden können.

Neben der Schmerztherapie erfolgt die ursächliche Therapie. Bei einer Gürtelrose werden Virostatika verabreicht. Ist ein Intercostalnerv eingeklemmt, hilft in vielen Fällen eine Physiotherapie. Dabei werden Übungen erarbeitet, mit denen der schmerzende Bereich entlastet werden kann. In einigen Fällen ist die genaue Ursache für die Intercostalneuralgie unbekannt und die Behandlung beschränkt sich auf die Schmerztherapie.

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Vorbeugung

Die Intercostalneuralgie ist keine eigenständige Erkrankung, sondern lediglich ein Symptom. Aus diesem Grund gibt es kaum prophylaktische Maßnahmen, die getroffen werden können. Bei Schmerzen im Zwischenrippenraum sollte rasch ein Arzt aufgesucht werden, um die zugrunde liegende Erkrankung möglichst früh diagnostizieren zu können.

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