Chirurgie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. September 2017
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Der Bereich der Chirurgie umgreift insgesamt acht verschiedene Teilgebiete, die sich alle mit der operativen, also invasiven Behandlung und Nachbehandlung von Beschwerden, Verletzungen oder Erkrankungen unterschiedlicher Körperregionen und Körperbestandteile befassen.

Während der Viszeralchirurg zum Beispiel mit der operativen Behandlung von Organen des Bauchraums befasst ist, ist der Thoraxchirurg für die invasive Behandlung von Lunge, Bronchien und anderen Teilen des Brustraums zuständig. Chirurgische Eingriffe finden in der Regel unter Vollnarkose oder Lokalanästhesie statt und sind damit mit einer Belastung von Lunge, Herz und Nieren verbunden, die speziell für Patienten mit einer Erkrankung dieser Organe eine erhöhtes Operationsrisiko birgt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Chirurgie?

Die Chirurgie ist ein medizinisches Teilgebiet, das operative Lösungen für Verletzungen und Krankheiten erarbeitet. Chirurgische Eingriffe gab es schon in der Steinzeit, so beispielsweise in Form von Amputationen.

Seitdem hat sich die Chirurgie selbstverständlich weiterentwickelt, die Anästhesie wurde eingeführt und vor allem ihre Hygienestandards verbessert, um das Risiko von Infektionen oder gar Sepsis zu minimieren. Während die Patienten in grauer Vorzeit bei chirurgischen Eingriffen häufig starben, ist die heutige Chirurgie in weiten Teilen mit minimalen Risiken verbunden, da viele chirurgische Eingriffe zum täglichen Brot eines Krankenhauses gehören.

Heute gibt es insgesamt acht unterschiedliche Fachrichtungen der Chirurgie, auf die sich der Arzt während der Ausbildung je spezialisieren kann. Neben der Allgemeinchirurgie, der Gefäßchirurgie und der Herzchirurgie sind zum Beispiel die Kinderchirurgie, die Orthopädie und die Unfallchirurgie wichtige Orientierungen, aber auch die Plastische Chirurgie, die Thoraxchirurgie und die Viszeralchirurgie sind chirurgische Teilgebiete.

Funktion, Wirkung & Ziele

Jedes Teilgebiet der Chirurgie ist für andere Beschwerdebilder zuständig und umfasst je eigene, operative Methoden zur Behandlung. Daher ist eine pauschale Aussage über die Anwendungsgebiete in diesem Fall annähernd unmöglich.

Einer der wichtigsten Aufgaben von Gefäßchirurgen ist zum Beispiel das Anlegen von Gefäßbypässen, die bei arteriellen Verschlüssen den Blutkreislauf wiederherstellen. Mit der Herzchirurgie bringt der Laie dagegen oft Herztransplantationen in Zusammenhang. Tatsächlich bildet aber der Koronararterien-Bypass das Herzstück der Herzchirurgie, eine Blutgefäßbrücke bei einem Verschluss der Koronararterie am Herzmuskels. In der Kinderchirurgie liegt der Fokus wiederum auf der operativen Behandlung von urologischen Erkrankungen, Organtumoren oder Verletzungen im Kindesalter.

Orthopäden und Unfallchirurgen behandeln operativ wiederum Fehlbildungen sowie Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats, so neben Skeletterkrankungen auch Beschwerden der Muskulatur, des Bandapparats oder der Sehnen. Knochenbrüche sind für Orthopäden und Unfallchirurgen der mit häufigste Einsatzbereich. Plastische Chirurgie ist dagegen ästhetisch oder rekonstruktiv. Aus funktionellen oder kosmetischen Gründen greifen plastische Chirurgen somit formverändernd in Organe oder Teile des Gewebes ein. Die Thoraxchirurgie ist wiederum mit Fehlbildungen und Erkrankungen der Lunge, der Bronchien, der Pleura oder der Thoraxwand und des Mediastinums befasst.

Der Bereich der Chirurgie umgreift insgesamt acht verschiedene Teilgebiete, die sich alle mit der operativen, also invasiven Behandlung und Nachbehandlung von Beschwerden, Verletzungen oder Erkrankungen unterschiedlicher Körperregionen und Körperbestandteile befassen.

Speziell bei Tumorerkrankungen der genannten Bereiche wird der Patient an einen Thoraxchirurgen verwiesen. Trotz dieser und vieler weiterer Unterschiede ist allen chirurgischen Verfahren das invasive Vorgehen gemein. Die Endoskopie und verwandte Eingriffe werden dabei als minimal-invasive Verfahren mit den geringsten Haut- und Weichteilverletzungen verstanden. Sie sind vor allem für die Viszeralchirurgie relevant, die sich mit operativen Behandlungen der Bauchorgane befasst.

Unabhängig vom Teilgebiet wird der Patient vor jedem chirurgischen Eingriff unter Narkose gesetzt. Neben einer Vollnarkose kommt unter Umständen auch eine lokale Betäubung in Frage. Wo genau der Arzt bei der Operation den Körper des Patienten öffnet, etwas herausnimmt oder einsetzt hängt vom Krankheitsbild ab. So stehen mittlerweile sogar für Knochenschnitte verschiedene Methoden zur Verfügung, darunter beispielsweise das Laserverfahren. Egal welches Verfahren zu welchem Zweck Einsatz findet, ist ihnen allen aber das sterile Arbeiten gemein. Daher haben alle chirurgischen Eingriffe eine Desinfizierung des Operationsfeldes, der Instrumente, der operierenden Ärzte und des Patienten gemein.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Letztlich hängt jede einzelne OP mit speziellen Risiken und Nebenwirkungen zusammen, die sich nicht pauschalisieren lassen. So ist das größte Risiko von plastischer Chirurgie in der Regel die Abstoßung des Implantats, während für die Gefäßchirurgie Blutungen und Gerinnselbildungen eine gesteigerte Rolle spielen.

Trotz solcherlei Unterschieden treffen einige Risiken aber auf jeden chirurgischen Eingriff zu. Dazu gehört zum Beispiel das Risiko der Infektion, das von einem erfahrenen und kompetenten Arzt aber auf ein Minimum herab gezwungen wird. Insbesondere offene Eingriffe bergen ein erhöhtes Sepsisrisiko, also die Gefahr einer systemischen Blutvergiftung oder Entzündungsreaktion aufgrund von Bakterien oder Pilzen. Auch dieses Risiko kommt beim gegenwärtigen Stand der Medizin gerade in westlichen Ländern aber nur noch selten vor.

Einige Dispositionen können einen chirurgischen Eingriff unter Umständen verhindern. Grundsätzlich sind chirurgische Verfahren für Menschen mit bestehenden Entzündungen zum Beispiel nicht angezeigt. Daher nimmt der Arzt vor einem invasiven Verfahren Blutproben. Falls sich über erhöhte Entzündungswerte so der Verdacht auf eine aktive Entzündung einstellt, muss diese erst gänzlich ausheilen, bevor eine Operation durchgeführt wird.

Jedes operative Verfahren belastet das Herz, die Lunge und die Nieren. Wie hoch diese Belastung ist, hängt jeweils von der Art und Dauer der Narkose ab. Sollten Herz, Lunge oder Nieren selbst von Erkrankungen betroffen sein, so stellt sich für den Patienten ein erhöhtes Narkose- und Operationsrisiko ein. Dasselbe gilt unabhängig von bestehenden Erkrankungen auch für Menschen mit Übergewicht.

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Quellen

  • Bleese, N., Mommsen, U., Schumpelick, V.: Kurzlehrbuch Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Henne-Bruns, D., Barth, H.: Duale Reihe Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Nürnberger, H.: Klinikleitfaden Chirurgie. Urban & Fischer, München 2010

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