Pneumatosis intestinalis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. September 2017
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Die Pneumatosis intestinalis ist eine sehr seltene Erkrankung mit Gaseinlagerungen in den Verdauungsorganen. Dabei werden verschiedene Ursachen diskutiert. Oft wird diese Erkrankung als Zufallsbefund diagnostiziert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Pneumatosis intestinalis?

Die Pneumatosis intestinalis zeichnet sich durch Gasansammlungen in den Wänden des Verdauungstraktes aus. Dabei kann die Gasansammlung sowohl unterhalb der Serosa als auch unterhalb der Mukosa vorkommen. Die Serosa stellt eine glatte Ausgleitung verschiedener Organe wie Herzbeutel, Brusthöhle oder Bauchfell dar.

Im Fall einer Pneumatosis intestinalis kann es zu Gasansammlungen in der Serosa des Bauchfells kommen. Die Mukosa bezeichnet die Schleimhäute. Im Rahmen der Erkrankung bilden sich zuweilen auch Gasansammlungen unterhalb der Schleimhäute. Die Pneumatosis intestinalis ist sehr selten und meist die Folge anderer zugrunde liegender Erkrankungen. Außerdem wird die Erkrankung je nach Beteiligung eines bestimmten Verdauungsorganes in verschiedene Unterkategorien eingeteilt.

Wenn sich die Gasansammlung im Dickdarm befindet, wird das Krankheitsbild auch als Pneumatosis coli bezeichnet. Des Weiteren stellt die sogenannte Pneumatosis cystoides intestinalis eine Sonderform der Erkrankung dar. Erstmals wurde der Begriff Pneumatosis intestinalis im Jahre 1946 von den Ärzten Lerner und Gazin verwendet. Die Prognose der Erkrankung ist immer abhängig von der Grunderkrankung. Der Verlauf kann harmlos und fast symptomfrei oder auch lebensgefährlich sein.

Ursachen

Die Ursachen für die Erkrankung sind vielfältig. Als häufigster Auslöser kommt eine infektiöse Kolitis, die noch durch die Gabe von Medikamenten toxisch verstärkt wird, infrage. Auch eine nekrotisierende Enterokolitis kann Auslöser sein. Des Weiteren kann auch eine Blutunterversorgung im Rahmen eines Darmverschlusses ursächlich sein. Sogar vorausgegangene endoskopische Untersuchungen sind zuweilen als Krankheitsauslöser bekannt.

Die Pneumatosis intestinalis selber ist daher häufig ein Symptom sowohl schwerwiegender als auch harmloser Erkrankungen. Neben bakteriellen oder medikamentösen Auslösern spielen auch mechanische Ursachen eine Rolle. So werden bei einem Magengeschwür, einer Verengung des Magenausganges (Pylorusstenose) oder einer Duodenalstenose oft auch Gasansammlungen in den Wänden der Verdauungsorgane erzeugt.

Einen weiteren Ursachenkomplex stellt die Schwächung des Immunsystems dar. Dabei kommt es zur Atrophie der Peyerplaques, die einen Verlust der Darmwandintegrität zur Folge hat. So kann sich eine sekundäre Gasansammlung in der Darmwand herausbilden. Zur Pathogenese werden biochemische, mechanische oder bakterielle Prozesse diskutiert. Welche der Theorien nun zutrifft, kann noch nicht eindeutig beantwortet werden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Der Krankheitsverlauf ist sehr variabel und kann bei vielen Patienten sogar asymptomatisch verlaufen. Oft wird die Erkrankung jedoch durch eine akute Diarrhoe eingeleitet, besonders wenn es sich um eine bakteriell bedingte Vorerkrankung handelt. In manchen Fällen tritt auch eine hämorrhagische Diarrhoe auf, die meist durch das Shiga-Toxin erzeugende Escherichia coli verursacht wird.

Auch ein Morbus Krohn oder eine Kolitis ulzerosa können zu einer Pneumatosis intestinalis führen. Bei der Pneumatosis cyctoides intestinalis, die als Sonderform der Pneumatosis intestinalis gilt, ist nur der Darm von diesen Gasansammlungen betroffen. Diese Erkrankung tritt meist sekundär im Anschluss an eine schwerwiegende Erkrankung auf. Zu 15 Prozent tritt die Erkrankung jedoch auch primär ohne erkennbare Ursache auf.

Viele Erkrankung des Verdauungssystems oder auch solche außerhalb des Verdauungssystems können zu dieser Gasansammlung führen. Aber auch therapeutische Eingriffe wie eine Endoskopie, Chemotherapie oder immunsuppressive Behandlungen können eine Pneumatosis cyctoides intestinalis hervorrufen. Welche Symptome der eigentlichen Pneumatosis intestinalis oder einer bestimmten zugrunde liegenden Erkrankung zugeordnet werden können, ist oftmals auch nicht eindeutig erkennbar.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose der Pneumatosis intestinalis erfolgt mithilfe bildgebender Verfahren. So können die ausgeprägten Gasansammlungen bereits durch Röntgenaufnahmen des Unterleibs festgestellt werden. Wenn jedoch eine Blähsucht vorliegt, die nichts mit den Gasansammlungen in den Darmwänden zu tun hat, kann ein positiv falscher Befund erstellt werden.

Durch eine Computertomografie ist es jedoch möglich, eindeutig zu unterschieden, ob es sich um eine extramurale (außerhalb der Wände) oder intramurale (innerhalb der Wände) Gaseinlagerung handelt.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es bei dieser Krankheit zu Komplikationen, da sie nur zufällig und nicht schon frühzeitig diagnostiziert werden kann. Die Betroffenen leiden dabei an verschiedenen Beschwerden im Bereich des Magens und des Darms, welche die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verringern und einschränken. Die meisten Patienten klagen dabei über einen ständigen Durchfall, welcher auch zu psychischen Beschwerden und sogar zu Depressionen führen kann.

Auch die Krankheit Morbus Chron kann dabei entstehen und den Alltag des Betroffenen erschweren. Die Gasansammlungen führen dabei zu starken Flatulenzen und zu einem aufgeblähten Bauch. In vielen Fällen fühlen sich die Betroffenen mit den Beschwerden unwohl und leiden dabei auch an Minderwertigkeitskomplexen oder an einem verringerten Selbstwertgefühl. Der weitere Verlauf der Krankheit hängt allerdings stark von ihrer Ursache ab, sodass eine allgemeine Voraussage in der Regel nicht möglich ist.

Die Behandlung selbst erfolgt dabei entweder mit Hilfe eines operativen Eingriffs oder der Einnahme von Medikamenten. Allerdings kommt es dabei nicht in jedem Fall zu einem Erfolg. Besondere Komplikationen treten bei der Behandlung selbst nicht auf. In einigen Fällen sind die Betroffenen allerdings auf eine spezielle Diät angewiesen, um diese Beschwerden zu vermeiden.

Therapie & Behandlung

Die Therapie der Pneumatosis intestinalis richtet sich nach der jeweils vorliegenden Grunderkrankung. Oftmals muss eine primär entstandene Gasansammlung ohne erkennbare Ursache gar nicht behandelt werden. Die Erkrankung verläuft hier häufig ohne Symptome. Wenn Symptome vorliegen, werden diese in der Regel durch die auslösende Grunderkrankung hervorgerufen.

Wenn diagnostisch feststeht, dass eine intramurale Gasansammlung vorliegt, sollte jedoch festgestellt werden, ob eine andere Erkrankung ursächlich dafür ist und um welche Erkrankung es sich handelt. So kann die Pneumatosis intestinalis manchmal sogar als erstes Symptom einer ganz anderen Erkrankung auftreten. Neben den toxisch infektiösen, den mechanischen oder anderen entzündlichen Ursachen kann auch ein Malignom ursächlich für eine Pneumatosis intestinalis sein.

Wichtig ist auch, genau zu wissen, welche Bakterien im Falle einer Infektion vorliegen. Bei infektiös toxischen Verläufen können beispielsweise keine üblichen [[Antibiotika]9 eingesetzt werden, weil diese die Freisetzung der Toxine erst richtig fördern. Entzündliche Prozesse durch Autoimmunreaktionen gegen den Darm bedürfen selbstverständlich wieder einer anderen Behandlungsstrategie. Insgesamt steht jedoch selten die Behandlung einer Pneumatosis intestinalis im Vordergrund, sondern die Grunderkrankung.

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Vorbeugung

Eine konkrete Empfehlung zur Vorbeugung vor einer Pneumatosis intestinalis zu geben, ist nicht möglich. Die intramurale Gasansammlung stellt in der Regel eine Folgeerscheinung einer bestehenden Grunderkrankung dar, dessen Ätiologie in jedem Einzelfall anders ist. Um das Risiko zu senken, an einer schwerwiegenden gesundheitlichen Störung zu erkranken, werden allgemein eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, viel Bewegung und wenig Stress empfohlen.

Bücher über Verdauungsprobleme

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012

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