Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte)

Letzte Aktualisierung am 27. Juni 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
Startseite » Krankheiten » Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte)

Die Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte) ist eine harmlose Hautpilzerkrankung, die zu einem nicht ansteckendem, in seltenen Fällen jedoch juckendem Hautausschlag führt. Die Behandlung dieses Hautpilzes erfolgt mit Hilfe lokal angewendeter Medikamenten wie beispielsweise Salben oder Cremes. Das Rückfallrisiko ist aber sehr hoch, da der Erreger der Kleienpilzflechte zum natürlichen Milieu der Haut zählt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Pityriasis versicolor?

Bei Pityriasis versicolor handelt es sich um eine harmlose Infektion der obersten Hautschicht mit Pilzen, den so genannten Malassezia furfur. Die Kleienpilzflechte kommt sehr häufig vor, ist nicht ansteckend und als ungefährlich einzuschätzen.

Auch wenn die Pityriasis versicolor keinen echten Krankheitswert hat, so entsteht durch sie ein verändertes Hautbild, das von den meisten Patienten als störend wahrgenommen wird. Der Pilz verursacht einen bräunlichen oder pigmentlosen Hautausschlag, der sich meist in runden Flecken, die ungefähr eine Größe von drei Zentimetern erreichen können, äußert. Diese Flecken gehen bei der Pityriasis versicolor oftmals ineinander über und befinden sich meist im Brust- oder Rückenbereich, da dort die meisten Talg- und Schweißdrüsen der menschlichen Haut angesiedelt sind.

Breitet sich die Kleienpilzflechte sehr stark aus, so kann der eigentlich harmlose Ausschlag jucken oder unangenehm spannen. Manche Menschen haben im Bereich der Pityriasis versicolor eine verstärkte Schuppenbildung auf der Haut, die sich durch Kratzen verstärken kann.

Ursachen

Jeder Mensch trägt den Pilz, der für die Entstehung der Pityriasis versicolor verantwortlich ist, auf der Haut, wobei er bei den meisten Menschen auf der Kopfhaut besonders dicht vorzufinden ist. Bei einigen Menschen kommt es zu dem für die Kleienpilzflechte typischen Hautausschlag. Vermutlich wird die Entstehung der Pityriasis versicolor durch starkes Schwitzen in den Sommermonaten sowie durch eine Schilddrüsenüberfunktion begünstigt.

Auch andere Erkrankungen, wie beispielsweise Diabetes mellitus, sowie die Einnahme bestimmter Medikamente, wie etwa der Antibabypille können den Ausbruch des Hautausschlags begünstigen. Generell haben Menschen, die an Pityriasis versicolor erkranken, häufig ein geschwächtes Immunsystem.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Das Leitsymptom der Kleienpilzflechte sind unterschiedlich große Flecken auf der Haut. Diese können einen Durchmesser von wenigen Millimetern bis hin zu ein paar Zentimetern aufweisen. Diese Flecken sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängen sehr stark vom Hautbild ab.

An gebräunten Hautstellen und bei dunklen Hauttypen erscheinen die Flecken in der Regel heller als die Umgebung. Es kommt hier zu einem Pigmentschwund in der Oberhaut. Bei helleren Hauttypen kommt es eher zu rötlichen oder bräunlichen Flecken und damit zu einer Vermehrung von Pigmenten. Allerdings kann der abgestorbene Hautpilz ebenfalls helle Flecken nach einer Behandlung hinterlassen.

Die Flecken treten zumeist erst vereinzelt auf und können auch in Herden auftreten. Dabei können die Flecken auch ineinander übergehen und so zu großen Mustern auf der Haut werden. Die Kleienpilzflechte besiedelt dabei nicht den gesamten Körper, sondern bevorzugt den Rücken, den oberen Bauch, die Oberarme und die Schultern. Selten werden der Hals und das Gesicht betroffen. Die Kopfhaut wird nicht befallen. Alle befallenen Flächen können gänzlich vom Pilz besiedelt werden. Die Flecken jucken in den allerwenigstens Fällen und können manchmal erhaben sein. Werden sie gekratzt, schuppen sie mitunter.

Diagnose & Verlauf

Die Diagnosestellung der Pityriasis versicolor erfolgt durch einen Hautarzt, der die betroffenen Hautregionen mit einer speziellen Schwarzlichtlampe untersucht. Darüber hinaus wird mit Hilfe eines Klebefilmstreifens eine Hautprobe des Patienten genommen, die später unter dem Mikroskop auf die für die Kleienpilzflechte verantwortlichen Pilze untersucht wird.

Auf diese Weise wird die Diagnose der Kleienpilzflechte sichergestellt. Die harmlose Hauterkrankung verläuft meist bei entsprechender Behandlung problemlos und bildet sich gut zurück. Allerdings tritt sie bei vielen Patienten nach einer gewissen Zeit wieder auf, da der Erreger der Pityriasis versicolor zur natürlichen Hautflora des Menschen zählt.

Komplikationen

In der Regel handelt es sich bei Pityriasis versicolor um eine harmlose Erkrankung. Besondere Komplikationen treten dabei nicht auf und die Krankheit kann relativ gut eingeschränkt werden. Auch die Ansteckungsgefahr ist bei Pityriasis versicolor relativ gering, sodass auch das persönliche Umfeld von dieser Krankheit in der Regel nicht betroffen ist. Die Betroffenen leiden dabei an verschiedenen Flecken auf der Haut.

Diese sind in den meisten Fällen braun oder rot und relativ groß. Viele Betroffene leiden dabei an einem verringerten Selbstwertgefühl oder auch an Minderwertigkeitskomplexen, da sie sich für die Beschwerden schämen. Auch ein Ausschlag auf der Haut kann dabei auftreten und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verringern. In einigen Fällen leiden die Patienten bei dieser Krankheit auch an einem Juckreiz.

Vor allem bei Kindern kann es dabei zu Hänseleien oder zu Mobbing kommen, sodass diese psychische Beschwerden oder Depressionen entwickeln. Die Behandlung der Pityriasis versicolor erfolgt mit Hilfe von Medikamenten. Dabei treten keine Komplikationen auf. Allerdings besitzt diese Erkrankung ein relativ hohes Rückfallrisiko, sodass die Betroffenen in vielen Fällen erneut an dieser Krankheit erkranken.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Schuppenflechte im Bereich von Oberarmen, Brust und Gesicht deuten auf Kleienpilzflechte hin. Ein Arztbesuch ist angezeigt, wenn die Symptome eindeutig auf eine ernste Erkrankung hindeuten, das Wohlbefinden beeinträchtigen oder länger als eine Woche bestehen bleiben. Personen, die an chronischen Hautkrankheiten leiden, sollten beim Verdacht auf Pityriasis versicolor den zuständigen Dermatologen konsultieren. Der Mediziner kann das Leiden anhand einer Blickdiagnose feststellen und ein geeignetes Mittel verschreiben. Während der Therapie sind keine weiteren Arztbesuche notwendig, insofern es nicht zu unvorhergesehenen Komplikationen oder Beschwerden kommt.

Die Ursache der Kleienpilzflechte kann unter Umständen dermatologisch festgestellt werden, oftmals lässt sich der Auslöser jedoch nicht mehr eindeutig zurückverfolgen. Neben dem Dermatologen kann mit der Erkrankung zum Hausarzt oder Internisten gegangen werden. Ein Therapeut sollte eingeschaltet werden, wenn bleibende Hautveränderungen wie Narben oder Pigmentflecken auftreten, die sich negativ auf das seelische Wohlbefinden auswirken. Eine Gesprächstherapie in einer Selbsthilfegruppe kann ebenfalls dabei helfen, das Leiden und die damit verbundenen äußeren Makel zu akzeptieren.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung einer Pityriasis versicolor erfolgt durch örtlich angewendete Antipilzmittel. Je nach Schweregrad des Ausschlags kann der Hautarzt eine Creme, Lotion oder Salbe verordnen, die allesamt zuverlässig gegen die Kleienpilzflechte wirken.

Auch spezielle Waschlotionen und Sprays helfen hervorragend. Jedoch muss der von der Pityriasis versicolor betroffene Patient das verordnete Medikament regelmäßig anwenden und sorgfältig einmassieren. Es ist empfehlenswert, die Behandlung der Haut auf die umliegenden Hautbereiche auszuweiten und die Behandlung auch ungefähr zwei Wochen nach Abklingen des sichtbaren Hautausschlags fortzusetzen, um einem Rückfall vorzubeugen.

Wenn ein Patient sehr heftig von der Pityriasis versicolor betroffen ist oder die lokal angewendeten Antipilzmittel nicht wirken, so besteht die Möglichkeit, Tabletten mit einem Antimykotikum einzunehmen, die ebenfalls gegen die Pityriasis versicolor wirken. Eine Ansteckungsgefahr bei der Kleienpilzflechte besteht nicht.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Eine wirksame Vorbeugung der Pityriasis versicolor besteht darin, die Haut gründlich zu pflegen und trocken zu halten. Vor allem in den warmen Sommermonaten sollte auf weite, atmungsaktive Kleidung aus Naturmaterialien geachtet werden, da starkes Schwitzen die Entstehung der Pityriasis versicolor begünstigt. Bei Patienten, die bereits eine Pityriasis versicolor hatten, empfiehlt sich vor allem während der Sommermonate die vorbeugende medikamentöse Behandlung der Haut, um einem erneuten Ausbruch des Hautausschlags vorzubeugen.

Das können Sie selbst tun

Pityriasis versicolor ist ausschließlich mit Antimykotika heilbar, kann aber mittels Hausmitteln eingedämmt werden. Die Eigentherapie der Kleienpilzflechte ist allerdings nicht als Ersatz für eine Therapie mit einem pilztötenden Medikament zu sehen. Insofern eignen sich die beschriebenen Methoden vor allem dafür, den Pilz während der Wartezeit auf eine Behandlung in der Vermehrung zu behindern.

Versuchsweise können Betroffene die befallenen Hautstellen mit fünfprozentigem Essig einreiben. Geeignet ist jede Form von Essig, die Konzentration sollte aber nicht überstiegen werden, da es sonst zu Hautreizungen kommen kann. Bei Bedarf wird der Essig verdünnt. Der Körper kann mit einem Schwamm oder in Essig getränktem Waschlappen eingerieben werden. Nach einer Einwirkzeit von zehn bis fünfzehn Minuten wird der Essig abgewaschen. Diese Prozedur kann zweimal am Tag erfolgen und kann den Hautpilz an vielen Stellen abtöten. Jedoch lassen sich so die Sporenreservoire am Kopf nicht beseitigen.

Wichtig ist, dass Betroffene ihre Haut trocken halten, um dem Pilz sein bevorzugtes Milieu zunichte zu machen. Das Kratzen sollte möglichst unterlassen werden, da die lediglich zu Schuppenbildung und Hautrissen führt.

Wichtig ist auch der richtige Umgang mit Hautstellen, die sich infolge der Pilzinfektion verfärbt haben. So ist das Verwenden von Make-up und ähnlichen Produkten nicht sinnvoll, weil freiliegende Haut sich weit besser regeneriert. Es dauert mitunter aber Monate, bis die Pigmentierung wieder normal ist.

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Worm, M., Burgdorf, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2014

Das könnte Sie auch interessieren: