Penisatrophie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. September 2017
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Der Penis ist der Inbegriff der Männlichkeit. Auch wenn die meisten Frauen der Größe des besten Stückes des Mannes (im Gegensatz zu seiner Funktionsfähigkeit) nur sekundäre Bedeutung beimessen, projizieren Männer ihren Selbstwert sehr wohl in die Länge und den Umfang ihres Geschlechtsteiles. Penisatrophie kann sehr stark ihre Lebensqualität einschränken, aber – welch gute Nachricht – es gibt Therapiemöglichkeiten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Penisatrophie?

Unter dem Wort Atrophie wird der krankhafte Gewebeschwund am männlichen Geschlechtsorgan verstanden. Das Wort „atrophia“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Abmagerung“ oder „Auszehrung“. Wenn bei der Penisatrophie der Penis schrumpft, hat das mit der Reduktion des Penisgewebe zu tun - sehr oft mit einer Einschränkung der Penisfunktion einhergehend.

Normalerweise kommt es erst in fortgeschrittenem Alter zu Atrophie: Männer über sechzig sind öfter davon betroffen als jüngere Männer. Das heißt aber nicht, dass nicht auch jüngere Männer eine Veränderung in Größe und Form ihres Penis bemerken können. Oft passt sich der Penis in seiner Form und Größe den äußeren Gegebenheiten an.

Jeder Mann kennt diese Veränderungen aufgrund von Hitze und Kälte oder starker beziehungsweise schwacher Durchblutung, die jedoch alle nichts mit echter Penisatrophie zu tun haben. Auch die Anhäufung oder Verminderung von Körperfett können die Größe des Penis scheinbar verändern, seine eigentliche Größe bleibt aber dennoch immer dieselbe, er ist also nicht von Atrophie betroffen.

Ursachen

Penisatrophie kann in vielen Ursachen begründet sein:

Männer mit Kreislaufproblemen haben oft auch Probleme mit ihren Erektionen, da das Blut, das die Schwellkörper füllen sollte, bezüglich Druck und Menge nicht adäquat vorhanden ist.

  • Niedriger Testosteronspiegel: Männer mit deutlich reduziertem Testosteronspiegel leiden öfter an Penisatrophie als andere Männer. Auch eine Verkleinerung der Hoden kommt im gleichen Atemzug vor. Der Testosteronspiegel sinkt aufgrund von höherem Alter, Chemotherapie, systemischen Erkrankungen oder von Strahlentherapie, besonders wenn sie gegen Prostatakrebs eingesetzt wird.
  • Gewebskrankheiten wie die Peyronie-Krankheit (Schmerzen bei Erektionen, extreme Krümmung des Penis), die das Umgebungsgewebe des Penis beeinflusst, können ebenso oft in einer Verkleinerung, einer extremen Krümmung des Penis oder in einem Verlust der Erektionsfähigkeit resultieren.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome sind äußerlich sofort zu erkennen: Der Penis ist mehr oder weniger stark verkleinert in Relation zu seinem früheren Zustand. Oft ist damit auch die Funktionsfähigkeit (sexuelle Betätigung, Erektion) eingeschränkt. Sehr selten gibt es Einschränkungen oder Beschwerden beim Wasserlassen.

Die Beschwerden sind zwar körperlicher Natur, die Auswirkungen auf die Psyche jedoch sehr viel gravierender und sehr viel einschränkender, was die Lebensqualität des Mannes betrifft. Oft kommt es zur Vereinsamung aufgrund von Scham, auf eine Einstellung sexueller Aktivitäten und einem Verlust des Selbstwertgefühls. Aus diesen Gründen ist es sehr wichtig, so schnell als möglich Hilfe zu suchen.

Bei jeder Penisveränderung sollte ohne falsche Scham der Hausarzt und in späterer Folge ein Urologe zu Rate gezogen werden. Eine Penisatrophie ist kein Grund zum Verzweifeln, es gibt Mittel und Wege, die Beschwerden zu lindern und zu überwinden. Fast immer ist neben der schulmedizinischen Versorgung eine alternativmedizinische Zusatzbehandlung oder eine psychologische Unterstützung sinnvoll.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Bei einem äußerlich derart schnell sichtbaren Krankheitsverlauf, nämlich dem Schrumpfen des Penis, bedarf es keiner Beschreibung der Diagnosemöglichkeiten. Es geht vielmehr um Ursachenfeststellung als um Diagnose und entsprechend kann eine Behandlung festgelegt werden. Wie weiter unten beschrieben, variieren Therapien stets bezüglich der Ursache.

Komplikationen

In der Regel stellt die Penisatrophie keine besondere gesundheitliche Einschränkung dar, sodass auch die Lebenserwartung des Patienten nicht krankheitsbedingt eingeschränkt wird. Der Betroffene kann damit ein völlig gewöhnliches Leben durchleben. Allerdings kann es durch den verkürzten Penis zu schwerwiegenden psychischen Beschwerden kommen, sodass die Patienten an Depressionen oder an anderen psychischen Beschwerden erkranken.

Nicht selten leiden die Betroffenen dabei an einem verringerten Selbstwertgefühl und weiterhin auch an Minderwertigkeitskomplexen. Vor allem im Kindesalter kann es dabei zu Mobbing und zu Hänseleien kommen, die die Lebensqualität deutlich einschränken. Allerdings führt die Penisatrophie auch im Erwachsenenalter zu starken Beschwerden, sodass ein Geschlechtsverkehr kaum möglich ist. Dies kann zu Spannungen mit dem eigenen Partner führen.

In vielen Fällen kann die Penisatrophie nicht behandelt werden. Ebenso schämen sich die meisten Patienten für diese Krankheit und vermeiden daher den Gang zum Arzt. Eventuell kann die Länge des Penis mit Hilfe von Hormonen erhöht werden. Allerdings kann dabei kein positiver Krankheitsverlauf garantiert werden. Weitere Komplikationen oder andere besondere Beschwerden treten bei der Penisatrophie in der Regel nicht ein.

Behandlung & Therapie

Wie die Penisatrophie behandelt wird, hängt von der Ursache ab, die sofort abgeklärt werden muss. Es sei allen Männern, die einen Verlust an Penisgewebe beobachten, angeraten, sich mit einem Experten in Verbindung zu setzen. Um den Blutfluss wieder anzuregen, muss eine Veränderung des Lebensstiles erfolgen wie etwa Gewichtsverlust oder gesunde Ernährung.

Medikamente gegen Gefäßerkrankungen können helfen, durch vermehrte Durchblutung das bereits verlorene Gewebe wieder aufzubauen. Männer mit niedrigem Testosteronspiegel können sich einer Hormontherapie unterziehen, wobei hier die Nebeneffekte nicht zu unterschätzen sind.

Was das Umgebungsgewebe betrifft, gibt es auch hier viele Behandlungsmöglichkeiten: Oft sind die Gabe von Vitamin E, der Einsatz von Implantaten oder die Wiederherstellung mittels plastischer Chirurgie eine große Unterstützung.

Der Penis kann von außen zusätzlich unterstützt und aufgebaut werden durch nährstoffreiche Peniscremes und Öle, die durch eine Vitaminformel das Penisgewebe dazu anregen, neue Zellen zu bilden. Diese Formel setzt sich zusammen aus den Vitaminen A, C, E, D und B sowie Aminosäuren, Antioxidantien und Feuchtigkeitsspendern.

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Vorbeugung

Ob der Penisatrophie wirklich vorgebeugt werden kann, ist unwahrscheinlich. Alterungsprozesse bedingen nun einmal Gewebsverschlechterung und Gewebsverlust. Doch auch ältere Männer müssen sich nicht mit ihrem Schicksal abfinden, da neben Lebensstilveränderung sowohl Medikamente als auch die Chirurgie einen Beitrag leisten können.

Für jüngere Männer, die aufgrund von Krebs (Strahlen- und Chemotherapie) an Penisatrophie leiden, ist das Altersargument ein schwacher Trost, jedoch auch für sie gibt es Möglichkeiten der Hilfe. Effiziente Vorbeugung durch Krebsvorsorge ist in Bezug auf Verhinderung von Penisatrophie wahrscheinlich der einzig sinnvolle, gangbare Weg.

Bücher über Männergesundheit

Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2011
  • Hautmann, R.: Urologie. Springer, Berlin Heidelberg 2014
  • Sökeland, J., Schulze, H., Rübben, H.: Urologie. Thieme, Stuttgart 2004

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