Myasthenia gravis pseudoparalytica

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. August 2017
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Die Autoimmunerkrankung Myasthenia gravis pseudoparalytica ist eine Muskelschwächeerkrankung, die zu einer schnellen Ermüdbarkeit der menschlichen Muskulatur führt. Die Krankheit kann Menschen jeglichen Alters betreffen und steht im Zusammenhang mit psychischem Stress. Bei einer schnellen Behandlung bilden sich die Symptome der Myasthenia gravis pseudoparalytica meist rasch zurück.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Myasthenia gravis pseudoparalytica?

Bei der Myasthenia gravis pseudoparalytica handelt es sich um eine recht selten Form der Muskelschwäche. Kennzeichnend für diese Autoimmunerkrankung ist die rasche Ermüdung der Muskulatur. Hauptsächlich von der Muskelschwäche betroffen sind die Augen und das Gesicht.

Bei einem weiteren Fortschreiten der Erkrankung können jedoch auch weitere Muskelgruppen, darunter auch das Herz und die Lunge, betroffen sein. Patienten, die an einer Myasthenia gravis pseudoparalytica erkrankt sind, haben Symptome, die einer Lähmung ähneln.

Ursachen

Die Ursachen für eine Myasthenia gravis pseudoparalytica liegen in einer gestörten neuromuskuläre Übertragung, was bedeutet, dass die Signale zwischen den Muskeln und Nerven des betroffenen Patienten nicht richtig übertragen werden.

Bei der Myasthenia gravis pseudoparalytica handelt es sich um eine Erkrankung, bei der sich das Immunsystem eines Menschen gegen den eigenen Körper richtet. Mediziner bezeichnen dies auch als Autoimmunerkrankung. Im Falle der Myasthenia gravis pseudoparalytica stört diese Autoimmunreaktion die neuromuskuläre Übertragung, was die schnellere Ermüdung der Muskulatur mit den Symptomen einer Lähmung zur Folge hat.

Doch auch wenn der Thymus - ein Drüse im Brustbein des Menschen - aufgrund einer Krankheit, beispielsweise eines bösartigen Tumors, verändert ist, kann dadurch eine Myasthenia gravis pseudoparalytica entstehen. Der Thymus ist für die Steuerung des menschlichen Immunsystems verantwortlich, weshalb es bei einer erkrankten Drüse zu einer Autoimmunreaktion kommen kann.

Bei etwa 80 Prozent aller an Myasthenia gravis pseudoparalytica erkrankten Patienten findet sich eine Störung des Thymus. Doch auch psychische Belastungssituationen wie beispielsweise ein Todesfall oder eine Schwangerschaft können Ursache einer Myasthenia gravis pseudoparalytica sein.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Um eine Myasthenia gravis pseudoparalytica zu diagnostizieren, sollte sich der betroffene Patient an einen Neurologen wenden. Dieser wird den Patienten zunächst eingehend über seine Symptome befragen und anschließend mit bestimmten neurologischen Tests die Myasthenia gravis pseudoparalytica feststellen.

Die typischen Symptome sind neben der raschen Ermüdung der Muskulatur auch Sehstörungen, eine ausdruckslose Gesichtsmimik, Schluck- und Sprechstörungen und Herz- oder Lungenprobleme (z.B. Luftnot). Darüber hinaus kann eine Myasthenia gravis pseudoparalytica mit Hilfe verschiedener Medikamententests festgestellt werden. Mit diesen wird die neuromuskuläre Signalübertragung sowie die Belastbarkeit der Muskeln überprüft. Auch eine Elektromyographie kommt häufig beim Verdacht auf eine Myasthenia gravis pseudoparalytica zum Einsatz.

Mit Hilfe dieser Untersuchung wird die Aktivität und Ermüdbarkeit des Muskels analysiert. Um eventuelle Veränderungen an der Thymusdrüse festzustellen, empfehlen die meisten Ärzte zudem ein CT und Röntgenbild des Brustkorbs.

Bei der Myasthenia gravis pseudoparalytica ist nicht von einer verringerten Lebenserwartung auszugehen und auch die Einschränkungen, die durch diese Erkrankung hervorgerufen werden, halten sich bei den meisten Patienten gering. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Neurologen sollten jedoch unbedingt erfolgen, um ein Fortschreiten der Myasthenia gravis pseudoparalytica rechtzeitig festzustellen.

Komplikationen

Durch die Myasthenia gravis pseudoparalytica leiden die Betroffenen an erheblichen Einschränkungen im Alltag. Es kommt dabei zu einer sehr starken Müdigkeit und Abgeschlagenheit des Patienten, sodass körperliche Tätigkeiten oder Sportarten für den Betroffenen nicht mehr möglich sind. Ebenso kommt es nicht selten zu Sehstörungen, die weiterhin die Lebensqualität des Betroffenen deutlich verringern.

Die Betroffenen sehen unscharf oder Doppelbilder, mitunter kommt es zum sogenannten Schleiersehen. Die Muskeln wirken schwach, sodass es vor allem bei Kindern zu Störungen der Entwicklung kommen kann. Dabei kommt es nicht selten auch zu einer sozialen Ausgrenzung oder zu psychischen Beschwerden. Auch die Muskulatur im Gesicht ist von der Myasthenia gravis pseudoparalytica betroffen, sodass es zu Schluckbeschwerden kommen kann.

Durch die Schluckbeschwerden kommt es zu einer erschweren Einnahme von Flüssigkeiten und Nahrung, sodass die Patienten an Untergewicht oder an Mangelerscheinungen leiden können. In der Regel kann die Myasthenia gravis pseudoparalytica nicht kausal behandelt werden. Allerdings können die Beschwerden mit Hilfe von Medikamenten eingegrenzt werden, sodass die Lebenserwartung des Patienten nicht verringert wird. Dabei kommt es nicht zu besonderen Komplikationen und auch die Entwicklung des Kindes kann in gewöhnlicher Weise stattfinden.

Behandlung & Therapie

Der Neurologe wird bei einer Myasthenia gravis pseudoparalytica zu einer Behandlung mit Medikamenten raten, die das körpereigene Immunsystem (Immunsuppressiva) unterdrücken.

Auf diese Weise können die Symptome der Muskelschwäche in den meisten Fällen sehr gut und auch über einen längeren Zeitraum unterdrückt werden. Des Weiteren wirken sich Cholesterase-Hemmer positiv auf die gestörte neuromuskuläre Übertragung aus. Sie sind allerdings nicht für einen längerfristigen Einsatz geeignet, da die Wirksamkeit dieser Medikamente schnell nachlässt.

Bei sehr schweren Verläufen, für die eine krankhafte Veränderung oder ein Tumor der Thymusdrüse verantwortlich ist, oder bei Patienten unter 50 Jahren, wird häufig die Entfernung der Thymusdrüse empfohlen. Auch wenn die Symptome der Myasthenia gravis pseudoparalytica durch die Entfernung meist nur sehr langsam nachlassen, hilft sie einem Großteil der Patienten dauerhaft.

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Vorbeugung

Es gibt keine wirksamen Möglichkeiten einer Myasthenia gravis pseudoparalytica vorzubeugen. Da psychischer Stress an der Entstehung der Krankheit beteiligt sein kann, ist es empfehlenswert, dass bereits erkrankte Patienten möglichst wenig psychischen Belastungen ausgesetzt sind. Dadurch kann zumindest das Fortschreiten der Myasthenia gravis pseudoparalytica eingedämmt werden.

Bücher über Myasthenia gravis pseudoparalytica

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Möller, H.-J., Laux, G., Deister, A.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2015
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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