Muttermund

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. November 2016
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Als Muttermund (lat. Ostium uteri) werden im weiblichen Körper jeweils die Öffnung des Gebärmutterhalses (Cervix) in die Gebärmutter und in die Vagina bezeichnet. Im Verlauf einer Schwangerschaft und während der Geburt eines Kindes sind der Muttermund und seine Öffnung von besonderer Bedeutung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Muttermund?

Der sog. innere Muttermund ist die obere Öffnung des Gebärmutterhalses in die Höhle der Gebärmutter, als äußerer Muttermund wird die untere Öffnung der Cervix in Richtung der Vagina bezeichnet.

Dieser ist von einer dicken Schicht aus Schleimhaut umgeben, die in das Dach der Scheide hineinragt und so das Vordringen von Keimen in die Gebärmutter verhindert. Bevor eine Frau ein Kind geboren hat, ist der äußere Muttermund grübchenförmig rund geformt, nach der ersten Geburt ist er dann quer gespalten wie ein Mund.

Während des Zyklus einer Frau ragt der äußere Muttermund an den unfruchtbaren Tagen bis zu drei Zentimeter in die Scheide hinein und kann von außen ertastet werden.

Anatomie & Aufbau

Der Muttermund besitzt als Teil der Gebärmutterhalses eine aus drei Schichten aufgebaute Wand. Die äußere Wand ist eine Schleimhautschicht mit Drüsen, die sich im Verlauf des Zyklus in ihrer Struktur verändert.

Unter der Schleimhaut liegt eine Muskelschicht, in der die Muskeln in Spiralen angeordnet sind. Die unterste der drei Schichten wird durch eine zur Bauchhöhle hin begrenzende Membran gebildet. Der Bereich im Gebärmutterhals (Cervix) zwischen dem inneren und dem äußeren Muttermund wird auch als Zervikalkanal bezeichnet.

Funktion & Aufgaben

Der äußere Muttermund spielt beim Geschlechtsverkehr eine Rolle, denn beim Orgasmus der Frau taucht er in wellenförmigen Bewegungen in den ausgestoßenen Samen ein, um die Weiterleitung der Spermien zu unterstützen. In einer Schwangerschaft ist der Zervixkanal mit dem inneren und dem äußeren Muttermund fest verschlossen.

Auf diese Weise wird das Eindringen von Keimen in die Fruchthöhle verhindert. Bei einer schwangeren Frau sollte die Länge des Gebärmutterhalses über 2,5 cm liegen, denn bei einer stärkeren Verkürzung kann es zu einer Frühgeburt durch die vorzeitige, wehenlose Öffnung des Muttermundes kommen. Wenn die Geburt mit der so genannten Eröffnungsphase beginnt, sorgen Wehen dafür, dass der Muttermund zunächst gedehnt wird.

Nach einer Verkürzung des Zervixkanals dehnt sich dabei als erstes der innere Muttermund. Schließlich beginnt sich im weiteren Verlauf auch der äußere Muttermund zu öffnen. Die letzte Phase der Geburt, die so genannten Austreibungsphase, beginnt mit schließlich mit einer kompletten Öffnung des äußeren Muttermundes.

Krankheiten, Beschwerden & Störungen

Im Zusammenhang mit dem Muttermund können unterschiedliche Beschwerden und Erkrankungen auftreten, auch außerhalb von Schwangerschaft und Geburt. Am äußeren Muttermund, wo die glatte Haut der Vagina an die Schleimhaut des Gebärmutterhalskanals grenzt, gibt es eine Gewebezone, in der durch Krankheitserreger Veränderungen der Hautstruktur ausgelöst werden können (sog. „Dysplasien“).

Diese Hautveränderungen können leicht (Stufe I), mittelschwer (Stufe II) oder schwer (Stufe III) sein. Schwere Dsyplasien können sich in Vorstufen von Krebs (Stufe IV) und in Krebs (Stufe V) umwandeln. Erkrankungen des Muttermundes werden in der Regel bei der gynäkologischen Früherkennung festgestellt, bei der Abstriche durchgeführt werden. Diese können die Hautveränderungen schon sehr früh feststellen, so dass schon vor der Entwicklung von Krebsvorstufen eine Behandlung begonnen werden kann. Sie besteht normalerweise in einer Entfernung des betroffenen Gewebes.

Bei den Keimen, welche Dysplasien auslösen, handelt es sich in der Regel um so genannte "Human Papilloma viren" (HPV), von denen es über 30 verschiedene Typen gibt. Sie werden vor allem durch Geschlechtsverkehr übertragen werden, und es existiert bisher keine wirksame medikamentöse Behandlung.

Junge Mädchen können sich allerdings vor dem ersten Geschlechtsverkehr gegen bestimmte HPV-Typen impfen lassen. HPV-Viren sind auch für die Bildung von Feigwarzen (sog. Condylome oder Genitalwarzen)verantwortlich, welche wiederum ebenfalls Hautveränderungen am Muttermund auslösen können. Normalerweise lassen sich diese Warzen erfolgreich mit Lösungen oder Cremes behandeln, so dass Dysplasien am Gewebe des Muttermundes verhindert werden.

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