Sperma

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. November 2016
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Auch wenn die Presse immer häufiger von Erfolgen durch Klonverfahren berichtet, benötigt es heute noch immer eine Eizelle und ein Spermium, um ein Leben zu zeugen. Was wir Menschen als Wunder empfinden, kann dennoch in seinen Vorgängen recht genau beschrieben werden. Was genau ist Sperma, wie verhält es sich und was sind interessante Fakten zu dieser menschlichen Flüssigkeit, die Leben erschaffen kann?

Inhaltsverzeichnis

Was ist Sperma?

Sperma ist eine Substanz, die im Körper (Hoden) des Mannes gebildet und in den Nebenhoden aufbewahrt wird, bis es während eines Samenergusses zur Ausscheidung des Spermas aus dem Körper kommt.

Gelangt das Ejakulat in die Vagina der Frau, trifft es dort auf ein befruchtungsfähiges Ei und kann sich dieses im Körper der Frau einnisten, kommt es zu einer Schwangerschaft im weiblichen Körper.

Der weibliche Körper hingegen ist nicht in der Lage, Sperma zu produzieren.

Anatomie & Aufbau

Wie bereits erwähnt, wird Sperma im Hoden des Mannes ab der Pubertät gebildet und ebenso in dessen Hoden gespeichert. Sperma besteht aus Spermienzellen, Sekretflüssigkeit und Hautzellen der Hodenkanälchen.

Die erstmalige Spermaproduktion wird Spermarche genannt, die erste Ejakulation heißt Ejakularche. Der männliche Samenerguss beträgt etwa 2-6ml. 1ml Ejakulat enthält zwischen 20-150 Millionen Spermien, der Anteil an Spermien im gesamten Ejakulat liegt dabei bei etwa 0,5%.

Sperma besteht aus einem Kopf, einem Mittelstück und einer Geißel (Endstück), wobei das Endstück nach Befruchtung der Eizelle abgeworfen wird. Die Überlebensfähigkeit des ausgeschiedenen Spermiums im Körper der Frau beträgt etwa vier Tage, wobei Spermien an der Luft sehr schnell sterben. Das einzelne Spermium ist beim Menschen etwa 60µm klein, also mit dem bloßen Auge nicht erkennbar.

Funktion & Aufgaben

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau von Spermazelle und Eizelle beim Menschen. Klicken, um zu vergrößern.

Um Mensch oder Tier Nachkommen erzeugen zu lassen, benötigt es eine befruchtungsfähige Eizelle und ein funktionsfähiges Spermium. Die Spermien, die mit dem Ejakulat in die Vagina der Frau gelangt sind, schwimmen durch die Vagina bis in die Gebärmutter um letztlich irgendwo auf dem Weg der Eizelle zwischen Eileiter und Gebärmutter diese zu befruchten.

Nach einigen Tagen kann sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnisten. Dann kommt es erfolgreich zu einer Schwangerschaft. Auch diese kann aber noch vor der Geburt unterbrochen werden, es kann jederzeit auch zu Fehlgeburten kommen. Spermien von Tieren weichen von den Normen des menschlichen Spermas ab. Es gibt sogar teilweise Fische, die ihr Spermium nicht in den Körper eines anderen Fisches abgeben, sondern ihr Sperma ins Wasser abgeben, was dann zu einer Befruchtung eines anderen Fisches führt.

Im Großen und Ganzen ähneln sich aber die Befruchtungsvorgänge von Mensch und Tier. Eine Befruchtung mit Sperma funktioniert nur in der jeweiligen Spezies. Wenige Ausnahmen bilden hier sogenannte "Liger", eine Kreuzung zwischen Löwe und Tiger und auch der Maulesel, einer Kreuzung zwischen Esel und Pferd. Ansonsten sind speziesunterschiedliche Kreuzungen nicht möglich.

Krankheiten & Beschwerden

Die einzige Funktion von Sperma liegt darin, zusammen mit einer Eizelle Nachkommen zu erzeugen. Dennoch kann es zu Krankheiten in Zusammenhang mit Sperma kommen.

Sperma kann eine Reihe von Krankheiten übertragen, so sei als bekanntestes Beispiel das HI-Virus genannt, das die tödliche Immunschwächekrankheit AIDS auslösen kann. Auch können Hepatitis-Infektionen über Sperma weitergegeben werden. Bei der Ansteckung macht es keinen Unterschied, ob Sperma vaginal, oral oder anal aufgenommen worden ist. Die Infektionsgefahr ist gleich hoch, wobei beim Analverkehr eine leicht erhöhte Verletzungsgefahr und damit eine leicht erhöhte Infektionsgefahr besteht.

Weitere, durch Geschlechtsverkehr übertragbare, Krankheiten sind beispielsweise Chlamydien, Gonorrhoe, Herpes oder Syphilis. Eventuell sind auch Erkältungskrankheiten durch Sperma übertragbar, was unter Fachleuten bis heute diskutiert wird. In sehr seltenen Fällen kann es zu Allergien gegen Sperma kommen, was sowohl bei Frauen, als auch sehr vereinzelt bei Männern beobachtet worden ist.

Wirkungsvoll gegen Geschlechtskrankheiten schützen kann man sich ausschließlich durch Enthaltsamkeit oder Verwendung eines intakten Kondomes. Andere Verhütungsmethoden schützen nicht vor übertragbaren Krankheiten.

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