Kapselfibrose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 1. Dezember 2017
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Bei der Kapselfibrose handelt es sich um eine Komplikation, die bei Brustvergrößerungen auftreten kann. Durch eine natürliche, aber übermäßige Immunreaktion des Körpers bildet sich dabei eine harte Gewebekapsel um das Brustimplantat. Durch verbesserte Implantate und schonendere Operationstechniken lässt sich das Risiko einer Kapselfibrose deutlich senken.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kapselfibrose?

Eine Kapselfibrose bezeichnet die Bildung einer harten Hülle, die ein Brustimplantat umschließt. Sie besteht aus einer Bindegewebsschicht, die im Zuge der normalen Immunabwehr um jeden Fremdkörper im menschlichen Gewebe herum gebildet.

Wenn sich diese Schicht unnatürlich verdickt und verhärtet, kann dies starke Schmerzen sowie eine Verhärtung der Brust zur Folge haben. Auch sichtbare Deformationen können auftreten. Darüber hinaus besteht bei einer Kapselfibrose die Gefahr, dass das Implantat reißt.

Ursachen

Die Ursache für die Entstehung einer Kapselfibrose ist bislang noch unbekannt. Die Entstehung einer dünnen umhüllenden Schicht aus Bindegewebe ist eine reguläre Reaktion des Körpers auf körperfremdes Material.

Diese dient als Abgrenzung zwischen gesundem Gewebe und möglicherweise schädlichen Stoffen. Warum diese Bindegewebsschicht in manchen Fällen ihre Elastizität verliert und an Dicke zunimmt, konnte noch nicht festgestellt werden. Es scheint allerdings einige Faktoren zu geben, die die Entstehung einer Kapselfibrose begünstigen.

Dazu zählt die Verwendung glattwandiger Brustimplantate, bei denen in bis zu 30 Prozent der Fälle nach der Brustvergrößerung eine Kapselfibrose auftritt. Die Art der Operation scheint ebenfalls einen Einfluss zu haben. So treten Kapselfibrosen deutlich häufiger auf, wenn das Implantat oberhalb des Brustmuskels platziert wird als wenn es in eine Tasche unter dem Brustmuskel eingebracht wird.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Querschnitt einer Brust mit Silikonimplantat nach einer Brustvergrößerung. In diesem Bereich kann es zu einer Kapselfibrose kommen.

Eine Kapselfibrose kann nahezu unbemerkt verlaufen, kann aber auch zu starken Schmerzen und sichtbaren Veränderungen an der Brust führen. Es werden vier Stufen der Kapselfibrose unterschieden.

Bei Stufe 1 ist die Brust nur sehr leicht verhärtet und es treten keine bis nur äußerst leichte Beschwerden auf. Die Diagnose erfolgt durch Abtasten und durch Ultraschall.

Dies gilt auch für Stufe zwei, bei der die Kapselfibrose bereits leichte Schmerzen und ein Spannungsgefühl in der Brust verursachen kann. Bei Stufe 3 ist die Kapselfibrose bereits durch äußeren Anschein diagnostizierbar, da es durch die Verhärtung der Bindegewebshülle zu sichtbaren Veränderungen der Brust kommt.

Darüber hinaus können starke Schmerzen auftreten. Wenn eine Kapselfibrose Stufe 4 erreicht hat, ist die gesamte Brust hart, deformiert und äußerst berührungsempfindlich. Ob die Kapselfibrose mit der Silikonkrankheit nach Brustimplantationen in Zusammenhang steht, ist wissenschaftlich bislang noch ungeklärt.

Komplikationen

Die Kapselfibrose tritt vor allem dann auf, wenn sich die Patientin die Brust vergrößern lässt. Dabei kann es nach der Operation zu verschiedenen Komplikationen und Beschwerden kommen. Die meisten Betroffenen leiden dabei an starken Schmerzen, die an der Brust auftreten. Diese Schmerzen können sich hierbei in andere Regionen des Körpers ausbreiten.

Nicht selten führen Ruheschmerzen nachts zu Schlafbeschwerden und können damit die Lebensqualität des Patienten deutlich verringern. Ebenso spannen die Brüste. Die Implantate selbst verrutschen nicht selten, sodass es auch zu ästhetischen Beschwerden kommen kann. Dabei leiden viele Betroffene auch an einem verringerten Selbstwertgefühl und schämen sich für das Aussehen der Brüste.

Diese wirken oft asymmetrisch und weisen Falten auf. Die Behandlung der Kapselfibrose findet in der Regel symptomatisch statt. Sollte es nur zu Schmerzen kommen, so können diese mit Hilfe von Medikamenten eingeschränkt werden. Mögliche Entzündungen werden ebenfalls mit Hilfe von Medikamenten eingeschränkt.

Sollten die Beschwerden schwerwiegend sein oder zu einer stark verringerten Optik führen, sind in den meisten Fällen weitere operative Eingriffe notwendig. Dabei kommt es meistens nicht zu Komplikationen. Die Kapselfibrose führt nicht zu einer Verringerung der Lebenserwartung.

Behandlung & Therapie

Eine Kapselfibrose der Stufe 1 ist meist nicht behandlungsbedürftig. Beim Auftreten von Schmerzen kann eine medikamentöse Therapie mit entzündungshemmenden Mitteln verordnet werden.

Bei leichteren Beschwerden können auch Massagen oder eine Ultraschallbehandlung Erleichterung verschaffen. Ab Stufe 3 ist bei einer Kapselfibrose eine operative Behandlung unumgänglich.

Je nach Schweregrad kommen dabei die Lockerung, die Sprengung oder die Entfernung der Bindegewebskapsel in Frage. Wenn die Kapselfibrose bereits sehr weit fortgeschritten ist, kann die Entfernung des gesamten Brustimplantats notwendig werden.

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Vorbeugung

Um einer Kapselfibrose vorzubeugen, kann man verschiedene Maßnahmen ergreifen. Insbesondere sollte bei der Wahl des Brustimplantats auf eine grob texturierte Oberfläche Wert gelegt werden, da diese das Kapselfibrose-Risiko auf unter fünf Prozent senkt.

Auch die Platzierung des Implantats unter statt über dem Brustmuskel verringert das Risiko deutlich. Mit besonders schonenden Operationstechniken kann ebenfalls eine spätere Kapselfibrose vermieden werden. Dazu zählen die Vermeidung eines Kontakts des Implantats mit der Haut, die Verwendung von Drainagen während und nach der Operation sowie eine Umspülung des Implantats mit Antibiotika. Unterstützt werden kann dies noch durch eine Fortführung der Antibiotika-Prophylaxe in den ersten Wochen nach der Operation.

In dieser Zeit sollte auch ein stabiler Kompressions-BH getragen werden, der dafür sorgt, dass das Implantat am vorgesehen Ort bleibt und sich dort gut mit dem umgebenden Gewebe verbindet. Werden all diese Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigt, ist das Auftreten einer Kapselfibrose heute im Vergleich zu früheren Brustimplantaten sehr unwahrscheinlich.

Das können Sie selbst tun

Eine Kapselfibrose bedarf nicht unbedingt einer ärztlichen Behandlung. Meist ruft sie keine Komplikationen hervor und löst sich in vielen Fällen von selbst wieder auf. Sollten allerdings Schmerzen auftreten, ist eine ärztliche Abklärung angezeigt.

Der Patient kann die medizinische Therapie durch verschiedene Selbsthilfe-Maßnahmen unterstützen. Bewährt haben sich zum Beispiel Massagen oder heiße Bäder. In Rücksprache mit dem Arzt können alternative Behandlungsmethoden wie Akupunktur probiert werden. Auch die Chinesische Medizin bietet Alternativmaßnahmen, die eine Kapselfibrose auflösen können. Bei größeren Beschwerden muss die Verhärtung operiert werden. Nach einem Eingriff gelten zunächst Bettruhe und Schonung. Der Betroffene muss unter Umständen auch seine Diät umstellen, um eine beschwerdefreie Abheilung der Operationswunde zu gewährleisten.

Begleitend dazu ist eine engmaschige ärztliche Überwachung angezeigt. Vor allem nach der Entfernung weit fortgeschrittener Kapselfibrosen können verschiedene Komplikationen auftreten, die frühzeitig behandelt werden müssen. Der Betroffene muss auch auf eine ausreichende Körperhygiene achten, um Wundheilstörungen, Infektionen und ähnliche Beschwerden zu vermeiden. Sollten sich trotz dieser Maßnahmen Anzeichen eines schweren Verlaufs oder ernster Komplikationen bemerkbar machen, muss zeitnah mit dem Arzt gesprochen werden.

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Quellen

  • Bleese, N., Mommsen, U., Schumpelick, V.: Kurzlehrbuch Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Henne-Bruns, D., Barth, H.: Duale Reihe Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Krams, M., et al.: Kurzlehrbuch Pathologie. Thieme, Stuttgart 2013

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