Grasmilben-Biss

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 17. Oktober 2017
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Ein Waldspaziergang, das Pflücken von Blumen auf einer Wiese oder das Arbeiten im Garten, all dies kann genügen für einen Grasmilben-Biss. Das veränderte Klima in den vergangenen Jahrzehnten sowie das falsche Verhalten bei Spaziergängen machen es den Parasiten leicht, Opfer zu finden. Auf der Suche nach einer eiweißreichen Nahrung beißen sie Mensch und Tier.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Grasmilben-Biss?

Die Spinnentiere leben im Boden, wo sie ihre Eier ablegen und die Larven schlüpfen im Sommer. Nicht die ausgewachsenen Grasmilben, sondern die orangeroten Larven sind für die Stiche verantwortlich. Bei warmem Wetter kommen die rund 0,3 Millimeter großen Larven an die Oberfläche. Die Milben und Larven sind sehr klein und mit dem bloßen Auge nicht erkennbar.

Sie sammeln sich an hellen und leicht feuchten Stellen, beispielsweise auf Wiesen und in Gärten. Für ihre weitere Entwicklung benötigen die Larven Menschen und Tiere als Wirte. Vom Grasmilben-Biss sind in erster Linie die Knöchel, Kniekehlen, Lenden und Achseln betroffen. Die Larven verfügen über ein Beißwerkzeug, mit dem sie in die Haut eindringen. Beim Grasmilben-Biss gelangt ein Enzym, das im Speichel der Tiere enthalten ist, in die Wunde und löst die oberste Hautschicht auf.

Dies führt zu Knötchen und Quaddeln, die zum Teil erst Stunden nach dem Grasmilben-Biss auftreten. Der Juckreiz, der ebenso ausgelöst wird, kann auch drei Tage danach noch intensiver werden und bis zu zwei Wochen lang andauern. Den Grasmilben-Biss selber bemerkt der Betroffene nicht, da die Mundwerkzeuge nur Bruchteile von Millimetern eindringen. Die Tiere ernähren sich von der Lymphflüssigkeit und vom Zellsaft, nicht von Blut.

Ursachen

Die Grasmilben, die auch als Herbst-, Herbstgras- und Erntemilbe bekannt sind, schleichen sich auf ihren Beinchen an ihre Opfer an, bei denen es sich um warmblütige Menschen und Tiere handelt. Die Larven hocken in Kolonien auf Grashalmen, im Gebüsch oder auf dem Boden. Wenn ein Lebewesen vorbei geht, das über optimale Betriebstemperaturen von etwa 30 bis 40° Grad Celsius verfügt, lassen sich die Larven auf dem Wirt nieder.

Sie gelangen gewöhnlich auf die Füße, von denen sie die Beine hochwandern und sich an geeigneten Stellen festbeißen. Dort führt der Grasmilben-Biss zu einem unerträglichen Juckreiz. Die Larven suchen sich gern angenehme Orte aus, zu denen warme und feuchte Gegenden gehören, beispielsweise die Ränder von Socken, der Hosenbund, Unterwäsche, die Achselhöhlen.

Haben sich die Larven beim Grasmilben-Biss auf die ungefähr dreifache Größe vollgefressen, lassen sie sich fallen. In den kommenden vier bis sechs Wochen verwandeln sie sich in eine Nymphe.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Einige Stunden nach dem Grasmilben-Biss treten Rötungen auf, sodass es oftmals mit Mückenstichen verwechselt wird. Ein typisches Symptom ist der starke Juckreiz. Durch das verstärkte Kratzen kommt es häufig zu Entzündungen.

Daher ist es wichtig, die Quaddeln nicht aufzukratzen. Die Biss-Stelle kann mit einem Wattebausch, der in Alkohol getränkt wurde, desinfiziert werden. Gegen den Juckreiz helfen lindernde Salben. Der Juckreiz kann bis zu 14 Tage lang anhalten, ist aber in den ersten drei Tagen am stärksten ausgeprägt. Der Grasmilben-Biss entwickelt sich zu rötlichen, meist leicht geschwollenen Pusteln, die kleine Wasserbläschen enthalten.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Wer nach dem Aufenthalt im Freien zahlreiche Stiche am Körper entdeckt, zum Teil etwa 200 Stiche und in Reihen nebeneinander, sowie unter einem starken Juckreiz leidet, wurde vermutlich von Grasmilben gebissen. Hier gilt es, die genannten Stellen zu beachten, die sich Grasmilben vorwiegend aussuchen.

Eine spezielle Behandlung ist, wie es bei den Flöhen und Läusen der Fall ist, nicht erforderlich, denn die Larven verweilen nicht sehr lange auf der Haut, sondern sind nach wenigen Stunden verschwunden. Die Symptome sind unangenehm, aber die Milbe selber ist harmlos. Sie saugt kein Blut, überträgt keine Krankheiten und zudem ist keine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich.

Komplikationen

In der Regel kommt es durch den Grasmilben-Biss zu verschiedenen Infektionen und Entzündungen im Körper des Patienten. Die betroffenen Stellen sind gerötet und von einem Juckreiz betroffen. Der Juckreiz verstärkt sich dabei weiterhin, wenn der Patient die betroffene Stelle kratzt. In den meisten Fällen tritt der Juckreiz noch zwei Wochen lang nach dem Biss auf und kann dabei zu unangenehmen Gefühlen führen.

Allerdings kommt es nicht zu weiteren Komplikationen oder Beschwerden. Am dritten Tag nach dem Biss sind die Beschwerden am stärksten und können dadurch die Lebensqualität des Patienten verringern. Der Grasmilben-Biss wird nicht von einem Arzt behandelt und führt ebenfalls nicht zu einer verringerten Lebenserwartung. Nach dem Abklingen der Beschwerden und des Juckreizes kommt es nicht zu weiteren Komplikationen.

Der Betroffene kann den Grasmilben-Biss selbst mit einfachen Hausmitteln behandeln und dabei die Schmerzen und den Juckreiz einschränken. Sollte es zu einem unerträglichen Juckreiz oder zu einer Infektion gekommen sein, kann die Behandlung mit Hilfe von Antibiotika oder durch Cremes und Salben erfolgen. Die Behandlung des Grasmilben-Bisses führt stets zu einem positiven Krankheitsverlauf.

Behandlung & Therapie

Die Hautveränderungen durch den Grasmilben-Biss können zur Desinfizierung lokal mit einem Alkoholumschlag oder einer juckreizstillenden Salbe behandelt werden. Ein Betupfen mit Essig oder Zitronensaft ist ebenso möglich. Auch Salzwasser ist ein bewährtes Mittel. Umschläge mit Speisequark aus dem Kühlschrank können den Juckreiz ebenso auf ein erträgliches Maß reduzieren.

Zudem gibt es Tabletten, die den Wirkstoff Cetirizin enthalten, rezeptfrei in der Apotheke. Gegen den Juckreiz muss meistens ein Antihistaminikum eingenommen werden. In schweren Fällen kann der Arzt auch eine Kortison-Salbe verordnen. Die getragene Kleidung sollte gewaschen werden und auch ein Duschen und das Saugen der Wohnung sind ratsam.

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Vorbeugung

Um einen Grasmilben-Biss zu vermeiden, sollten geschlossene Kleidung und hohes Schuhwerk, zum Beispiel Gummistiefel, getragen werden. Über lange Hosen können Socken getragen werden. Dies alles ist im Hochsommer allerdings unangenehm. Daher ist es ratsam, bevor es in die Natur geht, sich mit einem Insektenabwehrmittel einzureiben. Die Kleidung kann ebenfalls damit behandelt werden.

Wer auf einer Wiese gelegen hat, sollte duschen und zudem die Kleidung wechseln. Textilien, die im Garten getragen wurden, inklusive der Unterwäsche, sollten möglichst bereits, bevor die Wohnung betreten wird, ausgezogen werden. Wer feststellen möchte, ob sein Garten mit Grasmilben befallen ist, kann an sonnigen Tagen auf dem Rasen ein weißes Blatt auslegen.

Das können Sie selbst tun

Beim Grasmilben-Biss stehen dem Betroffenen einige Mittel der Selbsthilfe zur Verfügung. In der Regel halten die Beschwerden nicht lange an, können allerdings an verschiedenen Körperstellen sehr unangenehm sein.

Da es durch den Grasmilben-Biss zu einem starken Juckreiz kommt, sollte das Kratzen auf jeden Fall vermieden werden. Dadurch wird der Juckreiz nur verstärkt und die Heilung verlangsamt. Vor allem Eltern müssen ihre Kinder darauf aufmerksam machen, an dem Biss nicht zu kratzen. Der Juckreiz kann dabei durch Cremes oder Salben aus der Drogerie und der Apotheke gelindert werden. Ebenso lindern Zitronensaft, Salzwasser oder Zwiebelsaft den Juckreiz und können die Heilung beschleunigen. In schwerwiegenden Fällen können auch Salben mit Kortison dabei eingesetzt oder ein Antihistaminikum eingenommen werden. Gegen die Symptome des Grasmilben-Bisses kann ebenfalls Niemöl helfen. Dieses wird dabei auf die betroffene Stelle aufgetragen und kann die Heilung ebenso beschleunigen.

Um den Grasmilben-Biss zu vermeiden, sollte zum Schutz immer eine geschlossene Kleidung getragen werden. Auch hohe Schuhe oder Stiefel können das Eindringen der Milben verhindern. Sollten die Milben ins Bett gelangt sein, so sollte die Bettwäsche bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden.

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Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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