Flöhe (Flohbiss)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Oktober 2017
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Flöhe bzw. ein Flohbiss treten meistens mit sehr starkem Juckreiz auf. An den betroffenen Stellen sind kleine Pusteln zu erkennen, häufig sehr viele davon. Die Bisse dieser Parasiten sind in unseren breitegraden zwar nicht gefährlich, aber äußerst unangenehm. Durch entsprechende Maßnahmen kann man sich davor schützen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Flohbiss?

Ein Befall mit Flöhen ist in der Regel sehr einfach zu erkennen: auf der Haut befinden sich viele kleine Pusteln, die oft sehr starken Juckreiz mit sich bringen.

Diese Pusteln sind hellrot, leicht erhaben und besitzen ca. die Größe von einem Zentimeter. Die einzelnen Hautrötungen treten dabei meistens gruppiert oder sogar in einer Reihe auf. Um eine Sekundärinfektion zu vermeiden, sollten die betroffenen Hautstellen nicht aufgekratzt werden. Ansonsten können Krankheitserreger in die Haut eindringen und für Entzündungen sorgen.

Die Flöhe können unterschiedlichen Gattungen angehören. Während der Menschenfloh bei uns sehr selten vorkommt, handelt es sich häufiger um die Katzenfloh oder Hundefloh, der auch Menschen beißt. Daneben gibt es noch weitere Floharten, wie Igel- oder Hühnerflöhe.

Ursachen

Die Ursache für Flöhe kann unterschiedlich sein. Während sich der Menschenfloh hauptsächlich beim Menschen aufhält, handelt es sich in unserer Region meist um einen „verirrten“ Floh, wenn ein Mensch Flohbisse abbekommen hat. Sehr häufig ist es der Katzenfloh. Dieser kann uns überall begegnen: im Freien, in öffentlichen Einrichtungen oder unser eigenes Haustier hat die Parasiten mit in Haus gebracht.

Für Flöhe ist das Blut von Säugetieren lebenswichtig, es stellt seine einzige Nahrung dar. Ein Floh nimmt daher in der Regel einmal täglich seine Blutmahlzeit ein. Ein erwachsener Floh kann jedoch bis zu 2 Monate ohne Nahrung auskommen. Deshalb ist die Bekämpfung von Flöhen durch „aushungern lassen“ keine wirklich gute Methode.

Während dem Flohbiss ist übrigens nichts zu spüren, denn der Floh sondert mit dem Biss ein schmerzstillendes Sekret ab. Der Juckreiz setzt erst ein, wenn der Floh seine Mahlzeit beendet hat.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose von Flöhen ist recht einfach möglich. Am besten ist der Kot der Tiere identifizierbar: da Flöhe es warm und dunkel mögen, halten sie sich meist im Fell bzw. den Haaren auf. Über einem weißen Papier sollte das Fell ausgekämmt werden.

Anschließend werden die ausgekämmten Teile angefeuchtet. Verfärben sich dabei schwarze Krümeln nach rot, handelt es sich um Flohkot und ein Befall ist damit relativ sicher festgestellt. Dieser Farbtest funktioniert deshalb, weil Flöhe den Blutfarbstoff der aufgenommenen Mahlzeiten wieder ausscheiden. Getrocknetes Blut ist schwarz und ist nach der Befeuchtung wieder als Blut erkennbar.

Die Diagnose kann auch anhand der Hautveränderungen gestellt werden. Je weniger auf die Pusteln dabei bisher durch Kratzen eingewirkt worden ist, umso besser kann die Identifizierung stattfinden.

Beim Verdacht auf Flöhe beim Haustier sollte ein Tierarztbesuch folgen. Sind keine Haustiere vorhanden und es besteht trotzdem der dringende Verdacht auf einen Flohbefall und nicht nur auf einen verirrten Floh, kann der Hausarzt weiterhelfen. In beiden Fällen können gezielte Behandlungen und Methoden den Flohbefall und die damit verbundenen Symptome beseitigen.

Komplikationen

Ein Flohbiss ist auf den ersten Blick kein besorgniserregendes Ereignis. Allerdings kann es auch in diesem Zusammenhang zu verschiedenen Komplikationen kommen. Der Biss selbst wird der betroffenen Person absolut nicht weh tun. Allerdings kann es anschließend zu einer allergischen Reaktion kommen.

In der Regel tritt bereits wenige Minuten nach dem Biss ein starker Juckreiz auf, der sich auch optisch durch einen geröteten Punkt bemerkbar macht. Durch wiederholtes Jucken kann sich der Biss unter Umständen auch entzünden. Nicht selten entsteht eine offene Wunde, die unbedingt vor Bakterien und anderen Verunreinigungen geschützt werden sollte.

Ansonsten kann es sehr schnell zu einer Infektion kommen, sodass es sogar zur Bildung von Eiter kommen kann. Eine solche Komplikation sollte unbedingt von einem Arzt behandelt werden. Allerdings lässt sich eine Entzündung mit den richtigen Medikamenten sehr schnell und effektiv behandeln. Natürlich spielt es auch eine Rolle, in was für einen Umfang die Bisse auftreten.

Liegt ein überaus starker Flohbefall vor, so können auch Mitmenschen von den oben genannten Komplikationen betroffen werden. Bevor Maßnahmen gegen die Bisse unternommen werden, gilt es zuerst die Flöhe zu beseitigen. Im Bezug auf übertragbare Krankheiten muss man sich innerhalb der Bundesrepublik Deutschland absolut keine Gedanken oder Sorgen machen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn juckende, rote Punkte auf der Haut bemerkt werden, handelt es sich vermutlich um Flohbisse. Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn die auffälligen Hautstellen nach spätestens einer Woche nicht verschwunden sind. Sollten sich Schwellungen oder Hautblutungen einstellen, muss der Betroffene noch am selben Tag medizinischen Rat einholen. Werden Flöhe frühzeitig festgestellt, können sie schnell und effektiv behandelt werden. Bleibt der Insektenbefall aber unbehandelt, kann es zu ernsten Komplikationen kommen. Eine Infektion stellt eine solche Komplikation dar und muss umgehend behandelt werden.

Spätestens, wenn andere Familienmitglieder oder Arbeitskollegen Anzeichen eines Flohbefalls zeigen, ist ein Besuch beim Hausarzt angezeigt. Kinder, ältere Menschen, Allergiker und Schwangere sollten mit Symptomen eines Flohbefalls sofort einen Fachmann konsultieren. Sollten sich auf der Haut schmerzhafte, weiße Pusteln bilden, deutet dies auf eine allergische Reaktion oder einen fortgeschrittenen Befall hin. Ein Arzt muss die Hautstellen untersuchen und dem Betroffenen ein geeignetes Medikament verschreiben. Einige Tage nach der Behandlung sollte die betroffene Person noch einmal auf Flöhe untersucht werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung eines Flohbisses schließt sowohl die Symptome als auch die Ursachenbekämpfung ein. In jedem Fall sollte mechanisches Einwirken durch Kratzen weitestgehend vermieden werden. Dadurch wird nicht nur die Haut weiter gereizt, es kann auch zu Narben kommen und im schlimmsten Fall zu heftigen Entzündungen, weil Krankheitserreger in die offenen Stellen eingedrungen sind.

Die Therapie der Symptome richtet sich nach dem vorhandenen Ausmaß. Sind die Hautstellen durch übermäßiges Kratzen bereits stark entzünden, können antibiotikahaltige Salben zum Einsatz kommen. Reagiert der Betroffene allergisch auf die Flohbisse, verschafft Kortison eine gute Linderung der Beschwerden. Um nur den bloßen Juckreiz der Pusteln zu stillen, reichen kühlende Cremes oder Hautumschläge aus. Ein Flohbiss heilt in der Regeln binnen von 2 Wochen vollständig ab.

Liegt die Ursache für Flöhe bei einem Haustier, muss das Tier entsprechend behandelt werden. Tierärzte halten eine Vielzahl von Präparaten bereit, die Flöhe wirksam bekämpfen. Häufig kommen hier so. Spot ons zum Einsatz oder medizinische Puder, die ins Fell eingearbeitet werden und so die Flöhe bekämpfen.

Aber auch die Umgebung darf nicht vernachlässigt werden. Hundedecken und andere Textilien mit denen die Flöhe in Berührung gekommen sein könnten, sollten unbedingt auf möglichst hoher Temperatur gewaschen werden. Zudem ist gründliches Staubsaugen des gesamten Wohnbereichs anzuraten.

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Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen Flöhe ist nicht zu 100% möglich. Da Flohbisse überall entstehen können, ist ein wirklicher Schutz nicht möglich. Haustierbesitzer sollten aber regelmäßig prüfen ob ihr Tier sich mit Flöhen infiziert hat. Viele Mittel gegen Zecken, die ohnehin angewandt werden, beugen auch einem Flohbefall vor. Trotz dieser Maßnahmen kann es aber trotzdem zu Flohbissen kommen.

Das können Sie selbst tun

Bei einem bestehenden Flohbefall können Betroffene einiges selbst tun, um die Ursachen und die Symptome zu beheben. Zunächst sollte die Umgebung auf einen möglichen Flohbefall hin überprüft werden. Oft bringen Haustiere die Flöhe in die Umgebung des Menschen. Sind die Haustiere frei von Flöhen oder werden diese behandelt, sollten auch sämtliche Textilien mit einer möglichst hohen Temperatur gewaschen werden. Auch die eigene Kleidung sowie Hand- und Bettwäsche ist zu reinigen.

Um gegen die Symptome vorzugehen können juckreizlindernde Salben oder Gel aufgetragen werden. Der Saft der Aloe vera ist als Gel in Apotheken erhältlich und kühlt auf natürliche Weise. Ebenso sanft wirkt Kokosöl als Hautpflegemittel. Zudem hat das Öl eine desinfizierende Eigenschaft. Die mechanische Reizung der Haut durch häufiges Kratzen stellt ein Infektionsrisiko dar und sollte aus diesem Grund vermieden werden. Bei einer bereits vorhandenen Schädigung der Haut und einer infektiösen Entzündung kommen antiseptische Salben zum Einsatz. Auch eine Antibiotikabehandlung ist in diesem Zusammenhang nicht auszuschließen. Einigen Patienten hilft auch eine Cortisonbehandlung.

Auf besondere Hygienemaßnahmen ist ebenfalls zu achten. Die Räume sollten häufiger gesaugt und Oberflächen vermehrt von Staub befreit werden. Eine anschließende Reinigung der Oberflächen mit einer Mischung aus Wasser und Citronella-Öl vertreibt die Ungeziefer. Auch Geranienöl und Essig mögen Flöhe nicht.

Bücher über Flöhe & Parasiten

Quellen

  • Grüne, S., Schölmerich, J.: Anamnese, Untersuchung, Diagnose. Springer, Heidelberg 2007
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Paus, R.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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