Niembaum

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
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Als Niembaum wird ein großer Baum bezeichnet, der in Indien beheimatet ist. Viele seiner Inhaltsstoffe lassen sich zu medizinischen Zwecken nutzen.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Niembaums

Der Niembaum (Azadirachta indica) ist auch unter den Bezeichnungen Niem oder Neem bekannt. Dieser immergrüne Baum kann bis zu 200 Jahre alt werden und zählt zur Familie der Mahagonigewächse (Meliaceae). Der Niem erreicht eine Wuchshöhe zwischen 15 und 20 Metern. Unter bestimmten Voraussetzungen wird er sogar 30 bis 40 Meter lang. An seinen Ästen wachsen Blätter, die eine Länge von 20 bis 40 Zentimetern erreichen.

An ihrer Vorderseite sind die Blätter mit einer Spitze ausgestattet. Ab einem Alter von vier Jahren trägt der Niembaum kugelförmige oder ovale Steinfrüchte aus. Diese erinnern an Oliven und werden 1,4 bis 2,8 Zentimeter lang. Innerhalb der Frucht sind eine oder mehrere Samen zu finden. Beheimatet ist der Niembaum in südasiatischen Ländern wie Indien, Birma und Pakistan. Zum Gedeihen benötigt der Neem ein subtropisches bis tropisches Klima.

Nachdem die Menschen den Niembaum von Südasien auf andere Kontinente wie Afrika, Amerika und Australien sowie auf einige pazifische Inseln brachten, wurde er auch dort angepflanzt. Am häufigsten gedeiht er in flachen Gebieten. Dagegen kommt er in Gebirgsregionen nur selten vor.

Wirkung & Anwendung

Obwohl die Inhaltsstoffe des Niembaums schon seit Jahrzehnten wissenschaftlich untersucht werden, ließen sie sich bislang noch immer nicht alle erforschen. So verfügt der Neem über etwa einhundert verschiedene chemische Stoffe, die in den Früchten, dem Stamm, der Rinde und den Blättern vorkommen. Aufgrund der hohen Komplexität der Inhaltsstoffe ließen sich bisher nur unpräzise Näherungswerte der Strukturformeln finden.

Wichtigste Inhaltsstoffe des Niembaums sind das Azadirachtin, welches eine insektizide Wirkung aufweist und aus dem Niemöl gewonnen wird, sowie Salannin, Meliantrol, Nimbidin und Nimbin. Zu den medizinisch wertvollen Bestandteilen des Niems gehören das Öl, die Blätter und der Samen. In Indien kommen die Niemprodukte schon seit langer Zeit zu therapeutischen Zwecken zur Anwendung. Es wird jedoch empfohlen, die Samen und das Niembaumöl nur äußerlich anzuwenden.

So gelten sie für eine innerliche Anwendung als zu stark. Dagegen sind die Blätter für eine innerliche Anwendung durchaus geeignet. Das Öl des Niembaums findet auch in zahlreichen Kosmetikprodukten Verwendung. Dazu gehören unter anderen Körperlotionen, Cremes sowie das Niem-Shampoo. Die Produkte eignen sich außerdem zur Behandlung von Hautbeschwerden, Juckreiz und leichten Pilzkrankheiten. Eine Einreibung mit Niem gilt auch als hilfreich bei einer Neuralgie oder Rheuma.

Der immergrüne Niembaum kann bis zu 200 Jahre alt werden und zählt zur Familie der Mahagonigewächse (Meliaceae).

Im Falle von entzündlichen Atemwegsbeschwerden wie Husten lässt sich auch Niembaum-Öl einsetzen. Dieses gibt der Patient tröpfchenweise in heißes Wasser und inhaliert es dann. Ebenso eignet sich eine Abkochung aus den Samen zur Inhalation. Kleinere Hautabschnitte können problemlos mit Niembaumöl eingerieben werden. Für größere Behandlungen sollte das Öl dagegen mit Pflanzenöl wie Olivenöl oder Mandelöl verdünnt werden.

Eine Tinktur aus dem Niemsamen eignet sich zum Schutz vor Insekten. Die Blätter des Niembaums können sowohl innerlich als auch äußerlich zum Einsatz kommen. Für die innerliche Anwendung gilt das Kochen eines Tees als gut geeignet. Alternativ lassen sich die Blätter aber auch kauen, was sogar für getrocknete Blätter zutrifft. Frische Niemblätter können ausgepresst und als Saft verwendet werden. Dieser gilt als wirksam gegen Darmkrankheiten, Leberschwäche, zu hohen Blutdruck und Entzündungen der Blase. Sogar eine empfängnisverhütende Wirkung wird den Niemblättern nachgesagt. So sollen die Blätter das Einnisten von befruchteten Eizellen verhindern.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Bestandteile des Niembaums lassen sich gegen zahlreiche akute und chronische Erkrankungen verwenden. Schon vor rund 2000 Jahren nutzten die alten Inder die Erzeugnisse des Baums gegen Bluthochdruck, Hepatitis, Blutarmut (Anämie), Lepra, Geschwüre, Verdauungsprobleme, Erkrankungen der Schilddrüse und Nesselsucht. Auch die Medizin des Ayurveda setzte den Niembaum zu therapeutischen Zwecken ein.

Ein Allheilmittel ist der Niem zwar nicht, dennoch kann er bei zahlreichen Erkrankungen eine hilfreiche Wirkung entfalten. So lässt er sich unter anderem gegen Akne verwenden, da die Bakterien, die für das Hautleiden verantwortlich sind, abgetötet werden. Besonders bewährt hat sich dabei die Niemseife, die über eine antiseptische Wirkung verfügt. Auch gegen Allergien wie Hautausschläge lässt sich der Niembaum einsetzen.

Sowohl durch äußerliche als auch durch innerliche Anwendung wirkt er allergischen Reaktionen entgegen. Neben Hautausschlägen lassen sich auf diese Weise auch bronchiale Allergien bekämpfen. Die Anwendung erfolgt durch das Trinken von Niemtee oder das Auftragen von Niemcreme. Gegen Atemwegsbeschwerden wie Husten, Asthma bronchiale und Erkältungen kann auch der Dampf von gekochten Niemblättern inhaliert werden.

In Indien dient Niemtee zur Behandlung von Darmwürmern. So lassen sich diese lästigen Parasiten durch das Trinken von zwei Tassen Niemtee pro Tag wieder loswerden. Auch eine vierzehntägige Tinktur-Kur gilt als empfehlenswert. Ebenfalls in Indien zum Einsatz kommt der Niembaum gegen Diabetes mellitus. Wissenschaftliche Studien ergaben durch die Inhaltsstoffe eine deutliche Reduktion an Insulinbedarf.

Einige Stoffe des Niems haben zudem eine positive Wirkung auf Geschwüre wie ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür. Dabei wird der Inhaltsstoff Nimbidin oral eingenommen. Weiterhin gilt Niem als Mittel zur Ersten Hilfe bei kleinen Verletzungen und Beschwerden. So entfaltet eine Niemtinktur eine blutstillende und desinfizierende Wirkung. Außerdem verfügt sie über antivirale, antibakterielle und fiebersenkende Eigenschaften.

Andere mögliche Einsatzgebiete der Niemprodukte sind Fußpilz, Fieber, Ekzeme, Geschlechtskrankheiten, Zahnfleischentzündungen, Halsschmerzen sowie Glieder- und Gelenkschmerzen.

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