Läuse

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 1. November 2016
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Als Läuse werden Ektoparasiten bezeichnet. Einige Arten von ihnen befallen den Menschen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Läuse?

Bei Läusen, genauer gesagt bei Menschenläusen (Pediculidae), handelt es sich um eine Insektenfamilie, die den Tierläusen (Phtiraptera) entstammt. Mit ihrem Stechrüssel saugen die Parasiten das Blut ihrer Opfer ab und hinterlassen juckende Quaddeln. Zu unterscheiden sind die Menschenläuse von den Tierläusen durch ihre Mundwerkzeuge. Darüber hinaus sind Tierläuse bei Menschen nur sehr selten anzutreffen, da sich die Läuse auf ihren Wirt spezialisieren.

Kommt es beim Menschen zu einem Befall mit Läusen, sprechen Ärzte von einer Pedikulose. Davon betroffen sind vorwiegend behaarte Körperregionen wie der Kopf, die Schamhaare und die Achseln.

Es wird zwischen drei Lausarten unterschieden, die den Menschen schädigen können. Dies sind die Kopflaus (Pediculus humanis capitis), die Filzlaus (Phtirus pubis) sowie die Kleiderlaus (Pediculus humanus humanus oder Pediculus humanus corporis).

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Da es sich bei Läusen um parasitäre Insekten handelt, benötigen sie für ihre Ernährung einen Wirtskörper. Dabei leben sie entweder im Inneren oder auf dem Organismus ihres Opfers. Daher zählen die Menschenläuse zu den Ektoparasiten, was beispielsweise auch für Blutegel, Flöhe oder Zecken gilt.

Die Läuse kommen dauerhaft auf ihrem Wirt vor, sodass sie ihn normalerweise nicht verlassen, es sei denn, sie nehmen einen direkten Übergang vor. Die unterschiedlichen Läusearten richten sich speziell auf einen bestimmten Wirt aus. So gibt es neben den Menschenläusen auch Hundeläuse, Schweineläuse und Seehundläuse.

Zu den am häufigsten anzutreffenden Läusearten gehört die Kopflaus. Dagegen kommen Filzlaus und Kleiderlaus deutlich seltener vor. Ob die Kopflaus und die Kleiderlaus eine eigene Art oder nur eine Unterart der Menschenlaus sind, ließ sich bislang nicht klären.

Läuse haben die Eigenschaft, sich vom Blut ihres Wirtes zu ernähren. Zu diesem Zweck verfügen sie über spezielle Mundwerkzeuge, mit deren Hilfe sie die Wirtshaut durchdringen und das Blut absaugen. In den Stichkanal sondern sie zudem ein wenig Speichel ab, wodurch das Blut nicht gerinnen kann. Außerdem löst dieser Vorgang die typischen Symptome eines Läusebefalls aus. Dieses Prinzip ähnelt dem der Stechmücken. Die Blutmahlzeit der Laus findet mehrere Male am Tag statt. Ohne einen Wirt überlebt der Parasit nur wenige Tage.

Menschenläuse siedeln sich in den Haaren oder der Kleidung des Menschen an. Dort halten sie sich mit ihren Klauenpaaren fest. Die Paarung der Läuse findet zum Teil zwischengeschlechtlich statt. Ebenso ist aber auch eine eingeschlechtliche bzw jungfräuliche Zeugung (Parthenogenese) möglich.

Die Läuse heften ihre Eier an die Haare oder die Fasern von Textilien an. Weil die Eier wasserunlöslich sind, können sie bei einem Befall nicht einfach ausgewaschen werden. Sowohl Eier als auch die restlichen Chitinhüllen, die nach dem Schlüpfen der Läuselarven übrig bleiben, werden als Nissen bezeichnet. Dagegen tragen die Larven die Bezeichnung Nymphen.

Äußerlich weisen die Larven bereits Ähnlichkeit zu den erwachsenen Insekten auf, doch fällt ihre Größe so gering aus, dass sie sich mit bloßem Auge meist nicht erkennen lassen. Nach dem Durchlaufen von mehreren Entwicklungsstadien sind die Läuselarven nach zehn Tagen geschlechtsreif, wodurch sie ebenfalls Eier legen können.

Filzläuse und Kleiderläuse sind vorwiegend in ärmeren Ländern und Krisenregionen anzutreffen. In westlichen Gefilden kommen sie dagegen nur noch selten vor. Dies gilt jedoch nicht für die Kopflaus, da sich ihre Verbreitung durch Hygienemaßnahmen kaum beeinflussen lässt.

Während die Läusenymphen eine Größe zwischen 1 und 2 Millimetern aufweisen, erreichen erwachsene Kopfläuse eine Länge von ca. 3 Millimetern. Die Form der männlichen Laus fällt etwas kleiner und schlanker aus als die von weiblichen Exemplaren.

Der Läusepanzer aus Chitin ist transparent, bräunlich oder weiß-grau. Da der Verdauungstrakt sich nach dem Saugvorgang mit Blut füllt, nimmt die Chitinhülle eine rötliche Färbung an. Durch den Farbwechsel der Chitinhülle lassen sich die Läuse schwerer erkennen.

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Krankheiten & Beschwerden

Kommt es beim Menschen zu einem Läusebefall, macht sich dies durch typische Symptome bemerkbar. Dazu gehören Hautreaktionen wie Juckreiz, der sich vorwiegend in den Nachtstunden zeigt. In den meisten Fällen bilden sich rote Quaddeln und Papeln an den betroffenen Körperstellen. Durch das Kratzen besteht außerdem die Gefahr, dass sich ein Ekzem bildet. Grund für das Jucken und die Rötung der Haut ist der Speichel der Laus, der beim Stechvorgang abgegeben wird.

Bei Kleiderläusen geht aus dem hellroten Punkt an der Einstichstelle später ein juckender bläulicher Punkt hervor. Durch die Filzlaus bilden sich dagegen kleine blau-graue Flecken im Einstichbereich. An welcher Körperstelle sich die Symptome zeigen, hängt von der jeweiligen Läuseart ab und in welcher Region sie ihre Eier hinterlässt.

Filzläuse kommen vor allem an den Haaren des Anus und der Genitalien vor. Mitunter befallen sie aber auch Bart, Augenbrauen, Brust, Achseln, Bauch oder Oberschenkel.

Eine Ansteckung mit Läusen findet fast immer von Mensch zu Mensch statt, da Menschenläuse bei Tieren so gut wie nie vorkommen. Da die Parasiten ihren Wirt nicht verlassen, ist für ihre Übertragung ein direkter körperlicher Kontakt nötig. Die Übertragung der Kleiderlaus kann jedoch auch durch befallene Kleidungsstücke stattfinden. Besonders bei Kleiderläusen besteht das Risiko, dass sie Krankheitserreger übertragen. Diese lösen Rickettsiosen wie das Fünftagefieber oder Fleckfieber aus.

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