Ösophagusatresie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. November 2017
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Die Ösophagusatresie ist eine angeborene Beeinträchtigung der Speiseröhre, die meist operativ behandelt werden muss. Die Therapieerfolge sind dabei häufig gut.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ösophagusatresie?

Bei der Ösophagusatresie handelt es sich um eine Fehlbildung der Speiseröhre. Gekennzeichnet ist die Ösophagusatresie unter anderem durch eine stark verengte oder gänzlich fehlende Verbindung zwischen Speiseröhre und Magen.

In der Folge kann vom Betroffenen aufgenommene Nahrung nicht auf natürlichem Weg in den Magen gelangen. Die bereits angeborene Ösophagusatresie kann je nach Patient verschiedene Formen annehmen; bei der großen Mehrheit der Betroffenen (in ca. 85% der Fälle) geht die Ösophagusatresie mit einer nicht der gesunden Anatomie entsprechenden Verbindung (Fistel) zwischen Speise- und Luftröhre einher.

Ein solcher Fall wird in der Medizin als Ösophagusatresie mit tracheo-ösophagealer Fistel bezeichnet. Diese tracheo-ösophageale Fistel kann die Problematik mit sich bringen, dass Speichel oder Magensaft in die Atemwege gelangt oder dass Luft aus den Atemwegen zu einer Aufblähung des Magens führt.

Verschiedene Formen der Ösophagusatresie treten im Schnitt bei ca. 1 von 3.000 Neugeborenen auf. Jungen weisen die Entwicklungsstörung dabei geringfügig häufiger auf als Mädchen.

Ursachen

Die Ursachen einer Ösophagusatresie sind der Medizin noch weitgehend unbekannt.

Angenommen wird allerdings, dass die Ausbildung der Ösophagusatresie bereits beim Fötus während der ersten Schwangerschaftswochen beginnt. Die Entwicklungsstörung führt hier dazu, dass die Trennung zwischen Speise- und Luftröhre beim betroffenen Fötus nur eingeschränkt stattfindet.

Gestützt wird diese Annahme unter anderem durch die hohe Anzahl der Patienten, die neben der Oesophagusatresie auch eine Fistel zwischen Speise- und Luftröhre aufweisen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Der Verdacht auf eine vorliegende Ösophagusatresie ist in vielen Fällen bereits im Rahmen einer Pränataldiagnostik (Untersuchungen am Fötus im Mutterleib) zu stellen.

Vor allem Aufnahmen mithilfe von Ultraschall werden zu diesem Zweck eingesetzt. Auf eine Ösophagusatresie kann in diesem Zusammenhang beispielsweise eine erhöhte Menge von Fruchtwasser (in der Medizin auch als sogenanntes Polyhydramnion bezeichnet) bei der werdenden Mutter hinweisen.

Die endgültige diagnostische Bestätigung einer Ösophagusatresie kann in der Regel aber erst aufgrund einer Untersuchung des Neugeborenen mithilfe einer Magensonde und/oder Röntgenbildern erfolgen. Zu den Symptomen, die bei einem Neugeborenen auf eine Ösophagusatresie hindeuten können, zählen beispielsweise erhöhte Mengen schaumigen Speichels und starker Husten während Fütterungsversuchen.

Eine erfolgreich behandelte Ösophagusatresie beim Neugeborenen erfordert meist einige Jahre der Nachbehandlung. Zu den möglichen Komplikationen nach einer Behandlung zählen beispielsweise Erschlaffungen der Luftröhre oder erneute Verengungen im behandelten Speiseröhrenbereich. Vor allem bei Säuglingen mit einem Geburtsgewicht von über 1500 g und einem intakten Herzen ist die Ösophagusatresie in den meisten Fällen erfolgreich zu behandeln.

Komplikationen

Ist die Speiseröhre so stark deformiert, dass die Nahrung nicht mehr auf natürlichem Wege in den Verdauungstrakt gelangen kann oder fehlt die Verbindung zwischen Ösophagus und Magen vollständig, ist diese Störung für den Betroffenen tödlich, sofern sie unbehandelt bleibt. In der Regel kann die Fehlbildung aber operativ behoben werden.

Bei einer stark ausgeprägten Ösophagusatresie ist der Eingriff bereits im Kindesalter erforderlich. Komplikationen werden bei dieser Operation bei Kindern häufiger beobachtet, als bei Erwachsenen. Zum einem ist mit einer Schrumpfung der Nahtstelle zu rechnen, die eine Striktur und eine dadurch bedingte Behinderung bei der Nahrungsaufnahme zur Folge haben kann.

Kommt es infolge der Operation zu einer Narbenbildung am Ösophagus, kann dies einen ähnlichen Effekt bewirken. Des Weiteren droht das Risiko einer Nahtinsuffizienz, was vor allem dann der Fall ist, wenn ein größerer Defekt korrigiert werden musste. In diesem Fall steigt außerdem das Risiko, dass sich Fisteln bilden, die im schlimmsten Fall sogar die Lunge beeinträchtigen können.

Darüber hinaus tritt auch ein weiteres für Kinder spezifisches Risiko gehäuft auf. Nach der operativen Korrektur der Ösophagusatresie werden oftmals Folgeeingriffe erforderlich, weil die Kinder Fremdkörper verschluckt haben und diese, häufiger als sonst, die Speiseröhre blockieren.

Behandlung & Therapie

Die Ösophagusatresie erfordert in der Regel einen möglichst frühzeitigen chirurgischen Eingriff beim betroffenen Säugling. Im Vorfeld einer entsprechenden Operation erfolgt meist eine Hochlagerung des Oberkörpers eines erkrankten Kindes. Mithilfe einer Sonde werden dann konstant Speichel und andere Sekrete abgesaugt, die aufgrund der vorliegenden Ösophagusatresie nicht geschluckt werden können.

Welche Operationsmethoden zur Behandlung einer Ösophagusatresie im Einzelfall angewendet werden, hängt vor allem von der vorliegenden Form und Ausprägung der Fehlbildung ab. Fehlt die Verbindung zwischen oberem und unterem Anteil der Speiseröhre beispielsweise nur auf einer vergleichsweise kurzen Strecke, so ist dieser Defekt häufig im Rahmen eines einmaligen Eingriffs zu beheben.

Ist im Rahmen der Ösophagusatresie eine Verbindung der Speiseröhrenanteile über weitere Strecken notwendig, so ist es beispielsweise möglich, die Speiseröhre zunächst über eine gewisse Zeitspanne hinweg zu verlängern oder fehlende Anteile durch Gewebe aus Darm oder Magen zu ersetzen. Vorliegende Fisteln zu den Atemwegen müssen verschlossen werden, um die Atmung nicht durch eindringende Fremdkörper zu gefährden.

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Vorbeugung

Da die genauen Ursachen einer Ösophagusatresie unbekannt sind, ist der Entwicklungsstörung kaum vorzubeugen. Regelmäßige pränatale Kontrolluntersuchungen können allerdings dazu beitragen, Hinweise auf eine Ösophagusatresie frühzeitig zu entdecken. So können nach der Geburt eines betroffenen Kindes auf schnellem Wege notwendige medizinische Maßnahmen ergriffen werden.

Bücher über Kinderkrankheiten

Quellen

  • Gortner, L., Meyer, S., Sitzmann, F.C.: Duale Reihe Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Kurz, R. et al.: Checkliste Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2015

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