Pityriasis rosea

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 25. Oktober 2016
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Unter einer Pityriasis rosea wird eine Erkrankung der Haut verstanden. Sie ist auch als Röschenflechte bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Pityriasis rosea?

Bei der Pityriasis rosea handelt es sich um eine entzündliche Hauterkrankung. In der Medizin trägt sie zudem die Bezeichnungen Röschenflechte oder Schuppenröschen. Die Erkrankung setzt abrupt ein und dauert einige Wochen, in manchen Fällen sogar mehrere Monate.

Besonders betroffen von einer Pityriasis rosea sind Kinder und junge Menschen zwischen 10 und 35 Jahren. Dabei zeigt sich die Röschenflechte beim weiblichen Geschlecht doppelt so oft wie beim männlichen Geschlecht. Die Pityriasis rosea kommt in sämtlichen Regionen der Erde in gleichem Ausmaß vor.

Am häufigsten bricht die Krankheit in den Frühlings- und Herbstmonaten aus. Zu den typischen Merkmalen der Röschenflechte zählen ihre schuppenden Rötungen, die sich in erster Linie auf dem Oberkörper zeigen.

Ursachen

Die genauen Ursachen der Pityriasis rosea ließen sich bislang nicht feststellen. Zahlreiche Mediziner haben die Vermutung, dass spezielle humane Herpesviren der Typen 6 und 7 für die Hautkrankheit verantwortlich sind. Die Erreger, die die Bezeichnungen HHV-6 und HHV-7 tragen, weisen Ähnlichkeiten mit den Herpesviren HHV-1 und HHV-2 auf, von denen wiederum Infektionen wie Herpes genitalis und Herpes simplex verursacht werden.

Die humanen Herpesviren weisen die Eigenschaft auf, sich nach einer ersten Infektion auch weiterhin im menschlichen Körper zu verbergen. Durch bestimmte Auslöser ist eine erneute Reaktivität der Viren möglich, die sich dann wieder vermehren und erneut eine Krankheit herbeiführen. Daher wird vermutet, dass auch die Erreger HHV-6 und HHV-7 über diese Fähigkeit verfügen.

Die Erstinfektion verläuft normalerweise frei von Beschwerden. Durch das Reaktivieren der Herpesviren entsteht die Pityriasis rosea gewissermaßen aus dem Inneren des Körpers. Allerdings bedarf es dazu bestimmter Auslöser, die bisher noch nicht ermittelt wurden. So kommt es nur bei wenigen Patienten, in denen sich die Herpesviren befinden, zu einer Röschenflechte.

Ansteckungsgefahr besteht durch die Pityriasis rosea zwar grundsätzlich nicht, doch ist es denkbar, dass erkrankte Personen die Viren an andere Menschen weitergeben. Nach dieser symptomfreien Erstinfektion ist dann später die Entstehung einer Röschenflechte durchaus möglich, sofern die Keime durch die bestimmten Auslöser wieder in den Aktivzustand versetzt werden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Bemerkbar macht sich die Pityriasis rosea zunächst durch die Entstehung eines sogenannten Primärmedaillons am Körperstamm. Gemeint ist damit ein Primärfleck, der eine Größe von circa einem Zentimeter aufweist. Bei manchen Patienten zeigt sich der Fleck auch am Bauch, dem Rücken, dem Haaransatz, der Unterarminnenseite oder an den Oberschenkeln.

Im weiteren Verlauf nimmt das Primärmedaillon an Größe zu und entwickelt eine rötliche Schuppenkrause. Weil sich die Schuppung nach innen richtet, wird sie oftmals übersehen. Ein bis zwei Wochen später bilden sich weitere schuppende Rötungen in länglicher oder ovaler Form.

Sie fallen jedoch erheblich kleiner als das Primärmedaillon aus und erreichen maximal einen Durchmesser von einem Zentimeter. In der Regel sind sie am Oberkörper zu finden. In manchen Fällen prägen sie sich auch an den rumpfnahen Bereichen von Oberschenkeln und Oberarmen aus, wobei sie sich quer in Richtung Körperachse erstrecken.

Juckreiz lösen die Flecken normalerweise nicht aus. Falls doch, ist er meist nur geringfügiger Natur. Beim Austrocknen der Haut aufgrund von intensivem Baden oder Schwitzen kann allerdings stärkerer Juckreiz entstehen, der mit starken Rötungen verbunden ist. Weitere Krankheitssymptome wie Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit oder Müdigkeit zeigen sich nur in seltenen Fällen.

Insgesamt wird die Pityriasis rosea als harmlose Erkrankung eingestuft. Gefahr besteht jedoch bei einer Schwangerschaft für das ungeborene Kind, was besonders für Erkrankungen vor der 15. Schwangerschaftswoche (SSW) gilt. So liegt das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt vor. Nach der 15. SSW treten deutlich weniger Komplikationen auf.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose Pityriasis rosea kann der Arzt zumeist schon anhand des typischen Beschwerdebilds stellen. Zu diesem Zweck wird der Patient gründlich befragt und untersucht. Eine wichtige Rolle spielt die Verteilung der Rötungen über den Körper und ob eine einzige Veränderung größer ausfällt als die anderen. Außerdem möchte der Arzt über weitere Symptome Bescheid wissen.

Bestehen Zweifel, lässt sich eine Biopsie (Gewebeentnahme) der Haut vornehmen. Die Probe wird anschließend mikroskopisch analysiert. Der Verlauf der Pityriasis rosea ist positiv. Selbst ohne eine Therapie kommt es innerhalb von drei bis acht Wochen zum Abheilen der Hauterkrankung. Mitunter bleiben die schuppenden Rötungen allerdings mehrere Monate auf der Haut. Dann bilden auch sie sich wieder zurück.

Behandlung & Therapie

In der Regel bedarf die Pityriasis rosea keiner besonderen Behandlung, da sie von selbst wieder abheilt. Als sinnvoll gilt jedoch das regelmäßige Eincremen der Haut mit einer pflegenden Creme, die eine Besserung des Juckreizes sowie der Schuppungen bewirkt. Um Hautreizungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, auf heiße und lange Bäder oder Duschen zu verzichten.

Gleiches gilt für Saunabesuche oder sportliche Aktivitäten, die starkes Schwitzen auslösen. Ebenfalls ungünstig kann sich das Tragen von zu enger Kleidung auswirken. Zur Behandlung von juckenden Rötungen wird zur Anwendung des Wirkstoffes Polidocanol geraten. Abhilfe kann zudem ein schwaches Kortisonpräparat schaffen. Im Falle von extremem Juckreiz gilt eine Lichttherapie als sinnvoll.




Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen die Pityriasis rosea ist nicht möglich, da die genauen Ursachen der Hautkrankheit nicht bekannt sind. Schwangere Frauen sollten sich im Krankheitsfall rasch mit ihrem Gynäkologen beraten.

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