Pick-Krankheit

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. September 2017
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Die Pick-Krankheit, auch Morbus Pick genannt, ist eine Form der Demenz, die mit Veränderungen in der Persönlichkeitsstruktur einhergeht. Da eine Heilung nicht möglich ist, konzentriert sich die Therapie auf die Abschwächung der Symptome.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Pick-Krankheit?

Als Pick-Krankheit wird eine Erkrankung bezeichnet, die der Demenz ähnelt. Ihren Namen hat sie von dem Neurologen Arnold Pick, welcher die Krankheit im Jahr 1900 entdeckte und erforschte. Der Neurologe fand dabei unter anderem heraus, wie sich die Krankheit äußert und wie ihr Verlauf ist. Die Therapiemethoden wurden erst in den letzten Jahrzehnten ausgearbeitet und versprechen nur in seltenen Fällen eine komplette Heilung.

Die Pick-Krankheit kennzeichnet sich durch eine Veränderung der Persönlichkeit. Damit einhergehend kommt es häufig zu Problemen im sozialen Umfeld, die den Betroffenen auch psychisch zu schaffen machen.

Ursachen

Die Pick-Krankheit tritt in einem Verhältnis von 3,4/100.000 auf. Welche Faktoren für ihr Auftreten verantwortlich sind, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Es wird allerdings davon ausgegangen, dass das MAPT-Gen, welches das Tau-Protein codiert, ein Auslöser ist. Darüber hinaus ist bei Betroffenen eine Häufung des TDP-43-Proteins zu beobachten.

Sicher ist, dass die Krankheit vermehrt innerhalb von Familien auftritt. Was genau erwähnte Gen-Defekte auslöst, ist jedoch nicht geklärt, was eine zielgerichtete Behandlung erschwert. Sind entsprechende Gen-Veränderungen vorhanden, kommt es in fast allen Fällen zum Ausbruch der Pick-Krankheit. Meist geschieht dies zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr.

Typische Symptome, Anzeichen & Beschwerden

Die Pick-Krankheit äußert sich durch eindeutige Symptome. Am auffälligsten sind Persönlichkeitsveränderungen sowie Sprach- und Gedächtnisstörungen. Darüber hinaus vergessen Betroffene anerzogene Verhaltensregeln und benehmen sich unter Menschen dementsprechend auffällig.

Im Detail leiden Betroffene unter Apathie und Antriebslosigkeit. Sie vernachlässigen ihre Körperpflege, verwahrlosen und benehmen sich in Gesellschaft ungehemmt. Häufig kommt es zur sogenannten Witzelsucht und mitunter auch zu sexuellen Anzüglichkeiten. Die Betroffenen verlieren ihre ethischen Werte, werden kriminell und benehmen sich generell triebhaft. Häufig wechselt sich die Apathie mit einer starken Euphorie ab.

Im Verlauf der Erkrankung treten zunehmend auch körperliche Beschwerden auf. Die Betroffenen verlieren ihre Sprechfähigkeit, leiden unter Orientierungsstörungen und später unter klassischer Demenz mit Muskelversteifung. Dadurch kommt es zur Pflegebedürftigkeit und die psychischen Symptome verstärken sich weiter.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Pick-Krankheit kann nach einem ersten Verdacht der Betroffenen von einem Arzt diagnostiziert werden. Aufgrund der Seltenheit von Morbus Pick ist es dazu zwingend notwendig, eine umfassende Anamnese zu erstellen. Eventuelle Fälle von Demenz in der Familie werden dabei ebenso ermittelt wie die genauen Symptome. Meist werden hierfür nahe Verwandte oder Freunde der Betroffenen hinzugezogen.

Die körperliche Untersuchung besteht im Wesentlichen aus einer nuklearmedizinischen Diagnostik, innerhalb welcher der Glucose-Stoffwechsel des Gehirns kontrolliert wird. Ist dieser herabgesetzt, deutet dies auf die Pick-Krankheit hin. Auch eine herabgesetzte Durchblutung kann ein Indiz sein, muss jedoch durch weitere Untersuchungen untermauert werden. Dabei handelt es sich um Ausschlussdiagnosen, die den Betroffenen auf andere Formen der Demenz untersuchen, um diese ausschließen und letztlich die Pick-Krankheit diagnostizieren zu können.

Eine eindeutige Diagnose ist erst nach dem Tod des Betroffenen möglich. Dabei werden Teile des Schläfenlappens unter dem Mikroskop untersucht. Besonders eindeutig sind die sogenannten „Pickschen Körper“, welche sich bei Morbus Pick in den Nervenzellen des Temporalhirns befinden.

Unabhängig davon, ob und wann die Krankheit diagnostiziert wird, verläuft sie langsam und ohne Chance auf Heilung. Kommt es zu Beginn nur zu leichten Störungen des Gedächtnisses, treten nach und nach schwerwiegende Beschwerden bis hin zur Muskelversteifung und schließlich zum Tod auf.

Komplikationen

Aufgrund der Pick-Krankheit leiden die Betroffenen in der Regel an verschiedenen Veränderungen der Persönlichkeit. Dabei kommt es vor allem zu psychischen und zu sozialen Beschwerden. Vor allem bei Kindern oder bei Jugendlichen kann es dabei zu einer Ausgrenzung, zu Mobbing oder auch zu Hänseleien kommen. Weiterhin führt die Krankheit zur Nichteinhaltung von bestimmten Verhaltensregeln oder Benimmregeln, sodass auch die geistige Entwicklung des Betroffenen krankheitsbedingt deutlich gestört ist.

Auch eine Antriebslosigkeit oder Angstzustände können auftreten und sich negativ auf den Alltag auswirken. Die Pick-Krankheit kann dabei auch zu Orientierungsstörungen führen und die Koordination und die Konzentration des Patienten erheblich verringern. Die Betroffenen sind in der Regel auf die Hilfe anderer Menschen in ihrem Alltag angewiesen und können diesen nicht mehr allein meistern.

Die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Pick-Krankheit allerdings nicht beeinflusst. Eine kausale Behandlung der Pick-Krankheit ist nicht möglich, sodass die einzelnen Beschwerden mit Hilfe verschiedener Therapien gelindert werden können. Dabei kommt es ebenso nicht zu besonderen Komplikationen. Eventuell können auch Medikamente eingesetzt werden, die allerdings mit Nebenwirkungen behaftet sein können.

Therapie & Behandlung

Die Pick-Krankheit ist bislang nicht heilbar. Die Behandlung konzentriert sich deshalb darauf, die Symptome abzuschwächen und den Verlauf der Krankheit hinauszuzögern. Dazu werden unterschiedliche Therapiemethoden wie etwa Sport oder Musik angewandt. Während es bei der sportlichen Betätigung darum geht, die Selbstkontrolle zu stärken, sind Musik- und Kunsttherapien geeignet, um positive Gefühle und Erinnerungen herbeizurufen und zu festigen.

Davon ab werden verschiedene Therapien, die zur Schulung und Erhaltung des Denkvermögens und der Lernfähigkeit gedacht sind, angewandt. Zusätzlich zu erwähnten Therapiemethoden werden meist auch Medikamente verabreicht. Da diese jedoch mitunter starke Nebenwirkungen haben, wird heutzutage versucht, Betroffene nur anhand alternativen Therapiemethoden in ihrer Selbstkontrolle und ihrem Wesen zu festigen.

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Vorbeugung

Da es sich bei der Pick-Krankheit um eine Erkrankung handelt, die in den Genen verankert ist, kann ihr nur in einem begrenztem Umfang vorgebeugt werden. So ist es möglich, die Symptome durch Gedächtnistraining abzuschwächen und durch geistige Aktivität präventiv zu handeln.

Darüber hinaus ist ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und genügend Bewegung wichtig, um körperlich und geistig länger fit zu bleiben. Bricht die Pick-Krankheit dann aus, können die einzelnen Stadien unter Umständen hinausgezögert werden, was letztlich die Lebensqualität verbessert. Zuletzt ist ein soziales Umfeld enorm wichtig. Dieses sollte im Falle einer Erkrankung über die Symptome und Verhaltensänderungen aufgeklärt werden, damit es mit dem Fortschreiten der Krankheit als Stütze fungieren kann.

Generell vermeiden lässt sich Morbus Pick also nicht. Sind die Anlagen vorhanden, bricht die Krankheit früher oder später aus. In welchem Umfang dies geschieht, hängt allerdings davon ab, wie schnell die Krankheit erkannt wird und welche Maßnahmen vor und während der Erkrankung getroffen werden.

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Quellen

  • Berlit, P.: Basiswissen Neurologie. Springer, Berlin 2007
  • Grehl, H., Reinhardt, F.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Masuhr K., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013

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