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Pest

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Peter Hoffmann (Facharzt für Allgemeinmedizin)

Obwohl die Pest heute in Deutschland nicht mehr vorkommt, ist sie dennoch durch ihre Geschichte bei fast allen Menschen bekannt. Besonders die Pest-Epidemien des Mittelalters sind in den Köpfen der Menschen hängengeblieben. In manchen Ländern kommt es jedoch immer noch zu vereinzelten Fällen der Unterform Lungenpest. Informieren Sie sich bei Bedarf bei Ihrem Arzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Pest?

Die Pest ist eine durch das Bakterium Yersinia pestis hervorgerufene Erkrankung, die in vier verschiedenen Erscheinungsformen auftritt: Der Beulen-, Lungen- oder abortiven Pest sowie der Pestsepsis. Seltener tritt eine Pestmeningitis auf, wenn die Pesterreger die Hirnhaut befallen. Den meisten Menschen ist die Pest als Schwarzer Tod des Mittelalters bekannt - es gilt heute als weitgehend gesichert, dass die historisch dokumentierten Pestwellen tatsächlich dem Erreger Yersinia pestis zuzuschreiben sind. Allerdings sind die meisten Formen heutzutage behandelbar.

Ursachen für Pest

Der Erreger der Pest ist eine Zoonose, ein durch Tiere übertragener Krankheitserreger. Ratten sind die bekanntesten Überträger, gefährlich können aber auch Eichhörnchen, Murmeltiere und ähnliche Nager sein. Yersinia pestis wird nicht direkt vom Nager selbst übertragen, sondern durch den Biss seiner Flöhe. Die Beulenpest hat in der Regel einen solchen Flohbiss zur Ursache und entsteht wenige Stunden bis sieben Tage danach. Sie geht einher mit starker Benommenheit, Fieber und eitrig oder blau gefärbten Schwellungen der Lymphknoten.

Daraus kann sich die Pestsepsis ergeben, bei der die Bakterien in den Blutkreislauf eindringen, Toxine (Giftstoffe) abgeben, absterben und dort nach spätestens 36 Stunden durch innere und äußere Blutungen zum Tod führen. Es kann aber auch durch den Flohbiss zur abortiven Pest führen - es treten nur leichtes Fieber und Krankheitsgefühl auf, danach ist der Patient gegen alle Erreger immun. Die Lungenpest hingegen, bei der Yersinia pestis die Lunge befällt, ist auch heute noch extrem gefährlich.

Symptome und Krankheitsverlauf bei Pest

Nahezu jede Form der Pest beginnt mit Fieber bis hin zu Schüttelfrost, allgmeinem Krankheitsgefühl und Benommenheit. Die Inkubationszeit beträgt wenige Stunden bis zu 7 Tagen, bei der Lungenpest 1-3 Tage. Um die Form der Pest zu unterscheiden, muss auf die spezifischen Symptome geachtet werden. Bei der Beulenpest sind dies beispielsweise die angeschwollenen Lymphknoten, die sich eitrig gelb bis blau färben.

Charakteristisch sind Atemnot, schwarz-blutiger Auswurf und Lungenödeme. Eine Pestsepsis kann sich aus beiden Formen ergeben oder die Lungenpest erst herbeiführen, weshalb auch sie erkannt werden muss. Sie äußert sich durch eine Verstärkung der allgemeinen Krankheitssymptome, es können Kopfschmerzen hinzukommen. Recht ungefährlich ist lediglich die abortive Pest: Sie kann sich bestenfalls von alleine zurückbilden, nachdem sie leichte, unspezifische Symptome gezeigt hat.

Behandlung und Therapie von Pest

Bei dem Erreger Yersinia pestis handelt es sich um ein Bakterium, weshalb die Grundlage der Behandlung bei Pest auf Antibiotika beruht. Das Mittel der Wahl ist Streptomycin, das intramuskulär verabreicht wird, während der Patient der stationären Überwachung unterliegt. Vor allem bei der Lungenpest ist eine schnelle Behandlung wichtig, da sie auch heute noch eine extrem hohe Sterblichkeitsrate hat.

Wenn Streptomycin nicht eingesetzt werden kann oder die Wirkung sehr schnell eintreten muss, um dem Patienten noch helfen zu können, wird auf Chloramphenicol ausgewichen, das allerdings als letzte Behandlungsmöglichkeit gilt. Es ist bekannt für seine starken Nebenwirkung, die Aplastische Anämie. Diese tritt zwar nur in einem von 6000-36000 Fällen auf, ist aber gerade bei der Pest ein Risiko, das nicht unterschätzt werden darf. Je nach Ausprägung der Symptome werden auch diese behandelt - hohes Fieber kann beispielsweise gesenkt werden, Schmerzen lassen sich medikamentös lindern.

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Bücher über Pest und Epidemien

Quellen: Herold, G.: Innere Medizin, Köln 2013; Andreae, S.: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Stuttgart 2008; Ruß A., Endres S.: Arzneimittel pocket plus 2013, Grünwald 2012, Greten H., Rinninger F.: Innere Medizin, Stuttgart 2010.

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