Perianalthrombose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. September 2017
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Unter Perianalthrombose oder Analthrombose wird die Bildung sehr schmerzhafter Knoten im Bereich des Afterausgangs bezeichnet. Sie ist unangenehm, bildet sich aber in der Regel innerhalb einiger Wochen von selbst zurück, wobei eine Hautfalte verbleiben kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Perianalthrombose?

Als Perianalthrombose werden Blutgerinnsel im Bereich des Afters bezeichnet, die in Knotenform auftreten und je nach Schweregrad der Thrombose unterschiedlich groß werden können.

Leichte Knoten erreichen nur etwa Traubengröße, in schweren Fällen wird über Knoten berichtet, die die Größe von Pflaumen oder Taubeneiern erreichen. In einigen Fällen bilden sich mehrere Knoten, oder ein Knoten enthält mehrere Thromben. Die Knoten sind gerötet oder wirken bläulich.

Häufig kommt zu der Knotenbildung auch eine schmerzhafte Wassereinlagerung hinzu, die zusätzliche Spannungsgefühle auslöst, was die Schmerzen, die die Perianalthrombose verursacht, noch zusätzlich erhöht. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit Hämorrhoiden werden Perianalthrombosen auch als "unechte Hämorrhoiden" bezeichnet.

Ursachen

Die Ursache für die Perianalthrombose ist in der Bildung von Blutgerinnseln in den Venen rund um den Afterausgang zu sehen. Wodurch diese Blutgerinnsel allerdings verursacht werden, ist Gegenstand von Kontroversen.

In der Vergangenheit wurde meist die Lehrmeinung vertreten, dass langes Sitzen (vor allem auf kalten Oberflächen), ein hoher Körperdruck (beispielsweise beim Husten, beim Pressen oder Heben schwerer Gewichte, bei Frauen während der Entbindung oder während der Periode) sowie der Genuss von Alkohol und stark gewürzten Speisen die Entstehung einer Perianalthrombose begünstigen.

Außerdem könnte die Existenz größerer Hämorrhoiden bei der Bildung der Blutgerinnsel eine Rolle spielen. Neuere Studien legen nahe, dass auch eine intensive Nassreinigung der Afterregion und die intensive körperliche Betätigung ein gewisses Risiko für die Entstehung von Perianalthrombosen mit sich bringen können.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Perianalthrombosen entstehen innerhalb von kürzester Zeit, wobei die Betroffenen die Ursache selbst häufig nicht kennen. Die Knoten machen sich durch starke Schmerzen sowie teilweise Brennen und Jucken bemerkbar, sind aber eigentlich ungefährlich und heilen in vielen Fällen von selbst wieder ab, was mehrere Tage oder sogar Wochen in Anspruch nimmt.

Wer sich bezüglich der Diagnose unsicher ist, sollte den Hausarzt oder einen spezialisierten Arzt (Proktologe oder Dermatologe) aufsuchen. Dies ist insbesondere dann angezeigt, wenn die Schmerzen durch die Perianalthrombosen so stark sind, dass die Betroffenen massiv eingeschränkt sind. Auch nach der Abheilung von besonders ausgeprägten Thromben kann es passieren, dass sich an der betroffenen Stelle eine unschöne Hautfalte (eine sogenannte Mariske) bildet, die auf Wunsch des Patienten operativ entfernt werden kann.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es bei der Perianalthrombose nicht zu besonderen Komplikationen oder zu lebensgefährlichen Beschwerden. Die Knoten im After bilden sich dabei relativ schnell wieder von alleine zurück. Allerdings können auf der Haut selbst auch Narben oder Falten über bleiben. Die Patienten leiden aufgrund der Perianalthrombose an sehr starken Schmerzen.

Diese Schmerzen sind dabei besonders unangenehm, da ein gewöhnliches Sitzen in der Regel nicht mehr möglich ist. Auch der Stuhlgang ist dabei mit starken Schmerzen verbunden. Die dauerhaften Schmerzen wirken sich nicht selten negativ auf die Psyche des Patienten aus, sodass es zu Depressionen oder zu weiteren psychischen Beschwerden kommen kann. Im After selbst bilden sich Blutgerinnsel und es kommt zum Afterjucken.

In der Regel ist bei der Perianalthrombose keine direkte Behandlung notwendig. Die Beschwerden verschwinden relativ schnell wieder und es treten auch keine weiteren Komplikationen ein. Die Schmerzen können mit Hilfe von Schmerzmitteln gut gelindert werden. Auch Abführmittel können dabei den Stuhl weicher machen und damit die Schmerzen verringern. Die Perianalthrombose wirkt sich dabei nicht auf die Lebenserwartung des Betroffenen aus.

Behandlung & Therapie

In vielen Fällen ist es ausreichend, Perianalthrombosen selbst zu behandeln, beispielsweise durch das Auftragen von Cremes und Salben, die entzündungshemmende Bestandteile enthalten (Antiphlogistika).

Auch die orale Einnahme schmerzstillender Medikamente wie Ibuprofen, das ebenfalls entzündungshemmend wirkt, kann die Schmerzen lindern. Den meisten Betroffenen hilft es, während dieser Zeit darauf zu achten, dass der Stuhl möglichst weich ist (beispielsweise durch den Einsatz milder Abführmittel oder eine Ernährung mit viel Flüssigkeitszufuhr, vielleicht Trockenobst auf nüchternen Magen und Leinsamenkonsum).

Sitzbäder runden die Therapie ab. Bei größeren Knoten oder solchen, die extrem schmerzen, bleibt oft nur die Wahl, einen Fachmann aufzusuchen und sich die Thromben unter örtlicher Betäubung aufschneiden zu lassen, wobei dann die Thromben herausgedrückt werden. Dieser Eingriff kann von einigen Hausärzten, aber auch von Dermatologen, Chirurgen und Proktologen durchgeführt werden. In aller Regel erfolgt die Abheilung dann schnell und ohne Komplikationen. Falls sich Marisken gebildet haben, ist es möglich, diese operativ entfernen zu lassen.

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Vorbeugung

Da nicht genau bekannt ist, welche Ursache die Knotenbildung durch Perianalthrombosen hat, ist es auch schwierig, diesem Krankheitsbild bewusst vorzubeugen.

Bis zu einer weitergehenden Erforschung ist es daher ratsam, langes Sitzen (auf kalten Flächen) zu vermeiden bzw. sitzende Tätigkeiten immer wieder zu unterbrechen, eine Nassreinigung der Afterregion einzuschränken bzw. die Analhygienepraktiken umzustellen und den Genuss von stark gewürzten Speisen bzw. Alkohol zu reduzieren.

Eine bewusste Ent-Spannung beim Husten beziehungsweise Heben oder Pressen ist hingegen kaum möglich.

Bücher über Schmerzen beim Stuhlgang

Quellen

  • Encke, A., Breddin, H. K.: Die venöse Thrombose. Prophylaxe und Therapie. Schattauer, Stuttgart 2000
  • Luther, B. (Hrsg.): Kompaktwissen Gefäßchirurgie. Springer, Berlin 2011
  • Winkler, R., Otto, P., Schiedeck, T.: Proktologie. Thieme, Stuttgart 2011

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