P-Aminobenzoesäure

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. November 2016
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Bei der p-Aminobenzoesäure handelt es sich um eine organische Carbonsäure. Obwohl sie eigentlich nicht zur Gruppe der Vitamine zählt, wird sie den B-Vitaminen zugerechnet und trägt auch die Bezeichnung Vitamin B10.

Inhaltsverzeichnis

Was ist p-Aminobenzoesäure?

Die p-Aminobenzoesäure (PABA) wird auch als Para-Aminobenzoesäure, 4-Aminobenzoesäure, p-Carboxyanilin oder Vitamin B10 bezeichnet. Die schwache organische Carbonsäure stellt einen überaus wichtigen Baustein der Folsäure (Vitamin B9) dar.

Dabei wird das Wachstum des Menschen angeregt. Folsäure gehört der Gruppe der B-Vitamine an. Daher kommt es zur Einordnung von PABA in deren Gruppe, was jedoch nicht korrekt ist. Die Para-Aminobenzoesäure ist in zahlreichen medizinischen Produkten, Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetika zu finden.

Zu den Eigenschaften der p-Aminobenzoesäure gehört, dass sie farblose Kristalle herstellt, die sich in heißem Wasser, Eisessig, Ether und Ethanol lösen. Unter Einwirkung von Licht oder an der Luft kommt es zu einer leichten rot-gelblichen Verfärbung. Für Bakterien ist die Para-Aminobenzoesäure eminent wichtig, weil sie einen bedeutenden Wuchsstoff für die Synthese von Folsäure bildet.

Funktion, Wirkung & Aufgaben

Obwohl die p-Aminobenzoesäure als B-Vitamin nicht anerkannt ist, wird sie in die Gruppe der B-Vitamine einbezogen und den Vitaminoiden, bei denen es sich um vitaminähnliche Stoffe handelt, zugerechnet. Gemeinsam mit Vitamin B5 bildet sie die Grundlage für die Inosit-Synthese.

PABA gilt als bewährte Substanz zum Schutz von Haut und Zellschutz. Daher wird die Säure oftmals als Schönheitsvitamin beschrieben. Im Falle von Pigmentstörungen der Haut wie Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) kann die Einnahme von Para-Aminobenzoesäure hilfreich sein. So befindet sich das Vitamin B10 in erster Linie in den Hautzellen und wirkt dort an der Bildung von Pigment mit. Sinnvoll ist das Einnehmen von PABA auch bei einem roten Gesicht und zur Erhaltung von kräftigem gesundem Haar, da das Vitaminoid frühzeitigem grauem Haar entgegenwirkt.

Vitamin B10 gehört zudem zu den Antioxidantien und sorgt für den Schutz des Organismus vor Sonnenstrahlung. Auf diese Weise beugt die p-Aminobenzoesäure sogar Hautkrebs vor. Gleichzeitig wird die Haut geschmeidig und weich gehalten. Außerdem kann PABA die Heilung von Brandwunden beschleunigen. Die Konzentration von PABA innerhalb der Hautzellen bewirkt bei intensiver Sonneneinstrahlung eine Reaktion mit speziellen schützenden Substanzen. Dadurch kommt es zum Herausfiltern von UV-Strahlen, die einen Sonnenbrand hervorrufen können.

Da die Para-Aminobenzoesäure zu den Bestandteilen der Folsäure zählt, erfüllt sie zahlreiche sinnvolle Funktionen. Dazu gehören der Schutz der Darmwände und das Stimulieren der Darmflora. Als Coenzym hat PABA Anteil an der Entstehung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und an der Eiweißverwertung. Im Falle einer Empfindlichkeit gegen Gluten kann das Vitaminoid unangenehmen Magen-Darm-Reaktionen entgegenwirken.

Innerhalb des Atemsystems dient PABA zum Schutz vor Ozonschäden. Im Herz-Kreislaufsystem fördert es die Herstellung von roten Blutzellen. Darüber hinaus stabilisiert die Para-Aminobenzoesäure die Zellmembranen.

Bildung, Vorkommen, Eigenschaften & optimale Werte

Bei PABA handelt es sich um eine aromatische Kohlenwasserstoffverbindung. Ihre Summenformel lautet C7H7NO2. Zu einer Biosynthese kommt es durch eine Reaktion, die zwischen Chorisminsäure und Glutamat stattfindet. Bei einer oralen Aufnahme der Para-Aminobenzoesäure erfolgt eine Metallisierung in Para-Aminohippursäure. Über die Haut ist die Resorption nur geringfügig.

Zur Resorption von PABA kommt es im Dünndarm. Die Verstoffwechselung wird in der Leber vorgenommen. Über die Nieren gelangt die p-Aminobenzoesäure wieder aus dem menschlichen Körper. Es gibt auch einige Nahrungsmittel, in denen das wichtige Vitamin B10 enthalten ist. Dazu gehören in erster Linie Getreide aus Vollkorn, Niere, Leber von Hühnern und Bierhefe. Auch in Rosenkohl und Sojabohnen kommt die p-Aminobenzoesäure vor.

Obwohl PABA als nichtessentieller Nährstoff eingestuft wird, ist die Para-Aminobenzoesäure dennoch für den Organismus des Menschen von essentieller Bedeutung. Weil der Körper jedoch durchaus in der Lage ist, PABA selbst in ausreichender Menge zu bilden, kommt es zu der Klassifikation „Nichtessentiell“. Dennoch kann in manchen Fällen durchaus ein Mangel an Vitamin B10 auftreten.

Nach Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) benötigt der Mensch pro Tag 150 µg an dem Vitaminoid. Besteht hoher Blutdruck, gilt sogar die eineinhalbfache Dosis als sinnvoll.

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Krankheiten & Störungen

Ein Mangel an Para-Aminobenzoesäure kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. So leiden die betroffenen Personen oftmals unter Depressionen, Ekzemen, frühzeitig ergrautem Haar, Erschöpfungszuständen und Kopfschmerzen.

Des Weiteren neigen sie zu wiederholten Sonnenbränden, einer Schmetterlingsflechte (Lupus), Sklerodermie und Störungen der Blutbildung. Andere Symptome sind Anämie (Blutarmut), starke Müdigkeit, Verdauungsprobleme wie Verstopfung, Nervosität und Vertiligo. Ebenso lassen sich bestimmte Arzneimittel durch PABA beeinflussen. So werden zum Beispiel Sulfonamide, die in Antibiotika zur Anwendung gelangen, in ihrer positiven Wirkung beeinträchtigt.

PABA kommt aber auch häufig zur Behandlung von Krankheiten zum Einsatz. So gilt es als unterstützendes Mittel zur Therapie von verschiedenen Autoimmunkrankheiten. Zum Beispiel verringert Vitamin B10 im Falle von Lupus erythematodes Hautverletzungen. Als hilfreich gilt die Para-Aminobenzoesäure auch bei Sklerodermie, bei der eine Verhärtung der Bindehaut auftritt. Bei dieser Erkrankung vermindert sie das Versteifen von Haut und Bindehaut. Die positive Wirkung von PABA ließ sich durch mehrere Studien belegen.

Medizinische Verwendung findet Vitamin B10 auch in Sonnenschutzmitteln, lokal wirkenden Anästhetika und Azofarbstoffen. PABA gilt zudem als Schönheitsvitamin, weil es dem Alterungsprozess entgegenwirkt. So verhindert es die Bildung von grauen Haaren und Falten. Die p-Aminobenzoesäure wird als leicht giftig eingestuft. Eine krebserregende Wirkung, die gewisse Zeit angenommen wurde, besteht jedoch nicht.

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