Krankhafte Brustdrüsensekretion

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. November 2017
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Die krankhafte Brustdrüsensekretion zählt zu den sezernierenden (d.h. ein Sekret absondernen) Erkrankungen innerhalb der Brustdrüse. Dabei kommt es zu einem Ausfluss von einem Sekret aus der Brustwarze außerhalb der Stillzeit.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine krankhafte Brustdrüsensekretion?

Die krankhafte Brustdrüsensekretion zählt zu der Klasse der sezernierenden Erkrankungen der Brustdrüse bzw. der sezernierenden Mamma. Unter dieser Bezeichnung werden alle Absonderungen an Flüssigkeiten zusammengefasst, welche außerhalb der Stillzeit aus der Brustdrüse treten.

Dabei kann das Sekret eigenständig und spontan hinauslaufen oder es tritt nach leichtem Druck aus der Brustwarze heraus. Die Medizin differenziert bei den sezernierenden Erkrankungen der Brustdrüse zwischen einer Galaktorrhoe bzw. Milchabsonderung und der Absonderung andersartiger Sekrete. Letztere werden auch als krankhafte Brustdrüsensekretion bezeichnet.

Unter dem Begriff einer krankhaften Brustsekretion werden jegliche Sekretionen zusammengefasst, die bezüglich ihrer Art nicht milchig sind. Es liegen keine gesicherten Daten vor, wie häufig eine krankhafte Brustdrüsensekretion vorkommt.

Ursachen

Die Ursachen für eine krankhafte Brustdrüsensekretion sind vielfältig. Zu den häufigsten Ursachen gehören jedoch gutartige Veränderungen der Brustdrüse, was auch als Mastopathie bezeichnet wird. So können gutartige Tumore wie ein Papillom oder ein Fibroadenom zu einer Sekretion aus der Brustdrüse führen.

Adenome der Brustwarze entstehen, wenn sich breitflächige Ausführungsgänge unmittelbar unterhalb oder innerhalb der Mamille verändern. Es ist dann möglich, dass ein blutiges Sekret aus der Brustwarze der erkrankten Brust austritt. Auch Entzündungen der Brustdrüsen außerhalb der Stillzeit, welche als Mastitis non-puerperalis bezeichnet werden, gehören zu den potenziellen Möglichkeiten für einen krankhaften Ausfluss aus der Brustwarze.

Eine vergleichbare Sachlage stellt sich bei einer sogenannten Milchgangsektasie bzw. einer Aufweitung der Milchgänge dar. Eine krankhafte Brustdrüsensekretion kann auch schwere Erkrankungen als Ursache haben, zu denen Brustkrebs und Morbus Paget gehören.

Typische Symptome & Anzeichen

  • nicht-milchige Absonderung der Brustdrüsen
  • die Sekrete können schwärzlich, braun, grünlich, gelblich, wässrig, oder blutig sein
  • Juckreize im Bereich der Brust
  • Brustentzündung

Diagnose & Verlauf

Eine krankhafte Brustdrüsensekretion wird von einem Facharzt (meist der Frauenarzt) diagnostiziert. Zuerst wird die Krankengeschichte der Patientin aufgenommen. Im Anschluss tastet der behandelnde Arzt im Rahmen der körperlichen Untersuchung die Brust ab. Dabei achtet er insbesondere auf Veränderungen des Gewebes oder auf Verhärtungen.

Ferner sind für eine exakte Diagnose die Analyse der Konsistenz und der Farbe des Sekrets entscheidend. Wässrige oder blutige Ausflüsse deuten auf wuchernde Läsionen hin. Gelbliche bis grünliche und bräunliche bis schwarze Sekrete hingegen weisen auf Aufweitungen der Milchgänge hin.

In einem Labor wird eine Probe des Ausflusses auf anormale Zellen sowie auf potenziell vorhandene Keime analysiert. Zudem kommen auch bildgebende Verfahren wie eine Ultraschalluntersuchung oder auch eine Mammographie zum Einsatz. Veränderungen in der Brustdrüse können damit häufig exakt geortet werden. Zur Kontrolle der Milchgänge eignet sich eine Galaktografie. Der weitere Verlauf der Krankheit hängt von der eigentlichen Grunderkrankung ab, die eine krankhafte Brustdrüsensekretion hervorgerufen hat.

Komplikationen

In der Regel kommt es bei dieser Krankheit zu verschiedenen Beschwerden an den Brüsten der Betroffenen. Diese Beschwerden sind dabei in den meisten Fällen mit Schmerzen verbunden und sind aufgrund der sensiblen Körperregion sehr unangenehm. In den meisten Fällen tritt dabei ein Sekret aus. Weiterhin leiden die Betroffenen auch an einem starken Juckreiz und an Rötungen der Haut im Bereich der Brüste.

Diese Beschwerden schränken nicht selten auch die Ästhetik der Patienten ein und führen damit zu einer deutlich verringerten Lebensqualität. Weiterhin kann es auch zu einer Entzündung an der Brust kommen, die weiterhin auch mit starken Schmerzen verbunden ist. In der Regel kommt es nicht zu einer Selbstheilung, sodass die Patienten auf eine Behandlung beim Arzt auf jeden Fall angewiesen sind.

In den meisten Fällen muss allerdings die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden, um die Beschwerden vollständig einzuschränken. Dabei werden in der Regel Medikamente und Antibiotika verwendet. Besondere Komplikationen treten in der Regel nur dann ein, wenn es sich um Brustkrebs als kausale Erkrankung handelt. Dabei kann es im schlimmsten Falle auch zu einem vorzeitigen Tode des Patienten kommen. In anderen Fällen wird die Lebenserwartung des Patienten durch die Krankheit nicht beeinflusst oder verringert.

Behandlung & Therapie

Bei einer krankhaften Brustdrüsensekretion hängt die Behandlungsform von der jeweiligen Ursache ab. Da diese Absonderung von einer Flüssigkeit aus der Brustwarze kein eigenständiges Krankheitsbild darstellt, besteht die Behandlung immer in einer effizienten und zielgerichteten Therapie der eigentlichen Erkrankung.

Liegt der Grund in gutartigen Veränderungen der Brustdrüse bzw. in einer Mastopathie, existiert derzeit noch keine Heilung. Die Behandlungen zielen darauf ab, die störenden Symptome zu reduzieren. Da eine Ursache ein gestörtes Gleichgewicht im Hormonhaushaushalt ist, kann eine Einnahme von Gestagen den Überschuss an Östrogenen regulieren. Ferner scheinen Prolaktinhemmer bei einer Mastopathie eine hinreichende Wirkung zu zeigen. Prolaktin ist ein Hormon, welches die Bildung von Milch in den Brüsten stimuliert. Prolaktinhemmer wiederum können die angespannten Zustände und immer wiederkehrenden zystischen Veränderungen der Brust minimieren.

Wucherungen von Gewebe, wie Papillome und Fibroadenome, kann ein Arzt chirurgisch entfernen. Bei einer Brustentzündung bzw. Mastitis nimmt die Patientin Entzündungshemmer oder Antibiotika ein. Potenzielle Eiterherde bzw. Abszesse öffnet der Arzt im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs. Bei einer Krebserkrankung in der Brust, welche die Ursache einer krankhaften Brustdrüsensekretion darstellen kann, erfolgt eine spezielle Krebstherapie.

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Vorbeugung

Einer krankhaften Brustdrüsensekretion kann nicht gezielt vorgebeugt werden. Es ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern vielmehr ein Symptom unterschiedlicher Grunderkrankungen. Eine allgemeingültige Vorsorgemaßnahme kann daher nicht getroffen werden. Bei Vermutung einer krankhaften Brustdrüsensekretion sollte ein Arzt sofort aufgesucht werden, um die individuellen Ursachen abklären zu lassen.

Das können Sie selbst tun

Welche Maßnahmen Patienten bei einer krankhaften Brustdrüsensekretion selbst ergreifen können, hängt von der jeweiligen Ursache ab. Liegt den Beschwerden ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt zugrunde, helfen allgemeine Maßnahmen, wie eine Umstellung der Ernährung oder regelmäßiger Sport. Die Diät sollte sich aus Lebensmitteln zusammensetzen, die reich an Antioxidantien sind – Vollkornprodukte und ballaststoffreiche Lebensmittel wie Hafer, Linsen oder Süßkartoffeln sind eine gute Wahl. Körperliche Bewegung sollte vor allem aus kurzen, intensiven Workouts bestehen, denn diese wirken sich optimal auf den Hormonspiegel aus. Daneben sollten Patienten viel schlafen und Stress vermeiden.

Liegt der krankhaften Brustdrüsensekretion eine Gewebswucherung zugrunde, ist eine Operation vonnöten. Die wichtigsten Selbsthilfe-Maßnahmen sind Schonung und Bettruhe, begleitet unter Umständen von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, um etwaige Mangelerscheinungen auszugleichen. Akut hilft bei einer krankhaften Brustdrüsensekretion eine gesteigerte Körperhygiene. Dadurch lassen sich etwaige Begleiterscheinungen wie Entzündungen oder Hautjucken vermeiden. Zudem sollte auf reizende Pflegeprodukte verzichtet werden.

Begleitend zu diesen Maßnahmen muss mit den Beschwerden zum Haus- oder Frauenarzt gegangen werden. Eine krankhafte Brustdrüsensekretion hat meist relativ harmlose Ursachen und kann bei rascher Abklärung gut behandelt werden.

Bücher über Brustdrüsensekretion

Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Kaufmann, M., Costa, S.-D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2013
  • Stauber, M., Weyerstrahl, T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

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