Hypersensitivitätsvaskulitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. Dezember 2017
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Unter Hypersensitivitätsvaskulitis versteht man eine Entzündungen der Hautgefäße. Die Auslöser können Medikamente oder Infektionen sein, auf die das Immunsystem im Sinne einer Allergie überreagiert. Die Erkrankung kann von der Haut auf innere Organe übergreifen. Ernste Körperschäden drohen dann infolge einer Hypersensitivitätsvaskulitis.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hypersensitivitätsvaskulitis?

Hypersensitivitätsvaskulitis ist eine entzündliche Erkrankung der Blutgefäße. Vielen Formen der Vaskulitiden ist definitionsgemäß gemein, dass eine Autoimmunreaktion zugrunde liegt oder mit beteiligt ist. Hierbei kommt es zum Angriff des Immunsystems auf körpereigene Gewebe. Damit gehören die Vaskulitiden in ihrer Erscheinungsform zum rheumatischen Formenkreis.

Vaskulitiden werden unterschieden in:

1. Kutane Vaskulitiden, bei denen nur die Gefäße der Haut betroffen sind und

2. Systemische Vaskulitiden, bei denen auch Gefäße innerer Organe die entzündlichen Symptome zeigen.

Eine weitere Klassifizierung erfolgt nach der Größe der erkrankten Gefäße. Eine Form der kutanen Vaskulitis mit einer Entzündung kleiner Hautgefäße ist die Hypersensitivitätsvaskulitis.

Ursachen

Die Hypersensitivitätsvaskulitis ist gekennzeichnet durch Ablagerungen von Proteinkomplexen an den Wänden der Hautgefäße. Diese Eiweißniederschläge resultieren aus einer Immunreaktion. Dabei produziert zunächst das Immunsystem spezifische Immunglobuline (Antikörper), die sich mit anderen Proteinen verbinden.

Diese Proteine werden Antigene genannt und sind der Auslöser für die Immunantwort. Als Antigene im Rahmen der Hypersensitivitätsvaskulitis kommen einmal exogene (körperfremde) Faktoren in Betracht. Dies können virale oder bakterielle Infektionen oder auch Medikamente sein. Zum anderen können endogene (körpereigene) Auslöser in die biochemische Kaskade involviert sein.

Warum das Immunsystem, das sich sonst ausschließlich gegen Fremdpartikel richtet, plötzlich körpereigene Bestandteile angreift, ist derzeit noch unbekannt. Eine Entzündungsreaktion resultiert in jedem Fall, wenn ein Antigen von einem Antikörper gebunden wird. Autoimmunreaktionen sind meistens eine Mitursache der Hypersensitivitätsvaskulitis.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine Hypersensitivitätsvaskulitis beginnt mit blau-violett gefleckten Hautarealen, die sich von den Enden der Extremitäten zum Körperzentrum hin ausbreiten. Diese Hautzeichnung ergibt ein typisches Bild mit vielen kleinen und dazwischen liegenden größeren Stellen.

Die bläuliche Tönung resultiert aus Durchblutungsstörungen in den gereizten und verengten Gefäßen. Der Hautarzt wird eine Hypersensitivitätsvaskulitis schon daran erkennen. Zu den Symptomen können Jucken oder Schmerzen hinzutreten, jedoch ist dies bei relativ wenigen Patienten der Fall. Im fortschreitenden Verlauf können Hautareale absterben (Nekrosen). Diagnostisch ist nun ein Blutlabor erforderlich, das speziell die immunologischen Befunde fokussiert.

Insbesondere müssen auch die Rheuma-Faktoren berücksichtigt werden. Oberste Priorität hat auch die Suche nach einer Beteiligung innerer Organe. Daher gehören auch klinische Untersuchungen beispielsweise mit röntgenologischen Methoden zur Diagnostik einer Hypersensitivitätsvaskulitis.

Komplikationen

Durch die Hypersensitivitätsvaskulitis kommt es zu verschiedenen Beschwerden. Diese hängen in der Regel von der Ausprägung der Krankheit ab. Falls die Hypersensitivitätsvaskulitis nicht behandelt wirkt, kann es zu Schäden an den inneren Organen kommen, die auch zum Tode führen können. Der Betroffene leidet durch die Krankheit an Verfärbungen der Haut.

Diese färbt sich in der Regel blau und ist von Flecken bedeckt. Ebenso treten Blutungen auf der Haut auf und die Haut ist mit Blasen bedeckt. Nicht selten schmerzen auch die Muskeln und die Gelenke, was bei vielen Patienten zu Schwierigkeiten im Alltag und zu einer Bewegungseinschränkung führt. Weiterhin leiden die Patienten an einer verringerten Belastbarkeit und an Fieber.

Der Patient fühlt sich müde und abgeschlagen und nimmt durch die Hypersensitivitätsvaskulitis nicht mehr aktiv am Leben teil. Die Behandlung der Hypersensitivitätsvaskulitis findet mit Hilfe von Medikamenten und verschiedenen Therapien statt. Dabei kommt es zu keinen weiteren Komplikationen. Allerdings kann ein positiver Krankheitsverlauf nicht in jedem Fall garantiert werden. In vielen Fällen können auch Salben und Cremes zur Schmerzlinderung verwendet werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Da es sich bei der Hypersensitivitätsvaskulitis um eine behandlungsbedürftige Erkrankung handelt, muss ein Arzt aufgesucht werden, sobald sich ungewöhnliche Veränderungen des Hautbildes zeigen. Kommt es zu einer Blasenbildung und Verfärbungen der Haut, wird ein Arzt benötigt. Bilden sich Schwellungen, treten Schmerzen der Gelenke oder der Muskulatur auf, sollte ein Arzt die Beschwerden abklären. Bei einem Verlust des gewohnten Kräfteniveaus, Abgeschlagenheit, innerer Schwäche oder einem allgemeinen Unwohlsein, ist ein Arzt zu konsultieren.

Weiterführende Untersuchungen sind notwendig, wenn es wiederholt zu Einblutungen oder Quaddeln auf der Haut kommt. Tastbare kleinfleckige Stellen am Körper sind Anzeichen einer Erkrankung, die einer medizinischen Behandlung bedarf. Anhaltender Juckreiz und schwere Beine sind ebenfalls ärztlich untersuchen zu lassen. Bilden sich offene Wunden, muss eine sterile Wundversorgung erfolgen. Ein Arztbesuch ist nötig, sobald es zu Entzündungen, Fieber oder der Entstehung von Eiter kommt.

Breiten sich die Hautveränderungen am Körper aus oder stellen sich emotionale Probleme ein, ist ein Arzt aufzusuchen. Bei Durchblutungsstörungen sollte unverzüglich ein Arzt konsultiert werden. Es drohen weitere Erkrankungen sowie ein lebensbedrohlicher Zustand, wenn keine Behandlung erfolgt. Sensibilitätsstörungen, Taubheitsgefühle sowie ein Kribbeln in den Gliedmaßen sind Warnhinweise des Körpers. Sie erfordern eine medizinische Abklärung der Ursache.

Behandlung & Therapie

Eine Hypersensitivitätsvaskulitis erweist sich in der Therapie als Suche nach dem Auslöser der immunologischen Überreaktion. Exogene Faktoren kann der Arzt ausschalten, so können Infektionen gegebenenfalls mit Antibiotika behandelt werden.

Liegt die Nebenwirkung eines Medikamentes vor, muss der Arzt die Medikation umstellen. Die Symptome zu lindern ist die zweite Säule der Therapie. So ist in vielen Fällen Bettruhe angezeigt, wobei die Beine am besten hochgelagert werden, denn hier sind Hautveränderungen meist am gravierendsten. Unterstützend dazu tragen Patienten Kompressionsstrümpfe. Zur Unterdrückung der Entzündungsreaktionen können kortisonähnliche Präparate zum Einsatz kommen.

Die Pharmazeutika werden entweder als Salben appliziert oder als Tabletten gegeben. Die orale Gabe erfolgt dabei eher in schweren Fällen, wenn bereits Hautnekrosen zu beklagen sind. Daneben erzielten Ärzte auch mit Colchizin Erfolge in der Behandlung der Hypersensitivitätsvaskulitis. Die Substanz aus der Herbstzeitlosen wirkt wie ein Zytostatikum.

Zur möglichen medikamentösen Therapie gehören auch Immunsuppressiva, also Mittel zur Herabsetzung der immunologischen Aktivität. Wenn außer der Haut auch innere Organe mit betroffen sind, wird der Hautarzt die Kollegen entsprechender Fachrichtungen hinzuziehen. Sonst sind bleibende Organschäden eine mögliche Folge der Hypersensitivitätsvaskulitis.

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Vorbeugung

Der Hypersensitivitätsvaskulitis vorzubeugen ist schwer möglich, da sich die komplexen Reaktionen des Körpers auf Medikamente oder andere Chemikalien praktisch nicht vorhersagen lassen. Allergiker sollten ihren Körper wachsam beobachten und auch ihr Allgemeinbefinden mit großer Sensibilität wahrnehmen. Anlass zum Arztbesuch sollten insbesondere Hautveränderungen geben. Denn besonders dort zeigen sich die augenfälligen Symptome einer Hypersensitivitätsvaskulitis.

Das können Sie selbst tun

Aufgrund der potentiellen Komplikationen der Hypersensitivitätsvaskulitis ist es für die Erkrankten bedeutsam, die Anweisungen des Arztes strikt zu befolgen. Üblicherweise verordnet der Facharzt Ruhe oder sogar Bettruhe. Zudem nimmt der Patient oft diverse Medikamente ein, um die durch die Hypersensitivitätsvaskulitis hervorgerufenen Beschwerden zu verringern. Da die Hypersensitivitätsvaskulitis in manchen Fällen durch Arzneimittel entsteht, sind keinesfalls zusätzliche Medikamente einzunehmen, falls nicht ausdrücklich vom Arzt verordnet.

Die Patienten mit Hypersensitivitätsvaskulitis gönnen sich bestenfalls eine Auszeit von ihren alltäglichen Verpflichtungen, um dem angegriffenen Organismus die Regeneration zu erleichtern und den eigenen gesundheitlichen Zustand genauer zu beobachten. Insbesondere nach der Einnahme von Medikamenten ist darauf Acht zu geben, ob sich weitere Nebenwirkungen einstellen. In solchen Fällen kontaktieren die Patienten mit Hypersensitivitätsvaskulitis umgehend den zuständigen Mediziner. Generell ist es für den Behandlungserfolg der Hypersensitivitätsvaskulitis bedeutsam, dass sich der Patient engmaschigen Kontrolluntersuchungen beim Arzt unterzieht.

Um keine weiteren Entzündungen der Haut zu provozieren und die bestehenden nicht zu verschlimmern, verzichten die Patienten während der Hypersensitivitätsvaskulitis möglichst auf Kosmetika. Eine gründliche und mit dem Arzt abgestimmte Körperhygiene sind dennoch unerlässlich. Zur Unterstützung der Abwehrkräfte unterlassen erkrankte Personen zudem den Konsum vom Alkohol während der Zeit der Erkrankung.

Bücher über Hautausschlag

Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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