Gynäkomastie (Brustdrüsenvergrößerung beim Mann)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. November 2017
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Etliche betroffene Männer empfinden eine Brustdrüsenvergrößerung (Gynäkomastie) als äußerst peinlich und unangenehm. Im Alltag werden diese Brustvergrößerung auch abfällig als Man Boobs (engl. für Männerbrüste) bezeichnet. Aus diesem Grund wird von den Männern meistens eine Operation in Erwägung gezogen. Im Rahmen dieses Eingriffs wird Drüsen- und/oder Fettgewebe entfernt, sodass als Resultat eine flachere, festere und somit maskuline Brust entsteht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Gynäkomastie?

Nicht nur Frauen haben ein besonderes Problem mit dem Bild ihrer Brust. Auch manche Männer leiden darunter, dass ihre Brustbereiche stetig wachsen und somit der weiblichen Brust immer ähnlicher werden. Dieser Auswuchs gilt als Krankheitsbild und wird als Gynäkomastie bezeichnet.

Hierunter versteht sich eine Vergrößerung der männlichen Brust, welche mittels Vermehrung des Gewebes entsteht. Unter diesem Krankheitsbild bestehen zwei verschiedene Arten. Einerseits die echte und andererseits die falsche Gynäkomastie.

Die Ursache für die sogenannte falsche Gynäkomastie liegt bei einem Übergewicht. Hierbei erwecken Fetteinlagerungen innerhalb der männlichen Brust den Anschein dieser wesentlichen Anschwellung. Die sogenannte echte Gynäkomastie beruht zudem auf einer hormonellen Erkrankung.

Ursachen

Laut statistischer Erfassungen sind mindestens vierzig Prozent der Männer von einer Gynäkomastie betroffen. Die Ursache hierfür, dass eine untypische Vergrößerung vorliegt, ist meistens nicht eindeutig zu klären.

Es kann an Drüsenerkrankungen oder veränderten Leberfunktionen liegen, jedoch auch an der Einnahme von Anabolika (östrogenhaltige Medikamente), an Drogen- beziehungsweise Alkoholkonsum oder in selteneren Fällen an einem Tumor, dass sich eine maskuline Brust feminin, eben zu einer Gynäkomastie, ausprägt.

Manche Männer besitzen einen erhöhten Anteil weiblicher Hormone (Östrogene), welche für das unangenehme Wachstum der Männerbrust verantwortlich sind. Der Auslöser hierfür kann zum Beispiel eine Hypothalamus-Erkrankung sein. Der Östrogenüberschuss kann bei einer Gynäkomastie auch teilweise daher rühren, dass der Körper des jeweiligen Mannes zu geringe männliche Hormone produziert.

Manche Männer beeinflussen den körpereigenen Hormonhaushalt jedoch auch selbst. So kann während der Einnahme einiger Anabolika das zugeführte Testosteron vom eigenen Körper zum großen Teil in Östrogen umgewandelt werden.

Typische Symptome & Anzeichen

  • vergrößerte Brüste bzw. Brustdrüsen
  • Spannungsgefühl in den Brüsten
  • Berührungsempflindlichkeit der Brustdrüsen bzw. Brustwarzen
  • ggf. Depressionen

Diagnose & Verlauf

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Soll eine Gynäkomastie beseitigt werden, wird vorab ein Erstgespräch zwecks intensiver Beratung mit einem Facharzt (Urologe) geführt. Während dieser Untersuchung wird beispielsweise der Hormonhaushalt kontrolliert sowie nach anderen Ursachen geforscht, um eine eindeutige Diagnose stellen zu können.

Hierbei werden auch die verschiedenen Auslöser, welche eventuell in Betracht kommen, miteinbezogen. Welche weiteren Maßnahmen zur Behandlung der Gynäkomastie anzuwenden sind, wird von dem Arzt per Diagnose entschieden. In sehr seltenen Fällen wird ein chirurgischer Eingriff vorgenommen. Nur bei äußerst starken Gewebevermehrungen, welche zudem weiter fortschreiten, kann eine Brustoperation als letzte Möglichkeit den normalen Zustand wieder herstellen.

Hierbei wird per Fettabsaugung das überflüssige Brustgewebe entfernt. Hiermit wird allerdings nicht die Ursache einer Gynäkomastie behandelt, sondern nur der aktuelle Zustand verändert. So muss auch nach dem chirurgischen Eingriff eine weitere wirksame Behandlung stattfinden. Diese kann beispielsweise durch eine Ernährungsumstellung oder einen Hormonausgleich die Gynäkomastie vermindern.

Komplikationen

Die Brustdrüsenvergrößerung beim Mann führt in der Regel zu keinen gesundheitlichen Komplikationen oder Beschwerden. Diese können allerdings dann auftreten, wenn die Vergrößerung durch eine Fettleibigkeit oder durch eine andere Krankheit auftritt. In den meisten Fällen kommt es allerdings zu psychischen Beschwerden. Die meisten Männer fühlen sich mit den vergrößerten Brüsten unwohl und nicht schön.

Es kommt zur Ausbildung von Minderwertigkeitskomplexen und zu einem stark verringerten Selbstwertgefühl. Nicht selten ziehen sich die Patienten aus dem sozialen Leben zurück und es kommt zu Depressionen und zu anderen psychischen Verstimmungen. Die psychischen Beschwerden werden in der Regel durch einen Psychologen behandelt, wobei keine besonderen Komplikationen auftreten.

Die Behandlung der Brustdrüsenvergrößerung beim Mann findet immer kausal statt. Im Fall von Übergewicht muss der Betroffene zu einer gesunden Lebensweise wechseln, um das weitere Wachstum zu vermeiden. Im weiteren Verlauf können die vergrößerten Brüste operativ verkleinert werden. In vielen Fällen können Medikamente zur Brustdrüsenvergrößerung beim Mann führen und müssen daher nach Absprache mit einem Arzt abgesetzt oder durch andere Medikamente ersetzt werden.

Die Brustdrüsenvergrößerung beim Mann selbst führt nicht zu einer verringerten Lebenserwartung. Allerdings kann die Grunderkrankung schwerwiegenden sein und muss in jedem Fall untersucht werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Behandlung der Gynäkomastie ist immer sinnvoll. Dadurch werden weitere Komplikationen und Beschwerden verhindert und auch das Lebensgefühl des Mannes wieder gestärkt. Allerdings ist die Behandlung medizinisch nicht in jedem Fall notwendig, sodass erst einmal ein klärendes Gespräch mit einem Arzt stattfinden sollte. Ein Arzt sollte in der Regel dann aufgesucht werden, wenn die Brustdrüsen oder die Brüste des Mannes im Allgemeinen deutlich vergrößert sind. Auch ein Spannungsgefühl in den Brüsten kann auf die Gynäkomastie hindeuten und sollte von einem Arzt untersucht werden.

Die Brüste selbst sind dabei empfindlich gegenüber Berührungen, sodass auch die Brustwarzen bei einer Berührung schmerzen können. Sollte es zu diesen Beschwerden ohne einen besonderen Grund kommen, ist eine Behandlung durch einen Arzt ratsam. Da die Gynäkomastie auch zu Depressionen oder zu anderen psychischen Verstimmungen führen kann, sollte ein Psychologe aufgesucht werden. Die erste Untersuchung und Diagnose kann von einem Allgemeinarzt durchgeführt werden. Der operative Eingriff wird in der Regel in einem Krankenhaus durchgeführt und führt zu einem positiven Krankheitsverlauf.

Behandlung & Therapie

Beruht eine Gynäkomastie in der Hauptsache auf vergrößertem oder vermehrtem Brustdrüsengewebe, kann dieses mittels einer Operation entfernt werden, damit die Männerbrust flacher modelliert werden kann. Bei dieser Behandlung werden am Brustwarzenvorhof ein beziehungsweise mehrere Einschnitte gesetzt (bei erhöhter Menge auch ausgedehnte Schnitte), sodass überflüssiges Drüsengewebe direkt entnommen werden kann.

Hierbei wird meistens die gebräuchliche Methode "Ultraschall-Assistierte Aspirationslipektomie" (UAL) angewandt. Bei diesem Verfahren gibt eine innovative Kanüle eine spezielle Ultraschallenergie an das Fettgewebe ab, welche das überflüssige Gewebe sozusagen "sprengt" und danach verflüssigt. Nach der Operation machen sich Schwellungen und Taubheitsgefühle bemerkbar sowie eventuell im Brustbereich einige blaue Flecken.

Derartige Beschwerden sind normalerweise innerhalb maximal drei Wochen verschwunden. Im Regelfall wird nach dem Eingriff ein elastischer Verband zur Kompression angelegt, welcher die Rückbildung der Schwellungen sowie die Wundheilung aktiv unterstützt. Ein Großteil der Betroffenen ist von dem Ergebnis des Eingriffs begeistert, da so die Ursache, welche die unmännliche Brust zu verantworten hat, beseitigt ist. Leider fehlt für eine Gynäkomastie Operation die medizinische Intention, sodass sie als reine Schönheitsoperation gilt.

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Vorbeugung

Einer hormonell bedingten Gynäkomastie kann nur bedingt vorgebeugt werden. Männer sollten unbedingt darauf verzichten, Anabolika und andere Wachstumshormone für ihren Sport bzw. Bodybuildung zu verwenden. Gynäkomastie, die auf Fettleibigkeit beruht kann mit viel Bewegung, Ausdauersport und einer gesunden Ernährung vorgebeugt werden.

Bücher über Gynäkomastie & Übergewicht

Quellen

  • Finke, F., Piechota, H., Schaefer, R.M., Sökeland, J., Stephan-Odenthal, M., Linden, P.: Die urologische Praxis. Uni-Med, Bremen 2007
  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2011
  • Sökeland, J., Schulze, H., Rübben, H.: Urologie. Thieme, Stuttgart 2004

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