Bergamotte

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Die Bergamotte gehört zu den Zitruspflanzen. Sie wird insbesondere wegen ihres charakteristischen Duftes angebaut. Ihre ätherischen Öle finden als Parfümstoff, zur Aromatisierung von Lebensmitteln und in der Aromatherapie Anwendung. Seit Kurzem steht Bergamotte-Extrakt auch für die Nahrungsergänzung zur Verfügung.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Bergamotte

Die genaue Herkunft der Bergamotte ist unklar. Vermutlich ist sie als Kreuzung aus Zitronatzitrone (Zedernfrucht) und Bitterorange im Orient entstanden und gelangte während der Kreuzzüge nach Südeuropa. Im Gegensatz zu den beiden Zitrusgattungen, aus denen sie sich entwickelte, wird ihre Frucht jedoch nicht als Obst verwendet.

Bergamotte-Bäume können bis zu vier Metern hoch werden. Typisch sind ein unregelmäßiger Astwuchs sowie die immergrünen Laubblätter, die länglich und von dunkelgrüner Farbe sind. Wenn die Bergamotte im Frühjahr blüht, zeigt sie reinweiße Blüten. Ihre Früchte sind rundlich, manchmal auch birnenförmig, wiegen etwa einhundert bis zweihundert Gramm bei einem Durchmesser von fünf bis sieben Zentimetern und weisen zum Erntezeitpunkt (November bis März) eine zitronengelbe Färbung auf.

Das Fruchtfleisch der Bergamotte ist grünlich und schmeckt stark sauer bis leicht bitter. Es lässt sich nur schwer von der Schale lösen. Die Bergamotte gedeiht nur in warmen Gebiet. Angebaut wird sie ausschließlich auf einem Küstenstreifen in Kalabrien, der südlichsten Region des italienischen Festlandes. Die italienische Stadt Bergamo gilt als Namensgeber der seltenen Frucht. Es finden sich aber auch vereinzelte Exemplare in anderen warmen Gebieten wie der Elfenbeinküste, in Argentinien oder Brasilien sowie zu Zierzwecken in diversen Orangerien und Wintergärten.

Wirkung & Anwendung

Das ätherische Öl der Bergamotte wird durch schonende Kaltpressung aus den Schalen der unreifen Frucht gewonnen. Es besteht aus Terpenen wie beispielsweise dem Linalool, das auch in Gewürzpflanzen wie Koriander, Hopfen, Muskat, Ingwer oder Zimt vorkommt. Ebenfalls enthalten ist Nerol, welches für den süßlich-frischen, rosig-zitrusartigen Geruchver antwortlich ist.

Für den orangenartigen Duft sorgt Limonen. Insgesamt enthält die Essenz des Öls über dreihundertfünfzig verschiedene Aromen. Damit ist die Bergamotte weitaus komplexer als viele andere natürliche Duftstoffe. Kein Wunder also, dass das ätherische Öl der Bergamotte bereits seit Ende des siebzehnten Jahrhunderts geschätzt wird. Hier fand es zunächst in der Parfümherstellung Verwendung. Bis heute sorgt es für den unverwechselbaren Geruch von Kölnisch Wasser, das Körper und Geist erfrischen und beleben soll.

In der Aromatherapie wird das ätherische Öl der Bergamotte vor allem in der Duftlampe verdampft.

Aber auch in so gut wie jedem anderen Parfüm ist Bergamotte als Kopfnote enthalten. In der Küche dient Bergamotte-Öl ebenfalls zur Aromatisierung. Bekannt ist die Bergamotte als Aroma des Earl-Grey-Tees. Auch Pfeifentabak wird mit Bergamotte-Öl aromatisiert. Die ganze Frucht kommt bei der Herstellung einer speziellen Bergamotte-Konfitüre zur Verwendung. Diese schmeckt leicht bitter. Aus den Resten der Produktion lassen sich Schnäpse destillieren und Säfte pressen.

Der Bergamotte-Saft erfreut sich im Moment großer Beliebtheit in der Haute Cuisine, wo er wie Limettensaft verwendet wird. In der Schweiz stellen Chocolatiers feine Pralinen mit Bergamotte-Saft her. Als beliebtes Hausmittel galt früher im Süden, eine größere Menge Olivenöl mit einer kleineren Menge Bergamotteöl zu vermischen und als Bräunungsbeschleuniger beim Sonnenbad auf die Haut aufzutragen.

Die im Bergamotteöl enthaltenen Furocumarine wirken in Kombination mit dem Licht der Sonne jedoch toxisch, weshalb heute vom Gebrauch dieses Hausmittels abgeraten wird. Doch auch moderne Kosmetika, beispielsweise natürliche Deodorants oder Haarpflegemittel, setzen auf Bergamotte-Öl. Da es die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht, wird aber auch hier geraten, den direkten Sonnenkontakt nach Verwendung zu meiden.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

In der Aromatherapie wird das ätherische Öl der Bergamotte vor allem in der Duftlampe verdampft. Es gilt als stimmungsaufhellend, angstlösend und entspannend, weshalb es bei Menschen mit nervösen Leiden wie Depressionen oder Schlafstörungen zur Anwendung kommt. Diese profitieren auch von Massagebehandlungen oder Entspannungsbädern mit Bergamotte-Zusatz. Da das Bermagotteöl auch antiseptisch und antiviral wirkt, kommt es auch zur Abtötung von Krankheitserregern zum Einsatz.

So beispielsweise hilft es bei Fieber, Schüttelfrost, Hals- und Mandelentzündungen, aber auch bei Entzündungen der Haut wie Ekzemen oder Herpes. Die hautpflegende Wirkung beruht auf den hautzellenregenerierenden und -aufbauenden Eigenschaften des Bergamotteöls. Seine krampflösenden Eigenschaften des Bergamotteöls kommen bei Magenleiden wie Blähungen oder Darmkoliken zum Tragen, aber auch bei Frauenleiden wie etwa Menstruationsbeschwerden, da es auch als hormonregulierend gilt.

Bergamotteöl wirkt zudem tonisierend und stärkend, weshalb es auch gegen Abmagerung, Erschöpfung und Frühjahrsmüdigkeit eingesetzt wird. Sie regt den Appetit an und fördert die Lebensenergie. In der traditionellen Volksmedizin der Mittelmeer-Länder wird die Bergamotte zur Vorbeugung von Herzkrankheiten verwendet. Im Jahr 2013 sorgte eine Studie für Aufsehen, die Bergamotte als natürlichen Cholesterin-Senker untersuchte.

Die beim renommierten International Journal of Cardiology zur Publikation eingereichte Studie konnte nachweisen, dass die Gabe von Bergamotte-Extrakt das „schlechte“ LDL-Cholesterin senkt und gleichzeitig das „gute“ HDL-Cholesterin verbessert. Zudem half sie Patienten, die auf die Einnahme von nebenwirkungsreichen Statinen angewiesen sind, die Statin-Dosis zu reduzieren.

Nicht zuletzt konnte nachgewiesen werden, dass Bergamotte den Serumspiegel von Triglyceriden verringern und damit den Blutzuckerspiegel senken kann. Für diese cholesterin- und triglycerinsenkende Wirkung macht die Wissenschaft Bitterstoffe wie Naringin, Enzyme wie Hydroxymethylglutaryl, aber auch die verschiedenen Polyphenole und Flavonoide der Bergamotte, verantwortlich. Vermutlich ist es aber die besondere Zusammensetzung der über dreihundertfünfzig Inhaltsstoffe, die der Bergamotte ihre Heilwirkung verleiht.

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