Zahnungsbeschwerden

Letzte Aktualisierung am 12. März 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Ab einem Alter von sechs bis neun Monaten beginnt ein Baby zu zahnen, wenn die ersten Milchzähne durch das Zahnfleisch stoßen. Alle Beschwerden, die in Zusammenhang mit dieser Entwicklung auftreten, bezeichnet man unabhängig von ihrem Schweregrad als Zahnungsprobleme bzw. Zahnungsbeschwerden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Zahnungsbeschwerden bei Babys und Kleinkindern?

Alle Beschwerden im Zusammenhang mit dem Durchbrechen der Zähne werden unter dem Begriff Zahnungsbeschwerden zusammengefasst und können als normal gewertet werden.

Erfolgt das Zahnen nicht im normalen Zeitrahmen mit Beginn im sechsten bis neunten Lebensmonat, weicht das Durchbrechen der Zähne vom üblichen Schema ab. Nachdem zuerst die Schneidezähne, dann die Backenzähne und später die Eckzähne durchbrechen, oder ist das Milchgebiss im Alter von drei Lebensjahren noch nicht vollständig ausgebildet, so liegt ein nicht seltenes und zunächst wenig besorgniserregendes Zahnungsproblem vor. Man spricht von verspätetem oder verfrühtem Zahnen.

Komplizierter und schmerzhafter sind Durchbruchszysten über den kommenden Zähnen, Zahnungsgeschwüre und die sogenannte Dentitio difficilis, bei der das Zahnfleisch um die Spitze des durchbrechenden Zahnes entzündet ist und eitern kann.

Ursachen

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Ursache von Zahnungsbeschwerden im Mundraum zu finden ist: Zähne treten aus dem Kiefer und durchbrechen die Mundschleimhaut, was zu Schmerzen und zahnungstypischen, zumeist unkomplizierten, Symptomen führen kann.

Verfrühtes oder verspätetes Zahnen können auf erbliche Ursachen oder die Schwangerschaftsdauer zurückgeführt werden. Da sich die Zahnhartsubstanz noch im Mutterleib bildet und ihre Entwicklung einen bestimmten Zeitraum benötigt, führen Frühgeburten häufig zu spätem Zahnen. Durchbruchszysten sind Flüssigkeitsansammlungen am, jeden Milchzahn umgebenden, Zahnsäckchen, deren Ursache unbekannt ist.

Eine allergische Ursache vermuten Zahnärzte als Auslöser der Zahndurchbruchsgeschwüre. Diese treten nach dem Durchbrechen der mittleren Unterkiefer-Schneidezähne an Zungenbändchen und Mundboden der Mundschleimhaut auf.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Zahnungsbeschwerden können sich sowohl durch ein verändertes Verhalten der betroffenen Kinder als auch durch körperliche Anzeichen zeigen. Viele Kinder, deren Zähne einschießen, sind sehr weinerlich. Auch, wenn sie dies noch nicht klar verbal äußern können, scheinen sie diffuse Schmerzen zu haben.

Es ist dabei auch nicht ungewöhnlich, wenn Kinder, nach dem Ort der Schmerzen befragt, auf den Bauch zeigen. Oftmals sind die Kinder in dieser Zeit sehr anhänglich und vor allem nachts sehr unruhig, wollen getragen und gewiegt werden. Die Schmerzen, die das Durchbrechen der Zähne im Kiefer verursacht, scheinen sich bei vielen im Liegen zu verschlimmern.

Bei einigen ist der Appetit verringert und weiche Kost wird intuitiv bevorzugt. Auffallend ist, dass Zahnungsbeschwerden oftmals mit roten, heißen Wangen einhergehen. Manche Kinder entwickeln während des Zahnens auch Fieber. Es gibt jedoch keinen medizinisch plausiblen Grund für Fieber im Zusammenhang mit dem Einschießen der Zähne.

Sollte Fieber länger andauern, sehr hoch sein und ohne erkennbaren anderen Infekt auftreten, ist immer der Kinderarzt zu Rate zu ziehen. Anzeichen in der Mundhöhle selbst sind oft gerötetes, weiches Zahnfleisch an den betroffenen Stellen. Auch der Speichelfluss kann während des Zahnens erhöht sein, was wiederum die Haut angreift.

Diagnose & Verlauf

Da Zahnungsbeschwerden bei Kindern im Alter von sechs bis neun Monaten auftreten, die ihre Beschwerden nur durch Schreien und Weinen zeigen können, fällt den Eltern das Erkennen behandlungsbedürftiger Zahnungsbeschwerden schwer.

Schreit ein Kind im Zahnungsalter ungewöhnlich viel, so sollten die Eltern ihren Kinderarzt oder einen Zahnmediziner ansprechen. Dieser wird Mund und Kiefer untersuchen und gegebenenfalls eine Röntgenaufnahme anfertigen, um die Ursache der Zahnungsprobleme herauszufinden.

Zum Verlauf von Zahnungsproblemen lässt sich leider wenig sagen, da diese individuell verschieden auftreten. Manche Kinder haben nur geringe Zahnungsprobleme, andere leiden unter starken Beschwerden. In jedem Fall sollten die Zahnungsprobleme im Alter von drei Jahren ausgestanden sein. Jetzt wird auch ein erster Zahnarztbesuch nötig, um die Gesundheit des Gebisses sicherzustellen.

Komplikationen

Zahnungsbeschwerden können in unterschiedlichen Schweregraden auftreten, sodass die dazugehörigen Komplikationen ebenfalls sehr vielseitig sind. Die häufigsten Zahnungsbeschwerden werden auch von Karies ausgelöst. Karies wird durch Bakterien und einer nicht ausreichenden Mundhygiene verursacht. In diesem Zusammenhang sind starke Kopfschmerzen möglich, sowie starke Entzündungen und Eiterbildung.

Wer an dieser Stelle auf eine Behandlung verzichtet, muss mit einer erheblichen Verschlechterung des allgemeinen Zustands rechnen. Liegt eine offene Wunde im Mundraum vor, kann dies ebenfalls zu erheblichen Zahnbeschwerden kommen. Da Zahnschmerzen in der Regel durch eine unzureichende Mundhygiene ausgelöst werden, kann es auch zu Komplikationen im Zusammenhang mit einer offenen Wunde kommen.

Die bestehende Wunde kann sich entzünden und es entsteht eine Schwellung. Auch Zahnfleischblutungen können eine Komplikation sein, die entstehen kann. Wird an dieser Stelle gänzlich auf eine ärztliche und medikamentöse Behandlung verzichtet, ist nicht mit einer zeitnahen Besserung zu rechnen. Die einzelnen Symptome werden sich sogar verschlimmern, sodass ein Besuch beim Arzt unerlässlich wird.

Behandlung & Therapie

Eltern können ihrem Kind die auftretenden Schmerzen nicht nehmen, sie können aber die Symptome lindern. Pflanzliche Tinkturen, vor Allem aus Kamille, lindern die Schmerzen und gekühlte Beißringe schwächen den sich aufbauenden Kaudruck ab und mildern durch die Kühlung einen Teil der Schmerzen.

Durchbruchszysten bedürfen in der Regel keiner Behandlung, da sie sich meist spontan von selbst entleeren und schnell abheilen. Bei anhaltenden Zahnungsbeschwerden und vermuteten starken Schmerzen sollte medizinischer Rat eingeholt werden, um dem Kind eine adäquate Therapie zu ermöglichen.

Auf verspätetes oder verfrühtes Zahnen kann der Arzt wenig Einfluss nehmen. Besteht bei einem Zahndurchbruch kurz nach der Geburt Gefahr für Kind oder Mutter, so muss die Entfernung des Zahnes überlegt werden und verläuft meist komplikationlos. Sollten im Kindergartenalter noch nicht alle Milchzähne durchgebrochen sein, so muss der Zahnarzt mittels einer Röntgenaufnahme untersuchen, ob die bleibenden Zähne angelegt sind und entscheiden, wie dieses Problem gegebenenfalls zu behandeln ist.

Zahnfleischentzündungen oder Geschwüre werden vom Zahnarzt in ihrem Schweregrad beurteilt und entsprechend behandelt. Die operative Öffnung des Geschwürs kann sinnvoll sein, um den Abfluss des Eiters zu ermöglichen, zumeist wird diese Therapie mit einer Antibiotika-Gabe unterstützt.

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Vorbeugung

Zahnungsbeschwerden können leider nicht verhindert werden, denn es gibt zur Zeit keine präventiven Maßnahmen. Eltern können lediglich versuchen, bei starken Beschwerden mit lindernden Maßnahmen einzugreifen. Empfehlenswert ist es, ab einem entsprechenden Kindesalter Beißringe und Kamille-Tinkturen bereit zu halten, um nicht von scheinbar plötzlichen Beschwerden hilflos überrascht zu werden.

Bücher über Zahnungsbeschwerden bei Kleinkindern

Quellen

  • Gortner, L., Meyer, S., Sitzmann, F.C.: Duale Reihe Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Ott, R., Vollmer, H.P., Krug, W.: Klinik- und Praxisführer Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2003
  • Stiefel, A., Geist, C., Harder, U.: Hebammenkunde: Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf. Hippokrates, Stuttgart 2012

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